PatrickMangan 30.11.-0001, 00:00 Uhr 6 3

KASPAR HAUSER 2525

Ein Versuch an einem Menschen

Das Gebäude einer staatlichen Behörde. Obwohl nicht für Regierungskommissionen geschaffen, vermittelt es jene Kühle und Sterilität, die im Volk allgemein auch mit der Obrigkeit assoziiert wird. Die Architektur hält sich im Großen und Ganzen an die Funktionalität des Bauhaus-Stils, zeichnet sich darüber hinaus aber auch durch das verwendete Baumaterial aus: Stahlstreben, Stahlseile, viel Glas und wenig, aber kalkweißer, glatter Beton.
Die ein- und ausgehenden Männer tragen maßgeschneiderte, dunkel gehaltene Anzüge, die Frauen züchtig und streng wirkende Kostüme. Lediglich die Journalisten, die teilweise in Freizeitkleidung erschienen sind, lockern die Strenge, die der Ort und die zu ihm gehörenden Menschen ausstrahlen, ein wenig auf.
In einem großen Raum im Innern des Gebäudes erinnert die Aufteilung an einen amerikanischen Gerichtssaal. Etwa drei Viertel des rechteckigen, schmucklosen Raumes bieten mit sorgfältig aufgereihten, verchromten Stühlen den zahlreich vertretenen nationalen wie internationalen Journalisten Platz. Das übrige Viertel des Raumes bietet den Mitgliedern der Untersuchungskommission und den Zeugen, bzw. Vorgeladenen Platz. Die Mitglieder der Untersuchungskommission sitzen leicht erhöht auf einem Podest hinter einer Bank. Man sieht nur ihre Oberkörper. Während die Kommissionsmitglieder mit dem Gesicht zu den Journalisten sitzen, ist die Bank für Zeugen und Vorgeladene in Abkehr zu den Journalisten positioniert. So sehen die Journalisten auch während der gesamten Anhörung nur den Rücken von Prof. Dr. Norzel, dem Vorgeladenen. Das warme, gütige Gesicht des Vorsitzenden Prof. Dr. Nnerski jedoch von vorne.

NNERSKI Hiermit erkläre ich die Untersuchung im Zusammenhang mit dem anwesenden Professor Doktor Norzel für eröffnet. Für das Protokoll: Ziel der Kommission und seiner Mitglieder ist es, festzustellen, ob Professor Doktor Norzel bei seinem sogenannten Kaspar-Hauser Versuch gegen geltendes Recht und gegen die von dieser Kommission verbindlich festgesetzten ethischen Richtlinien in der Forschung verstoßen hat. Professor Norzel, können sie bitte als erstes die genauen Umstände des Versuches schildern, der Gegenstand dieser Untersuchung ist?
NORZEL (räuspert sich) Ja. Ziel eines jeden Kaspar-Hauser Versuches ist es, einen Menschen von Beginn an von jeglichen Umwelteinflüssen fernzuhalten. Auf diese Weise glaubt man, Aufschluss darüber zu bekommen, welche Fähigkeiten ein Mensch von Geburt an besitzt und welche Fähigkeiten im Laufe des Lebens erlernt werden. Bei unserem Versuch handelte es sich um ein Retortenbaby, das direkt nach der Entbindung von der Mutter getrennt wurde und in einem 20m² großen Labor untergebracht wurde. Der Raum, in dem der Säugling untergebracht wurde, war so konzipiert, dass die Ernährung des Säuglings größtenteils durch Maschinen erfolgen konnte. Persönlicher Kontakt mit dem Säugling wurde weitestgehend vermieden, um jede menschliche Beeinflussung des Säuglings zu unterbinden. Wie gesagt, es ging uns darum, den Säugling zu isolieren.
NNERSKI Ist ihnen diese Isolierung vollständig gelungen?
NORZEL Nein, nicht vollständig. Es gab zwei oder drei Situationen, in denen der Nahrungsschlauch des Säuglings neu justiert werden musste. Für diese Aufgabe hatten wir Krankenschwestern engagiert, und wir hatten ihnen vorher die strikte Anweisung gegeben, nicht zu sprechen und den Säugling auf keinen Fall zu berühren. Woran sich die Schwestern auch alle gehalten haben. Ein weiteres Problem war die Bewegung. Wir hatten ein Gerät entwickelt, mit dem die Bewegungsapparate, also Arme und Beine des Kindes trainiert werden konnten. Ein weiteres Gerät, das beim Urinieren und Defäkieren des Säuglings zum Einsatz kam, gewährleistete die adäquate Körperhygiene. Da das Kind aber innerhalb der achtundzwanzig Monate, die der Versuch dauerte, wuchs, mussten auch diese Geräte in gewissen Abständen von unseren Technikern neu justiert werden. Die Techniker hatten dieselben Anweisungen bekommen wie die Schwestern, doch in einem Fall ist es zu einer Berührung gekommen.
NNERSKI Was heißt das genau? Eine Berührung?
NORZEL Nun, einer der Techniker hatte die Schlaufe, in der der Fuß des Säuglings steckte, verfehlt, und hatte die Ferse des Säuglings berührt. Wir brachen den Versuch aber nicht ab, weil wir uns dennoch brauchbare Ergebnisse erhofften. Eine einzige menschliche Berührung, so glaubten wir, würde keinen großen Einfluss auf den Säugling haben, solange er die meiste Zeit über in totaler Isolation blieb.
NNERSKI Heißt das, bis auf drei, vier kurze Ausnahmen kam das Kind, ich korrigiere, der Säugling, nie mit Menschen in Kontakt?
NORZEL Das ist korrekt!
NNERSKI Wie entwickelte sich der Säugling?
NORZEL Zunächst recht gut. Über den Nahrungsschlauch bekam er Muttermilch und Hefeschleim zugeführt, die Bewegungsapparate funktionierten einwandfrei und auch das UV-Licht ersetzte das natürliche Tageslicht, dergestalt, dass keine Unterschiede zwischen der Entwicklung eines normalen Kindes und unseres Versuchsobjektes erkennbar waren. Es entwickelte Milchzähne und krabbelte ganz normal umher, wenn es von den Gerätschaften abgekoppelt war. Nur die Sprachentwicklung setzte nicht ein!
NNERSKI Wieso nicht?
NORZEL Nun, das war nicht anders zu erwarten. Unsere Hauptthese und die Thesen vieler Ethologen gehen davon aus, dass die Fähigkeit zur Sprache eben nicht angeboren ist, sondern dass Spracherwerb hauptsächlich durch Imitation entsteht. Ein Kind wird nur dann nach Mama oder Papa rufen können, wenn es diese Worte zuvor vernommen hat. Da das Versuchsobjekt, also der Säugling, keinem Sprachsystem ausgesetzt war, entwickelte es auch keine Sprache. Unsere Kernspinaufnahmen des Gehirns zeigen auch eine im Vergleich zu natürlich aufwachsenden Säuglingen abgeschwächte Entwicklung des Broca-Zentrums, also des Teils im Gehirn, das für die Sprachentwicklung zuständig ist. Durch diese Erkenntnis ist im Grunde der behavioristische Ansatz unserer Forschung bestätigt, das heißt, dass wir bewiesen haben, dass der Mensch keine oder nur sehr geringe natürliche Anlagen hat, die ihm das Sprechen erlauben.
NNERSKI Heißt das, dass das Versuchsobjekt, ich meine der Säugling, überhaupt keine akustischen Signale gesendet hat?
NORZEL Doch, doch. Er hat akustische Signale gesendet. Doch jedes dieser akustischen Signale glich dem Schrei eines Neugeborenen und war für das Versuchsobjekt im Grunde genommen das einzige Mittel, um auf seine Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Wenn es Hunger hatte, wenn es Durst hatte, wenn es defäkieren oder urinieren wollte, dann machte es diese Absichten immer durch denselben unartikulierten Schrei klar.
NNERSKI Haben sie auf diese Schreie reagiert?
NORZEL Natürlich, wir haben im Kontrollraum die Maschinen betätigt, bis das Versuchsobjekt vom Schreien abließ und seinen Bedürfnissen Genüge getan war. Allerdings hat das Versuchsobjekt im Vergleich zu normal aufwachsenden Säuglingen bis zu 40% häufiger geschrieen.
NNERSKI Wie erklären sie sich diesen Unterschied?
NORZEL (lapidar) Nun, offensichtlich benötigte das Versuchsobjekt mehr als nur die Befriedigung seiner körperlichen Grundbedürfnisse.
NNERSKI Das heißt?
NORZEL (schulterzuckend) Emotionale Wärme!
NNERSKI (hält kurz inne) Professor Doktor Norzel, um diesen Teil der Befragung ein wenig abzukürzen: Welche Resultate brachte der von ihnen vorgenommene Versuch ans Tageslicht? Was für Erkenntnisse haben sie gewonnen?
NORZEL Nun, wir haben festgestellt, dass ein Säugling ohne die Kommunikation mit anderen Menschen, also bei einem Leben in nahezu völliger Isolation, keine Sprache entwickelt, die über die simple Sprache von Tieren hinausgeht. Wir haben festgestellt, dass menschliche Wärme und die Nähe der Mutter in der Entwicklung eines Säuglings, bzw. eines Kindes unabdingbar sind, und dass die Abwesenheit der Mutter, bzw. von Menschen allgemein, den Tod eines Säuglings verursachen können. Unsere Vermutung ist daher, dass der plötzliche Kindstod, wie wir ihn ab und zu im gewöhnlichen Leben antreffen, vielleicht durch Mangel an menschlicher Wärme hervorgerufen wird. Das sind summa summarum die Resultate unseres Kaspar-Hauser-Versuchs.
NNERSKI (lässt das Gesagte auf das anwesende Publikum wirken, nimmt einen Stift in die Hand, räuspert sich, kratzt sich an der Stirn, setzt dann, nach einer kurzen Pause, wieder zum Sprechen an) Prof. Dr. Norzel, ist ihnen der Name Harry Harlow geläufig?
NORZEL Selbstverständlich!
NNERSKI Können sie kurz beschreiben, was er mit dem hier besprochenen Kaspar-Hauser Versuch zu tun hat?
NORZEL Gerne. Ähmm…Harlow war ein renommierter US-amerikanischer Psychologe und Verhaltensforscher. International bekannt wurde er in den Sechzigern des zwanzigsten Jahrhunderts. Er hat damals einen ähnlichen Versuch wie wir gemacht, allerdings mit Rhesusaffen und nicht mit menschlichen Säuglingen. Er hat diese Rhesusaffen ohne ihre leibliche Mutter in einen Käfig gesperrt, und stattdessen zwei Attrappen, die als Ersatzmutter fungieren sollten, in den Käfig getan. Die eine Attrappe spendete Milch, bestand aber sonst nur aus Draht, der zweiten Attrappe hatte man ein Affenfell übergezogen. Es stellte sich bei diesem Versuch heraus, dass die Rhesusaffen sich nur zur Nahrungsaufnahme bei der milchspendenden Attrappe aufhielten, die meiste Zeit aber kuschelten sie sich an die mit Affenfell bezogene Attrappe. Harlow hatte damit die Wichtigkeit der Mutter-Kind Beziehung bewiesen.
NNERSKI Mit anderen Worten…er kam vor achtzig Jahren zu einem ähnlichen Ergebnis wie sie jetzt?
NORZEL Ja…ungefähr!
NNERSKI (nimmt ein wenig schwerfällig die Brille ab und legt sie auf die geöffnete Akte vor ihm) Prof. Dr. Norzel, wie ist ihr Versuch geendet?
NORZEL (einen Hauch von Beschämtheit gekonnt überspielend) Der Säugling ist nach 312 Tagen verendet.
NNERSKI (lässt diese Aussage abermals durch eine von ihm gemachte Pause auf das Publikum wirken, schiebt aber dann die folgende Frage hinterher) War das Ergebnis dieses Versuchs vorhersehbar? Hat es zuvor in der Geschichte der Verhaltenspsychologie schon einmal ähnliche Versuche mit dem gleichen Ergebnis gegeben?
NORZEL (überlegt kurz) Nicht dass ich wüsste..
NNERSKI (skeptisch) Nicht, dass sie wüssten…
NORZEL Ja!
NNERSKI (blättert in seinen Akten, setzt die zuvor abgesetzte Brille wieder auf, nimmt schließlich ein Blatt hervor) Und was, Prof. Dr. Norzel ist mit dem Versuch von Friedrich II.?
NORZEL (ohne zu Zögern) Dieser Versuch ist mir unbekannt!
NNERSKI (skeptisch) So…ist er das?
NORZEL (zieht es offenbar vor zu schweigen, nur ein einziges nervöses Räuspern seinerseits wird über die im Raum verteilten Lautsprecher vernehmbar)
NNERSKI (deutet Norzels Schweigen als Aufforderung) Gut, dann will ich sie mal aufklären. Friedrich der II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches im 13. Jahrhundert, hat einen ähnlichen Versuch gemacht wie den, den sie uns gerade beschrieben haben. Auch er hat ein halbes Dutzend Säuglinge in Isolation aufwachsen lassen. Zwei oder drei Ammen waren für das Füttern zuständig, hatten aber sonst, was den Umgang mit den Säuglingen anging, totales Kontakt- und Sprechverbot. Das Motiv für diesen Versuch war religiöser Natur. Friedrich der II. glaubte dass die ersten Wörter der Säuglinge in der Sprache gesprochen würden, die auch Gott sprach. Ergebnis war, dass die Kinder überhaupt nicht sprachen und nach einer Weile verendeten. Sie verendeten ebenso wie der Säugling bei ihrem Versuch. Daher noch mal meine Frage: War der Tod des Säuglings vorhersehbar?
NORZEL (überlegend, aber keineswegs eingeschüchtert) Jetzt, wo sie mir den Versuch geschildert haben, kommt er mir tatsächlich bekannt vor. Wenn ich mich recht erinnere, ist dieser Versuch von Friedrich II. aber nicht aktenkundig geworden, was hieße, dass es sich um eine Legende handelt. Aber selbst wenn dies nicht so wäre, hieße das keineswegs, dass das Resultat unseres Versuchs vorhersehbar gewesen wäre. Sehen sie, der Mensch hat sich seit dem 13. Jahrhundert sehr schnell fortentwickelt. Das bedeutet, dass ein Großteil seiner Fähigkeiten teilweise schon in der Erbmasse, die von den Eltern übertragen wird, begründet liegt. Wie ich schon sagte: Die Frage, der wir mit den Kaspar-Hauser Versuchen nachgehen, ist die, inwieweit der Mensch schon vor der Geburt mit bestimmten Fähigkeiten ausgestattet ist und inwieweit er sie erst erlernen muss. Konkret auf unseren Versuch bezogen bedeutet das: Es hätte sein können, dass die Evolution des Menschen in der Zwischenzeit soweit vorangeschritten ist, dass der Mensch schon Sprache hat, bevor er jemanden sprechen hört. Die evolutionäre Entwicklung des Gehirns gab zu dieser Vermutung Anlass. Denn ebenso wie sich die Hände des Menschen vom Neandertaler bis zum heutigen Homo sapiens weiterentwickelt haben, sie wurden feiner und weniger muskulös, so hat sich auch das Gehirn weiterentwickelt. Es hätte also durchaus sein können, dass der von uns zu Untersuchungszwecken benutzte Säugling Fähigkeiten auszubilden vermocht hätte ohne dabei die Hilfe von Menschen, also Erziehern in Anspruch nehmen zu müssen.
NNERSKI Also glaubten sie, er würde Deutsch sprechen können ohne vorher ein einziges Wort Deutsch zu hören?
NORZEL Nein, das nicht. Aber wir glaubten, dass er eigene, distinktive Laute für jedes seiner Bedürfnisse entwickeln würde! Wir glaubten, dass er einen bestimmten Schrei äußern würde, um darauf aufmerksam zu machen, dass er durstig ist, und wiederum einen anderen, unterschiedlichen Schrei für Hunger, Angst usw.
NNERSKI Aber das tat er nicht!
NORZEL Nein! Der vom Versuchsobjekt artikulierte Schrei war immer der gleiche, sowohl in Bezug auf die Lautstärke als auch in Bezug auf die Tonhöhe!
NNERSKI(der offenbar merkt, dass er NORZEL nicht zu kompromittierenden Aussagen verleiten kann, wenn er bei diesem Thema verweilt, blättert erneut in den Akten, zieht schließlich ein einzelnes Blatt hervor) Ich habe hier den Autopsie Bericht! Demnach wog das Baby zum Zeitpunkt seines Todes nur 3,4 Kilogramm. Hätte dieses geringe Körpergewicht sie nicht frühzeitig warnen und einen Abbruch des Versuchs nahe legen müssen?
NORZEL Diese Frage haben wir uns selber auch gestellt, auch schon während des Versuchs. Allerdings waren die anderen Werte normal. Er hatte einen normalen Blutdruck, einen regelmäßigen Puls und auch die Blutwerte waren so, wie man es bei einem normalen Säugling seines Alters erwarten würde. Die Ärzte, die den Säugling rund um die Uhr überwachten, haben uns, die Forscher, zu keiner Zeit aufgefordert, den Versuch abzubrechen. Hätten sie es getan, wären wir dieser Aufforderung umgehend nachgekommen.
NNERSKI(leise einwerfend, aber stockend) Aber ist es nicht so, dass…
NORZEL(nun mit etwas lauterer Stimme) Der Autopsie-Bericht nennt ja auch plötzlichen Kindstod als Todesursache. Bei den in der normalen Welt sich ereignenden plötzlichen Kindstoden werden die Eltern auch nicht verantwortlich gemacht. Ich kann nur noch mal wiederholen, dass wir während des gesamten Versuches immer auf die Gesundheit des Versuchsobjektes Acht gegeben haben. Der plötzliche Kindstod, der dann eintrat, bestätigte wohl unsere a priori gemachten Vermutungen, aber er war trotz allem nicht vorhersehbar.
NNERSKI(der sichtbar und hörbar die menschliche Seite des Versuchs ansprechen will) Aber haben sie denn nicht Bedauern verspürt, als der Säugling starb? Haben sie den Versuch nicht bereut? Hat sie der Tod des Säuglings nicht persönlich betroffen gemacht?
NORZEL (versteift sich ein wenig) Wir sind Wissenschaftler! Wir können und dürfen uns diese Art der Gefühlsduselei nicht erlauben! Wenn Ärzte einen an Krebs verstorbenen Patienten nach dessen Ableben aufschneiden, dann können und dürfen sie nicht daran denken, dass dieser Mensch mal ein ehrbares und würdevolles Leben gehabt hat. Es gilt dann, den Krebs zu analysieren, ihn zu sezieren und zu studieren! Wo wäre die heutige Krebsforschung ohne die Wissenschaft? Manchmal, Professor Doktor Norzel, retten wir Tausenden von Menschen das Leben, in dem wir ein einzelnes opfern. Für diesen einzelnen Menschen ist das Leben dann vielleicht unerträglich qualvoll, aber im Dienste der Wissenschaft müssen nun mal Opfer gebracht werden! Darüber hinaus bezweifle ich, dass es sich bei dem Säugling, den wir für unseren Versuch benutzt haben, schon um ein vollwertiges, menschliches Wesen gehandelt hat. Schließlich und endlich fehlte unserem Versuchsobjekt ja die ein oder andere Fähigkeit, die den Menschen erst zum Menschen macht. Die Unfähigkeit zu einer artikulierten Sprache vermittelte uns Forschern während des Versuchs auch oft den Eindruck, dass es sich bei dem Versuchsobjekt nicht um einen Menschen im eigentlichen Sinne handelt, sondern vielmehr um ein mit animalischen Attributen ausgestattetem Zwischenwesen, das zu keinen komplexen Gedankengängen fähig war. Und Tierversuche sind ja auch gang und gäbe.
NNERSKI(leicht erschüttert) Nur damit ich sie recht verstehe, Professor Norzel: Wollen sie behaupten, dass Artikel 1,1 und Artikel 2,2 des Grundgesetzes auf den von ihnen benutzten Säugling nicht anwendbar sind?
NORZEL(der jetzt hochkonzentriert wirkt, und langsamer, bedächtiger spricht als zuvor) Die Menschenrechte, auf die sie mich hier ansprechen, das heißt das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, auf Gleichheit vor dem Gesetz, Meinungs- und Glaubensfreiheit, Schutz vor willkürlicher Verhaftung, Folter und Sklaverei sowie vor Diskriminierung und Verfolgung wegen ethnischer, religiöser und geschlechtlicher Zugehörigkeit, sind meines Erachtens ein Relikt aus dem 18. Jahrhundert. Ich weiß, dass sie, Prof. Nnerski und auch alle anderen hier Anwesenden so sehr mit dem Geist der Menschenrechte infiziert worden sind, dass jedwede Infragestellung erst einmal schockieren muss, aber wenn wir ehrlich gegenüber uns selbst sind, dann müssen wir uns eingestehen, dass die Menschenrechte größtenteils nur auf dem Papier bestehen. Bei einer Weltbevölkerung von über sieben Milliarden Menschen ist eine Forderung nach Gleichheit aller eine haarsträubende Utopie. Die Wahrheit bestätigt dies Tag um Tag: Die Schere zwischen Arm und Reich, zwischen Stark und Schwach, zwischen Dumm und Intelligent ist in den vergangenen Jahrzehnten immer größer geworden und lässt den Wunsch nach einer von den Menschenrechten geprägten Welt ein wenig hoffnungslos erscheinen. Dieser Zustand zwingt uns zum Umdenken: Wir müssen das Zusammenleben auf dieser Welt neu regulieren, wir müssen andere Ansätze ausprobieren und wir sollten dabei auch nicht davor zurückschrecken die heilige Kuh der Menschenrechte zu schlachten. Die Probleme, vor die wir uns jetzt gestellt sehen, und damit meine ich die Bevölkerungsexplosion, die Knappheit des Trinkwasservorrats und weiterer lebenswichtiger Ressourcen lässt meiner Ansicht nach nur eine Schlussfolgerung zu: Wir müssen den sozialdarwinistischen Theorien wieder mehr Raum geben und die Menschenrechte einschränken. Denn wenn wir wirklich eine an Rechten und Ressourcen gleiche Gesellschaft wollen, dann gibt es nur einen Weg dahin: Selektion! Wenn hundert Menschen nur genügend Nahrung für fünfzig Menschen besitzen, dann müssen den Menschenrechten zufolge alle hundert Menschen sterben, denn wenn jeder ein Recht auf die verfügbare Nahrung hat, dann hat am Ende keiner ein Recht darauf. Eine Selektion aber könnte dafür Sorge tragen, dass die fünfzig Menschen, die vom Erbgut her eine gesunde Nachkommenschaft garantieren, den Fortbestand der Zivilisation nicht nur gewährleisten, sondern außerdem noch optimieren. Ich weiß, dass diese Theorien seit dem Dritten Reich tabuisiert worden sind, aber ich appelliere dennoch an den gesunden Menschenverstand: Wenn sie einen kränklichen und eine gesunden Menschen haben, aber nur genug Nahrung für einen, dann geben sie diese Nahrung dem gesunden Menschen! Das ist eine ganz gewöhnliche Wahrscheinlichkeitsrechnung. Gäben sie die Nahrung dem kränklichen Menschen, dem Bedürftigen, dann steigern sie unnötigerweise das Risiko. Das Risiko nämlich, am Ende ohne Menschheit da zu stehen. Und mein Ziel, das Ziel meiner ganzen Forschung, ist, so abwegig das jetzt vielleicht für sie klingen mag, der Fortbestand der Menschen!
NNERSKI (erregt) Sie sagen: der Fortbestand der Menschen, aber sie meinen: Der Fortbestand der gesunden und kräftigen Menschen. Sie meinen: Der Fortbestand des Stärkeren!
NORZEL (ruhig) Wenn sie so wollen, ja!
Im Saal herrscht kurzzeitig Aufregung. Einige Journalisten scheinen aufrichtig erschüttert, andere wiederum schreiben routiniert weiter. In den Augen nicht weniger Journalisten blitzt mitunter auch so etwas wie Zustimmung auf. Nachdem sich der erhöhte Geräuschpegel wieder gesenkt hat, ergreift Prof. Dr. Nnerski wieder das Wort.
NNERSKI (leicht ironisch, weil er glaubt, dass NORZEL sich mit der Darlegung seiner Weltanschauung selbst diskreditiert hat) Danke, dass sie uns ihre Ansichten so ausführlich erläutert haben. Ich verstehe dennoch nicht, was ihr Plädoyer für eine neue Art des Sozialdarwinismus mit dem hier zur Debatte stehenden Versuch zu tun hat! Vielleicht können sie uns aufklären!
NORZEL (jetzt sichtlich erpicht darauf, sich und seine Ansichten zu rechtfertigen) So abstrus und widersprüchlich das nun in ihren Ohren klingen mag, Prof. Nnerski, unser Ziel ist das Leid der Menschen auf dieser Welt zu mindern. Wir identifizieren Quellen des Unglücks, wir gehen ihnen auf den Grund und bringen im bestmöglichen Fall diese zuvor unerschöpfliche Quelle des Leidens zum Versiegen. Wenn wir einen Krebspatienten mit noch nicht erprobten Medikamenten behandeln, dann leidet dieser Patient, aber gleichzeitig liefert er uns wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich der zukünftigen Behandlung von Krebspatienten. Mit unserem Kaspar Hauser Versuch haben wir eindeutig bewiesen, dass eine gesunde und sinnvolle Entwicklung eines Menschen nur dann gewährleistet ist, wenn er Personen in seinem Umfeld hat, die ihm die Liebe und Zuneigung geben, derer er bedarf. Wir haben ein für alle Mal festgestellt, dass ein Säugling nicht dadurch am Leben erhalten wird, indem man ihm täglich das zum Leben notwendige Wasser und Brot hinstellt, sondern dass die körperliche Berührung, das Liebkosen, das Umarmen, das Streicheln eine ungünstige körperliche wie geistige Entwicklung des Säuglings verhindern können. Wir wissen alle, dass durch die zunehmend schlechte Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, durch die Verknappung der Rohstoffe, durch die Verseuchung der Umwelt mehr und mehr Eltern nicht mehr die Zeit und die Kraft haben, sich angemessen um ihren Nachwuchs zu kümmern. Wir züchten, übertrieben formuliert, eine lieblose und zur Zuneigung unfähige Generation heran, die nur das Leben führen kann, das ihnen vorgelebt wird: Ein Leben im Dämmerzustand, verursacht durch die schon genannten Probleme. Was wir wollen, Prof. Nnerski, ist die beste aller Welten. Wir wollen eine Welt in der eine überschaubare Menge an Menschen in ausreichendem Maße über die Rohstoffe verfügt, die sie zum Leben benötigt. Wir wollen, wenn sie die Menschheit als einen Körper verstehen, die erkrankten Teile, die Krebsgeschwüre herausschneiden und eine vollständige Gesundung ermöglichen. (mit erregter Stimme) Man mag uns beschimpfen, wie man will: Sterbehelfer, Supernazis, Rassenpfleger oder hirnverbrannte Laborratten, wie auch immer..! (ruhiger werdend) Fakt ist doch: Wir sehen uns diese Welt an, und wir sehen viel Leid! Und wir erdenken neue Wege, die dazu führen, dass ein Auskommen möglich ist. Wir erproben Möglichkeiten, die letztendlich dazu führen werden, dass wir als Menschheit kontrolliert, organisiert und behutsam den Weg in eine ungewisse Zukunft einschlagen können. Lassen sie es mich so sagen: Für diese Anhörung, Prof. Norzel, haben sie sich sicherlich intensiv vorbereitet. Sie haben eine Menge Arbeit hineingesteckt, sie haben mit Disziplin, Ausdauer und langwieriger Planung diese Anhörung ins Rollen gebracht. Warum sollten wir Forscher, deren Aufgabe es ist, die Zukunft mitzugestalten, eine solche Disziplin, Ausdauer und Planung in unserer Arbeit vermissen lassen? Der hier zur Anhörung gebrachte Versuch hat uns bewiesen, dass ein Säugling ohne Entwicklung seiner Sprache, ohne Training seines Gehirns und ohne die Zuneigung seiner leiblichen Eltern ein zum Tode verurteilter Säugling ist. Nun, da wir das festgestellt haben, sollten wir in unserer weiteren Forschung Programme erstellen, die die geistige wie körperliche Entwicklung eines Säuglings auf bestmögliche Weise vorantreiben und dafür Sorge tragen, dass unsere Kinder gesund und stark aus ihrer Kindheit und Jugend hervorgehen. Was sie vielleicht als Eingriff in das Leben bewerten, ist für uns ein mit nüchterner Sachlichkeit ausgeführter Optimierungsprozess, der nie etwas anderes zum Ziel hatte als eine glückliche Zukunft für die kommenden Generationen.
NNERSKI (wohl wissend, dass er jetzt mit einem ebenbürtigen Monolog kontern muss, um Norzel das Feld nicht kampflos zu überlassen) Professor Doktor Norzel, sehen sie es mir nach, wenn ich die Begeisterung für ihre utopischen Vorstellungen nicht teile. Sie rechtfertigen meiner Meinung nach die fahrlässige Tötung eines Kleinkindes mit wissenschaftlichen Zukunftsvisionen, die, so ehrlich, ehrgeizig und gutgemeint sie auch sein mögen, nicht darüber hinwegtäuschen, dass der gute Zweck nicht alle Mittel heiligt. Ich sehe ihnen an und glaube ihnen auch, dass sie mit ihren Versuchen und Theorien ursprünglich nur Gutes bezweckten. Sicherlich ist die Welt in dem Zustand, in dem sie sich befindet, nicht perfekt und bedarf ständiger Verbesserung, aber, und das ist meine tief empfundene Überzeugung, diese Verbesserung darf nicht dadurch entstehen, dass wir den Wert eines Menschenlebens missachten. Ich will ihnen ein bekanntes Beispiel nennen: Am 6. August 1945 warf ein Pilot der amerikanischen Luftwaffe eine Atombombe über Hiroshima ab. Sie tötete auf einen Schlag fast hunderttausend Menschen und weitere zwanzigtausend Menschen in der Folgezeit. Der amerikanische Pilot, in einem Jahre später gemachten Interview danach befragt, ob er Gewissensbisse habe, beantwortete diese Frage mit Nein. Er behauptete sogar, durch den Abwurf der Atombombe Menschenleben gerettet zu haben, da Japan durch den atomaren Angriff zur Kapitulation gezwungen worden und eine Verlängerung des Krieges unmöglich geworden war. Außerdem entschuldigte der amerikanische Pilot sich damit, nur auf Befehl gehandelt zu haben. Auch die Physiker, die an der Atombombe gearbeitet hatten, argumentierten ähnlich. Sie gaben an, auf Befehl der amerikanischen Regierung gehandelt zu haben und hatten, bis auf Ausnahmen wie J. Robert Oppenheimer, Jahre danach keine Schuldgefühle. Auch wenn sie, Professor Doktor Norzel, mit ihrem Kaspar-Hauser Versuch nicht so verheerenden Schaden angerichtet haben wie die Wissenschaftler damals mit der Atombombe, so ist ihr Vergehen für mich prinzipiell gleich geartet. Sehen sie, im Laufe der Jahrhunderte haben sich Menschen immer hinter dem großen Bild versteckt, hinter der gigantischen Vision von einer besseren Welt, und im Namen dieser Vision haben sie ganz schreckliche Verbrechen begangen. Sei es, dass im Namen der Christianisierung Heiden und andere unliebsame Zeitgenossen verfolgt und getötet wurden, sei es, dass im Namen der Ordnung politische Gefangene gefoltert und gedemütigt worden oder sei es, dass im Namen der Zivilisation ganze Völker von Eingeborenen unterworfen wurden. Immer wurde Übles angerichtet und unter dem Deckmantel des Guten entschuldigt. Und nun haben sie einen Versuch gemacht, bei dem ein Kind zu Tode gekommen ist. Die wissenschaftliche Erkenntnis, die sie daraus gewonnen haben, entschuldigt ihrer Meinung nach diesen Tod. Meiner Meinung nach jedoch tut sie das nicht. Sie üben sich mit ihrer Entschuldigung in einem Gebaren, dessen sich auch schon der amerikanische Pilot, der die Atombombe über Hiroshima abwarf, schuldig gemacht hat: Sie verstecken sich hinter etwas vermeintlich Größerem und vermeiden die persönliche Verantwortung. Und darum geht es dieser Kommission und ihrem Ausschuss: Es geht um persönliche Verantwortung. Sehen sie, Professor Doktor Norzel, wenn alle Menschen so verführen wie sie, und sich hinter dem Befehl eines Vorgesetzten oder hinter der Vision einer besseren Welt versteckten, dann könnte letztendlich niemand oder nur einer für die in dieser Welt begangenen Verbrechen belangt werden. Im Zweiten Weltkrieg hätte das für die Deutschen geheißen, dass niemand bis auf Adolf Hitler für die Verbrechen hätte belangt werden können, da alle nur seinem Befehl folgten. Aber das Leid, das die Ermordung von neun Millionen Juden und Millionen weiterer Kriegsopfer hat entstehen lassen, kann nicht durch den Tod oder die Bestrafung eines einzelnen Mannes gesühnt werden. Die Deutschen trugen alle Schuld. Und sie müssen dafür die Verantwortung übernehmen. Und genau das, Professor Doktor Norzel, verlange ich heute hier von ihnen: Ich will, dass sie die Verantwortung für den Tod dieses einen Kindes übernehmen. Also verbergen sie sich nicht hinter der Wissenschaft, ersparen sie mir ihre Theorien zur Verbesserung der Welt und konzentrieren sie sich auf die simplen Fakten: Ein unschuldiges Kleinkind ist gestorben, nachdem sie einen Versuch mit ihm gemacht haben. Sie haben einen Tod zu verantworten, der ohne die Durchführung ihres Experiments nicht eingetreten wäre. Und ich bitte sie, Professor Doktor Norzel, den Tod nicht mit den Befehlen der hinter ihnen stehenden Institutionen zu entschuldigen, sondern schlicht und einfach anzuerkennen, dass sie am Tod dieses Kindes eine erhebliche Mitschuld tragen.
NORZEL (Nnerski beinahe ins Wort fallend) Gut, sagen wir, ich übernehme die Verantwortung für den Tod des Säuglings. Wem wäre damit gedient? Das Baby ist tot, es kann nicht wieder zum Leben erweckt werden und auch meine Inhaftierung wäre bestenfalls eine emotionale Wohltat für die leiblichen Eltern, die es, da es sich bei dem Versuch um ein Retortenbaby handelte, nicht gibt. Würde ich also verhaftet und bestraft, dann wäre ihrem Konzept von Gerechtigkeit vielleicht Rechnung getragen, aber was wäre die unweigerliche Folge meiner Verurteilung? Ich will es ihnen sagen: Jeder Forscher, jeder Soldat, jeder Politiker, jeder Mensch mit größerer Verantwortung würde bei jeder noch so kleinen Entscheidung tausendmal hin und her überlegen und letztendlich aus Ängstlichkeit keine Entscheidung mehr treffen. Der von ihnen zitierte Pilot, der die Atombombe über Hiroshima abwarf, würde sie nicht abwerfen. Aber was wäre passiert, wenn Hiroshima und Nagasaki nicht bombardiert worden wären. Hätten die Japaner nicht vielleicht weiter gekämpft und im Laufe der Zeit mehr Tote verursacht als bei Hiroshima und Nagasaki zusammen. Und weiter: Würden wir heute nicht in einer absoluten Diktatur leben, wenn sich die Allierten damals gegen den Krieg gegen Deutschland und seine Verbündeten entschieden hätten. Sollen wir Churchill als Kriegsverbrecher definieren, weil er im Kampf gegen Hitler den Tod unzähliger Soldaten und Zivilisten in Kauf genommen hat. Ihre Theorie von der persönlichen Verantwortung, Prof. Dr. Nnerski, ist schön, aber leider nicht praktikabel. Lebten alle nur nach dem Motto der persönlichen Verantwortung, dann würde die ganze Menschheit in Unbeweglichkeit erstarren. Entscheidungen aber müssen getroffen werden, von Soldaten, von Politikern und von Forschern, und es ist meine feste Überzeugung, dass auch falsche und mitunter katastrophale Entscheidungen immer noch besser sind als keine Entscheidungen. Wer immer die Möglichkeit in Betracht zieht, er könne vielleicht etwas Falsches tun, der tut am Ende gar nichts mehr. Fortschritt aber entsteht nicht durch das Nichtstun. Fortschritt entsteht durch Taten. Mitunter auch durch Fehltaten.
NNERSKI (nach einer kurzen Pause) Gut, bevor wir uns in weiteren theoretischen Diskussionen verlieren, die letztendlich doch zu nichts führen, frage ich sie klipp und klar: Gestehen sie, Prof. Dr. Norzel, eine Mitschuld am Tod des Säuglings ein, ja oder nein?
NORZEL (laut und deutlich) Nein!
NNERSKI Geben sie zu, dass der von ihnen durchgeführte Versuch in seiner Anordnung gegen die von dieser Ethikkommission festgesetzten Richtlinien oder gegen die im Grundgesetz verankerten Menschenrechte verstoßen hat?
NORZEL(laut und deutlich) Nein!
NNERSKI Möchten sie, bevor wir den nächsten Zeugen in den Saal bitten, eine abschließende Erklärung abgeben?
NORZEL Alles, was es zu sagen gab, habe ich gesagt.
NNERSKI Gut, dann sind sie hiermit ihrer Pflichten entbunden. Sie können den Zeugenstand verlassen.
NORZEL steht auf, richtet sein Jackett, macht eine leichte Verbeugung in Richtung NNERSKI und verlässt dann steifen Schrittes den Saal.

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Kommentare

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    Guter Text, du scheint es echt draufzuhaben.

    05.07.2009, 18:16 von Lenulitschka
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    so jetzt müssten die namen stimmen

    18.05.2009, 08:32 von PatrickMangan
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      @PatrickMangan Die wechseln sich doch sowieso immer ab.

      18.05.2009, 16:13 von Steifschulz
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    Eine gerichtliche Anhörung für die Darlegung von sachlichen Pro- und Kontraargumenten (In einer äußerst klaren Sprache.) zu wählen, finde ich wirklich gelungen. Die Charaktere sind gut gezeichnet und die "Regieanweisungen" versetzen einen in den Saal. Wirklich gute Arbeit!

    17.05.2009, 22:25 von Steifschulz
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    Du hast ein Absatzproblem. Und das in der Wirtschaftskrise.

    17.05.2009, 22:24 von sailor
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    Obwohl es lang war, habe ich es gerne und mit Spannung gelesen. Das war wirkich mal was anderes und interessant.
    Kleiner Wehrmutstropfen: Die Namen der beiden Figuren werden mehrmals waehrend des Textes vertauscht. Vielleicht sollte man das noch mal ueberarbeiten...

    17.05.2009, 22:16 von hanhel
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      @hanhel http://www.nexusboard.net/showthread.php?siteid=3961&threadid=303266

      17.05.2009, 22:23 von PatrickMangan
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      @PatrickMangan da sind auch die namen richtig herum. hab dummerweise den falschen text gepastet. wird baldmöglichst geändert.

      17.05.2009, 22:32 von PatrickMangan
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      @MisterGambit Tatsache! Der Gaul kann mehr als fehlende Buchstaben zählen. :-)

      17.05.2009, 22:13 von T-A

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

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