Jäger der Jäger
"Mit Kriegsbemalung schleiche ich euch hinterher, hab mir die Pfoten derer die meinen Weg nicht schnell genug kreuzten um den Hals gehängt..."
Großstadthyänen gackern sich von Eck zu Eck, niemals auf dem Weg, niemals am Ziel. Rennen durch dunkle, nasse Gassen, auf leeren schwarzen Pfoten.
Auf der Suche nach den Kadavern der Nacht, tigern sie von Club zu Club und ertränken ihren rauen Hunger.
Ich folge ihnen, jage die Jäger und bin fasziniert von ihrer rohen Art. Laut und dreckig brechen sie über ihre Opfer herein und reißen in überschwänglichen Scharen an deren Seelen. Lassen dunkle Pfützen zurück, die eine Welt wiederspiegeln, in der sie einst ihren Frieden fanden.
Im Rudel schaukeln sie sich höher und höher, schleppen die Fetzen der Nacht hinter sich her wie welke Trophäen und suchen in jeder Gasse ihr neues Lager.
Mit Kriegsbemalung schleiche ich euch hinterher, hab mir die Pfoten derer die meinen Weg nicht schnell genug kreuzten um den Hals gehängt und mein zerfetztes Haar dem euren angeglichen.
Mit schwarzen Augen und geballten Fäusten beweg ich mich im Betondickicht wie eine von euch, fletsche die Zähne wenn ich in der Ferne euer krächzendes Lachen höre.
Zerrissene Menschen pflastern meinen Weg, will jeden einzelnen begraben, wie er es verdient. Ein Gackern schallt nun aus jeder Ecke, leuchtende Augen gaffen mir aus dunklen Pforten hinterher. „Sie haben die Stadt erobert“ sagt mein Kopf, „Es ist alles nur ein Traum“ sagt mein Wunsch.
Durchstreife die Bars nach letzten Überlebenden und finde doch nur leere Hüllen. Ihr habt euch alles genommen, nicht ein Wort übrig gelassen, wie sollen wir so nur sein, wenn ihr uns das Lachen nehmt.
Zeit und Raum sind längst auch kichernde Gefährten in jedem Schatten neben mir. Ausgeweidete Gedanken hängen leblos von den Bäumen, kein Grab waren sie euch wert, aber ohne sie werdet auch ihr euren Atem verlieren. Werdet langsam ersticken und den müden Beinen nachgeben, die euch zu Boden zwingen.
Und wenn ihr dann die Straßen mit euren fauligen Luxuskörpern füllt, werden die letzten von uns höhnisch von oben gackern, bis der Tag die Nacht wachküsst.
Wer zuletzt lacht, lacht am Besten!







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