Melliteratur 30.11.-0001, 00:00 Uhr 4 9

Ja

Die übernehmen für dich das Denken und können dich so geschickt lenken. Über die Straße, in die Firma und vor den Fernseher.

Für alle Einzelkämpfer, Systemgegner, Rebellen und Wiederaufsteher, für alle Träumer und Revolutionäre, für alle, die an etwas glauben und einfach mal ein Ja brauchen.

Nein.

Du darfst das nicht und das auch nicht und das erst recht nicht. Dies und jenes und das erst recht ist aber deine Pflicht und wenn du mit dem Gesetz brichst, kommst du vor Gericht. Du bist von denen abhängig. Süchtig sollst du sein. Kauf und kauf und kauf und kauf, nur wahrer Rausch ist nicht erlaubt. Legal ist es, als Alkoholiker zu leben. Aber Drogen sollst du nicht nehmen.

Nein.

Übrigens auch das Lieblingswort von Kleinkindern in der so genannten Trotzphase. Doch bei den juristischen Phrasen und vielen Verboten, wirst auch du manchmal trotzig inmitten von lebenden Toten. Zwischen Bürokraten und Bankern, willst du etwas ändern. Diesem System entsagen, anstatt dich weiter mit Paragraphen zu plagen.

Nein.

Die sagen, du schaffst das nicht. Aber du erkennst deine Pflicht, mit dir selbst hart ins Gericht zu gehen. Zu reflektieren, zu verstehen, das Gute zu sehen und für das Richtige aufzustehen. Auch, wenn Wut und Enttäuschung nicht so schnell vergehen, weißt du, dass es wertvoll ist, zu leben. Und das kann dir keiner nehmen. Du hast erkannt, Reichtum entsteht durch Geben.

Nein.

Sagt das System. Und diese ganzen Neins sind das Problem. Bei Rot musst du stehen, bei Grün darfst du gehen. Auch, wenn niemand auf der Straße ist und du bei klarem Verstand bist. Die übernehmen für dich das Denken und können dich so geschickt lenken. Über die Straße, in die Firma und vor den Fernseher. Hauptsache, die Geschäfte sind voll und die Hirne sind leer.

Nein.

Damit willst du dich nicht zufrieden geben. Du möchtest kämpfen. Ohne Waffen. Aber mit Argumenten. Du willst den Leuten deine Meinung sagen. An Perspektiven so lange drehen, bis alle Unstimmigkeiten vergehen. Nachhaltige Lösungen finden, das bedeutet, sich nicht an Erkenntnisse zu binden, sondern flexibel zu bleiben, den Wandel zu begreifen, mit dem Ziel, die Wahrheit zu erreichen. 

Aber schon deine Eltern gaben dir ein Nein. Und deine Lehrer gaben dir ein Nein. Und die Professoren und Kollegen geben dir ein Nein. Dein Arbeitgeber, dein Nachbar, dein Bruder, deine Freunde, deine Politiker, dein Arzt, deine Zeitung, dein Radio geben dir ein Nein. Und auch ich, jemand, der an Visionen interessiert ist, der Utopien für wertvoll hält und immer auf der Suche nach der nächsten Revolution, kann sich kaum dazu durchringen, dir ein Ja zu geben. Weil bei all meinem Glauben, mich Zweifel plagen und ich nicht mutig genug bin, etwas Außergewöhnliches zu wagen. Du bist allein. Im demokratischen Sklavendasein. Der Einzige, von dem du ein Ja bekommen kannst, bist du selbst. Aber du kannst stärker sein, als alle Neins der Welt. Du bist immer für dich da. Du gibst dir jetzt verdammt nochmal ein: Ja.


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4 Antworten

Kommentare

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    okey

    09.01.2015, 17:04 von grins
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    Alle Ampeln auf gelb!

    09.01.2015, 13:24 von RAZim
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    jain

    09.01.2015, 11:54 von ga
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    Ja, das is ganz wunderba!

    08.01.2015, 19:30 von Tora
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