In was für einer Welt leben wir eigentlich
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Energiebilanz
Britische Stromkonzerne bereichern sich auf Kosten der Armen.
Es gibt Zahlen, die bringen selbst kühle Bri ten auf die Palme. Zwei Milliarden Pfund Gewinn verbuchten die britischen Stromversorger vergangenes Jahr ? wohlgemerkt in sechs Monaten. Kein Grund für Ärger, hätten diese nicht kürz lich ihre Preise einmal mehr um bis zu fünf zehn Prozent erhöht. Durchschnitt lich 1000 Pfund wird jeder britische Haushalt in diesem Jahr für Energie zahlen, schätzen Ex - per ten ? fast doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. Über vier Millionen Menschen gelten mittlerweile auf der Insel als »energiearm«, da sie mehr als zehn Prozent ihres Einkommens für Strom und Gas ausgeben müssen. Ein Skandal wurde daraus erst, als die britische Sunday Times enthüllte, wie die Firmen ihre Gewinne aufbessern: Jahrelang haben die sechs Energiegiganten der Insel ? darunter auch der deutsche E.ON-Konzern ? Preise abgesprochen und kleinere Rivalen vom Markt ferngehalten. Nun will die britische Regierung die Unternehmen zwingen, einen Teil des Profits den Armen im Land zurückzugeben ? andern - falls droht sie mit höheren Steuern. Manch ein Strommanager mag das nicht verstehen: »Warum zwingt man dann nicht auch Marks & Spencer, Rabatte für Rentner einzuführen?«, fragte einer von ihnen. Philip Faigle
Kaffee Christi
Ein Café in Zagreb schenkt Getränke für Gebete aus.
Wann sich die Religionsausübung bezahlt macht ? schon auf dieser Welt oder erst im Jenseits ?, darüber konnten sich Theologen bislang prächtig streiten. Nun gibt es aber eine ab - schlie ßende Antwort auf die vertrackte Glaubensfrage, und sie kommt weder aus dem Vati kan noch aus der tibetischen Hochebene, sondern aus einem Coffee Shop in Kroatien. Im Café Jedno in Zagreb muss man nämlich nur vier Vaterunser beten, dann kriegt man einen Cappuccino umsonst. Auch Fruchtsäfte, Tees und Snacks sind für wenige Fürbitten zu haben. Nur die Cola schlägt mit ganzen fünf Ave-Marias zu Buche. »Nach der Sonntagsmesse sind die jungen Leute meist in die Cafés in der Nachbarschaft geströmt«, erzählt Pfarrer Damir Stojic von der Heilig-Geist-Kirche, die das Café Jedno betreibt. »Wir dachten uns das Bezahlsystem aus, damit sie auch weiterhin in der Nähe der Kirche bleiben.« Offensichtlich ist die Rechnung aufgegan gen. Unlängst musste das Café Jedno von fünf auf zwanzig Tische aufrüsten. Nur von Luft und Gottesliebe kann das Café aber nicht leben: Die Eltern der jugendlichen Besucher helfen mit Essens- und Getränkespenden aus. Spätestens im Jenseits sollte sich auch deren Engagement bezahlt machen. Hannah Pilarczyk
Spiel-Stange
Eine Australierin unterrichtet Siebenjährige im Pole-Dancing.
Demi Moore, Madonna, Kate Moss oder Britney Spears haben es vorgemacht ? wer sexy und verrucht wirken will, räkelt sich um eine auf Hochglanz polierte Edelstahlstange. Als Grundregel gilt: Je weniger Stoff den Körper verbirgt, desto besser. Dazu hohe Pumps oder, noch besser, schwarze Lackstiefel. Doch spätestens das Video zu Britney Spears? Comeback- Single »Gimme More« hat gezeigt: Ein erotisches Outfit alleine genügt nicht. Ohne Training geht beim Tanz an der Stange nichts. Die Australierin Angela Perry hat das längst erkannt. In ihrem Fitnessstudio in Sydney trainieren schon siebenjährige Mädchen »Muskelaufbau und Beweglichkeit an der Stange«. Familien- und Elternverbände laufen gegen die »Sexualisierung der Kinder« Sturm und warnen vor der anziehenden Wirkung auf Pädophile. Angela Perry versteht den ganzen Wirbel nicht: »Ich lehre keine einschlägigen Tanzfiguren, sondern Übungen aus den Bereichen Kampfsport, Gymnastik und Zirkus. « Die Stange sei schließlich ein Sportgerät wie jedes andere. Einen Vorteil gegenüber älteren Vortänzerinnen haben die Mädchen auf jeden Fall: Sie dürfen barfuß und im TShirt zum Training erscheinen. Ann-Kathrin Eckardt





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