Ich werde nie eigene Kinder haben dürfen
Eigentlich sollte ich total glücklich sein, denn mein ältester Freund erzählte mir gerade, dass er Vater wird
Zum aller ersten Mal wird er Vater. Und ich freue mich auch für ihn. Wir kennen uns seit 26 Jahren und er freut sich riesig auf sein erstes Kind. Mein zweiter Gedanke war dennoch mit Eifersucht und Schmerz behaftet. Ich als lesbische Frau werde nie in so einer glücklichen Lage sein. Ich werde mir nie ernsthaft mit meiner Partnerin Gedanken machen dürfen über die richtigen Kindergärten, Bio-Babykost oder die Namenswahl.
Ich bin 26 Jahre alt, habe mein Studium immer noch nicht beendet und stehe auch sehr wackelig und nur einbeinig im Leben.
Es ist keine richtige Midlifecrisis. Aber es ist definitiv eine Krise.
Als offen lebende Lesbe bin ich oft mit Problemen konfrontiert, aber nocht nie habe ich so eine Situation erlebt, niemals fühlte ich mich so unwohl. Noch nie war es für mich ein Problem, mich in der Zukunft ohne Kinder zu sehen. Andererseits wurde mein ältester Freund auch noch niemals zuvor Vater.
Hätte mein Vater kein Problem mit meiner Homosexualität, würde er mir vielleicht folgendes sagen:
„Als ich in deinem Alter war, hatte ich auch noch keine Kinder. Ich hatte zwar nicht das Privileg oder die Möglichkeit, zu studieren, aber ich arbeitete wie du jeden Tag sehr hart. Du könntest Reisen, dich Weiterbilden und mit deiner Partnerin trotzdem glücklich sein. Ich selbst wurde erst mit 38 Jahren zum ersten Mal Vater. Du bist noch so jung. Du hast noch so viele Möglichkeiten. Wenn du mit deinem Studium fertig bist, kannst du immer noch Kinder bekommen. Vielleicht sogar auf ganz legalem Weg mittels einer künstliche Befruchtung. Vielleicht ist unser Staat dann endlich soweit, die Adoption zu öffnen. Du hast noch so viel Zeit!“
Doch leider wird mir mein Vater nicht gut zusprechen. Mein Vater ist zeitweise sehr von meiner „Entscheidung“, lesbisch zu sein, enttäuscht. Zu einem winzigen Teil verstehe ich ihn nun. Und dieser Punkt frustriert mich um sehr viel mehr.
Ich bin eine 26 jährige lesbische Frau. Und ich fühle mich heute um einen weiteren Aspekt in unserer heterosexistischen Welt betrogen.






Kommentare
Vielleicht fehlt je der Schluss Absatz: "Ich als Lesbe in Österreich, bekomme keine künstliche Befruchtung wie Hetere Frauen. Ich darf mir somit auch nicht entnommene Eizellen meiner Freundin ein´pflanzen lassen, weil dies auch nicht erlaubt ist - für uns Lesben.
03.02.2009, 13:28 von HerbstwindAber für alle die die ungerechtigkeit immer noch nicht einsehen. Ihr habt alle so recht. Ich könnte in den Stadtpark gehen und mir Spermien von einem dahergelaufen Mann kaufen. Klar, ich kann mir dann nie so sicher über Erb- und Geschlechts Krankheiten sein. Aber wenigstens kann ich Kinderbekommen - Im gegensatz zu den (ausschliesslich) Hetero Frauen die aus biologischen Faktoren heraus keine bekommen können.
Nur die ganz schlauen wissen hier, dass uns selbst die Adoptions verwehrt ist in Österreich. Natürlich nur im gegenzug zu den Menschen erster Klasse ;)
Den die dürfen sich wild vermehren bzw. Adoptieren.
Aber dennoch danke. Ihr habt mich wieder auf den rechten Weg zurück geholt *lol*
worum gehts hier eigentlich? gehts hier um die möglichkeit, kinder haben zu können, oder nicht, oder geht es um die probleme mit deinem vater, der ja scheinbar eine größere rolle in deinem leben einnimmt. vielleicht geht es aber um deinen freund, der vater wird. wo denkst du, ist dein schwerpunkt?
24.01.2009, 17:13 von mousetrap...du als lesbische frau hast doch immerhin die möglichkeit der künstlichen befruchtung ... ein schwuler mann hat dagegen ÜBERHAUPT keine möglichkeit, sich ein kind "zuzulegen" ... denn sogar die adoption ist für schwule männer blockiert ...
20.11.2007, 10:43 von sweetlesbilovesehr treffend (und schmerzlich wahr) finde ich peachrocks kommentar, dass bei künstlicher befruchtung (oder one-night-stand mit augenzu und durch) das kind nicht die gene deines geliebten menschen in sich mit den deinen vereinigt ...
auch von mir ein "kopf hoch!" und grüße aus münchen
von krissie
Natürlich wirst du ein kind haben können und auch haben. schwule männer haben sicherlich mehr probleme so ein kinderwunsch zu verwirklichen als lesben.
19.11.2007, 11:18 von coltseaversdu kannst einfach sex mit einem mann haben, kannst dich befruchten lassen oder du kannst die emirkova methode anwenden, oder wie auch immer die russin hiess, die den boris abgezogen hat. nach neun monaten hast du dein kind.
als ob sich lesben ihren kinderwunsch nicht einfach so erfüllt haben und wieviele männer wissen gar nicht, dass sie vater sind.
wenn du kinder dir wünscht kannst du die auch bekommen. ich dachte bei deinem titel handel sich es um eine nicht zeugungsfähige frau oder einen impotenten mann.
Kann ich nur zustimmen, in der 3.Welt verhungern Kinder, weil Ihre Eltern von tyrannischen Diktatoren ermordet wurden, die würden sich sicher über neu Eltern freuen. Und Ihr seid so egoistisch und beschwert euch nur.
18.11.2007, 17:17 von Ghoulich muss leider nochmal meinen senf dazu geben.
16.11.2007, 21:00 von nelliepirellimeiner meinung nach sollte jeder den menschen den menschen seiner wahl heiraten dürfen mit allen rechten und was dazu gehört. das "klassische" familienbild ist lange überholt. insofern dürfte meiner meinung nach auch herbstwind adoptieren oder sich künstlich befruchten lassen. hab ich keinen streß mit.
im weiteren verlauf der diskussion beklagt herbstwind, dass es ihr nicht erlaubt ist, zu heiraten, was eine voraussetzung für künstliche befruchtung und/ oder adoption zu sein scheint in österreich.
ich kann verstehen, wenn man traurig ist, kein kind mit dem partner seiner wahl haben zu können. die alternativen adoption, und/ oder pflegschaft kommen für herbstwind laut ihren posts in frage (was ich für mich nicht behaupten kann).
die aussage "ich werde nie eigene kinder haben dürfen" ist schlicht und ergreifend falsch. dies können (zum glück) nur sehr wenige frauen von sich behaupten. nicht mal ich würde das von mir behaupten und ich darf leider tatsächlich nicht erleben, wie so ein kleines wesen in meinem bauch rum turnt. mir ist es einfach völlig unverständlich, wie eine kerngesunde frau von sich behaupten kann, dass sie nie EIGENE kinder haben darf. sorry, aber das ist mir einfach überhaupt nicht verständlich. sogar ich könnte eigene kinder haben (schön in holland und mit ordentlich kohle und so weiter). herbstwind könnte ihr kind sogar selbst austragen. ich bin mehr als neidisch, ehrlich gesagt. vielleicht ist es einfach der in meinen augen sehr unpassende titel des artikels, der mich so sehr aufregt.
ich bin der festen überzeugung, dass auch die verstaubten österreicher sich irgendwann davon überzeugen lassen, dass es "gar nicht so schlimm" ist, wenn homosexuelle paare kinder groß ziehen und sogar heiraten. ich denke, dass es wirklich nur eine frage der zeit ist. zumindest hoffe ich das! ich befürchte, dass ich wesentlich länger warten müsste, bis meine möglichkeit, in deutschland eigene kinder haben zu können, legal wird. auf rezept wird das aber leider auch nicht möglich sein......
@nelliepirelli son mist hab ich ja lange nicht gelesen.
17.11.2007, 18:23 von avocadooooooooch ihr armen homosexuellen, "dürft" keine kinder kriegen, mensch. hast du keine richtigen probleme?
herbstwind,
16.11.2007, 19:07 von Mundaes tut mir leid was du hier alles über dich ergehen lassen muss.
erstens: lesbisch sein ist KEINE entscheidung!!
zweitens: herbstwind klagt niemanden wirklich an, sie ist einfach nur traurig dass es nicht möglich ist, ein kind in einer liebenden beziehung auf natürliche weise zu zeugen.
drittens: sie stellt nichts, auch nicht zeugungs- oder empfängnisunfähigkeit als geringeres übel hin!!!
ich kann es nicht fassen, was hier alle so von sich geben!!!
die biologie erlaubt es ihr nicht. daran kann sie und niemand sonst etwas ändern. bis jetzt.
das ändert natürlich nichts daran, dass sie das traurig macht. gerade WEIL das ein umstand ist, der nunmal nicht zu ändern ist und für den sie absolut nichts kann.
und dass sie wenig lust hat, mit jemandem zwecks zeugung zu schlafen, kann auch ich als nicht-lesbische frau verstehen! denn erstens muss sie den mann etweder verarschen oder muss sich ewig und immer mit ihm auseinandersetzen. außerdem ist es dann immer nur faktisch das kind von ihr, nicht von der partnerin.
außerdem geht das nunmal in den meisten fällen NICHT über nacht. es kann ewig dauern, bis es wirklich zu einer befruchtung kommt!!!
und das ist ziemlich anstrengend, wenn man mit männern auf sexueller ebene nunmal nichts anfangen kann.
trotzdem. die alternativen (pflegeschaften, adoption, künstl. befruchtung) sind nicht die traumvorstellung, aber mit der zeit kann man sich auch mit so einem gedanken anfreunden.
UND: wenn dir ein kind als tochter oder sohn ans herz gewachsen ist, wird sich ein band zwischen mutter und kind spannen, dass eindeutig eine mutter-kind beziehung zulässt!
@Munda >>die biologie erlaubt es ihr nicht. daran kann sie und niemand sonst etwas ändern. bis jetzt.
18.11.2007, 21:46 von Pirkkodas ändert natürlich nichts daran, dass sie das traurig macht. gerade WEIL das ein umstand ist, der nunmal nicht zu ändern ist und für den sie absolut nichts kann.>>
Die von ihr "angeklagte" 'heterosexistische' Welt aber auch nicht--
FINN'S GIRL
16.11.2007, 08:39 von sanskiusFür alle, die Filme mit lesbischer Thematik, insbesondere "Lesben und Kindekriegen", mögen:
Finn's Girl, Kanada 2007.
Film... naja... eher durchschnittlich meiner Meinung nach, behandelt das Thema aber auf überraschende Art und Weise...
:-)
Liebe Herbstwind,
16.11.2007, 07:31 von carliazu einem Teil kann ich Dich durchaus verstehen. Familiensystemisch betrachtet, ist Homosexualität ein schwereres Schicksal als hetero zu sein. Und das beinhaltet (in der Regel), dass es nicht günstig ist, Kinder in eine schwule/lesbische Partnerschaft mit einzubringen.
Nicht allein, weil es zwischen den Partnern ob des "Fremdgehens" oder des entstandenen Ungleichgewichts (wer trägt aus) oder Komplikationen bei der Adoptionen zu echten Problemen kommen könnte, sondern weil auch das Kind einen Vater und eine Mutter haben sollte, um sozusagen aus beiden geschlechtlichen Strömen gespeist zu werden. Hört ich vielleicht dogmatisch an, ist aber bei genauerem Hinsehen durchaus nachvollziehbar.
Man kann es auch anders machen und sich ein Kind in die gleichgeschlechtliche Beziehung holen, nur hat halt alles Konsequenzen.