MrPipedream 01.11.2012, 20:18 Uhr 2 2

Ich hasse euch.

Wenn die Gesellschaft falsch tickt, müssen wir dagegen steuern.

Ich hasse euch. Ich hasse jedes homophobe, aggressive, sexistische Arschloch, dass sich auf dieser Welt versteckt. Wobei verstecken übertrieben ist, gar das Gegenteil darstellt. Überall tummelt ihr euch. In den Medien, in den Schulen, auf öffentlichen Plätzen, in meinem Kopf. Weil es nicht reicht, dass ihr für nichts außerhalb eures Horizontes offen seid, sondern es auch noch lautstark verkünden müsst. Weil jeder der anders ist, schwul sein muss. Weil schwul sein schlecht ist, krankhaft. Weil ihr es nicht seid. Und was ihr nicht seid, ist schlecht. Weil es euch Angst macht. Wer mit Angst nicht umgehen kann, muss aggressiv sein. Primitiv. 


Und ich hasse auch euch, ihr verdammten arroganten, überheblichen, heuchlerischen Schlampen. Ihr, die ihr so brav seid und nie etwas falsches tun könntet und würdet. Die, die ihr nur auf "innere Werte" Acht gebt und trotzdem andere abblitzen lasst weil der andere Typ zwar ein Arschloch, dafür aber gutaussehend ist. Weil ihr nette, verantwortungsbewusste junge Herren zur Verzweiflung treibt und ihnen jeden Funken Selbstachtung raubt. Weil ihr andere Mädchen, die sich anders kleiden, andere Musik hören, mehr wiegen verspottet. Nicht direkt, sondern indirekt. Weil ihr vor direktem Kontakt Angst habt.


Aber wer kann es euch vorwerfen? Getrieben von einer Gesellschaft die anders sein nicht toleriert, eingeschüchtert von einer ignoranten Modeindustrie die junge hübsche Mädchen in Magersucht und Tod treibt, motiviert von einer Medienwelt die auf 5% der Seiten sagt:"Sei so wie du bist!", und dir auf den restlichen Seiten erklärt wie du schnell 3 Kilo verlierst. 


Weil ihr Angst habt aus dem Rahmen zu fallen. Weil ihr so eingeschüchtert seid, dass ihr nach allem tretet, dass sich anbietet. Weil ihr Angst davor habt die Allgemeinheit anzupissen. Aber manchmal muss man genau das tun. Die Allgemeinheit anpissen, sie bespucken und zu sich selbst finden. Gegen den Strom schwimmen.


Und wenn es nur in kleinen Schritten ist. Löst euch endlich von dieser verdammten Oberflächlichkeit. Was interessiert mich der Inhalt einer Geldbörse, wenn der Träger ein Arschloch ist. Warum müssen Kinder, die nicht einmal 13 sind, nach dem höchsten Promillewert wetteifern. Warum müssen dass infantile Männer auch mit 19 noch? Warum braucht ihr Statussymbole? Warum definiert ihr euch über eure Kleidung, über euer Aussehen und nicht über euer Handeln? Warum handelt ihr eigentlich nicht? 


Wie oft habt ihr mich beschimpft, ausgestoßen, verstoßen. Und wie stolz bin ich, dass ihr das getan habt. Wie stolz bin ich anders zu sein. Nicht jeden Samstag in einem fremden Bett aufzuwachen. Mich an meinen Freitag erinnern zu können. 

Dass ich nicht viele Freunde habe, weil diese gute sind. Dass mir ein selbstgerechtes, intrigantes Arschloch ein Mädchen abspenstig gemacht hat, weil ich nur dadurch zur wahren Liebe gefunden habe. Dass ich schlussendlich zu mir gefunden habe und so bin wie ich bin. Endlich glücklich und im Reinen mit mir selbst bin. 


Tags: Gesellschaftskritik, Arroganz
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Kommentare

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    Verbaler Amok?

    01.11.2012, 22:23 von EliasRafael
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