Ich bin tierlieb!
Männer darf man nicht einsperren - oder warum ich so gut zu Vögeln bin...
Ich bin Tierlieb. Sehr sogar. Darum bin ich auch der Meinung, dass man Männer nicht einsperren sollte, auch wenn dies manchmal von Nöten wäre. Abgesehen davon, dass ich mich nämlich genau aus einem solchen Grund in der Disco einmal, mehr betrunken als nüchtern, als Polizistin ausgegeben habe, weil zwei halbstarke Möchtegernzuchtbullen lautstark über die Größe meiner weiblichen Attribute diskutierten, gibt es noch unzählige andere Begegnungen mit dem vermeintlich stärkeren Geschlecht, die für den einen oder anderen gut und gerne hätte in einer Gefängniszelle enden können. Zumindest, wenn es nach mir gegangen wäre.
So erinnere ich mich an einen ganz besonderen Härtefall von testosterontrotzdenem Artgenossen (kaum zu glauben, dass wir ein und derselben Spezies angehören), als ich kürzlich mit meiner Freundin unterwegs war. Nach den ersten zwei Bier war klar, dass es eine lange Nacht werden würde, denn unsere Spielmannslaune hätte an diesem Abend besser nicht sein können. Da störte mich das Umfeld des mittelalterlich angehauchten, leicht verrucht-versifften Metalrockladens mit seiner fast nur aus Stammgästen bestehenden Klientel, die allenfalls an Halloween als absolut authentische Freakshow hätte durchgehen und Applaus ernten können, wenig, war die Stimmung in diesem Laden, der sich „Highlander“ schimpft, einfach mitreißend.
Nach ein paar Runden Dart und unzähligen Blicken in unsere Richtung, gesellten wir uns schließlich an einen Tisch, an dem drei junge Männer saßen, von denen meine Freundin einen flüchtig kannte. Schnell kamen wir ins Gespräch und tranken bald Bruderschaft einen Flügel nach dem anderen, wenngleich sich die jungen Herren äußerlich gut dem mir umgebene Umfeld anpassten, aber ich wollte ja nicht oberflächlich vorasschauend und vorurteilbehaftet sein. Dass das die Herren der Schöpfung jedoch anders sahen, erahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, denn sonst hätte ich gleich die Notbremse oder noch besser, die Handschellen gezogen.
Einer der jungen Männer interessierte sich anscheinend brennend für mich und konnte schon bald seine Finger nicht mehr bei sich lassen. Mit einem Klaps auf meinen Oberschenkel, verwirrt dreinblickendes Kopfschütteln meinerseits und näckisches Grinsen seinerseits, fing alles an. Frauen wollten doch sowieso alle nur das eine und wenn sie etwas anderes sagten, dann meinten sie es nur nicht so und bei Blondinen sei das ganze ohnehin noch viel ausgeprägter, er müsse es ja schließlich wissen, so viele Frauen, wie er schon hatte beglücken dürfen. Ich bin nun wirklich keine Hardchore-Emanze, die es sich im Zweifellsfall lieber selbst besorgt, bevor sie einen Mann ranließe, also fing ich bald eine hitzige Diskussion mit dem neben mir winselnd bald sabbernden Egobolzen an und wurde dabei nur kurz durch die Bedienung unterbrochen, die mir ein neues großes (!) Bier bringen sollte. Doch das alles nützte nichts, auf Worte schien er nicht viel zu geben, falls er überhaupt den Inhalt dessen verstand, was ich ihm behutsam hätte einprügeln wollen, denn ehe ich mich versah, einen kurzen Augenblick war ich durch mein frischgezapftes Blondes, dass mich soeben erreichte, abgelenkt, hatte ich einen erneuten Klaps auf meiner scheinbar wohlgeformten rechten Pobacke kleben. Okay, ich lache später, dachte ich mir und weil das Diskutieren keine Wirkung zeigte, versuchte ich es mit einer Drohung alla: „Noch einmal und ich garantiere für nichts mehr…“.
Das schien für ihn der lang ersehnte Startschuss gewesen, blühte er in seinem Machogehabe jetzt erst so richtig auf. „Ich hab doch gesagt, dass ihr immer das Gegenteil von dem sagt, was ihr wollt, glaub mir, ich hab Erfahrung darin was Frauen wollen und du willst es wohl besonders hart, ich wette du bist besonders gut zu vögeln…“
Das war mein Stichwort. Fast mechanisch bewegte sich mein rechter Arm Richtung volles Bierglas um sich wie aus einer Handbewegung heraus auf seinem hohlen Kopf zu entleeren. Völlig entrüstet schaute er mich an, bevor er wie von der Tarantel gestochen (oder wie wenn eine Frau ihm gezeigt hätte, wo´s langgeht) aufsprang, sich dabei wie ein räudiger Köter schüttelnd und dabei den Stuhl zerlegte. Und während seine Kumpanen mit hallendem Gelächter seine große Klappe für einen Moment übertönten, dauerte es einige Minuten, bis er sein in tausend Teile zersprungenes Ego wieder zusammengesetzt hatte und sagte „Du siehst sexy aus, wenn du wütend bist. Gibst du mir deine Telefonnummer?“






Kommentare
Sein letzter Satz hat echt Größe. Ich mag ihn.
30.01.2011, 18:32 von Plutarchdabei sind doch die meisten metaler ziemlich zahm, naja ausnahmen gibts überall :')
29.11.2010, 10:42 von nic.is.listenach, noch ne frage, habt ihr aus hörnern getrunken?
Einfach nur Herrlich!!!
10.11.2010, 12:34 von Onestonewenigstens konsequent.
13.09.2010, 20:42 von MondBlauHerrlich! Da hatte aber jemand ein unerschütterliches Selbstbewusstsein! Vielleicht kann der Gute jetzt nur noch stotternd mit Frauen kommunizieren nach dieser traumatischen Erfahrung;)!
17.11.2009, 15:53 von FAZMenschen gibts, aber ehrlich gesagt wunderts mich nicht, dass Jungs Jungs sowas erzählen ("ich weiß genau was Frauen wollen, wie sie was meinen, etc.) kennt man, aber Frauen gegnüber machen sie dann meistens voll einen auf verständnisvoll und zurückhaltend.....
Kühles Blondes... Blondinen... Hab ich verstanden. :D
21.08.2009, 13:21 von tanzautomatMan(n) beachte die Groß- und Kleinschreibung!
08.08.2009, 18:30 von DiasamStimmt!
05.08.2009, 00:27 von DiasamIch korrigiere: Ich bin lieber gut zu Vögeln, als zu solchen Typen ;)
@Diasam stimmt
08.08.2009, 18:26 von SpiceJedes Wort von wahr!
30.07.2009, 14:38 von DiasamWas gibts denn da nicht zu glauben? Dass Menschen manchmal Tiere sind...?!
@Diasam ...damit beleidigst du die Tiere...
05.08.2009, 00:25 von todaystomorrow*lache*
27.06.2009, 13:15 von taxapentruschöne geschichte, aber ich glaub dir kein wort..
^^
@taxapentru Ich glaub's.
30.07.2009, 14:36 von Olliemax