denkanstosser 06.01.2013, 19:26 Uhr 60 6

Ich bin 28 und depressiv

Ein persönliches Manifest der Unzufriedenheit.

Die Gründe für meine Depressionen sind vielfältig. Ich wünschte, ich könnte mit dem Finger auf einen Grund zeigen, diesen entfernen und puff, schon wäre ich geheilt.

Aber leider ist es nicht so einfach. Bei mir sind es komplexe Denkabläufe, die dazu führen, dass ich mich in die Enge getrieben sehe und nicht mehr mit Gesellschaft interagieren kann, weil mir die Energie fehlt. Weil ich nicht mehr kann. Weil ich nicht mehr will.

Der Sichtpunkt seitens der modernen Psychologie und Psychiatrie ist jener, dass immer wenn ein Individuum über längere Zeit damit kämpft, eine Tatsache der Gesellschaft zu akzeptieren, das Problem bei jenem Individuum liegt. Immer. Egal, um welches Problem es sich handelt.

Ich habe ein Problem mit Sinn. Ich will ein sinnvolles Leben, ich will etwas machen, bei dem ich das Gefühl habe, etwas richtig zu machen. Leider kann ich dabei nicht auf das zugreifen, was mir meine Eltern gelehrt und vorgelebt haben. Als sie erwachsen wurden und angefangen haben zu arbeiten, war die Welt eine andere. Der zweite Weltkrieg war noch nicht so lange her und es gab so vieles, das man neu aufbauen musste. Es gab viele unerschlossene Gebiete, mehr Berufe als Menschen und es gab so etwas wie eine Stimmung des Aufbruchs. Eine Stimmung der Zuversicht. Meine Eltern brauchten nur die Ärmel hochzukrempeln, in die Hände zu spucken und irgendwo anzupacken. Es machte keinen Unterschied wo. Überall gab es etwas, das erledigt werden musste. Und überall gab es dankbare Leute, die ihnen dafür gutes Geld, ein eigenes Heim und Sicherheit dafür boten.

Doch jetzt, ein halbes Jahrhundert später, hat sich alles verändert. Das meiste wurde bereits aufgebaut. Es geht jetzt mehr darum, unseren Wohlstand zu erhalten, als überhaupt zu Wohlstand zu kommen. Und es gibt mehr als doppelt so viele Menschen. Deshalb müssen alle etwas zusammenrücken. Es gibt mehr Regeln, einfach, weil es diese braucht. Es gibt mehr Einschränkungen, auch weil es diese braucht. Heute kann man nicht einfach die Hemdsärmel hochkrampfen und irgendwas arbeiten gehen. Man braucht eine Karrierenplanung. Am besten entscheidet man sich schon mit 16 was man machen will. Zumindest die ungefähre Richtung. Die wichtigsten Meilensteine. Berufsausbildung, Weiterbildung, Studium. Die anderen machen’s ja schliesslich auch und man will nichts verpassen, man will nicht zu spät gekommen, wenn der Kuchen des Kapitalismus unter den Nachwuchskräften aufgeteilt wird. Und wenn man in die Arbeitswelt tritt, erinnert diese mehr an ein Schlachtfeld, denn an einem Ort, wo etwas aufgebaut wird.

Ist einem ans Materielle gelegen, dann macht es Sinn, in der Finanzbranche zu arbeiten, wo die höchsten Löhne ausgezahlt werden. Aber vorher sollte man sich mit dem Gedanken vertraut machen, zu den „Bösen“ zu gehören. Die Banken haben längst keinen solch guten Leumund, wie nur ein halbes Jahrzehnt zuvor. Die Bewegung rund um Occupy-Wallstreet, die verschiedenen Blasen, die uns in Krise um Krise gestürzt haben, all die Meldungen über Manipulationen der höchsten Kontrollinstanzen des Finanzsystems und Korruption auf höchster Ebene der Weltpolitik durch Finanzinstitute haben dem Ansehen des „guten Bankiers“ doch etwas geschadet. Bankier zu sein, heisst jetzt, Opportunist zu sein. Es ist ein Spiel in dem es darum geht, schneller, informierter und skrupelloser als die Konkurrenz zu sein. Ethik überlässt man den Idealisten und was die Konsequenzen der eigenen Handlungen sind, kann man in einer globalisierten und riesigen Welt ohnehin nicht nachvollziehen. Längst haben wir Geld als wichtigste Ware akzeptiert. Sie ist besser als alles andere, weil sie nicht verderben kann. Weil sie mehr rentiert. Weil sie jeder akzeptiert. Das Ergebnis sind Finanzprodukte, die durch automatisierte Programme, sogenannten Finanzbots bewirtschaftet werden. Tag und Nacht. Immer mehr Geld wird immer öfters herumgeschoben, immer raffinierter, immer schneller und wenn man sich die weltweite Finanzlage ansieht, wird es immer klarer wie wenig Nutzen unser Finanzsystem mit den weit verzweigten Bankennetz für unsere Gesellschaft zu haben scheint. Wie sich ein ehemals nützliches System gegen seinen eigenen Schöpfer wendet und immer mehr nur noch parasitäre Charakteristiken aufzeigt.

Kann man aus irgendeinem Grund nicht studieren, keinen Finanzjob übernehmen, nicht ins Management und dem Kader aufsteigen, dann darf man sich darauf vorbereiten, auf schon fast entwürdigende Weise ausgenutzt zu werden. Dank den unzähligen Management Systemen verfügt jeder CEO einer grösseren Firma über Schalter, die er umlegen kann, um die Produktivität zu steigern. Ein gewöhnlicher Arbeiter ist in diesen Systemen kein Individuum mit Plänen, Hoffnungen und Ambitionen mehr, sondern nur noch ein Posten, eine Nummer die, falls nötig, wegrationalisiert werden kann. Dieser Arbeiter muss dann, damit das Management-System am effektivsten funktioniert, versuchen, sich immer mehr wie eine Zahl zu benehmen. Nicht wie ein komplexes, gesellschaftliches Wesen, das mit seinen Mitmenschen interagiert. Nein, er soll eine Reihe vorkalkulierbare Eigenschaften aufweisen und versuchen, all jenes, das ihn zu einem lebendigen Individuum macht, zu unterdrücken. Gelingt ihm das nicht, wird er durch ein Individuum ersetzt, dass besser als er, die Eigenheiten einer Nummer nachahmen kann. Eine weitere Eigenheiten dieser Systeme ist, dass sie davon ausgehen, dass eine Steigerung der Produktivität unendlich ausdehnbar. Ähnlich der Annahme des Kapitalismus, dass unendliches Wachstum möglich ist. Das ist meiner Meinung nach auch der Grund, weshalb immer mehr Leute aufgrund des Drucks zusammenbrechen und psychische Probleme bekommen. Deshalb rede ich von einem Schlachtfeld auf der Arbeitswelt.

Aber vergessen wir nicht. Die moderne Psychologie sagt: Wenn jemand ein psychisches Problem hat, ist dieses Problem einzig persönlicher Natur. Also haben wir ein Heer an Psychologen, die damit beschäftigt sind ein immer grösser werdendes Heer von Menschen mit psychischen Unzulänglichkeiten zu behandeln und ihnen einzureden, das diese Gefühle der Unzulänglichkeit, der Unzufriedenheit in ihrer Gesellschaft, einzig ein Problem ihrer Wahrnehmungen sind. Sie bekommen eine Auszeit, stimmungsverändernde, ja eher stimmungsneutralisierende Substanzen und werden dann wieder dorthin zurückgeschickt, wo sie krank gemacht werden. Vielleicht ist diese Häufung von Depressionen, Burn-outs und dergleichen nichts anderes als ein Ausdruck der menschlichen Psyche, dass etwas mit unserer Gesellschaft nicht stimmt. Vielleicht erfüllen diese Krankheiten einen evolutionären Zweck. Vielleicht sollen sie Menschen dazu zwingen etwas am Ganzen zu verändern.

Und wir betreiben immer grössere Anstrengungen diesen Prozess zu unterbinden. Weil wir den Status quo erhalten müssen. Weil wir keine Alternativen zu unserem verkorksten System haben, oder es zumindest so sehen. Und das ist die Ursache für meine Depressionen.

Ich will kein geldgieriger, materialistischer Opportunist sein, der ahnungslose Mitmenschen gnadenlos ausnützt und ausraubt. Ich will kein übermächtiger Manager sein, der mit tausenden von Leben jonglieren kann, nur damit am Ende des Jahres der Geschäftsbericht stimmt und ich meinen Bonus einstreichen kann.

Ich will nicht durch gewissenslose und gierige Vorgesetzte ausgenützt werden, um einen Status Quo zu erhalten, der schon lange seinen ursprünglichen Sinn verloren hat. Ich will leben. Ich will mit meinen Mitmenschen zusammenleben, ohne sie zu unterdrücken oder auszubeuten.

Ich will frei sein, frei zu tun, was ich will. Ich will das machen, was meiner Gesellschaft und den Menschen um mich herum am meisten nützt. Letzten Endes wird es das sein, was ich am besten machen kann und das wird mir immer Spass machen.

Doch diese Gedanken entsprechen nur meiner verzerrten Wahrnehmung der Realität. Sie sind Ursprung meiner Krankheit und führen, falls unbehandelt zu schwerwiegenden Folgen für mich und mein Umfeld. Diese Gedanken sind illusorisch und halten keiner Wahrheitsprüfung stand. Das, was ich will ist durch meine Krankheit diktiert und je eher ich mich von diesen Gedanken entferne, desto besser. Es gibt kein Problem in unserer Gesellschaft. Es gibt nur persönliche Probleme und meins ist, die Tatsachen der Realität nicht akzeptieren zu können.

Lasst euch nicht durch Gedanken stören.

Sie sind es nicht wert.

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      In Utopia herrscht ja auch Melancholie-Verbot

      17.01.2013, 16:24 von MisterGambit
    • 2

      Biste hirnorganisch depressiv is das was Anderes.
      Dann biste krank und hast nich bloß ´n Luxusleiden.
      Du hast recht, die Gesellschaft ist nicht an Utopien interessiert, ansonsten gäbe es ja Religionen, Gesellschaftsdoktrinen, Sekten und dergleichen, die es ja bekannterweise nicht gibt. Mir gefällt vor allem der Satz, den ich da zitiert habe und dein Schwarzweiss-Denken. Motzt du rum und bist nicht krank ist es ein "Luxusleiden" und deine Gedanken sind nicht gerechtfertigt. Eigentlich bist du zu blöde, weil du nicht DAS RICHTIGE machst und dein ewiges Rummotzen bringt gar nix, Dummkopf. Das ist eine sinnvolle Schubladisierung des Problems, wieso soll man sich auch mit solchen Sachen herumschlagen? Am Ende zählt ja nur das eigene EGO und dass man es sich selbst gutgehen lassen kann. Und falls du wirklich krank bist, naja, Shit happens!

      Ich hab' noch ein paar mehr Argumente, die aus dem gleichen Topf kommen, wie die deinen:

      "Stell dich auf die eigene Füsse! Sei Frei! Sei du selbst! Akzeptier die Realität! Schrei deine Lebensfreude in die Welt hinaus! Wage den Sprung! Lache dich zur Glücklichkeit! Umarme die Welt! Tu, was du willst!"

      Solche Aussagen hören sich für einen wahrhaft depressiven in etwa so an:

      "Arbeit macht Frei! Kraft durch Freude!"

      So, und jetzt hoffen wir alle, dass diese Slogans nie wieder aktuell werden und dass du nie, nie in deinem Leben depressiv wirst. Ok?



      17.01.2013, 17:17 von denkanstosser
    • 0

      olàlà.

      01.02.2013, 11:06 von exuasiai
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      Mal ganz ehrlich: Ich geb's ohnehin mit Neon auf. Das ist hier keine Plattform, wie ich sie mir wünschen würde, denn es geht in erster Linie um Selbstdarstellung. Auch hier versuchst du, deine Glaubwürdigkeit -oder wie könnte man dem sonst sagen, Online-Kredibilität? - mit der Veröffentlichung deines persönlichen ICDs zu unterstreichen. Aber davon, wirklich etwas auszusagen, keine Spur. Und versteh mich nicht falsch, ich will dir nichts Böses, ich will mich dir gegenüber nicht auftrumpfen, oder dich runtersetzen. Ich versteh' und akzeptiere das Bedürftnis sich dem Selbstfashioning zu unterwerfen obwohl ich das für mich nicht nachvollziehen kann. Also, derHerrMitDemPixel, was für eine Persönlichkeit auch dahinter stecken mag, ich wünsche dir alles Gute und weiterhin Erfolg in allem, was du anstreben magst. Nimm meine Anfeindungen nicht allzupersönlich, in erster Linie sind sie ja nur entstanden, weil ich Reaktionen provozieren wollte. Die ich ja bekommen habe.

      02.02.2013, 18:24 von denkanstosser
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  • 0

    Wow, dieser Artikel hat mich sehr brüht, auch ich bin aus dem selben Grund seit Jahre Depressiv. 


    Ich habe es leider so langsam aufgegeben mich gegen diese Gesellschaft zu wehren, ich habe keine kraft mehr...

    Dennoch liege ich (so wie jetzt) Stunden lang nachts wach und bin einfach nur traurig und enttäuscht von dieser Welt...

    10.01.2013, 02:30 von Jan4321
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  • 0

    mhh, es geht im text (zumindest am anfang) doch eigentlich um sinnsuche. und den kann man nur für sich selbst suchen und finden. damit hat "die gesellschaft" erst mal nichts zu tun. der gesellschaft dann die schuld für etwas zu geben, was im eigenen leben falsch läuft, finde ich falsch. man hat oft eine fülle von freiheiten und entscheidungsmöglichkeiten, die man nutzen kann. was andere (="die gesellschaft") tun, ist ihre sache. gesellschaftskritik ist wichtig und gut, hat aber nichts mit der eigenen "depression" zu tun. wenn überhaupt, dann das nähere umfeld. ich finde das wort dafür falsch gewählt oder allgemein in einen seltsamen kontext gestellt und kann mit den schlussfolgerungen ("die gesellschaft ist geldgierig, deswegen bin ich depressiv und sehe keinen sinn") und verallgemeinernden, sehr einseitigen sichtweisen ("die psychologie sagt:..", beruf manager als beispiel für äh ja was..sinn?überleben?) nicht viel anfangen..
    je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger rund ist der text für mich. da wurden viele themen angeschnitten und zusammengewürfelt. das kommt zumindest bei mir so an.
    und das ende ist leider noch mal eine steigerung des mimimi ("(meine) gedanken sind nichts wert"). keine hoffnung, nur schwarzmalerei. kann man, muss man aber nicht. und vor allem nicht so.

    09.01.2013, 17:56 von nnoaa
    • 0

      mhh, es geht im text (zumindest am anfang) doch eigentlich um sinnsuche.
      und den kann man nur für sich selbst suchen und finden. damit hat "die
      gesellschaft" erst mal nichts zu tun.
      Ok, mir ist nach Diskussion. Also für dich hat die Gesellschaft. Also alle Menschen mit denen du jemals in deinem Leben in Kontakt treten wirst, keine Auswirkungen auf dich. Du bist eine individuelle Insel im Gesellschaftsmeer. Auf deiner Insel gelten deine Gesetze und von dir aus darf der ganze Rest den Bach runtergehen. Das betrifft dich ja nicht. Und wer diese Abgrenzung nicht schafft, ist einfach selbst schuld, oder blöde, oder sonst wie. Schön für dich!

      Dann: Ich mache vom Anfang bis zum Ende klar, dass dieser Text beeinflusst wird von meinem gegenwärtigen Zustand, der sich - oh Wunder - mit jenen Symptomen einer Depression ausdrückt. Das ist Schwarzmalerei, dort gibt es keine Hoffnung, die Gedanken sind dann verzerrt und vieles hört sich nach "Mimimimi" an. Erneut darauf hinzudeuten ist meiner Meinung nach redundant. Das muss einfach mal gesagt sein!

      Es tut mir leid, dass du mit meinem Artikel nichts anfangen kannst, das soll auch nicht jeder. Nein, eigentlich tut es mir nicht leid, ich will's dir ja nur erklären. Ich mache kein Appell, ich will nichts erreichen mit diesem Text. Ich wollte diese Gedanken aus meinem System haben, sie niederschreiben und dann veröffentlichen, damit ich sie nicht mehr mit mir herumtragen muss. Und, oh Wunder, einige Leute tragen ähnliche Gedanken mit sich. Vielleicht gibt es ja einen Diskurs, vielleicht hilft dieser Text ja jemanden, vielleicht hilft er mir, vielleicht hat er keinen Anspruch zu haben "rund" zu sein.

      Und dann, muss ich sagen, dass dein Kommentar für mich überheblich und künstlich aufgeblasen daherkommt. Er ist für mich nicht "rund" genug, als dass ich einfach ein Herzchen dahinter pflanzen könnte. Aber ich danke dir trotzdem dafür, hast eine Reaktion aus mir gelockt. Finde ich cool.

      09.01.2013, 19:12 von denkanstosser
    • 0

      :) bitte gern. 
      (warum hab ich dann einen alert bekommen, dass du meinen kommentar geherzt hast?)

      ich meinte, mit einer depression an sich hat "die gesellschaft" erst mal nichts zu tun. weil du ja nur einen ausschnitt davon kennst, und mit einer subjektiven sicht, die durch eigene erfahrungen im umfeld, medien etc entsteht. also ist die gesellschaft nicht für deine depression verantwortlich, sondern deine sicht auf die dinge (die durch depression schwarz gefärbt ist, weswegen ich also eher die depression/erfolglose sinnsuche als ursache nennen würde). ich finde es ist zu einfach zu sagen, die gesellschaft sei schuld daran, dass man keinen sinn im leben sehe. klar, die zeiten haben sich geändert, heutzutage machen sich mehr menschen gedanken um den sinn, weil sie oft existenziell schon abgesichert sind, die grundbedürfnisse also gestillt sind und allgemein ein anderer zeitgeist herrscht.
      "alle menschen, mit denen du in kontakt getreten bist, haben keine auswirkungen auf dich". hab ich nie so gesagt. ich schrieb sogar, dass das nähere umfeld evtl/teilweise ein auslöser sein kann.
      wie auch immer..
      ich finde, juliie hat das gut ausgedrückt, was ich in etwa meine. die kann so was.. :)

      text mit den symptomen der depression... ist auch okay, also wirklich. irgendwas hat mich trotzdem daran gestört. hat mir vllt einfach nicht ganz gefallen, WIE die schwarzmalerei dargestellt wurde.  aber vllt sind durchgehend depressive (selbstbemitleidende) texte auch einfach nicht mein ding.. ;)

      eben. vielleicht fand ich ihn einfach nicht rund, und damit ich texte gut finden kann, müssen sie mindestens rund sein. anderen hats gefallen. mich haben dinge gestört. ich wollte dir auch nur erklären, was ich wie fand/was bei mir rüberkam/was ich darüber denke. und ich denke ich darf sagen was ich denke. :)
      so kommt der gleiche text ganz unterschiedlich an. ist doch alles roger.

      09.01.2013, 21:51 von nnoaa
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  • 2

    Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben, intensiv leben wollte ich. Das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten was nicht Leben war. Damit ich nicht in der Todesstunde innewürde, dass ich gar nicht gelebt hatte.


    Henry David Thoreau

    ...kam mir spontan in den Kopf.

    Ein sehr persönlicher, authentischer Text. Chapeau!
    Kann deine Gedanken gut nachvollziehen, da ich mich in einer ähnlichen Situation befinde. Mit deinen Worten sprichst du mir aus der Seele.

    09.01.2013, 15:01 von desiderata
    • 0

      Danke, ich scheine Vielen aus der Seele zu sprechen. Schönes Zitat übrigens!

      Letzten Endes geht's mir um eine Auseinandersetzung mit der heutigen, materialistischen und irgendwie allgemein gültigen Weltanschauung, die letzten Endes öde (für mich und viele andere) und eintönig ist. Ich glaube, das Verharren auf dieser Anschauung und die Negierung jeglicher Alternativen ist was viele Leute krank macht. Doch nur eine Auseinandersetzung mit dem Thema - und sei sie noch so unvollkommen- kann hier Änderungen hervorbringen.

      09.01.2013, 18:32 von denkanstosser
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 1

    die frage, die mich dabei interessiert, ist: was passiert, wenn sich die, die diesen zustand der angenommenen gesellschaftlichen depression nicht länger aushalten, zusammen schließen und wie auch immer geartet revoltieren? und dabei meine ich jegliche menschen, die aufbegehren und nicht nur die, die innerhalb diverser orte kleine, selbstversorgende, idealistische gesellschaften bilden. kann die idee wurzeln und wachsen oder brennen am ende nur mülltonnen und autos und es ändert sich eigentlich nichts?

    09.01.2013, 13:49 von mo_chroi
    • 0

      Es kommt wohl drauf an, ob eine kritische Masse in der Bevölkerung erreicht wird. Ansonsten brennen wahrscheinlich nur Mülltonnen.

      09.01.2013, 13:54 von denkanstosser
    • 0

      eine kritische masse, die befähigt wäre, andere mit der idee zu infizieren. doch da sehe ich kaum eine möglichkeit der interaktion. ein teil derer, die wissen, lähmen sich selbst und der andere teil versucht zu überleben. vielleicht geht es nicht zusammen. vielleicht braucht das zivile noch zeit, sich darüber klar zu werden, dass die menschen einander brauchen. wer weiß.

      09.01.2013, 14:02 von mo_chroi
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    • 0

      Eine Revolution frisst am Ende immer ihre eigenen Kinder. Das darf man nicht vergessen. Deshalb ist eine Revolution im Sinne einer gewalttätigen Auseinandersetzung für mich kein gültiger Weg, kein sinnvoller. Wir leben in einer Welt, die auf Status und Materialismus beruht, aber in der Öffentlichkeit, im öffentlichen Leben, keinen Platz für Anderes zulässt. Aber wie Pspork richtig geschrieben hat, kommt es darauf an, seinen eigenen Weg zu suchen und zu finden. Und wer weiss? Vielleicht wird man ja glücklich dabei!

      09.01.2013, 18:38 von denkanstosser
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  • 0

    Da nützt die ganze Diskutiererei nichts - es ist wie es ist. Punkt.


    Ein (wesentlich älterer) Kollege sagte mir vor 20 Jahren schon, dass er künftige Generationen nicht beneide. So ist es auch gekommen. Für die Allgemeinheit gilt, entweder mitmachen ohne mitzudenken oder mitdenken und solche Artikel schreiben. Ich kann Dich nur zu gut verstehen...

    09.01.2013, 13:30 von fantasilos
    • 0

      Dieses Zitat wird Sokrates zugeschrieben (der bekannterweise nie etwas geschrieben hat) :

      Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben,
      sie ist böse, gottlos und faul,
      sie wird niemals so sein, wie die Jugend vorher,
      und es wird ihr niemals gelingen,
      unsere Kultur zu erhalten.

      09.01.2013, 18:40 von denkanstosser
    • 0

      Es gab wohl in jeder Epoche Menschen (auch Denker), deren eigenes Weltbild absolut war. Kulturen zu erhalten, widerspricht eigentlich jeglicher Entwicklung. Auch hier gilt es, einen goldenen Mittelweg zu finden. Einerseits Kulturen erhalten, um Identität zu schaffen - andererseits Kulturen verändern, um sich weiterzuentwickeln.


      Ich wollte auch nur damit ausdrücken, dass es für künftige Generationen nicht einfacher wird. Die Ursache liegt nicht am Individuum selbst, sondern ist das Produkt der gesellschaftlichen Entwicklung. Wer und vor allem wie viele haben denn schon die Persönlichkeit und Energie entgegen dieser Entwicklung "gegen den Strom" zu schwimmen. Philosophie funktioniert größtenteils im Denken, aber selten im Handeln.

      10.01.2013, 07:23 von fantasilos
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  • 1

    "Bei mir
    sind es komplexe Denkabläufe, die dazu führen, dass ich mich in die Enge
    getrieben sehe und nicht mehr mit Gesellschaft interagieren kann, weil
    mir die Energie fehlt. Weil ich nicht mehr kann. Weil ich nicht mehr
    will."

    Kenne ich nur zu gut!

    09.01.2013, 13:28 von mandalina
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  • 1

    "Doch diese Gedanken entsprechen nur meiner verzerrten Wahrnehmung der Realität."


    Woher weisst du, dass diese Wahrnehmung verzerrt ist und nicht die andere? Weil es Beweise gibt? Die gibt es auch für deine persönliche Realität. 

    Klug ist, wer versucht die ganze Welt zu retten. Weise ist der, der bei sich selbst anfängt.

    09.01.2013, 12:54 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      schön gesagt!

      09.01.2013, 13:55 von denkanstosser
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Seite: 1 2
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