Hommage an den Facebook-Stalkerbalken
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„Max Mustermann ist jetzt mich Melanie Musterfrau befreundet.“
Aha. Hab ich was verpasst? Hassen die sich nicht eigentlich?
„Max Mustermann ist in einer Beziehung mit Melanie Musterfrau.“
Aha. Ja cool, will ich das wirklich wissen?
Nein, will ich nicht. Nichts davon will ich wirklich wissen. Aber trotzdem reibt mir Facebook minutiös schonungslos und ohne Rücksicht auf Verluste die neuesten Details aus dem Leben meiner 187 virtuellen Freunde unter meine virtuelle Nase. Schuld daran sind die „Kurzmeldungen“, im Volksmund der Internet 2.0 - Generation auch als „Stalkerbalken“ bezeichnet. Denn das ist es, was das harmlose und unschuldige Wörtchen Kurzmeldungen tatsächlich bedeutet: die 24/7 Gelegenheit, meine Mit-Facebooker zu bespitzeln, beobachten, stalken. Und das auch noch völlig offensichtlich. Und dank Google Chrome, wo ich immer noch nicht rausgefunden habe, wie man diese Kurzmeldungsleiste verbirgt, werde ich sozusagen sogar dazu gezwungen, Dinge zu erfahren, die ich lieber nicht wüsste.
Und man weiß ja wie das ist, einmal gesehen kann man ein „in a relationship with“ leider nicht so schnell wieder vergessen oder ignorieren. Vor allem nicht, wenn es einen stört. Aber genau das ist der Punkt: warum stört mich so etwas überhaupt? Früher war es mir doch schnurzpiepegal ob irgendjemand, den ich um 5 Ecken kenne mit jemandem, der früher mal mit meiner Ex-besten Freundin zusammen war, „in a relationship“ ist. Und jetzt? Jetzt regt man sich stündlich über den Facebook-Freunde-Newsflash auf, obwohl man meistens keinen Grund dazu hat. Man macht sich auf einmal Gedanken über Dinge die früher nicht mal der Rede wert gewesen wären.
„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“
Aber heute, im Zeitalter der Social Media gibt es kaum noch Entkommen vor (unnützem) Wissen.
Das heißt, natürlich gibt es Entkommen. Die Lösung wäre: einfach mal abschalten. Buchstäblich und im übertragenen Sinn. Aber jeder, der mit sozialen Netzwerken (auf)wächst, weiß, dass das leider leichter gesagt ist, als getan. Denn schließlich hat Facebook doch auch seine guten Seiten. Genau diejenigen guten Seiten, die man auch einer Droge zugestehen würde, um seine Sucht zu rechtfertigen: Natürlich würde mein Leben ohne auch funktionieren. Aber warum soll ich denn auf die schönen Dinge verzichten, wenn sie mein Leben doch so bereichern?
Und jetzt sagt mir doch bitte endlich jemand, wie ich diesen Stalkerbalken losbekomme…





Kommentare
Ich würd ja sagen, google es einfach mal, in der Regel wurde im Internet jede Frage schon mal irgendwo irgendwie gestellt...
23.07.2012, 22:32 von chrisbow...zu Facebook, der Vergleich mit den Drogen trifft es, denn im Grunde hat Facebook keine Vorteile, das Problem ist nur (@FrauKopf) jeder nutzt es und somit sorgt die Nichtnutzung für eine gewisse gesellschaftliche Isolation...da heißt, die Droge ist eine Massendroge, ich bin auch hin und her gerissen, sie abzustellen, aber am Ende hält mich einfach nur der Suchtfaktor ab, man könnte ja etwas verpassen. Dennoch versuche ich es gering zu halten und gebe lieber Internet 0.0 so viel Raum wie möglich, ergo dem Gespräch, den Freundschaften jenseits der Virtualität....
Es hat soeben Ding-Dong gemacht. Nun musst du aber sofort nachsehen was jetsam geschrieben hat.
Nö, musst du nicht. Es ist definitiv nicht wichtig und kommunikativ etwas von jemanden zu lesen, den Du nicht einmal kennst.
Du hast es aber dennoch gelesen, weil Du hinter dem Ding-Dong eine Information vermutest. Selektive Wahrnehmung und bewuste Ignoranz ist das Zauberwort.
Ich bin nicht bei Facebook und will diesen Kommunikationweg auch nicht verstehen. Vielleicht bin ich dazu zu alt. Aber ein Telefon funktioniert wohl in dieser Generation nicht mehr und ich befürcht, in ein paar Jahren wird die Jugend einen Personalausweis mit einem Avatar versehen wollen.
17.07.2012, 20:36 von jetsamNatürlich muss ich nicht, aber wenn sich jemand die Mühe macht und meint dazu was sagen zu müssen, dann will ich schon wissen, was. Irgendwie nachvollziehbar, oder?
Lösung: Feuerfox benutzen und sich nicht jeden Add-On- und Plug-In-Scheiß installieren lassen.
17.07.2012, 20:04 von wordmageAchja: Und keine "Facebook-Freunde" haben, maximal richtige Freunde in Facebook.
Hatte bis vor kurzem auch noch Firefox...der hat aber nur noch rumgezickt...
Jaja... das schwere Los der in den Neunziger-Geborenen... Warum schreibsten das HIER? Und nicht da, wo es Dich stört?
17.07.2012, 19:58 von Mrs.McHIch benutze auf der Arbeit auch Google Chrome und bei mir gibt es so einen Balken nicht.
17.07.2012, 17:38 von Onkel_Fester" Schuld daran sind die „Kurzmeldungen“, im Volksmund der
17.07.2012, 17:22 von FrauKopfInternet 2.0 - Generation auch als „Stalkerbalken“ bezeichnet."
Nö und das hast du ja gut erfasst, Schuld bist DU.
Konsumiers nicht und gut ist.