nyx_nyx 31.01.2012, 05:04 Uhr 95 18

Hivemind

Schenken wir der Evolutionstheorie Glauben, sind wir die dominantesten, schönsten, gesündesten und anpassungsfähigsten Lebewesen, die je existierten.

Vielleicht liegt es an der menschlichen Bescheidenheit, die kein Gespür für eigene Fähigkeiten und Besonderheiten aufkeimen lässt, oder auch an den maßlosen Erwartungen, sowie der übersteigerten Kritikfreude meiner Umgebung, die mir von Kind auf vermittelt hat, nicht zu genügen. Bereits zur Schulzeit, vermutlich schon früher, loderte der anerzogene Vergleichswahn immer wieder auf. Es gab zu jeder Zeit jemanden der klüger, besser, sportlicher, begabter war; jemanden mit angesagteren Klamotten, teureren Schuhen, tolleren Weihnachtsgeschenken. Das was ich selbst vorzuweisen hatte, womit ich versuchte Eindruck zu schinden, war im direkten Vergleich ebenso kümmerlich wie erniedrigend. Mir war nie klar, ob diese ständigen Vergleiche der Abgrenzung, dem Anderssein oder dem Bessersein dienen sollten. Die übrigen meiner Unzulänglichkeiten, wurden von den feinen Nasen der Lehrer aufgespürt, um sie auf ihrer Bühne breit zur Schau zu stellen. Doch selbst für Witze auf meine Kosten, reichte es nicht. Unscheinbar und ungenügend.

Desolat packte ich die kaum ausreichenden Noten ein und spie sie Zuhause aus, während mir, in der bitteren Brühe des Alltags sitzend, erneut aufgezeigt wurde, dass ich nicht genüge. Ein zweites Kind wurde sich immer gewünscht, weil ich allein zu wenig war. Nicht ordentlich genug, nicht schlank genug, nicht höflich genug, nicht fleißig genug; zu jung um über bestimmte Themen zu sprechen, zu alt um kindisch sein zu dürfen; ich half zu wenig im Haushalt und guckte zu viel fern. Die Medien wiederum zeigten mir auf, dass man fortwährend immer das Beste aus sich holen sollte. Besseres Hautbild, mehr Wissen, tollere Urlaube, gesündere Ernährung, attraktiveres Aussehen. Nie wurde ich all den Erwartungen und Anforderungen gerecht; keinerlei Möglichkeit, das Selbstwertgefühl auf ein Mindestmaß anzureichern. Die perfekte Bildschirmwelt blieb mir verschlossen und niemand war in der Lage Komplimente auszusprechen, wodurch ich eine Unfähigkeit entwickelte, selten vorkommende nette Worte ernst zu nehmen. Als ich meinen ersten Freund nach Hause brachte, war auch dieser nicht gut genug. Kurz darauf verließ er mich, weil er nicht genügend für mich empfand. Dann reichte ich mir selbst nicht mehr.

Ich wollte ebenso unmerklich ausbrechen, wie ich gefangen war; saß die Zeit ab, so wie ich ständig jede Stunde, an jedem Tag, in jeder Woche einfach nur absaß. Mir fehlte der rote Faden, wie man ihn aus Büchern kennt und wusste nicht mehr, an welcher Stelle ich aufgehört hatte zu leben, wollte am liebsten von vorn anfangen oder ein Neues beginnen. Während ich im Dunkel kauerte und versuchte Kraft für die kommende Flucht zu sammeln, nahm ich mir vor, damit aufzuhören, mir mein eigenes Grab zu schaufeln, für welches ich objektiv betrachtet viel zu groß war. Statt zu kapitulieren, weigerte ich mich weiterhin in Rollen zu schlüpfen, die mir nicht standen, die ich nicht erfüllen konnte. Ich streifte mir das Kostüm der Angepasstheit ab und wollte von nun an aus dem Schatten der Ja-Sager ins Scheinwerferlicht treten, um anders zu sein. Jemand anderes zu sein! Ich wollte alles und nichts. Somit war ich plötzlich dagegen – gegen alles!

Nach Fehlern anderer suchend, schrie ich sie hinaus und pöbelte alles an, was mir zu normal erschien. Meine zahlreichen Aversionen drückte ich anhand der vielen Buttons und Aufnäher aus, die ich stets auf meiner Kleidung präsentierte, welche ich von nun an nur noch in kleinen Eckgeschäften kaufte. Diese waren zwar teurer und es gab weniger Auswahl, jedoch machte ich deutlich, dass ich gegen die gigantischen Einkaufsparadiese war. Ich trank widerlichen Kaffee im heruntergekommenen Gassencafé und boykottierte damit die Großketten der Kaffeelandschaft; kaufte Bioprodukte aus fernen Ländern und buntbedruckte T-Shirts aus Sri Lanka, weil die sonst niemand trug. Bands die niemand kannte, weil sie einfach nur schlecht waren, erklärte ich zu meiner Lieblingsmusik und fühlte mich dabei unsagbar cool. Über mein Erscheinungsbild stellte ich deutlich dar, welche politische Meinung ich vertreten wollte, obgleich ich eigentlich gegen Politik, gegen den Staat und gegen die gesamte Welt war, die sich gegen mich verschworen hatte. Ich traf auf Gleichgesinnte, die genauso viel Toleranz an den Tag legten und dadurch ebenso viel Stil besaßen, wie ich. Es fanden zahlreiche unsinnige Diskussionen statt, über Themen, die niemals ein reflektiertes Ende hervorbrachten. Dabei war ich doch grundsätzlich gegen Gruppendynamik, gegen Randgruppen, gegen Alleinsein, gegen mich selbst. Also grenzte ich mich auch von denen ab, die mir lieb geworden waren, verlor Freunde, Perspektiven, Motivation und ein Stück mehr von dem, was ich einst war.

Ich quälte mich allein in die unbequemen Klappsessel des lokalen Dorfkinos, aß altes, pappiges Popcorn und störte mich nicht an der veralteten Technik, welche die noch viel älteren Filme auf die Leinwand warf, während alle anderen das hochmoderne Cineplex besuchten. Mitreden zu können empfand ich als Niederlage gegen das Anderssein. Wer will schon Mainstream sein, wenn er besonders sein kann? Besonders waren auch die Sorgen, die sich die Familie plötzlich machte. Aufmerksamkeit, die so ungewohnt war, dass ich darin zerfloss und mich dennoch mit Händen und Füßen dagegen wehrte. Ich wollte standhaft bleiben und weiterhin dagegen sein. Dagegen mich selbst erklären zu müssen, gegen Fleisch, gegen die Farbe Rosa, gegen Schönheitsideale, das Schulsystem, das Studium, Arbeit und gegen Demonstrationen die sich FÜR etwas aussprachen. Als könne man Gruppendynamik nutzen, um etwas Positives zu bewirken. Hoffnungslos.

Die vergangene Grabschaufelei entwickelte sich zu einzelnen Schlaglöchern, die nie tief genug waren, um nach dem harten Aufprall im Erdboden zu versinken. Also versuchte ich es mit Alkohol, tauchte in die Welt der Drogen, hatte Sex in diversen Stellungen, mit unterschiedlichsten Menschen an absurdesten Orten. Doch mit der Zeit und Routine, verlor alles seinen Reiz. Es brachte mir niemals die ersehnte Liebe, dafür aber Verletzungen, die mich abstumpfen ließen. So sehr, dass ich mich selbst nicht mehr spüren konnte. Wenn ich die Nahrung verweigerte, hörte ich das Magenknurren, ohne es zu spüren. Schnitt ich mir in die weiße Haut, sah ich das Blut in zarten Linien fließen, spürte jedoch nichts. In mir herrschte ein Ungleichgewicht, das ich nicht ausbalancieren konnte. Zwei Gläser in meiner Mitte, von denen ich eines immer zuerst einschenkte und dabei viel zu spät merkte, dass nichts mehr für das andere Glas übrig war. Auch von Freundschaften war nichts mehr übrig geblieben, nachdem ich von Diagnosen, die am Küchentisch ausgesprochen wurden, nichts mehr hören wollte. Ich wollte keine Hilfe, war gegen die gesamte Menschheit und hasste mein Spiegelbild. Während meines Krieges, kämpfte ich am stärksten gegen mich selbst. Denn schließlich war ich ungenügend.

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95 Antworten

Kommentare

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    wow!

    06.02.2012, 17:32 von TrustYourself
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    Was Mut machen sollte, ist die Tatsache, dass einige der prägensten Köpfe und wegweisenden Charaktere dieser Erdenmurmel, die denkbar widrigsten Voraussetzungen hatten. Sie sind an Entbehrung und Leid nicht abgestumpft, sondern aufgerichtet und zu vielseitig geschliffenen Menschen geworden.

    Zu verstehen woher man kommt, wie man wurde was man ist, schafft neuen Raum und Möglichkeiten, den Automatismen, dem vermeintlichen "Schicksal" zu trotzen, neue Richtung zu geben. 

    und letztlich:
    Persönlichkeit beginnt, wo der Vergleich aufhört.

    03.02.2012, 23:03 von schauby
    • 0

      persönlichkeit beginnt, wo vergleich aufhört :-)!

      03.02.2012, 23:59 von Gluecksaktivistin
    • 0

      Mh. Ich musste nun ein bisschen drüber nachdenken, ob ich das wirklich mutmachend finde, oder deprimierend, oder einfach als Zufall abtue.

      Was genau willst du damit sagen? Dass man nur sich selbst und die Welt reflektieren und in Bewegung setzen kann, wenn man sie mal von ganz unten betrachtet hat? Oder dass es dann 'trotz allem' AUCH möglich ist? Das wäre dann, als würde man sagen: Macht ja nichts, dass du nur noch ein Bein hast, dafür hast du gelernt ganz toll Klavier zu spielen.

      Mh. Ich glaube nicht, dass der Vergleich bei irgendwem jemals aufhören wird. Das ist menschlich, das ist ein Stück Antrieb, ein bisschen Motivation vielleicht. Manchmal aber auch das Gegenteil davon. Je nach Relation und eigenem festen Stand.

      04.02.2012, 01:04 von nyx_nyx
    • 0

      nicht trotzallem.

      Deswegen.

      das Bsp. mit dem Bein ist drastisch, aber gar nicht so abwegig. Viele Leute haben gerade durch ein Handicap oder etwas als Makel empfundenes, gesteigerte Energie entwickelt, es zu kompensieren, ihr empfundenes "Ungenügen"

      Natürlich geht alles was lebt ständig durch einen transformativen Prozess und der ist streng genommen immer kritisch: es kann gelingen oder schief gehen. Aber es hilft nicht, sich zu vergleichen, wenn man sich selbst als etwas Unverwechselbares erkennt. Wenn man an eine gelingende Zukunft nach seinem Maß glaubt, vielleicht sogar an etwas Herhebendes, Großartiges, Erfüllendes, dieser Scheiß den Leute "Träume" nennen, dann nur, wenn etwas geschaffen wird im Geist, was vorher noch nicht da war und nur durch das Dafürhalten erst entsteht. Das kann man lernen, oder lieber auf Nummer sicher, nachmachen, was Vergleich zu Norm und Konvention gemacht hat.

      04.02.2012, 03:05 von schauby
    • 1

      Tja, aber nicht aus jedem Wrack wird ein Diamant, und nicht jeder Diamant war mal ein Wrack. Also kann es doch schon sehr zufällig passiert sein, dass man einfach ein grandioses Gehirn abbekommen hat und es versteht zu nutzen. Und Kompensation hat nicht viel mit Genie zu tun.
      Prinzipiell weiß ich aber was du meinst. Ich würde es nur nicht als Geheimrezept verkaufen wollen.
      naja, nur weil ein Vergleichen beständig vorhanden ist, heißt das nicht, dass man automatisch nachmacht oder nachahmt. Man kann sich auch mit anderen vergleichen, in dem Bewusstsein, dass man völlig anders ist und diese Erkenntnis aus dem Vergleich ziehen. Man kann Äpfel sehr wohl mit Birnen vergleichen, beides Obst... schwieriger wird es, wenn man Eichhörnchen mit einem Kohlebrocken vergleichen will. Und dennoch neigt man stets dazu. Zumindest in unserer Kultur. Ich habe mich schon oft gefragt, ob dieser anerzogene Vergleich in anderen Kulturen evtl. komplett anders ist, oder vielleicht auch gar nicht stattfindet. Vergleicht sich ein Inuit so stark wie ein Europäer? Wächst ein afrikanisches Kind mit diesen Vergleichen auf

      04.02.2012, 03:17 von nyx_nyx
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  • 0

    hab ich gelesen.

    02.02.2012, 15:24 von Der_Misanthrop
    • 0

      Schön zu wissen.

      02.02.2012, 15:26 von nyx_nyx
    • 0

      meinste das ernst? oder ironisch?
      ich finds immer schade wenn man n text liest und dem autor so garnischt hinterlässt, so dasser vleicht denkt: dit liest ja gar keener buuhuuuu...

      02.02.2012, 15:40 von Der_Misanthrop
    • 1

      Siehe in deinem Gästebuch ;) Hab ich schon geschrieben, dass ich das durchaus ernst meinte. Mir fehlt dir Funktion hier, einfach nur zu sehen, wer sich das angeguckt hat und vielleicht auch einfach nix dazu zu sagen hat, oder wie auch immer. Daher finde ich so ein "Lebenszeichen" oder in dem Fall "Lesezeichen" schon nett.

      02.02.2012, 15:43 von nyx_nyx
    • 0

      wie jetzt in deinem gb geschrieben - die erläuterung für mein geschriebenes^^

      02.02.2012, 15:46 von Der_Misanthrop
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  • 0

    der text ist zwar lang, trotzdem kommt das ende plötzlich und is irgendwie- ungenügend.

    02.02.2012, 09:43 von halbkindmf
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  • 0

    An einigen Stellen kann ich mich wiederfinden. Es sind viele kleine Kämpfe, die man mit sich selbst führt, bis man endlich das Gefühl hat, man genügt - sich selbst und anderen.

    02.02.2012, 07:19 von lalina
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  • 0

    Ich find den Text an sich jetzt nicht "sensationell geschrieben" - das wird hier eh inflationär genutzt...
    Aber ich kann das alles sehr klar nachvollziehen, war auch so in meiner Teenagerzeit. Dein Profilbild hab ich auch schon des öfteren früher in Gothforen gesehen, war sehr beliebt, da ahnte ich schon beim anlesen was hier wohl kommt.

    Fühl mich grad an früher erinnert- is irgendwie schön. Danke Nyx

    02.02.2012, 01:29 von Dalek
    • 1

      Haha, nun musste ich doch sehr schmunzeln, als ich dein Profil anguckte und die zarten 25 Jahre stehen sah. Dachte ich doch anhand des Kommentars gerade noch, was da wohl für ein Alter dahinter stecken muss. :)
      Danke für den Kommentar.
      Und inflationär.. mh.. ich mach da wohl Abstriche/Unterschiede, von wem solche Kommentare fallen und freue mich entsprechend, oder reagiere mit Schulterzucken. In diesem Fall freue ich mich sehr.

      02.02.2012, 01:35 von nyx_nyx
    • 1

      @Dalek
      "sensationell geschrieben" - das wird hier eh inflationär genutzt...
      Nicht von mir!  Ich habe das noch nie verwendet u. bisher auch sehr selten hier gelesen.

      02.02.2012, 12:40 von Jackie_Grey
    • 1

      Eben, deswegen freue ich mich sehr über dieses Kompliment von dir! :)

      02.02.2012, 12:42 von nyx_nyx
    • 1

      Das weiß ich u. es kam so von Herzen. Dein Text beschäftig mich sehr. "Ungenügend" kam und komme ich mir häufig im Leben vor. Darum finde ich das Ende auch mehr als in Ordnung. So Erwartungshaltungen gehen rum wie ein Virus. Plötzlich hat man sie selbst - ein ganzes Leben lang. Andere trommeln sich unentwegt auf die Brust, wie toll sie doch sind. Ich leide oft auch mir und meinen Erwartungen an MICH.

      02.02.2012, 12:48 von Jackie_Grey
    • 0

      Naja, Erwartungen gehören ja auch zum Leben dazu, ansonsten würde es seinen Reiz verlieren, nehme ich an. Nur sollte man sich gelegentlich auch mal selbst hinterfragen, ob sie gerechtfertigt sind, oder sie viel zu hoch angesiedelt wurden.

      Das ist sehr ehrlich von dir. Und ich gehöre auch eher zu der Sorte, die zu hohe Erwartungen an sich selbst richtet, aber kaum etwas von anderen erwartet.

      02.02.2012, 12:52 von nyx_nyx
    • 0

      Die Erwartungen an die anderen habe ich runtergeschraubt, fast gänzlich abgebaut. Aber die Erwartungen an mich selbst, sind geblieben.

      02.02.2012, 12:55 von Jackie_Grey
    • 1

      Man kann sich damit weismachen, nicht so schnell von anderen enttäuscht zu werden.... aber das klappt irgendwie doch nicht, da eine gewisse Erwartungshaltung IMMER vorhanden ist. Auch wenn es nur die Werte und Normen sind, unter denen wir aufgewachsen sind.

      Und manchmal würde ich dir das gerne wegnehmen, diesen Druck den du dir selbst machst. Ja. Einfach abschneiden, als würde ich dir ein Preisschild vom neuen Pullover schneiden, damit du dich wieder wohl darin fühlst.

      02.02.2012, 13:01 von nyx_nyx
    • 0

      Das wäre nett :) Mach doch mal...
      Ich glaube, ich kam bereits mit Erwartungen an mich zur Welt. Das muss wohl so...

      02.02.2012, 13:04 von Jackie_Grey
    • 0

      Du lässt mich ja nicht ;)

      Nee, niemand kommt mit Erwartungen an sich selbst zur Welt. Die werden anerzogen! Und oftmals eben auf die falsche Art und Weise. Traurig, aber wahr.

      02.02.2012, 13:07 von nyx_nyx
    • 0

      Ich wüsste aber nicht, was meine Eltern verbockt haben. Sie haben mich viel gelobt und für meine "Unzulänglichkeiten" viel Verständnis u. Toleranz gehabt. Irgendwas ist irgendwann schief gelaufen :D.

      02.02.2012, 13:10 von Jackie_Grey
    • 0

      Erziehung erfolgt nicht ausschließlich durch die Eltern. Das vergisst man ganz gerne mal.

      02.02.2012, 13:12 von nyx_nyx
    • 0

      Vielleicht war's die Oma? Hm? Die hat mich auch erzogen.

      02.02.2012, 13:14 von Jackie_Grey
    • 0

      Oder dein Bruder, oder dein Vergleich mit ihm und der Erziehung, die er genoß, oder deine Freunde, oder die Lehrer, oder sonstwer, der irgendwie Einfluss auf dich hatte. Ich erinnere mich z.B. heute noch an die Worte der Nachbarin, wenn ich etwas angestellt habe. Richtig giftig war sie. Und entsprechend reagierte ich stark auf sie.

      02.02.2012, 13:16 von nyx_nyx
    • 0

      Danke, Dr. Nyx. :) 
      Es war mein Bruder. Täter erkannt - Gefahr gebannt?

      02.02.2012, 13:19 von Jackie_Grey
    • 0

      und die Lehrer. Die sowieso!!! :))

      02.02.2012, 13:20 von Jackie_Grey
    • 1

      Hahaha.
      Einfach nur :*

      02.02.2012, 13:21 von nyx_nyx
    • 0

      @ Jackie
      ich hab jetzt gar nicht bewusst registriert dass du das mit dem sensationell warst, ich hab die Kommentare überflogen, das ist hängengeblieben und so ne formulierung hab ich eben gefühlte 1000xmal anderswo schon gelesen, bei so schnullibulli- texten die einfach nix reißen, dagegen ist der hier oberklasse, aber ich fand ihn eben trotzdem nicht so perfekt. Geschmackssache.
      Wollte keinem komplimente-diarrhoe unterstellen ^^"

      02.02.2012, 14:08 von Dalek
    • 0

      komplimente-diarrhoe

      Lustig. höhö.

      02.02.2012, 15:29 von Jackie_Grey
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  • 0

    " Mir fehlte der rote Faden, wie man ihn aus Büchern kennt und wusste nicht mehr, an welcher Stelle ich aufgehört hatte zu leben, wollte am liebsten von vorn anfangen oder ein Neues beginnen."


    Kenne ich sehr gut, manchmal wünsche ich mir einen "Restart"-Knopf oder so.
    Den Titel finde ich auch irgendwie nicht gut gewählt. Lädt nicht so sehr zum Lesen ein.
    Und ich hätte mir irgendwie ein Happy End gewünscht, in dem du ein tolles Leben hast und glücklich bist, das gebe ich zu. Heute mag ich keine offenen oder schlechten Enden lesen. Nichtsdestotrotz sehr gut geschrieben, habe ich gerne gelesen.

    01.02.2012, 14:10 von NeverGrowUp
    • 0

      Hachja, der Titel :D
      Also irgendwie mag ich persönlich z.B. auch Filme ohne Happy-End meist lieber. Aber ich bin eh nicht so auf Kuscheln getrimmt. Is Geschmackssache.

      Dankesehr. Auch für jegliche Kritik :)

      01.02.2012, 17:32 von nyx_nyx
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  • 0

    Erwartungen. Mmh. Jeder hat welche, und jeder wächst mit den Erwartungen, die an ihn gestellt werden auf. Jemand, der keine Erwartungen kennen gelernt hat, der kann genauso "enden" wie der Protagonist in diesem Text, der objektiv betrachtet daran gescheitert ist.


    01.02.2012, 09:55 von Tanea
    • 0

      Wenn man mit Erwartungen aufwächst, die man erfüllen kann, sehe ich darin kein Problem. Aber wenn man ständig das Gefühlt hat, niemandem gerecht zu werden, fühlt man sich doch sehr klein und ohne Rückhalt.
      Und ohne Erwartungen wird man ein anderer als der Protagonist. Selbstgefälliger, aber doch auch an Grenzen gehend um diese auszuloten.. daher ist das schon nicht ganz falsch, ja.

      01.02.2012, 17:29 von nyx_nyx
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  • 0

    potpourri der nagenden irrtümlichkeiten.

    31.01.2012, 22:56 von mo_chroi
    • 0

      Irrtümlichkeiten? Hmmmhmhmm... findest du?

      31.01.2012, 22:58 von nyx_nyx
    • 0

      dem vormund nicht zu genügen finde ich, irrtümlich ja.

      sich selbst daraus nicht befreien können, entspricht auch einem inne liegendem irrtum zu schaden seiner selbst. das ist kein vorwurf, sondern eher sorge.

      31.01.2012, 23:02 von mo_chroi
    • 0

      Mh. Ich sehe da keinen zwangsläufigen Irrtum drin. Das wäre ja auch zu einfach und dazu auch noch schön.

      Mag sein, dass das in mancher Augen Irrtum sein mag. Dann beglückwünsche ich diejenigen ganz aufrichtig. Aber die Regel ist dann meines Erachtens nach doch eher, dass dies bittere Wahrheit ist.

      31.01.2012, 23:05 von nyx_nyx
    • 0

      zu hohe erwartungen sind kein irrtum?

      31.01.2012, 23:14 von mo_chroi
    • 0

      Hmm. In wessen Augen? Und wer stellt den Irrtum fest? Ist ja doch irgendwie eine Frage des Blickwinkels.

      31.01.2012, 23:20 von nyx_nyx
    • 0

      eben. und wenn man unter zu großen erwartungen wachsen musste, liegt es eben an einem selbst, das fest zu stellen, wenn man gewillt ist.

      31.01.2012, 23:27 von mo_chroi
    • 0

      Naja, aber wenn man feststellen muss, dass die Erwartungen weiterhin bestehen, man sie aber nicht erfüllen kann, dann ändert das doch nichts, oder?

      31.01.2012, 23:34 von nyx_nyx
    • 0

      doch das ändert eine menge. in erster linie ändert es einen selbst, indem man entweder weiterhin versucht dem zu entsprechen oder indem man akzeptiert und sich selbst dadurch zu eigenem (weiter) entwickelt.

      31.01.2012, 23:39 von mo_chroi
    • 0

      Naja, aber diese Art der Reflexion fand beim Protagonisten ja schon statt, deswegen ja auch der Wandel von angepasst und unscheinbar zu rebellisch, gegen alles. Also war ja klar, dass die Erwartungen bestehen bleiben, man denen aber nicht gerecht werden kann. Somit verstand ich das mit deinem Irrtum nicht. Hm.

      31.01.2012, 23:53 von nyx_nyx
    • 0

      nein den begriff irrtum bezog sich auf die erwartungen, nicht auf den protagonisten. die erwartungen können ja bestehen bleiben. das schließt nicht aus, dass man sie, trotz evtl. akzeptanz, als nicht haltbar empfindet.

      01.02.2012, 00:05 von mo_chroi
    • 0

      Hmm. Aber wie kann denn eine Erwartung ein Irrtum sein? Wunschdenken ist doch auch kein Irrtum. Ein Traum ist kein Irrtum. Mh. Irgendwie störe ich mich an dem Wort Irrtum und meiner Definition davon.

      01.02.2012, 00:12 von nyx_nyx
    • 0

      das verstehe ich. aber ich rede hier nicht von erwartungen oder träumen. ich meine übersteigerte, nicht realistische, schwer zu erfülllende erwartungen von menschen, die einen so akzeptieren sollten, wie man ist. und ich finde dies ist verkehrt und somit nach meiner definition ein irrtum.

      01.02.2012, 00:17 von mo_chroi
    • 0

      Ein Irrtum wäre es dann aber doch erst dann für den Menschen, der diese Erwartungen hat, wenn er erkennt, dass sie völlig überzogen und unrealistisch sind. Hmm. Für mich ist ein Irrtum etwas, was man irrtümlicherweise (haha) angenommen hatte, dessen Wahrheitsgehalt dann aber richtiggestellt wurde. Z.B. war ein Irrtum der menschheit, zu glauben, die Erde sei eine Scheibe. Das ist für mich ein Irrtum.

      01.02.2012, 01:05 von nyx_nyx
    • 0

      ein irrtum ist eine 'verkehrte' vorstellung der wirklichkeit. dabei spielt es keine rolle, ob der irrende einsicht erlangt.

      wenn zehn menschen vor einem roten bild stehen und einer darunter ist farbenblind, behauptet das bild sei grün, dann ist es ein irrtum. wenn er nicht weiß, dass er farbenblind ist, dann wird er auch keine einsicht haben und weiterhin denken, das bild sei grün. dennoch bleibt es ein irrtum.

      01.02.2012, 01:23 von mo_chroi
    • 0

      Da mag ich dir nicht widersprechen... aaaaber (ja, das berühmte Aber! :D)... solange niemand den irrtum ent- oder aufdeckt, ist es keiner. Bis zu dem Zeitpunkt bleibt es angenommene Wahrheit. Und da niemand hingehen wird, um zu sagen: "Hey, deine Erwartungen, die sind total irrtümlich!", bleibt es bei bestehenden Erwartungen, ohne jeglichen Irrtum. Der Irrtum wird in diesem Zusammenhang nicht festgestellt, da es keine Fakten gibt.

      01.02.2012, 01:29 von nyx_nyx
    • 0

      da wiederum habe ich kein gegenargument.

      aber der protagonist hat es für sich ja geklärt.

      01.02.2012, 01:37 von mo_chroi
    • 1

      :)



      01.02.2012, 01:41 von nyx_nyx
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  • 2

    Sehr gut, verliert trotz seiner Länge nicht an Dynamik und obwohl das bestimmt der 100te Text ist, der sich mit dem Thema befasst ist er erfrischend und nicht langweilig.

    31.01.2012, 16:23 von Maldamalnich
    • 1

      Haha. Danke. Wenigstens befasst er sich nicht wie die anderen 927346868926936498628346 Texte hier mit Herzschmerz ;)

      31.01.2012, 16:38 von nyx_nyx
    • 0

      Stimmt  :D

      31.01.2012, 17:03 von Maldamalnich
    • 1

      Herz vergessen, Schande über mich.
      Und wieder ein Text mit Herz...verdammt ; ).

      01.02.2012, 12:03 von Maldamalnich
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