Hetzkampagne, Zweiter Teil
Macht die Augen auf, informiert euch vernünftig und glaubt nicht alles, was man euch sagt
Als ich heute Morgen diesen Text da auf der Startseite gelesen habe, habe ich fast zu viel bekommen. Ich bin kein fanatischer blinder Fundamentalist in Kirchenfragen, sondern behaupte von mir selbst, mich differenziert mit aktuellen Diskussionen zu befassen und mir dann ein vernünftiges Urteil zu bilden. Vor dieser Hetzrede, die ich vorhin gelesen habe, und den Lemmingen, die ihr in den Kommentaren beipflichten, gruselt es mich.
Wie kann man den öffentlich zu Kirchenaustritten aufrufen? Die, die bis 2009 noch nicht ausgetreten sind und es nicht nur aus Bequemlichkeit noch nicht getan haben, haben vielleicht ein ernsthaftes Interesse, in der Kirche und Teil der Kirche zu bleiben. Weil der Glaube – gelebt in der Kirche - für sie wichtig ist, ihnen irgendwas gibt oder so. Keine Ahnung, ist wahrscheinlich für alle verschieden. Man kann doch seine Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft nicht von politischen Dingen, Missverständnissen oder unqualifiziertem Medienrummel abhängig machen! Und wie bitte kommen die, die mit der Kirche nix am Hut haben (wollen) darauf, mit einzustimmen in diesen Gesang? Da ist es dann ganz schnell vorbei mit der hochgelobten Toleranz und Meinungsfreiheit, deren Fehlen man ausgerechnet der Kirche vorwirft.
Als Benedikt Papst wurde, war die Stimmungsmache und Polemik groß. Vom Hitlerjungen und Rottweiler war die Rede. Lest mal, was Benedikt am 6. Juni 2006 in Caen aus Anlass des sechzigsten Jahrestags der Landung der Alliierten in der Normandie gesagt hat, und fragt euch dann, was ihr an seiner Stelle getan hättet. Dann wurde es in den letzten Jahren stiller um den Papst – vielleicht hat er nicht genug Anlass zur Aufregung geboten? Jetzt kommen sie wieder alle aus ihren Löchern gekrochen, die Meinungsmacher mit ihren leeren Worthülsen.
In allen anderen Bereichen informiert man sich ganz genau, bevor man seinen Senf dazu gibt. In Kirchenfragen aber, weil man die Kirche ja schon in eine Schublade (wahrscheinlich die unterste) gesteckt hat, brauchen sie das nicht. Da reicht es, Spiegel und TAZ gelesen zu haben und schwuppdiwupp kann man schon mitreden.
Rein inhaltlich möchte ich nicht klugscheißen, aber mit einem wohlwollenden Blick auf die Kirche auf einige Missverständnisse hinweisen:
Die Info, dass der Papst vier fundamentalistische Bischöfe, darunter diesen furchtbaren Holocaust-Leugner, wieder in die Kirche eingegliedert hat, ist schlichtweg falsch. Die Aufhebung der Exkommunikation darf nicht verwechselt werden mit einer vollständigen Wiedereingliederung in die katholischen Kirche. Die Aufhebung der Exkommunikation bedeutet nur: „Ok, ich red‘ wieder mit euch, wir treten in den Dialog!“ Die Suspension der Bischöfe bleibt bestehen. Einverstanden, die Kategorien können missverständlich sein, aber die Kirche hat auch ein Recht auf Fachtermini. Wenn wir das grundlegend falsch verstehen, werden wir Opfer einer schwerwiegenden Vereinfachung, die nur denjenigen dient, die provozieren wollen. Der Dialog muss erst noch beginnen, die Bischöfe müssen erst noch um Wiedereintritt bitten, der an einige Bedingungen geknüpft ist. Und der Papst hat ja unlängst schon die Rücknahme der Äußerungen und eine Entschuldigung von Williamson gefordert. Da Williamson sich anscheinend nicht mit der katholischen Kirche versöhnen will, versucht er alles, um den Prozess der Pius-Bruderschaft zu stoppen. Darum darf man die Williamson und den Papst auf keinen Fall verwechseln.
Papst, Pontifex, Brückenbauer: ich find’s bemerkenswert, dass der Papst Türen, die als für immer verschlossen galten, öffnet, seinen Gegnern die Hand reicht und um Versöhnung bemüht ist. Konnte der Papst, als er grünes Licht für die Unterzeichnung des Dekrets durch den Kardinal gegeben hatte, die Aussagen von Bischof Williamson kennen? Dass dieser schwedische Fernsehkanal dieses Interview am gleichen Tag der Verkündigung der Aufhebung der Exkommunikation ausstrahlte, obwohl es viel älter war, beweist für mich genug, dass es sich um ein klassische Falle handelte, um die Kirche zu denunzieren. Williamson ist sogar von der Piusbruderschaft mittlerweile abgesetzt worden. Brandstifer WIlliamson ist ein Terrorist, und all die, die den Papst jetzt kritisieren, sind in seine Falle gegangen.
Also fordere ich alle auf, sich vernünftig zu informieren. Mir ist der Glaube wichtig, und zwar der Glaube in der Kirche, weil ich es allein nicht kann und weil mir die Gemeinschaft hilft und mich trägt. Und davon werden mich auch die, die immer wieder den Ruf von Kirche und Papst beschmutzen wollen, nicht hindern. Gott sei Dank.






Kommentare
zu 1) und 2) habe ich eine Stellungnahme des Pressesprechers des Vatikans gelesen (in der frz. Tageszeitung "La croix"), nach der er selbst die Kommunikation des Vatikans nach außen bemängelt, aber auch kritisiert, dass man im Medienrummel der ersten Eilmeldungen über die Rücknahme der Exkommunikation nicht mehr die Versuche der Erörterungen und Korretkuren seitens des Vatikans geachtet habe. Wer Netz nach Richtigstellungen aus Rom sucht, der findet. Dass die aber gegen die Bild-Schlagzeilen in der Medienlandschaft, weil sensationstötend, nicht genug beachtet werden, wundert mich nicht.
09.02.2009, 16:41 von Rautek@Rautek Als ich recherchiert habe, ist mir auch aufgefallen, daß z.B. die TimesOnline sehr unaufgeregt berichtet hat.
09.02.2009, 17:52 von Romeo_Flausch79Also fordere ich alle auf, sich vernünftig zu informieren. Mir ist der Glaube wichtig, und zwar der Glaube in der Kirche, weil ich es allein nicht kann und weil mir die Gemeinschaft hilft und mich trägt. Und davon werden mich auch die, die immer wieder den Ruf von Kirche und Papst beschmutzen wollen, nicht hindern. Gott sei Dank.
09.02.2009, 15:41 von latentneuroseDas ist ja auch wunderbar, dass du deine Meinung klar darstellst. Wenn es für dich von existenzieller Bedeutung ist ein Mitglied der Kirche zu sein, erfüllt diese Gemeinschaft für dich ihren Zweck. Ein Austritt kommt also daher für dich nicht in Frage, weshalb dich der Aufruf hierzu wohl nur wenig tangiert.
Es gibt Menschen, die anderer Meinung sind, dies auch aufgrund ihrer Erfahrungen/Kenntnisse zu belegen wissen, und das nicht erst seit gestern. Die Debatte um die Aufhebung der Exkommunion oder Suspendierung der Bischöfe der Piusbrüderschaft macht das Thema "Kirche" und/kontra "Glauben" nur wieder aktuell, und ist sicher für die Kirchengegner nicht der Grund die Machenschaften der Kirche anzuzweifeln. Die Debatte an sich empfinde ich auch als lächerlich und klage den Papst für seine "vermeintliche Fehlentscheidung" nicht an. Er ist auch nur ein Mensch, und in meinen Augen keineswegs ein Vertreter Gottes - was soll das eigentlich sein, ein "Vertreter Gottes"?
Was mir ein wenig Kopfschüttlen verursacht, ist deine Aussage im letzten Absatz "...weil ich es allein nicht kann und weil mir die Gemeinschaft hilft und mich trägt."
Das klingt nach typischer propagandierter katholischer Ängstlichkeit, mit der Mitglieder erhalten werden.
Manche Dinge sind ja auch verhandelbar... dadurch dass immer weniger Menschen getauft werden, kann das Kirchenoberhaupt ja auch das Fegefeuer abschaffen, was beweist wie wacklig das Vorschriften- und Wertekonstrukt der christlichen Kirche ist.
Gemeinschaft kannst du auch anders erreichen, meinetwegen im Kegelclub, Sportverein, "Nachbarschaftshilfe", individuelle Projekte, ergo gemeinsame Freizeitgestaltung. Einander eine Stütze sein kann man auch ohne Glaubensbekenntnis und Rosenkranz.
@latentneurose Der Papst als Nachfolger Petri gilt als Stellvertreter Christi auf Erden. Die kath. Kirche beruft sich auf die sog. "Binde- und Lösegewalt", die Jesus Petrus nach Mt 16 übertragen hat. Wenn der Hl. Geist die Kirche auch heute führt, dann braucht er Leute, durch die er spricht.
09.02.2009, 16:30 von RautekMit "Gemeinschaft" meinte ich "Gemeinschaft der Glaubenden". In der heutigen Zeit funktioniert "allein glauben" meines Erachtens nicht. Zumindest bei mir nicht. In der Kirche, mit der Kirche, gemeinsam beten, das ist für mich mehr als 'ne therapeutische Gruppensitzung, sondern Ermutigung, Solidarität, geistlicher Aufbau. Zumindest das hab' ich beim Töpfern nicht.
@Rautek das hat die kirche so an sich...große bauten, spiritueller touch, kirchengesänge, weihrauch, gebete...das alles sind perfekte psychologische mittel um genau dieses gefühl zu erreichen das du beschreibst. darauf basieren auch okkulte versammlungen, sekten etc. solange du dich dabei gut fühlst...so what...allerdings ist man dabei dann genau in der stimmung um alles gesprochene das von der kanzel ausgeht zu glauben und die gemeinschaft die es auch glaubt verstärkt dies noch...und es gab auch ganz andere predigten in der langen zeit der religionen. DAS ist die gefahr dabei. als anhänger JEDER ideologie. :-((
09.02.2009, 16:51 von TNTAlso, wer aus der Kirche austritt, der hat bestimmt mehr als einen und vor allem eigene Gründe. Der folgt sicher nicht nur einem Aufruf eines Neon-Artikel.
09.02.2009, 13:46 von B.tina@B.tina Das wäre in der Tat einfältig.
09.02.2009, 15:43 von LudwigMartinStellt sich die Frage, was der Autor dann sonst mit dem "Aufruf" erreichen wollte?
Mir fällt nichts Sinnvolles ein...
@LudwigMartin Naja, immerhin hat er eine hitzige Diskussion entfacht.
09.02.2009, 16:28 von B.tinaIch finde den Aufruf gut. Er ist ein leidenschaftliches Pamphlet, das mir aus dem Herzen spricht. Aber ich bin ja eh schon längst ausgetreten. Ich fühle mich vermutlich nur bestätigt. Und auch ein bisschen amüsiert.
@B.tina
09.02.2009, 17:16 von LudwigMartinWas eine halbwegs sinnvolle Debatte entfacht hat, war der Fauxpas des Papstes an sich. Wenn auch ungewollt.
Der Startseitentext hat lediglich alte Fronten wieder aufgetischt und das Feld für Tiraden jeder Art freigemacht.
Feine aufgeklärte Welt, in der "Hitzigkeit" als anstrebenswert gilt.
@LudwigMartin Hitzigkeit kennt bekanntlich keine Grenzen...
09.02.2009, 18:33 von sailor@sailor Hitzischkeit kennt kein Pardong!
09.02.2009, 18:37 von B.tinagenauso, wie man öffentlich zum EINTRITT rufen kann! macht genauso wenig sinn wenn man sichs genau überlegt oder?
09.02.2009, 12:43 von TNT@TNT Nun gibt es aber äußerst selten einen öffentlichen pauschalen Aufruf an alle, in die Kirche einzutreten. Es gibt höchstens Mitgliederwerbung, was jeder anderen Organisation auch erlaubt ist.
09.02.2009, 13:12 von LudwigMartinUnd dann ist es schon ein Unterschied, ob man jemanden wirbt, dabei zu sein, oder eine Öffentlichkeit demagogisch und ohne die Zusammenhänge zu kennen zum Boykott aufruft.
@LudwigMartin ach ja? die waren sogar so schlau, dass sie nachdem sie auf brutalste weise "werbung" gemacht haben, es gar nicht mehr nötig hatten weitere zu machen (außer dem üblichen marketing zur zeit), weil du schon direkt nach deiner geburt "geworben" wurdest, ohne dein zutun. es ist immer einfacher ein glaubenssystem zu übernehmen, wenn du direkt hineingeboren wirst. das ist eine prägung die du so schnell nicht los wirst, auch wenn du so sehr glaubst ein individualist und freiheitsdenker zu sein. meinst das hat die kirche nicht bewußt so eingefädelt? harhar
09.02.2009, 14:43 von TNTne is klar. es ist besser für die realitätstunnel von irgendwelchen leuten zu werben als dafür sich dagegen zu wehren und sich evtl. für alle möglichkeiten und wahrscheinlichkeiten geistig frei zu halten. EGAL welche idee du jemandem aufzwingst oder ihn versuchst glauben zu machen ohne dass er die möglichkeit hat eigene erfahrungen dazu zu machen...dazu noch hierarchisch organisiert...näääh. hat alles sektenstatus, ob kirchen, staat, armeen etc. etc.
hier geht es um ideologien und ihre anhängerschaft. das funktioniert mit JEDER art von idee. entweder du läßt dich einfangen oder nicht oder du bist schon eingefangen und schaffst es dich zu befreien oder eben auch nicht. und wir alle sind in solchen realitätstunneln gefangen. irgendwann sollte man nur selbst fähig sein solche auch mal zu erkennen und sich selbst nach wunsch umzuprogrammieren. religion ist nur die spitze des eisbergs. das gehört in meinen augen zum erwachsenwerden. infos nicht mehr ungefiltert fressen!!
@TNT
09.02.2009, 15:40 von LudwigMartinZugegebermaßen wird man durch seine Herkunft geprägt. Ja und?
Weiteres über meine geistige Kompetenz zu Kritik und Selbstkritik wirst Du allein durch den Fakt der Taufe zu 0% in Erfahrung bringen können.
Ob Du es glaubst oder nicht.
PS: Ich diskutiere gern mit Leuten, die halbwegs Ahnung haben, über die Möglichkeit der Erwachsenentaufe. Du gehörst sicherlich nicht dazu.
@LudwigMartin ich sprach nicht von erwachsenentaufe. der geringe prozentsatz ist für mich kaum nennenswert. und wenn ein erwachsener mensch sich dazu "überreden" läßt und meint es zu brauchen..bitteschön *g*
09.02.2009, 16:26 von TNT@TNT
09.02.2009, 17:12 von LudwigMartin"Möglichkeit der Erwachsenentaufe" - damit meinte ich das Nachdenken über eine Alternative zur Kindstaufe (auf deren Kritik ich Deinen sehr emotional eingefärbten Beitrag mal eindampfe). In anderen Kirchen wird man beispielsweise erst ab einem gewissen Alter getauft...
Aber bevor ich mit Dir darüber diskutiere, müßten wir klären, wie zwangsläufig Doktrin mit Taufe und/oder Erziehung zusammenhängen.
Aufgrund Deiner pauschalen Äußerungen ein nicht gerade aussichtsreiches Unterfangen.
Schon mein Ansatz wurde komplett ignoriert.
So viel zu "Tunnelblick"...
@LudwigMartin du hast ja auch auf meinen kommentar geantwortet. und in dem meinte ich mit "..öffentlich zum eintritt rufen" eher sarkastisch die ausbreitung der kirche und die opfer die es gekostet hat. bis zum heutigen tage. ist klar, dass sie das momentan nicht mehr machen. wie ich schon gesagt habe...brauchen sie auch nicht mehr, aufgrund der tollen brutalen zwangsmaßnahmen und gehirnwäscherei bisher. wieso du dann die erwachsenentaufe eingeworfen hast ist zwar ok, aber nicht das worauf sich mein einwand bezogen hat. nun gut, wie gesagt, erwachsenentaufe ist schön und gut, aber die passiert meist auch im pubertätsalter (ungefähr zur zeit der firmung). dann ist man ebenfalls noch nicht soweit die ideologische organisation hinter der kirche zu erkennen. dann ist man genau im richtigen prägungsalter. in diesem alter ist es psychologisch sogar viel effektiver. so können sie dir die taufe als eigene entscheidung verkaufen und haben somit noch treuere kirchendiener als wenn du als baby getauft wirst und eine art zwang suggeriert wird von dem du dich befreien willst.
09.02.2009, 17:27 von TNTausgenommen sind hier
sonder ein- bzw. übertritte die dann erst im wirklichen erwachsenenalter ab 25 jahren stattfinden. dann will man es wirklich nicht anders ;-))
@TNT
10.02.2009, 09:58 von LudwigMartinDen magischen Zauber der Taufe scheinst Du ernster zu nehmen als manch Priester...
Kein Mensch behauptet, daß ein Kind bei seiner Taufe eine Entscheidung trifft. Bei einer Kindstaufe werden die Entscheidungsrituale nachgeholt.
Es gibt eine Entscheidung an Kindes statt durch seine Eltern. Das ist nichts ungewöhnliches - schließlich entscheiden Eltern ziemlich intensiv für das Kind:
- wo und wie es zu leben hat
- wie es sich ernährt
- was es an Bildung und materiellen Dingen bekommt
- in welcher Stimmung und welchem Glaubensumfeld es aufwächst
Es IST Verantwortung der Eltern, die ihnen nicht genommen werden kann. Und wenn ein Kind halbwegs liberal (in oder außerhalb der Kirche) erzogen worden ist, dann ist es in der Lage, die Entscheidung seiner Eltern zu bestätigen oder zu negieren.
Nach Deiner Logik ist nur der Kirchenaustritt ein selbstbestimmter Akt, der traurigerweise bei manchen bis zu ihrem Tode nicht erfolgt.
Und sie sind auch noch zufrieden mit ihrem Leben... so ein Mist.
@LudwigMartin wenn man damit leben kann...und auch noch damit zufrieden ist ...perfekt! *g*
10.02.2009, 16:33 von TNTmir fällt mal wieder viel zu viel hierzu ein.
09.02.2009, 12:41 von nutella1. grundlegend: bei der kommunikation geht es um den austausch von informationen zwischen sender und empfänger. wichtig ist dabei nicht, was der sender der information sagen WILL sondern das, was der empfänger VERSTEHT. wenn in meinen persönlichen fachtermini "du arschloch" meint "du bist ein netter kerl" muss ich mich nicht wundern, wenn ich zusammgeschlagen werde, nur weil der dämliche empfänger mich falsch versteht und zu ignorant ist, sich zu informieren.
auf gut deutsch: wenn ich fachsprache an die in der regel uninformierte öffentlichkeit gebe und diese nicht erläutere muss ich mich nicht wundern, wenn die öffentlichkeit etwas anderes versteht.
2. woher nimmst du die böswilligkeit des senders? so eine programmplanung ist in der regel längerfristig und wird nicht spontan beschlossen. das war eben ein dummer zufall. vom interview konnte der papst nichts wissen, aber die extrem langsame reaktion bzw die völlig fehlende reaktion sind sicher nicht positiv. dass die öffentlichkeit gerade in deutschland etwas sensibel auf holocaustleugnung reagiert sollte auch im vatikan mittlerweile bekannt sein.
3. hier herrscht meinungsfreiheit, jeder darf jeden aus jedem grund auffordern, aus der kirche auszutreten. und sicher dürfte es auch noch genug wenig überzeugte kirchenmitglieder geben, denen die mitgliedschaft nicht weh tut, aber auch nicht mit besonderem glauben verbunden ist. die vermutung wird durch die durchschnittlich recht geringe zahl der gottesdienstbesucher sicher nicht widerlegt.
@nutella Es ist aber verständlich, daß man für einen kircheninternen Akt, dem keine riesige Öffentlichkeitswirksamkeit beigemessen wird, sich in Kirchenjargon ausdrückt. Vielleicht bin ich als Historiker da ein bißchen altbacken, aber ich finde , daß man sich ruhig informieren kann, was der andere getan hat, bevor man ihn auffordert sich für eine nicht begangene Tate zu entschuldigen oder distanzieren.
09.02.2009, 12:49 von Romeo_Flausch79@Romeo_Flausch79 also dass die piusbrüder das ausschlachten und bekannt machen werden, war schon vorauszusehen.
09.02.2009, 13:08 von nutellaund ne anständige pressestelle hätte auch nach bekannt werden des interviews gesehen, dass da wohl ein problem kommen könnte und zumindest klarstellen können, was es eigentlich mit der aufhebung auf sich hat.
der hinweis "schaut halt selber nach, sonst seid ihr selber schuld" ist da nicht besonders hilfreich, denn das problem hat nicht der missverstehende journalist sondern die kirche. also sollte sie auch bestrebt sein, das problem zu vermeiden.
man kann sich jedenfalls meiner meinung nach nicht hinstellen und sagen "ist doch alles prima gelaufen, nur die anderen sind halt blöd und verstehen mich nicht. ich hab nix falsch gemacht". wenn es zu so einem kommunikationsdesaster kommt hat nahezu IMMER der sender der information einen fehler gemacht.
aber schön zu erleben, dass du mal die kirche verteidigst, wenn ich sie angreife ;)
@nutella Ich wage mal zu behaupten, daß unter den jetzigen Kritikern 95% keine Ahnung von den Piusbrüdern haben und auch jetzt keine besitzen. Man meint den Sack und haut den Esel.
09.02.2009, 13:12 von Romeo_Flausch79@oceaneyes
09.02.2009, 12:54 von LudwigMartinLassen sie sich auch nicht.
Anmaßend ist es trotzdem.
Vielen Dank für die klarstellenden Worte.
09.02.2009, 12:13 von LudwigMartinDie Exkommunikation ist im übrigen eine Maßnahme, die nach Kirchenrecht (also interne Regelung) nicht wegen Meinungsäußerungen angewandt wird, und aufgehoben werden MUSS, wenn der Grund für die Exkommunikation nicht mehr vorliegt.
Die Exkommunikation ist vielleicht am ehesten vergleichbar mit der Aberkennung einer Staatsbürgerschaft, also eine recht energische Sanktion, die jegliche Kommunikation erst einmal aussetzt.