PatrickMangan 13.07.2011, 08:46 Uhr 7 12

HERRESBURG

Anna kniete auf dem Schulhof. Vor ihr lagen die vier Jugendlichen, mit weit aufgerissenen Mäulern.

Anna kniete auf dem Schulhof. Vor ihr lagen die vier Jugendlichen, mit weit aufgerissenen Mäulern. Ihre leeren Blicke waren in den blauen Himmel gerichtet. Alle hatten klaffende Wunden am Hals, aus denen Blut sickerte wie Wasser aus einem Brunnen. Sie waren tot. Als Anna hochsah, erkannte sie die Schemen eines Mannes.
Er beugte sich zu ihr hinunter und hob sie hoch. Er schüttelte sie.
„Wo ist Jakob?“, fragte er laut.
Anna war wie gelähmt.
„Wo ist Jakob?“, schrie er.
Anna erwachte. Mit dem Finger zeigte sie in die Richtung, in die Jakob gerannt war.
Der Mann ließ sie runter und rannte mit zwei Polizisten davon.


***

Sie kamen früh am Morgen und ihre Gesichter verrieten, dass Widerstand zwecklos war. Bauer Hubert war noch im Pyjama, doch die Müdigkeit war wie weggeblasen. Er zitterte leicht, ob der Kälte oder ob der Angst, das wusste er selbst nicht so genau zu sagen. Die drei Männer in ihren schwarzen, hoch geschlossenen Ledermänteln erinnerten ihn an Nazis. Und dieses Auftreten reichte, um Bauer Hubert gefügig zu machen.
„Die Wildschweine“, sagte der größte unter den fremden Männern. „Zeigen Sie sie uns!“.
Bauer Hubert tat wie ihm geheißen. Er führte die Männer über den Hof zu den Stallungen. Einer der Männer warf einen kurzen Blick auf die angrenzenden Felder. Hinten am Horizont erkannte man schon die Sonne, aber der Nebel hing noch wie ein Leichentuch über ihrem blassen Antlitz.
Bauer Hubert öffnete den Verschlag. Im gerade einmal mannshohen Schuppen hingen drei erlegte Wildschweine von der Decke. Schön der Reihe nach hatte Bauer Hubert sie mithilfe eines Freundes an einem Widerhaken am Unterkiefer aufgespießt. Ihre offenen Augen starrten ins Nirgendwo.
„I hob’s net gwußt“, sagte Bauer Hubert entschuldigend. „I hob‘s oinfach net gwußt!“
Die Männer in den schwarzen Ledermänteln sagten nichts. Einer von ihnen, diesmal nicht der größte, holte ein Gerät aus einer Umhängetasche. Es sah aus wie eine Fernbedienung oder wie ein Taschenrechner mit digitalem Display. Der Mann schaltete das Gerät ein und hielt es in die Richtung der Wildschweine. Bauer Hubert hörte erst nur ein Piepsen, das in regelmäßigen Intervallen aus dem Gerät kam. Als der Mann das Gerät näher an die Wildschweine hielt, wurden die Intervalle des Piepsens immer kürzer, bis schließlich nur noch ein krächzendes, durchgehendes Geräusch zu vernehmen war.
Die drei Männer warfen sich vielsagende, beunruhigende Blicke zu. Dann zeigte der dritte Mann auf die Wildschweine.
„Wie ist das passiert?“
Bauer Hubert sah auf die abgerissenen, zerfetzten Hinterläufe der Wildschweine. Gedärme hingen in langen, blutigen Strängen aus den Eingeweiden der Wildschweine.
„I woiß net“, sagte Bauer Huber und machte eine abwehrende Handbewegung.
„I woiß es wirklich net.“


***


Der Arzt machte sich daran, Jakob den Verband abzunehmen. Doch so einfach war das nicht. Das geronnene Blut verband die Haut des Unterarms und den Mull des Verbandes wie Klebstoff miteinander.
„Aahh“, schrie Jakob. Er versuchte, tapfer zu sein, aber es fiel ihm schwer.
Der Arzt hielt nach wenigen Zentimetern inne. Das bisschen Verband, das er vom Unterarm gelöst hatte, legte einen grünlich gelben Beleg frei.
„Sie hätten sofort zu mir kommen müssen“, sagte der Arzt an Jakobs Mutter gerichtet. „Das sieht nach einer Blutvergiftung aus. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät.“
Die Mutter sah bleich aus. Seit ihrer Ankunft im Krankenhaus hatte sie kaum einen Ton gesagt. Der Krankenschwester hatte sie gesagt, dass sie den Verband drei Tage zuvor selbst angelegt habe. Dilettantisch, wie der Arzt fand.
„Wie ist das passiert?“, fragte der Arzt.
Jakob und seine Mutter sahen sich an. Der Arzt glaubte, sie wollten sich nur darüber einig werden, wer den Tathergang schildern solle. Stattdessen schienen die beiden mit Blicken ein Schweigegelübde zu vereinbaren. Sie blieben stumm.
„Hören Sie mir gut zu“, sagte der Arzt daraufhin leicht ungehalten. „Ich kann ihren Sohn nur behandeln, wenn Sie mir jetzt auf der Stelle sagen, was vorgefallen ist. Wenn sie mir nicht genau sagen, wie das hier (er zeigte auf den Arm des Jungen) passiert ist, dann kann es sein, dass ihr Junge den Arm verliert.“
Das war zugegebenermaßen sehr drastisch, aber leider ebenso wirkungslos. Der Junge und die Frau blieben stumm.
Griesgrämig und laut grummelnd machte sich der Arzt wieder an die Arbeit. Er löste in einer halbstündigen Prozedur den Verband vom Arm, desinfizierte die Wunde und gab dem Jungen eine Spritze. Dann ließ er dem Jungen von der Krankenschwester einen neuen Verband machen.
„Ich hoffe für Sie“, sagte der Arzt zum Abschied, „dass die Sache hiermit beendet ist. Wenn Komplikationen auftreten sollten, kommen Sie bitte wieder hier her. Da sie mir nicht sagen wollen, was es ist, kann ich Ihnen nicht weiter helfen. Es sieht aus wie ein Biss, aber ob Tier oder Mensch, das vermag ich nicht zu sagen. Es wäre für alle besser, sie brächen ihr Schweigen.“
Keine Reaktion.
Der Arzt öffnete der Mutter und ihrem Jungen die Tür. Er reichte ihnen zum Abschied nicht die Hand.
Idioten, dachte er, als er die Tür geschlossen hatte.


***


Zwei Stunden nachdem die Männer in den schwarzen Ledermänteln bei Bauer Hubert aufgetaucht waren, rückte eine Hundertschaft von Polizei und Feuerwehr an. Da waren Männer in Schutzanzügen, die den Schuppen hermetisch abriegelten, da waren Polizisten, die mit langen, metallenen Stäben die angrenzenden Wissen durchkämmten und da waren Kommissare und Wissenschaftler oder andere wichtige Leute, die sich um Verantwortlichkeiten rangelten und einander die Autorität streitig machten.
Bauer Hubert stand nur konsterniert da und konnte nicht fassen, was da um ihn herum geschah. Es kam aber auch niemand, um ihn aufzuklären. Und er traute sich nicht, nachzufragen. Er war und fühlte sich als Randfigur einer Naturkatastrophe, dessen Ausmaße ihm unheimlich vorkamen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit kam ein Kommissar auf ihn zu. Er stellte sich nicht vor, stattdessen zerrte er Bauer Hubert zu einem der Polizeiwagen, breitete eine Karte der Gegend auf der Motorhaube aus und schaute Bauer Hubert fordernd an.
„Wo genau haben Sie die Wildschweine geschossen!“
Bauer Hubert gab unumwunden Auskunft.
„Also, des Erschte, des hob‘ i hier g’schossa, hier, bei der Zuberquell‘, da hob i‘ s’erwischt. Die anderen zwoi, die hob i etwas höha ob’n g’schossa, i weß net mehr so genau, i glaub es war bei der Anhöh dort.“
Bauer Hubert zeigte auf den Fleck auf der Karte, der sich direkt vor einem Nadelwald befand.
„Ist Ihnen etwas aufgefallen an den Tieren?“, fragte der Kommissar. „Haben sie sich irgendwie komisch verhalten? Wirkten sie außergewöhnlich aggressiv, hatten sie Schaum vor dem Mund oder ähnliches?“
Bauer Hubert versuchte sich so gut es ging zu erinnern. An den Abend, als er die Wildschweine geschossen hatte. An die Gewitterwolken am Horizont, an die unruhigen Bewegungen der Tiere, ihre sinnloses Kreisen und Scharren mit den Hufen. Bauer Hubert dachte nach wie vor, dass ihr Verhalten mit dem heraufziehenden Unwetter zusammen hing.
„Na“, sagte er, „mia is nix auf’gfalle“.
Der Kommissar schaute ihn skeptisch an. Er runzelte die Stirn, eine Pause entstand.
Dann, schließlich, faltete der Kommissar die Karte zusammen und ging grußlos zurück zu seinen Kollegen, die über Funkgeräte die Suchaktion koordinierten.
Euch sog i nix mehr, dachte Bauer Hubert.


***


Jakob ging am nächsten Tag wieder zur Schule. Was sollte er auch sonst tun? Er spürte keinen allzu großen Schmerz mehr und insgeheim hoffte er sogar, für die großflächige Wunde bewundert zu werden.
Als er über den Schulhof lief, sah er die Jungengruppe schon von weitem. Ronnie und Maik und Dennis und Egon. Das Ratpack, so nannten sie sich selbst. Sie waren drei Klassen über Jakob und gaben sich wie Zwanzigjährige. Sie trugen schwarze Lederjacken mit Nieten und rauchten unverhohlen ihre Kippen auf dem Schulhof. Aus irgendeinem Grund hatten sie sich ihn als Spielzeug, als Opfer auserkoren.
Ronnie, der Anführer, löste sich aus der Gruppe und kam schmunzelnd auf ihn zu.
„Na, da is ja der kleine Jakob. Na, wie isset?“
Dann bemerkte er den Verband am Unterarm.
„ Oh, hattu Aua gemacht. Ohh..“
Ronnie griff nach Jakobs verbundenem Unterarm und drückte zu. Ein stechender Schmerz durchfuhr Jakobs Körper. Ihm wurde schwarz vor Augen und er sank leicht in die Knie. Doch er wollte sich nicht unterkriegen lassen. Diesmal nicht. Du wirst mich nicht weinen sehen, dachte Jakob.
„Na, Kleiner, watt machse jetzt: Heulste gleich los, ja? Läufst zum Schulleiter? Komm, mach doch!“
Ronnie kam ganz nah an Jakobs Ohr ran.
„Dann fick ich deine Mutter!“, flüsterte er ihm ins Ohr.
Jakob riss sich los.
„Lass mich“, zischte er und lief davon.
„Früher oder später kriegen wir dich, du kleine Ratte“, rief Ronnie ihm hinterher, begleitet vom Lachen der anderen Jungs.
Jakob lief und lief bis er sein Klassenzimmer erreicht hatte. Dort angekommen, setzte er sich auf seinen Stuhl neben Anna. Anna sah ihn verwundert an.
„Was ist denn mit dir los?“, fragte sie, und zeigte auf seinen Unterarm.
„Nichts“, keifte Jakob zurück. „Lass mich in Ruhe!“
„Ok,ok. Ich wollte nur höflich sein!“
Jakob bereute seine Reaktion sofort. Aber er wollte sich auch nicht entschuldigen. In Gedanken war er noch zu sehr bei diesem Ratpack. Insgeheim ersann er schon tausend Rachepläne.
Euch werd ich es zeigen, dachte er. Und wunderte sich über seine aufkeimende Aggressivität.


***


„Ja, dann holt ihr euch die Erlaubnis vom befehlshabenden Offizier. Wer auch immer das ist!“
Der Kommissar von vorhin winkte Bauer Hubert erneut zu sich ran.
„Das Munitionsdepot“, sagte er, „wo liegt das?“
„I woiß nix vo‘ oinem Munitionsdepot“, sagte Bauer Hubert.
Der Kommissar näherte sich Bauer Hubert bis auf wenige Zentimeter. Er baute sich vor ihm auf und blies ihm seinen schlechten Atem ins Gesicht.
„Jetzt hören Sie mir mal zu“, raunte er, „es geht hier um Angelegenheiten der nationalen Sicherheit. Sie wohnen hier seit über fünfzig Jahren, sie kennen die Gegend wie sonst keiner, also erzählen sie mir nicht, dass sie das Depot nicht kennen. Entweder zeigen sie mir jetzt auf der Karte, wo das Depot ist, oder ich lasse sie in Beugehaft nehmen.“
Bauer Huberts zwischenzeitlich aufgekeimter Mut erstarb so plötzlich wie er gekommen war. I bin aber au a Schisser, dachte er, als er zum Polizeiwagen ging und dem Kommissar auf der Karte die genaue Lage des Depots zeigte.
„Des Depot isch i den Siebzigern o’gelegt worn, des worn omerikanische und deutsche Soldaten, die ham des in nullkommanix hoch g’zogen. I hob damals Geld bekommen und en Vertrog unterschreibn müsse, dass I nix sog.“
„Was lagert dort?“, fragte der Kommissar.
„Des woiß i do net! Nix mehr, glaub I“, erwiderte Bauer Hubert.
Ein Polizeibeamter brachte dem Kommissar ein Telefon.
„Ja, Kommissar Höfgens hier, mit wem sprech ich, bitte? …Ja, Oberst Lessenich, folgendes: Wir haben hier einen Einsatz im Herresburger Wald und wir brauchen ihre Erlaubnis, bei unserer Suchaktion das Munitionsdepot mit einzubeziehen…ja, das ist mir schon klar….wessen Erlaubnis?.....ja, ich notiere…okay, ja, wiederhören!“
Nachdem der Kommissar aufgelegt hatte, rief er den Polizeibeamten, der ihm das Telefon gebracht hatte, wieder zu sich.
„Verbinden Sie mich mit dem Innenminister!“
„Dem des Landes oder auf nationaler Ebene?“, fragte der Polizeibeamte.
„National!“
„Wird gemacht, Herr Kommissar“.
Der Polizeibeamte entfernte sich.
„Sie können dann auch gehen“, sagte der Kommissar zu Bauer Hubert.
Kruzifix noch o’mal, dachte Bauer Hubert und dackelte davon.


***

Jakob saß an den Hausaufgaben. Aber es fiel ihm schwer, sich zu konzentrieren. Sein Unterarm schmerzte zwar nicht mehr so stark wie tags zuvor, aber er spürte das unbändige Verlangen, mit dem Lineal in den Zwischenraum von Haut und Verband einzudringen und wie wild auf der Wunde herum zu kratzen.
Aber er zwang sich, es nicht zu tun.
„Mal sehen“, sagte er laut, „womit fang ich an? Hmm, Mathe!“
Er holte das Buch raus, schaute im Hausaufgabenheft nach den Übungen, die er machen musste und schlug dann im Buch die entsprechende Seite auf. Bruchrechnen!
Er machte sich an die erste Aufgabe. Er las sie durch, er las sie nochmal durch, er setzte ab, er las sie ein weiteres Mal durch. Nichts! Er verstand nichts.
Er fühlte die Hitze unter dem Verband, er fühlte das Jucken, die mit dem Verband verklebten Härchen, die Kruste der Fleischwunde und das saftige Gurgeln einer vor sich hin brodelnden Wunde. Oh nein, dachte er, es geht wieder los.
Eine einzige Sekunde hielt er Versuchung stand, dann aber ergriff er hastig das Lineal und biss mit seinen Zähnen den Verband ab. Mit seinem Lineal zog er den Verband förmlich ab, legte die Wunde frei und kratzte und rubbelte und knibbelte an ihr rum. Wie rasend fuhr er mit den Fingernägeln über die teils offene, teil verkrustete Wunde, bis fast alles wieder abgeschürft war. An seinen Fingerspitzen hing Kruste und von der Kruste tropfte Blut.
Ahhh, dachte Jakob erleichtert, das hat gut getan.
Er lehnte sich zurück und genoss einen Moment lang die Ruhe und Entspannung. Es hatte gejuckt, er hatte gekratzt. Sein Körper hatte gerufen, er hatte geantwortet.
Aber schon wenige Sekunden später ging das Spiel von vorne los.
Alles juckte. Wie wild.

Jakob biss die Zähne zusammen. Ertrag es, ertrag es, sagte er sich immer wieder. Halt es aus, halt es aus.
Aber auch dieser Versuch scheiterte kläglich.
In einem Anfall von Juckreiz nahm Jakob sein Taschenmesser aus der Schublade, holte die Säge raus und rieb sich mit den Zacken der Säge die Haut auf. So lange und so feste, bis der Unterarm völlig blutverschmiert und halb gehäutet war.
Jakob konnte ein Stück vom Knochen sehen.
Aber er fühlte keinen Schmerz. Nur Erleichterung. Grenzenlose Erleichterung.


***


Kommissar Höfgens war mit einem Team von ABC-Abwehrdienst beim Munitionsdepot angekommen. Noch immer war er im Telefongespräch mit dem Innenminister darum bemüht, eine Freigabe für das Gelände zu bekommen.
„Ich verstehe sie nicht, Herr Minister“, sagte er irritiert, „das Depot ist ihren Angaben nach seit fünf Jahren verlassen, es befindet sich keine Munition mehr auf dem Gelände oder sonstiges gefährliches Material, warum also erteilen sie uns keine Freigabe?“
Der Kommissar hörte sich ergeben die Antwort des Innenministers an.
„Ja“, sagte er schließlich, „danke schön. Wiederhören, Herr Minister!“
Er klappte sein Mobiltelefon zusammen und rief die Spezialisten zu sich.
„Legt eure Schutzanzüge an. Ihr werdet das Depot durchsuchen! Ich bleibe über Funk mit euch in Kontakt!“
„Haben sie die Freigabe bekommen?“, fragte der Leiter des Teams.
„Klar hab ich die“, gab der Kommissar keifend zurück, „sonst würde ich ihnen wohl kaum den Befehl zur Durchsuchung geben.“
Der Leiter sagte nichts mehr. Stattdessen befahl er seinen Männern per Handzeichen das Anlegen der Schutzanzüge.

Zehn Minuten später waren die Männer bereit. In vorsichtigen Schritten bewegten sie sich auf das verrostete Eingangstor des Geländes zu und streckten ihre Messgeräte wie eine Schnecke ihre Fühler in die Höhe. Einige Minuten später passierten sie das alte Wachlokal und drangen in das Innere des Depots vor. Wieder ein paar Minuten später gingen sie um ein altes, moosüberwuchertes Betongebäude herum und verschwanden aus dem Sichtfeld des Kommissars, der sich im Auto verschanzt hatte.
„1,2, Test, Test“, sagte der Kommissar durch das Funkgerät, „hören Sie mich?“.
„Ja“, kam es krächzend zurück, „ich höre sie klar und deutlich. Bisher schlagen die Messgeräte noch nicht aus. Die Stahltore zu den Betonblöcken sind alle noch verriegelt, keine Spur von Gewalteinwirkung. Wir bewegen uns jetzt auf den größten Block zu, wahrscheinlich das Zentrallager.“
„Alles klar“, erwiderte Kommissar Höfgens, „halten sie mich auf dem Laufenden.“
„Jawohl, Herr Kommissar“, sagte der Leiter über Funk.
Es klang ironisch und bitter zugleich.


***

Als seine Mutter einkaufen gegangen war, ging Jakob in das Schlafzimmer seiner Mutter und nahm den Autoschlüssel von der Kommode. Anschließend ging er zur Garage und holte den Verbandkasten aus dem Kofferraum. Zurück im Haus, legte er den Autoschlüssel genau so auf der Kommode ab, wie er ihn vorgefunden hatte. Dann verschanzte er sich in seinem Zimmer und versuchte, sich selbst zu verbinden.
Der Arm blutete nach wie vor, aber Jakob verspürte keinen Schmerz. Auch hatte er das Gefühl, dass die Wunde relativ schnell heilte. Vorhin hatte er noch Teile seines Ellenbogenknochens durch die aufgeratschte Haut schimmern sehen, jetzt war dort nur noch verheilende Haut und geronnenes Blut. Sein extremer Juckreiz und der anschließende Kratz- und Ratschrausch waren ihm viel rasender vorgekommen, als die Auswirkungen nun vermuten ließen. Aber im Grunde war er dafür dankbar. Er wollte seiner Mutter auf keinen Fall erneut Scherereien machen. Er säuberte den Arm, desinfizierte ihn mit Klosterfrau Melissengeist und verband ihn anschließend so gut es eben ging mit Mull.

Als er fertig war, legte er alles zurück und ging zurück auf sein Zimmer. Er machte sich erneut an die Mathehausaufgaben und diesmal gelang es ihm besser, sich zu konzentrieren. Als er fertig war, seufzte er zufrieden.
Dennoch war ihm ein wenig unwohl. Beim Ertasten seiner Stirn fühlte er eine ungeahnte Hitze. Sein Körper lief auf Hochtouren. Er legte sich ins Bett und hielt seinen verletzten Arm mit dem gesunden Arm fest. Er ging in Embryohaltung und versuchte ein wenig zu schlafen. Beim Dösen dachte er an jenen Tag, als er sich die Wunde zugezogen hatte. Er sah Bäume, Sträuche, Zäune, Gitter und Betonklötze. Dann schlummerte er ein.

„Wach auf, Junge, wach auf“.
Jakobs Mutter saß auf der Bettkante. Liebevoll schaute sie ihn an.
„Wie geht es deinem Arm“, fragte sie.
Jakob, noch im Halbschlaf, ertastete den Verband. Er drückte auf den Mull des Verbandes und spürte nichts. Verwundert schauten er und seine Mutter sich an. Gemeinsam öffneten sie die Stecknadel des Verbandes und rollten den Mull vom Arm.
Als der Arm freigelegt war, stand Jakobs Mutter erschrocken auf. Sie hielt sich die Hand vor den Mund, ob vor Entsetzen oder vor Überraschung, das wusste Jakob nicht zu sagen.
Aber auch er war erstaunt. Denn der Arm war vollständig verheilt.

***

„Hallo, bitte kommen!“
Funkrauschen. Nichts. Funkrauschen.
„Hallo, bitte kommen!“
Es half nichts. Seit knapp zehn Minuten hatte er keinen Kontakt mehr zum Spezialteam.
Scheißfunkgeräte, dachte Kommissar Höfgens, und pfefferte seins auf den Beifahrersitz des Polizeiwagens.
Von jeher mit einer begrenzten Geduld ausgestattet, überlegte er nicht lange, ob er selbst ins Depot gehen sollte. Er ging einfach los. Schutzanzug? Egal! Verstärkung rufen? Egal! Die Dienstwaffe mitnehmen? Egal!
Festen Schrittes betrat er die Schwelle zum ehemaligen Munitionsdepot. Morsches Holz, nasses Laub, Kieselsteine und Eisensplitter gaben dem Druck seiner festen Schuhe nach. Er beschleunigte seinen Gang und lief nun zügigen Schrittes auf den ersten Betonblock zu, an dem das Team abgebogen war. Die Abenddämmerung brach herein, dunkle Wolken zogen am Horizont auf und leichter Nieselregen setzte ein.

Als er um zwei Betonblöcke herumgegangen war, sah er das Team zwanzig Meter von ihm entfernt am Boden knien. Alle fünf Männer des Teams waren am Boden und bildeten einen Halbkreis um etwas, das verdeckt vor ihnen lag. Sie unterhielten sich angeregt und bemerkten den herannahenden Kommissar nicht.

„Geht ihr auch mal ans Funkgerät“, fragte der Kommissar in jovialer Manier, als er bei ihnen angekommen war.
Zwei Spezialisten drehten sich zu ihm um. Auch der Leiter des Teams nahm nun vom Kommissar Notiz. In seiner Hand hielt er ein Messgerät, das fast durchgehend piepte.
„Sie sollten besser zum Eingang zurückgehen. Sie tragen keinen Schutzanzug!“
„Was haben sie gefunden?“, fragte der Kommissar ungerührt und beugte sich vor, um über die Schulter der knieenden Spezialisten zu schauen.
Vor ihnen, im schmutzigen Gras, lagen zwei tote Füchse. An ihren Lefzen klebte getrocknetes Blut.
„Haben die die Wildschweine gerissen?“, fragte der Kommissar.
„Wahrscheinlich“, erwiderte der Teamleiter. „Genaueres müssen die Laborbefunde ergeben. Wir nehmen ein paar Gewebeproben.“
„Tun sie das“, sagte der Kommissar.

***

Jakob ging zur Schule und fühlte sich unverwundbar. Etwas war mit ihm geschehen. Noch immer musste er an seine plötzliche, wundersame Genesung denken. An das Wunder, wie seine Mutter es nannte.
„Gott hat dich gerettet“, hatte sie gemeint.
Aber Jakob glaubte nicht daran, dass Gott für dieses Wunder verantwortlich zeichnete. Er glaubte vielmehr, ein Mutant zu sein. Er war nun, aus welchem Grund auch immer, mit einem biologischen Organismus ausgestattet, der Wunden in Sekundenschnelle verheilen ließ.

Als Jakob auf den Schulhof trat, wünschte er sich beinahe, vom Ratpack angepöbelt zu werden. Kommt schon, dachte er, kommt schon, macht mich an.
Aber nein. Ungehindert konnte Jakob den Weg zu seinem Klassenzimmer und zu seinem Platz beschreiten. Niemand sprach mit ihm, keiner rempelte ihn an, die spitzen Bemerkungen blieben aus.
„Hallo Jakob“, sagte Anna.
Jakob lächelte sie an.
„Hallo Anna“, erwiderte er.
„Was ist mit deinem Arm passiert? Hattest du nicht einen Verband?“, fragte sie erstaunt.
„Ja“, gab Jakob zurück. „Aber es war nicht so schlimm wie wir anfangs dachten. Es ist alles verheilt. Hier, schau mal: Als ob nichts gewesen wäre“.
Stolz hielt er ihr seinen Arm hin, als wäre es der Arm von Superman oder Batman. Doch Anna nickte nur und bückte sich dann zu ihrer Schultasche, um die Sachen für die erste Stunde heraus zu holen. Sie hatten Chemie bei Herrn Furk.
Als Herr Furk hereinkam, standen alle auf. Auf sein Guten Morgen, Klasse erwiderten sie ein in die Länge gezogenes Gu-ten Mor-gen Herr Fu-urk und setzten sich wieder hin.
„Ich weiß, dass wir heute eigentlich einen Test schreiben wollten“, begann Herr Furk. „Aber aus aktuellem Anlass möchte ich einen Exkurs machen und über die Gefahren radioaktiver Energie sprechen!“.
Die Kinder schauten ihn verdutzt an. Radioaktive was? Herr Furk nahm die Verwunderung wahr und ging darauf ein.
„Habt ihr nichts von dem Reaktorunfall gehört?“, fragte er erstaunt.
Nein, sagten die Kinder leise oder schüttelten mit dem Kopf. Sie hatten nichts gehört.

***

Drei Stunden später waren die Suchschwadronen der Regierung wieder abgezogen. Bauer Hubert hatte wieder seine Ruhe, Kommissar Höfgens war zurück in die Stadt gefahren und harrte vor dem Labor der Spurensicherung der Dinge, die da kommen mochten.
Nach Schlafen war ihm nicht zumute. Irgendetwas an diesem Fall beunruhigte ihn. Er saß im Flur auf einem unbequemen Sessel und hängte sich die Jacke über das eigene Gesicht. Er streckte die Füße weit von sich und versuchte ein Nickerchen zu machen. Der Teamleiter der Spurensicherung hatte ihm gesagt, dass es eine Weile dauern könne, bevor er Ergebnisse hatte, aber Höfgens wollte trotzdem warten. Er hatte keine Familie, keine Freundin und keinen Hund, der ihn erwartete. Da war nichts bei ihm zuhause.
In den frühen Morgenstunden des folgenden Tages kam der Teamleiter aus dem Labor.
„Wir haben das Blut analysiert“, sagte er.
Wie gestochen schoss Kommissar Höfgens aus seiner Halbschlafhaltung hoch.
„Und?“, fragte er.
„Also“, sagte der Teamleiter, „wir haben das Blut, das wir an den Füchsen gefunden haben, analysiert. Danach können wir eindeutig sagen, dass es die Füchse waren, die die Wildschweine gerissen haben. Fraglich ist noch, ob weitere Füchse im Wald bei Herresburg herumlaufen, die von den Wildschweinen gefressen haben. Außerdem…“
Die Miene des Teamleiters verfinsterte sich sorgenvoll.
„Außerdem haben wir an den Lefzen Spuren von menschlichem Blut entdeckt. Das macht uns ehrlich gesagt, etwas Sorgen, weil wir von keinem Vorfall mit einem Fuchs gehört haben. Das Blut der Füchse, wie auch das der Wildschweine ist definitiv kontaminiert, also für den menschlichen Organismus nicht ungefährlich.“
Höfgens schaltete schnell.
„Schreiben Sie einen Rundbrief an alle Hausärzte und Ambulanzen im Umkreis von 150 Kilometern. Alle ungewöhnlichen Vorfälle sollen dokumentiert werden. Vielleicht ist unser Biss ja dabei.“
„Okay“, sagte der Teamleiter. „Wie kann ich sie erreichen?“
Höfgens gab dem Teamleiter seine Karte.
„Ich bin im Büro“, sagte er.
Sie schüttelten sich die Hand und gingen ihrer Wege.


***

Am Nachmittag lief Jakob mit Anna nach Hause. Sie wohnte nur zwei Straßen voneinander entfernt und so gingen sie gelegentlich ein Stück des Wegs gemeinsam.
„Schon komisch, dieser radioaktive Energie“, sagte Anna. „Man hört sie nicht, man sieht sie nicht, man schmeckt sie nicht, und doch ist sie gefährlich und kann einen Menschen umbringen.“
„Ja“, sagte Jakob gedehnt. „Schon komisch, das stimmt.“
In Gedanken war er aber woanders.
An der Ampel vor ihnen stand nämlich Egon, einer der Jungs vom Ratpack. Er war allein.
Jakob, im Glauben ein Mutant zu sein, spürte das Verlangen, es diesem Jungen heim zu zahlen. Er dachte an all die Sticheleien, an das Geschubse, an die hämisch grinsenden Fressen dieser Urwaldaffen. Wut kam in ihm auf und kochte in ihm hoch.
Als Anna erneut zum Sprechen ansetzte, hielt Jakob nicht länger an sich und rannte los. Er lief so schnell er konnte auf Egon zu und verstand seinen kleinen Körper als Rammbock. Kurz vor dem Aufprall bemerkte Egon aus den Augenwinkeln das auf ihn zu rasende Geschoss. Er versuchte noch, in eine abwehrende Körperhaltung zu gelangen, aber da hatte es ihn schon erwischt. Von der Gewalt des Aufpralls verlor er das Gleichgewicht und flog der Länge nach auf den asphaltierten Bürgersteig.
Die Erwachsenen, die eben noch mit Egon an der Ampel gestanden hatten, schauten verwundert auf das Schauspiel. Als es aber Grün wurde, überquerten sie die Straße und kümmerten sich nicht weiter um den am Boden liegenden Jungen und den bedrohlich über ihm stehenden Knirps.
„Jetzt siehst du mal wie das ist, alleine und schutzlos zu sein“, keifte Jakob.
Egon, immer noch ungläubig auf Jakob starrend, sagte nichts.
„Und eins sage ich dir“, fuhr Jakob fort, „das nächste Mal..“
Jakob machte eine bedeutsame Pause. So kannte er es auch aus den Filmen.
„Das nächste Mal höre ich nicht mittendrin auf“.
Egon, der sich langsam gefasst hatte, musste laut auflachen. Der kleine Scheißer, dachte er, der kleine Scheißer markiert den großen Macker.
Und wenn das kleine Mädchen Jakob nicht zum Gehen aufgefordert hätte, wäre Egon wahrscheinlich sofort über den kleinen Wichser hergefallen.


***

Bingo.
Ein Ambulanzarzt des Herresburger Hospitals hatte zu Protokoll gegeben, dass vier Tage zuvor eine Mutter mit ihrem Sohn bei ihm gewesen wäre. Der Junge hatte eine Fleischwunde am Unterarm gehabt und nicht sagen wollen, woher diese käme. Auch die Mutter habe sich sehr komisch verhalten.
Höfgens hatte die Adresse und fuhr mit einem Kollegen von der Kripo zur angegebenen Strasse. Von der Schupo hatte Höfgens einen Streifenwagen geordert, der ebenfalls zum Haus der alleinerziehenden Mutter fuhr.
Beide kamen fast gleichzeitig am Haus an. Höfgens und sein Kollege öffneten das Gartentor und betraten den mit Waschbeton ausgelegten Weg, der sie zur Haustür führte. Höfgens ließ den Blick über den kleinen Garten streifen, dessen gutbürgerliche Anlegung ihn fast anwiderte: Gartenzwerge. Rosensträucher. Blumenkübel. Gemähter Rasen. Entsetzlich.
Höfgens bedeutete dem Kollegen, zu klingeln.
Nach einer Weile vernahmen sie Schritte aus dem Innern des Hauses. Die Tür ging auf und es erschien eine Mutter, die perfekt in den Vorgarten passte. Starre, katholische Frisur, züchtige Kleidung, Hausfrauenkittel, halbhohe, schwarze Damenschuhe, knielanger, brauner Rock.
Das ganze Programm, dachte Höfgens.
„Ihr Sohn“, sagte er, „wo ist ihr Sohn!“.
Höfgens kannte diesen Menschenschlag. Diesen Leuten musste man direkt beikommen.
„Entschuldigen Sie meinen Kollegen“, sagte der andere, „wir sind von der Kripo. Wir suchen ihren Sohn. Dringend!“
Die ohnehin blasse Frau wurde aschfahl im Gesicht. Sie sank in die Knie und wäre wohl auf den Boden aufgeschlagen, wenn der Kollege sie nicht aufgefangen hätte. Wie zwei Entführer schleppten Höfgens und der andere sie in das Innere der Wohnung und legten sie im Wohnzimmer auf die Couch. Die zwei Schupos, die ihnen gefolgt waren, wurden wieder hinaus komplimentiert.
Höfgens holte ein Glas Wasser und gab es der Frau zu trinken, als sie wieder bei sich war.
Er hatte kein Mitleid mit ihr.
„Nochmal“, sagte er forsch. „Wo ist ihr Sohn?“.
Die Frau schaute ihm benommen ins Gesicht. Höfgens sah auf die kurze Distanz das stark geschminkte Gesicht. Was für eine Maske, dachte er.
„In der Schule!“
„Welche Schule?“
„Am Luitpold Gymnasium!“
Höfgens verständigte sich per Blickkontakt mit seinem Kollegen. Dann lief er zurück zum Auto, befahl den Schupos im Vorbeigehen, ihm zu folgen, sprang ins Auto und fuhr los.

***

Jakob hatte es gewusst. Die Jungs vom Ratpack hatten es gewusst. Die meisten Lehrer, die meisten Schüler, eigentlich alle hatten es gewusst. Sie hatten gewusst, dass es irgendwann knallen würde. Und nun war es soweit.
Jakob wurde noch auf dem Schulhof vom Ratpack in Empfang genommen. Er wollte eigentlich zu Anna gehen, die in schon aus der Entfernung anlächelte. Dann, plötzlich, stellte Egon sich ihm in den Weg.
„Guten Morgen, du kleiner Scheißer. So sieht man sich wieder!“
Jakob blieb ganz gelassen und ruhig und wunderte sich nicht einmal darüber.
„Lass mich vorbei“, sagte er.
Egon lachte.
„Erst sagen wir meinen Freunden Hallo!“
Dann griff Egon Jakob am Kragen und schleifte ihn mit sich. Jakob versuchte, sich mit den Füßen abzustützen, was ihm mehr schlecht als recht gelang.
So ging es quer über den halben Schulhof, bis Egon ihn plötzlich fallen ließ. Aus den Augenwinkeln sah Jakob Anna, die ihm zur Hilfe eilen wollte. Anna, dachte Jakob, so ein liebes Mädchen.
Als Jakob sich aufrichtete, sah er die Mitglieder des Ratpacks um ihn herum stehen. Ronnie, Maik, Dennis und Egon.
„So“, sagte Ronnie herausfordernd, „dann wollen wir mal sehen wie mutig du bist!“
Jakob lächelte.
„Ihr seid am Ende. Geht lieber, bevor ich euch fertig mache“.
Die Jungs lachten. Es war kein falsches oder ängstliches Lachen, sondern ein selbstbewusstes, drohendes Lachen. Und dieses Lachen machte Jakob wütend, so wütend wie noch nie. Jakob ging in die Hocke und stützte sich mit den Händen auf dem Boden ab. Von weitem sah er aus wie ein Hundertmeterläufer auf dem Startblock. Sein ganzer Körper spannte sich an, seine Füße drückten sich in den Asphalt.

Bevor die Jungs wussten wie ihnen geschah, sprang Jakob dem ersten von ihnen an den Hals. Als er sich an der Kehle des ersten Jungen festbiss, überkam ihn ein Gefühl der Freude. Ihm war, als konnte er zum ersten Mal sein wahres Ich zeigen.

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Kommentare

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    Man kann nicht aufhören zu lesen. Toll geschrieben!!
    Ich schließe mich meinem Vorredner (Jingeling89) voll und ganz an!

    30.08.2011, 00:53 von MrsBlueberry
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  • 0

    Gut geschrieben. Trotzdessen, dass ich eigentlich so viele Zeit- oder Ortsprünge nicht sooo sehr mag, passen sie hier hervorragend zur Geschichte, und lassen den doch recht langen Text nicht langweilig werden. Dies ist einer der wenigen ellenlangen Texte, bei denen ich es bis zum Ende geschafft hab. Wobei geschafft ein falscher Ausdruck wäre, da ich mich ja nicht hindurchquälen musste.
    Zwar finde ich auch die Wunderheilung und den anschliessenden Beissangriff ein wenig abstrus, aber diese zwei kleinen Dinge mindern nicht den Gesamteindruck, den ich, wenn ich es kurz fasse, mit "Daumenhoch" bewerte.

    11.08.2011, 18:49 von topfbluemchen
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    großartich!

    14.07.2011, 14:34 von Der_Misanthrop
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    Wow! Fesselnd geschrieben!

    14.07.2011, 13:38 von miss_mel
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    Auf solche Texte bzw. Phantasien lasse ich mich hin und wieder gerne ein, Es ist nicht das, was ich normalerweise als Leser bevorzuge, aber ich mag mich an dieser Stelle für das kurzweilige Lesevergnügen bedanken.

    14.07.2011, 11:25 von Cyro
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      @Cyro hey cyro... biste krank? warum so kurz kommentiert? das macht mich fast traurig :(

      14.07.2011, 13:11 von Faraduna
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      @Faraduna Nun sei doch nicht so schaurig traurig, aber ...
      na ja, da gibt es ausnahmsweise nicht so viel zu schreiben, finde ich. Natürlich wäre es möglich zu versuchen zu analysieren, warum der Autor den Text schreib, welche Erlebnisse und Ängste zu diesem Phantasieprodukt führten, etc.
      Aber da habe ich keine Lust zu und halte es auch nicht für sinnvoll. Es gibt hier ein paar wenige Autoren, von denen ich mir gelegentlich als Leser phantastische Geschichten gefallen lasse. Es gar genieße.
      Eine Empfehlung mag ich trotzdem nicht geben, als Buch würde ich diese Story nicht kaufen. Es erinnert mich ansatzweise ein wenig an Steven King (man baue den Horror in den Alltag ein). Vermeintliche Realität, teilweise in grauen Tönen gezeichnet, ist nicht das, was ich mir normalerweise zu Gemüte führen mag. Nicht als Textform. Oder.. anderes gesagt, um mir das anzutun, muss ich in entsprechender Stimmung sein.
      Was diesen Text aber dennoch spannend macht, ist, dass ich die Absicht des Autors nicht durchschaue beim Lesen. Wohin entwickelt sich die Geschichte ? Wie abgefahren oder realitätsnah soll sie bleiben ?
      Im Nachhinein könnte ich auch darangehen und sie auseinanderpflücken, doch das hätte keinen Nutzen. Statt dessen ist Fakt, dass ich beim Lesen ein Stück weit gebannt war und voller Neugierde weiter gelesen habe. Also reicht als Quintessenz das „Danke“ für den Text. Was eventuell als schaler Nachgeschmack bleibt, lässt sich mehr oder weniger schnell herunterspülen.
      Wie gesagt, was bleibt ist das Danke fürs kurzweilige Lesevergnügen (das unter anderem durch verbal gut gemalte Bilder auszeichnet, der Text wirkt auf mich wie ein Kurzfilm) an den Autor.

      14.07.2011, 14:52 von Cyro
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      @Cyro du kannst den text doch nicht mit steven king vergleichen! ich bitte dich!
      ich hatte da mehr so an tatort gedacht.
      also bitte nicht nochmal steven king hier mit reinziehn ja? :)

      Ich finde der artikel ist definitiv startseiten würdig. viel mehr als penis texte, proll 7 viewing texte oder fremdvögel texte. das ist nicht einmal vergleichbar.

      14.07.2011, 15:04 von Faraduna
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      @Faraduna Doch, den und Tatort. Tatort wegen der teils tristen Realitätsbeschreibung, King, weil der Junge doch glatt zum Werwolf werden könnte, hätte der Autor die entsprechenden Ambitionen. Statt dessen aber atomare Strahlung mit Heilwirkung ? Hoffnung gedeihe, Realität, entschwinde, mag ich da sagen. Auch das Ende des Textes ist nicht ganz plausibel, aber entspricht einem Wunsch meinerseits als Leser.

      Startseite ? Hmm, Geschmackssache. Ich finde Texte von PatrickMangan teilweise spannend und gut geschrieben, ja, aber .. ich kann es nicht genau beschreiben, was mich an diesem Text stört, habe es nur mit "schalem Nachgeschmack" angedeutet. Jedenfalls mag ich diesen Text darum nicht empfehlen. Sorry, ich bin sonst nicht so mäkelig, vielleicht stelle ich auch andere (ungerechtfertigte ?) Ansprüche an Texte, die so als .... ja, wie soll ich’s sagen, in fast Romanform .... ja, als Phantasieprodukt vielleicht .. daherkommen.
      Egal, genug davon, beim Lesen hatten wir wohl beide was vom Text, damit will ich auch vollends zufrieden sein.

      14.07.2011, 15:22 von Cyro
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      @Cyro Ganz ehrlich, ich finde den Text ein bisschen trashig, als Film liefe so etwas wohl auf RTL II oder TELE 5. Vielleicht rühren deine Bedenken daher, Cyro. Hatte aber Spaß beim Schreiben.

      14.07.2011, 15:30 von PatrickMangan
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    Gänsehaut, Ekel, Faszination... alles war dabei.
    Bin sehr beeindruckt!
    Vielen Dank!

    14.07.2011, 11:17 von Faraduna
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    Schönes Ding!!

    Einfach mal wieder eine Geschichte ohne SchneckSchneck wie "Herzschmerz" ,"fick", "Seele" oder "melancholie".

    Hab ich gern gelesen. (Un die 2-3 Schreibfehler da drin tun der Sache keinen Abbruch)

    14.07.2011, 10:56 von Jingeling89
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