Wolkenduft 30.11.-0001, 00:00 Uhr 5 0

Helden-Talk

Und du grinst nur und meinst ironisch, so einen Helden kann man ja nur anstarren. Ich höre deine Stimme in meinem Ohr auch wenn du nicht da bist.

Genickstarre. Du sitzt da und kannst deinen Kopf nicht mehr nach rechts und dafür umso besser nach links drehen. „Gib mir deinen großen Zeh, ich massiere das über die Reflexzonen weg.“, grinse ich und drücke an deinem großen Zeh herum. Wir liegen auf der Couch. Du hast diese Nacht wieder mal schlecht neben mir geschlafen. Ohoh, wo soll das nur enden? Ich lag bestimmt, Arme und Beine weit von mir gestreckt, neben dir und schlummerte leicht schnarchend in meinen Träumchen davon. Du murmelst was von „unbequemen Kissen“ und ich notiere das heimlich in meinen Gedanken: „…neues Kissen besorgen- Mann schläft schlecht.“ Hab ich bis jetzt nicht geschafft.

Aber was ich geschafft habe bisher ist schon einiges. Finde ich. Mal abgesehen von der Genickstarre, da kein gutes Kissen vorhanden, bin ich jeden Tag glücklicher an deiner Seite zu sein. Also sagen wir mal so, ich war schon immer sehr glücklich darüber, aber jetzt bin ich in diesem Modus angekommen, dass ich nach rechts gucke und dich einfach nur ansehen könnte. Ansehen, was ich da wunderschönes an meiner Hand habe. Und mit wem ich da durch die Straßen ziehe. Nicht bewundernd, eher begeistert. Von dir.

Und du grinst nur und meinst ironisch, so einen Helden kann man ja nur anstarren. Ich höre deine Stimme in meinem Ohr auch wenn du nicht da bist. Das bist du ja gar nicht so oft. Öfter bist du ja schon eher in anderen Bundesländern unterwegs und ich auch. Aber immer wenn wir uns sehen, dann wie gesagt: Begeisterung.

Und ich erinner mich irgendwie plötzlich an meinen Kleinmädchen-Traum. Der anfing mit einem großen dicken Sparschwein, bis obenhin voll mit hart ersparten Münzen (für ein Haus in Spanien am Meer, besser wäre noch ne Villa gewesen) und der endete in großem Trinken und dem feststellen, dass dieses Träumchen wohl besser ein Traum bleiben soll und mich meine Wege wo anders hinführten.

Und dann war ich hier. Und du eben auch. Und irgendwie bin ich diesem dicken, fetten Sparschwein so dankbar. Dass es solch wunderbare Ideen ausgespuckt hat, nachdem ich sein Innerstes geleert und mit viel Vino die Vertias erkannte.

Dass sich mein Träumchen zu dir verändert hat, das begreife ich nun so langsam. Und dass die Villa am Meer, ein Held geworden ist merke ich immer wieder. Und ich grinse, weil ich weiß, wie du mich ansehen würdest, wenn du jetzt hier wärst und ich dir das erzählen würde.

Und ich lege meinen Finger auf deinen Nasenrücken, den ich irgendwie sexy finde. Und ich denke, wir sollten noch einige Gläschen Vino in unserem Leben auf dieses Schweinchen trinken. 

Und dann schläfst du ein, auf der linken Seite… und ich hoffe, dass du keine Genickstarre bekommst- … ich entdecke einen kleinen, dunklen Knuschfleck an deinem Hals und bin plötzlich erst peinlich berührt, dann finde ich es ganz amüsant, festzustellen dass der nun erstmal bleiben wird. 

Und du hoffentlich auch. 


Tags: Nasenrücken, Knutschfleck, MeinHeld
5 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Fragt sich nur, wer schneller weg ist...der Knutschfleck oder Typ.

    17.08.2015, 08:40 von mirror87
    • 0

      ... Es bleibt spannend... 

      17.08.2015, 20:27 von Wolkenduft
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  • 1

    Traue keiner Begeisterung, denn die ist in 4 Wochen verflogen. Dann wird der alte gegen einen neuen "Helden" getauscht.

    17.08.2015, 08:13 von Hattori-Hanzo
    • 0

      Du bist ja ein hoffnungsloser Romantiker Hattori-Hanzo, ich bin wieder mal begeistert ;-)

      17.08.2015, 20:29 von Wolkenduft
    • 0

      Die Wirklichkeit ist ein gnadenloser Realist; es sei denn, man kennt den Weg nach Akasha.^^

      18.08.2015, 12:04 von Hattori-Hanzo
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