Hangover
Was nach Partys so alles passieren kann.
Die Party gestern war gut. Neue Bekanntschaften, tolle Musik, stimmiger Alkoholpegel und ein wenig von dem, was ich "Tanzen" nenne. Ich hatte viel Spaß, fühle mich aber nicht so. Mein Mund ist Asche und mein Gehirn Brei...nur in dem Bereich nicht, vor dem ich mich fürchte. Der ist jetzt frei und kommt grinsend auf mich zu.
Wie immer am Tag danach, sieht er/es meine Erinnerungen durch. Sobald das anfängt, bin ich komplett unten. Auf "shuffle" und "repeat" läuft der gesamte letzte Abend wieder und wieder ab. Ich habe Angst, er/es könnte außer Kontrolle geraten, mich meinen Verstand kosten. Mechanisch, automatisch handle ich die Außenwelt ab, mein Geist ist darauf fixiert mich zusammenzuhalten, mich nicht zertrümmern zu lassen. Ich fühle mich überdehnt, in jeder Beziehung.
Der Grinsende seziert währenddessen den Abend. Szene für Szene taucht vor mir jedes Wort, jedes Nicht-Wort, jeder Schritt, jeder Blick, jeder Schluck, jedes Grinsen, Lachen, Nicken wieder und wieder und wieder vor mir auf. Vor, zurück, vor, Stop, vor, zurück, zurück, Stop. Dazwischen die Frage: War es so? Nicht anders? Ist es so passiert?
Mindestens zehn Mal zeigt er/es mir den gleichen Moment, springt zum nächsten, geht zurück. Es quält mich. Stiche ins Herz. Falsch, falsch, falsch! Nachdem meine eigenen Handlungen zerfleischt vor mir liegen, beginnt die Prozedur von vorne. Jetzt sind die Reaktionen der anderen dran. Haltung, Blick, Mimik. Wann ging wer weshalb wohin? Wie lief das Gespräch? Welche "Signale" hat er/sie gesendet? Immer die Frage: Was denkt er/sie über mich? Wie komme ich an? Wo lief es schief? Da? Ja? Ja! Zurück, von vorne: Da? Nein, kann nicht sein! ... Oder?
Zwei Tage lang, dann spüre ich nur noch dumpfe Verzweiflung, Angst. War ich so schlecht? "Social Hangover" heißt mein Spiel und ich bin wirklich gut darin.






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