the_eye 05.01.2009, 14:34 Uhr 10 2

Gurtpflicht vs. Rauchverbot

Sollten wir uns das wirklich so bieten lassen...???

Der Hype um das Rauchverbot ist zwar inzwischen verstummt, dennoch möchte ich das Thema kurz aufgreifen da mir seit langem eine Theorie durch den Sinn geistert die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Da ich mich auch schon mit vielen Leuten darüber unterhalten habe und viel positive Resonanz bekommen habe, man mir mit kritischen Fragen und Tipps für Recherchen geholfen hat die These auszuformen so möchte ich dem ein wenig Rechnung tragen.


Wie Ihr alle wisst liegt der Anfechtung des Rauchverbots in Kneipen und öffentlichen Gebäuden zu Grunde dass dies ein Einschnitt in die Privatsphäre des Bürgers wäre und sein Recht auf frei Entfaltung und Beweglichkeit einschränkt. Was dem Grundgesetz widerspricht, dem entgegen steht die Tatsache das Rauchen gesundheitsschädlich ist, und passiv rauchen sogar noch in erhöhtem Maße.

Nun heulen die einen das sie sich durch den Gestank und Schmutz belästigt fühlen und die Verursacher fühlen sich diskriminiert. Also muss der Staat als Schlichter dienen, dieser ist aber offensichtlich mit der Situation überfordert und findet sich im Irrgarten der eigenen Gesetze und deren Auslegung nicht zurecht. So zumindest hat es den Anschein.

Als vernünftig denkender Mensch würde man nun vielleicht nach einem Präzedenzfall suchen, in dem der Staat schon eine Entscheidung zum Schutze der Gesundheit des treuen Bürgers, entgegen dem Grundgesetz entschieden hat. 

Lange braucht man hier nicht zu suchen und die Headline hat auch schon verraten in welche Richtung es geht.
"...tja, weil der Gesetzgeber das so will"
"...und mit welcher Begründung?"
"...Nun wenn Sie nicht Angeschnallt sind und eine Unfall haben ist das Verletzungsrisiko sehr hoch und sollte dies der Fall sein so fallen Sie dem Staat zur Last.."

Trotz einer recht interessanten Diskusion kam ich um die 30€ Verwarngeld nicht herum...!
In diesem Fall sehen wir also das sich der Staat erlaubt den Bürger vor der eigenen Dummheit zu schützen. Eine genau Erläuterung des &21 Abs. 1 StvO gibt es in Jagusch & Henschel: Erläuterungen zur Stvo. Dort wird sinngemäß wiedergegeben das die Anschnallpflicht sich auf das verminderte Verletzungsrisiko stützt. Denn bei Verunfallung werden Not- und Rettungsdienste beansprucht, man benötigt medizinische Versorgung, vielleicht sogar längerfristig. Zusätzlich fällt die Arbeitskraft aus und man "behindert" die öffentliche Ordnung....

Nun frage ich mich, wo ist der Unterschied zum Rauchen!?
Es werden jedes Jahr Millionen ausgegeben um die Innenstädte Kippen-frei zu kriegen. Arbeitszeit und damit Produktivität wird mit Raucherpausen verschwendet. Man gefährdet bewusst seine eigene Gesundheit, was ja auch jedem seine eigene Entscheidung ist. Man wird auf Grund des Rauchens Krank und so fällt man dem sozialen Netz zur Last und die Arbeitskraft fehlt. Wo ist also hier der Staat, brauch hier der Bürger keine helfende Hand zum eigenen Schutz? Erschwerend kommt noch hinzu das Raucher in Kneipen und anderen Räumlichkeiten Mitbürger absichtlich der gleichen Gesundheitsgefährdung aussetzten.




Da kann man nur zu dem Schluß kommen das die Gurtpflicht Verfassungswidrig ist, oder das Raucherverbot nicht konsequent genug durchgesetzt wird. Oder sehe ich da etwas falsch, wie denkt ihr darüber?

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10 Antworten

Kommentare

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    Mh. Ich finde den Vergleich durchaus interessant.
    Als Beifahrer, fordere ich den Fahrer auf sich anzuschnallen, wenn er es nicht getan hat.
    Als Raucher, frage ich vorher, ob es Jemanden stört, wenn ich rauche. Ich schicke sogar meinen Hund aus dem Zimmer, wen ich das tue und auch er ist im Auto angegurtet.

    Wenn man im Auto den Gurt nicht benutzt ,gefährdet man nicht nur sich, sonder auch die anderen Verkehrsteilnehmer und Autoinsassen.
    Am Straßenverkehr teil zunehmen, ist ja heut zu Tage eine Notwendigkeit , der man sich nicht entziehen kann. Ich bin aber nicht gezwungen, mich in Kneipen aufzuhalten. Dazu kommen ja noch die Ausmaße in denen man seine Mitmenschen schädigt...

    Ich bin für ein eingeschränktes Rauchverbot.
    Kinder sollten immer und überall vor Rauch geschützt werden.
    Es sollte seperate Räume für Raucher in Kneipen geben. Oder Räume für Nichtraucher?
    Wenn "die Raucher" sich nicht ständig daneben benehmen würden und oft so rücksichtslos wären, gäb es dies Debatte gar nicht.
    Man kann Zigaretten in Mülleimer werfen, es gibt Taschenaschenbecher und man muss auch nicht alle 5 Minuten ne Kippe im Bart haben.
    Die Maßlosigkeit ist das Problem. Wie immer.

    15.07.2011, 23:35 von Gods_mistake
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    Hm... also erstmal hut ab... das ist wirklich ne gute frage... wo der sinn des ganzen liegt...

    ich selber bin nichtraucherin... und ich muss sagen, dass ich den gestank, entschuldigt, aber anders ist das nicht auszudrücken, auch nur nur deshalb aushalte, weil ich aus einer raucher familie komme.

    Doch ich muss zugeben, dass ich das gesetz der raucherfreien lokale und kneipen quatsch fand und auch noch finde. Einfach weil wir es jahre lang mitgemacht haben... sicher es riecht nicht besonders lecker und gefährdet nicht nur die gesundheit des rauchers, sondern auch aller anderen. Doch was ist auf den straßen oder bei anderen zu hause?
    Dann müsste man, meiner meinung nach, das rauchen überall verbieten, was denn doch etwas zu weit gegriffen wäre...

    und wie du schon zeigst, gibt es andere dinge, die dann ebenso verboten werden sollten... oder aber die das rechtfertigen würden. doch dann müssten wir alle unseren lebenstil umstellen, wofür wahrscheinlich die wenigsten bereit wären.

    also wie gesagt: hut ab für deine klare auffassung von dem thema...

    12.03.2011, 19:10 von franziska_Pie
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      @franziska_Pie Nun, im Grunde müsste man das Rauchen überall da verbieten wo es Einfluss auf Zweite nehmen würde. Erst dann wäre es die freie Entscheidung jedes einzelnen. Und gerade Kinder müssten egtl. vor ihren quarzenden Eltern geschützt werden, aber das ist so gut wie unmöglich.

      Da hast du recht, früher war es eben normal das es in Kneipen stinkt und es war ok, aber wie es jetzt ist find ich´s schon besser.

      12.03.2011, 19:45 von the_eye
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    Du hast die Milliarden Steuereinnahmen nicht bedacht, die der Staat durch Tabak einverleibt...

    28.01.2010, 22:39 von SirMCPedta
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    dieser text ist ein schaler aufguss der allfällig bekannten und mehrfach durchgehechelten diskussion.
    lieber schreiberling, ehrlich, das thema ist so lau wie abgelutscht.

    weiterhin ist es sowas von "blond" hier gleich zu polemisieren, rauchverbote seien verfassungswidrig.
    bei dieser art von "argumentation" würde ich es gerne mit dieter nuhr halten.

    04.08.2009, 11:42 von RedSonja
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      @RedSonja der text ist auch von Abfang des jahres....und das dass Rauchverbot verfassungswidrig ist sage ich garnicht. Es stimmt nur die Balance nicht...

      04.08.2009, 14:57 von the_eye
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    Ich finde das alles richtig was du sagst faktenmäßig. Allerdings finde ich (was interessant ist, weil ich genau über diese zwei Themen vorgestern nachgedacht habe), dass beides Verfassungswidrig ist. Es grenzt mich in meiner persönlichen Entscheidungsfreiheit ein.
    Außerdem falle ich dem Staat nicht zur Last, da ich die Krankenversicherung und Steuern selber durch meine geleistete Arbeit zahle.
    Ich habe auch das freie Recht meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Kommt schließlich auch keine auf die Idee mir abends in der Kneipe mein Bier aus der Hand zu schlagen. Achja.. damit schade ich ja nur mir. Aber dann soll's doch ausgezeichnete Raucherkneipen geben. Da steht dann ein fettes Schild drüber: "Hier wird geraucht." Wem es dann nicht passt, der soll draußen bleiben und wir werden sehen - es bleibt alles beim Alten...

    04.08.2009, 11:23 von Flutter
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    ich bin eigentlich nichtraucher, aber wenn ich genug getrunken habe, dann rauche ich sehr gern, auch IN der kneipe.
    allerdings finde ich es krass, dass das überhaupt erlaubt ist, weil ich durch mein rauchen schließlich auch unbeteiligte gefährde. irgendwie finde ich es komisch, dass das "rechtens" sein kann.
    ich bin mir deshalb fast sicher, dass man sich in ein paar jahren gar nicht mehr vorstellen kann, dass rauchen überall möglich war. hoffentlich.

    13.06.2009, 13:38 von thea
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    Ja, ich wollte das ganze egtl. noch mit Präzedenzfällen, Statistiken und Gesetzesauszügen untermauern, hab aber irgendwie den Bogen nicht gefunden.
    Das Raucherpausen die Produktivität steigern dem muss ich vehement widersprechen! Ich bin selbst Leiter eine Abteilung und sehen jeden Tag wie Arbeit einfach liegen bleibt und draußen gequalmt wird. Dann wird die hälfte vergessen, irgendwelches Zeug angefangen und nicht fertig gemacht. Lange schaue ich mir des nicht mehr an. Wenn ich mir im Gegensatz einen Kaffee holen, dann stell ich den neben meinen Monitor und arbeite weiter.

    21.02.2009, 08:42 von the_eye
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      @the_eye Na dann lass mich mal anfangen:
      Wie sieht's aus mit Tee-Zeremonien? Eine Kollegin von mir braucht jeden Tag 2mal eine Viertelstunde um ihren Teeaufguss zu zelebrieren.

      Eine andere Kollegin verteilt die Post und bleibt in jedem Büro 5-10 Minuten zum Tratschen.

      Meine männlichen Kollegen schauen sich frühs erstmal lustig im Internet irgendwelches Fußball-Zeugs an und diskutieren dann rum.

      Eine andere Kollegin trifft sich mit anderen regelmäßig nachmittags in einem Pausenraum in einem anderen Stockwerk zum Kaffeekränzchen. Sie ist dann mindestens ne halbe Stunde weg. Und natürlich im anderen Stockwerk damit die Vorgesetzten sie dabei nicht sehen.

      Ich sehe in unserem Großraumbüro viele Kollegen-Monitore und wenn ich von meiner Arbeit hochseh, sind da viele Shops, Chats etc. zu sehen.

      Wie Du Dir schon denken kannst, bin ich Raucher. Und ich zieh meine Rauchpausen von meiner Arbeitszeit ab. Klar, das machen nicht viele bei uns - aber ich fühl mich besser so. Die oben erwähnten "Tätigkeiten" fallen bei denen in die Arbeitszeit.

      Was ist mit Leuten die ein Bier oder einen Wein trinken und trotzdem Auto fahren? Eins geht ja, gell?

      Was ist mit Leuten die ordentlich Fett auf den Hüften haben, die belasten doch auch das Gesundheitssystem. Mein BMI ist auch nicht ideal aber ich bemüh mich redlich ;-)

      Kann man gegen Menschen im Großraumbüro was unternehmen, die jeden ihrer Arbeitsschritte kommentieren müssen und damit die Konzentration der anderen stören? Antwort: Nein, kann man nicht. Die können nur so arbeiten.

      So könnte man ja unendlich weiter machen. Ich toleriere das oben erwähnte, ich akzeptiere es nicht. Aber ich erwarte, dass man meine Rauchpausen(!) auch toleriert. Diese Rauchpausen machen zusätzlich zu meiner Mittagspause im Schnitt übrigens 30-40 Minuten aus. Ja das ist viel. Früher hab ich das noch gestempelt aber dann wurde ich befördert und das stempeln fällt weg. Jetzt schreib ich mir das separat auf. Ich denke, es kommt dann doch sehr darauf an, ob die Leistung passt. Dann werden doch tatsächlich auch Raucher befördert ;-)

      10.07.2009, 08:21 von rosakariert
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      @rosakariert Dieser Einwandt ist durchaus berechtigt, nur ist das Vergeuden von Arbeitszeit weniger tragisch als das was ich meiner- und der Gesundheit meiner Mitmenschen antue, bzw. nimmst du dir als Raucher das Recht heraus meine Gesundheit zu beeinflussen, aber mit welcher Berechtigung tust du das?

      21.07.2009, 06:38 von the_eye
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    Die Idee ist ja ganz nett, aber ich finde, deine Argumentation ist ganz und gar nicht schlüssig.

    Solange sich das Rauchverbot auf Gebäude beschränkt, wird der Straßendreck durch Kippen sich wohl kaum verringern.

    Die Produktivität von Mitarbeitern sinkt keineswegs durch Raucherpausen. Pausen fördern die Leistungsbereitschaft, Pausen verbessern die Kommunikation im Unternehmen. Zudem müsste man dann auch gleich noch das Kaffeetrinken (Stichwort: Kaffeepause) sanktionieren.

    14.02.2009, 09:01 von N0ra
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    Ich find den Text eigentlich ganz gut...obwohl ich wohl eher auf Seiten der Rauchverbot-Gut-Finder stehe^^

    Aber ein interessanter ansatz...Grundgesetzwiedriges Anschnallen - ob man dass dan auch bestrafen kann?
    XD

    09.02.2009, 20:29 von Teatime
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    ohje....ich hätte mich doch vorher besser mit den stilistischen anspruch auseinander setzen sollen, der hier vorherscht. ich hoffe ihr seht es mir nach, der nächste text wird besser!

    06.01.2009, 17:13 von the_eye
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