Großstadtgeflüster.
Wenn grüner Tee die Nerven beruhigt, dann ist die Sehnsucht nach Leben mein Stressventil.
Und während sie sagt "Lass uns tanzen.", denke ich nur an ein Wort: Freiheit.
Vergleichbar mit deinem Bedürfniss nach Ruhe und Entspannung sehnen wir uns nach Großstadtromantik und lauter Musik, nach Exzessen und Realitätsverlust.
Wenn du sagst du kannst es weder verstehen noch nachvollziehen, fragen wir dich, ob du noch nie einen Sonnenuntergang auf den Dächern dieser Stadt gesehen hast. Du sagst die Farben wären dir egal, wir sagen: Fühl mehr.
Du verbietest mir den Imperativ, doch viel mehr verbietest du dir selber die Sehnsucht nach Leben.
Nachts durch Straßen tanzen, mit Kreide Parolen auf den Asphalt schreiben und Seifenblasen in die leuchtenden Straßen um Mitternacht pusten ist dir zu lachhaft.
Schade, dass du das Lachen wohl schon verlernt hast.
Und während sie und ich durch die Kälte des Abends laufen in dieser uns unbekannten Stadt, wissen wir , das es genau das ist, was wir wollen, was uns glücklich macht.
Dieses Gefühl, wenn wir tanzen, uns anlächeln und uns zwischenzeitlich Blicke zuwerfen, die alles bedeuten.
Wir wissen, dass dieser Moment pure Leidenschaft ist, der Moment wenn wir erschöpft das Gebäude verlassen, dem Türsteher zum Abschied zuwinken, den ersten Zug der klaren Nachtluft tief inhalieren, uns anschauen und wissen, das die Großstadt unsere Liebe ist.
Jedes weitere Wort ist unnötig, so wissen wir, dass die verschwitzten, tanzenden Körper von vor 20 Minuten in einem engen, verrauchten Raum keineswegs unangenehm, sondern erwünscht sind. Das Farben, Lichter und Gefühle intensiver scheinen und das unsere Herzen so schnell schlagen, wie kaum andere.
Sie nimmt meine Hand, küsst meine Stirn und sagt mir, das wir falsch wohnen. Ich lächel sie also an und während sie die letzten Flaschen des Abends öffnet, mit mir wortlos anstößt, denken wir beide an durchgetanzte Nächte, Sonnenaufgänge über Hochhäusern und warme Asphalte, an Abwechslung, Hektik, dröhnende Musik, Menschen und Leben.
Dann sagt sie "Gefühlsmenschen sind die besseren Menschen" und ich gebe ihr ein stummes Versprechen:
Bald wieder.
Das Gefühl hält noch ungefähr 8 Stunden und während du uns zuhause schon wieder vorwirfst , wir würden den ganzen Tag verschlafen, fragen wir dich, was daran falsch ist und weil du weißt, das wir eh keine Antwort akzeptieren, drehst du dich um und gehst.
Wir wissen,das du eh nie verstehen wirst, wie es sich anfühlt, was die Stadtnächte mit einem machen.
Du verpasst den Moment, indem man die Augen schließt vor Glück, lächelt und wieder weiß, wie es sich anfühlt richtig zu leben, zu fühlen, unzensiert.
Und ich weiß, dass das das Leben ist, was ich will.
Ohne Kompromisse - bis es dir das Herz zerbricht.





Kommentare
von mir gelesen:
06.09.2009, 21:00 von ich.lese.gerntext nummer eins, zwei, der letzte, der vorletzte und der vorvorletzte.
und allesamt schön!
Komm nach Paris!
12.11.2008, 12:57 von mary81genau das will ich auch! sehr schön!!
13.06.2008, 21:11 von katakattoller text. kenn ich das Gefühl.
19.04.2008, 13:11 von bla.bla.bla.Komme zwar aus einer Kleinstadt, aber Köln ist nicht so weit :=)
jaja ... ich würd auch gern mal wieder die nacht durchtanzen und dann morgens auf die sonne warten ... oh je ...
19.04.2008, 12:45 von Nrobempfehlung! wunderbarer text.
15.04.2008, 16:12 von latentneurosewer sagt denn, dass der ach so hedonistische stadtmensch in seiner stetigen eventgesinnung und abenteuerlust weniger gefühlsmensch ist.
gefühle sollte man ausleben, sonst erstickt man womöglich irgendwann an ihnen.
zauberschön!
15.04.2008, 15:50 von .filzkopf.(und mindestens eine empfehlung!)
@.filzkopf. Wenn nicht zwei;)...!
15.04.2008, 20:36 von touchtheskyStadtnächte sind wunderbar.
so wie dieser Text.
Bin zwar kein Stadtmensch, aber der Text gefällt mir dennoch sehr gut.
16.03.2008, 20:54 von Songlinewunderschön...
05.03.2008, 19:52 von Buscemi