Gedicht zur Lage der Nation
In Erinnerung an: Sachsen-Anhalt
Golden gießt der Sonne Glanz sich bleiern über Ackerschollen,
Eisig Tau beperlt die Wiesen, die noch mit Mühe blühen wollen.
Scheinbar übermotiviert steht noch einsam hier ein Mohn,
Energie falsch investiert, verliert er bald die Blüte schon.
Eine Wildschweinbande wütet
blindlings im verkümmert Maisfeldhain,
Mäßig ging es ihr im März,
sucht nun die Saat des Fremden Kohldampf heim.
Ein Traktor schwindet fern im Nebel, sein Geräusch erfüllt die Stille,
Hier auf anhaltinisch Grund, so scheint's der richtig großen Wille,
wird dieses nur als schales Echo einer alten Tradition,
der märkisch Landschaft bleiben, als bitter grausam Hohn.
Die Nacht wird länger, der Tag nur zäh, wenn der Himmel klarer wird,
die große Leere über uns, so leicht und weich, jedoch gefriert
den kleinen warmen Funken einer hoffnungsvollen Kraft,
die uns Träume, Lust, ein Lachen und glanzvolle Visionen schafft.



Kommentare
das nenn ich mal ausdrucksstark..
08.12.2006, 13:46 von abacaxiHihi
14.11.2006, 11:07 von ulfschlieber yoko.
14.11.2006, 10:16 von YokoTsunopolitisch motivierte poesie, so gelungen oder misslungen sie auch sein mag, ist seit ihrem hoch mit georg trakl selten wieder so salonfähig geworden. leider ist auch dein kleines experiment mit dem versmass und der altmärkischen tristesse nicht bis in die aufmerksamkeit einer größeren neonleserschaft gelangt. wahrscheinlich hat niemand seit dem 18. Oktober in diesen Bereich von Neon.Online geklickt. Das ist auch nicht verwunderlich. Man müsste ja erst auf dein Profil klicken, um diesen kleinen Text finden zu können.
Mach dir nichts draus. Er ist trotzdem ganz ganz toll.
Selbstkritisch, Dein Alter Ego Marcel