Kaddinsky 01.02.2008, 16:13 Uhr 30 20

Frauen wollen alles

...und die Männer sollten ihnen dabei helfen, es zu bekommen. Denn das bringt uns alle ein Stück weiter. Wenn wir's richtig anpacken.

Hallo liebe Frau, hallo lieber Mann. Schön, dass ihr mitlest. Habt ihr schon einmal über euch nachgedacht? Über eure Rolle in diesem euren Leben, in der Gesellschaft, in eurem Freundeskreis, eurer Beziehung? Welche Rolle wollt ihr spielen, welche erwartet man von euch?

Alice Schwarzer, berühmte deutsche Feministin, stellte solche kritischen Fragen sehr oft und penetrant, so dass manche – Männer wie Frauen – nicht selten genervt waren. Wie immer einige Menschen genervt sind, wenn man sie zur Reflexion ihres Verhaltens und ihres Denkens auffordert. Manche wollen das lieber nicht, es erscheint gefährlich, es könnte sich ja etwas verändern. Alice Schwarzer lieferte auch oft selbst Antworten auf ihre Fragen, die manchmal mehr, manchmal weniger zutreffend waren, immer aber provokativ und schonungslos. In „der kleine Unterschied und seine Folgen“ (siehe Link unten) philosophiert Frau Schwarzer über das Monopol des Mannes in der Gesellschaft (der laut der Autorin vor allem durch das „sexuelle Monopol“ begründet sei) und die Opferrolle der Frauen. Über einige der dort beschriebenen Probleme wähnen wir Frauen uns längst hinweg. Manche sind es. Aber alle? Denken wir – Frauen und Männer – noch einmal genauer darüber nach. Welche Rolle spielen die (alten) Rollen?

Ich möchte mit der Rolle der Frau anfangen: Was ist die Frau?

Heute gehen Mädchen in die Schule, die sie mit durchschnittlich besseren Noten verlassen als die Jungs. Ihnen stehen, genauso wie den Jungs, alle Wege offen. Sie machen eine Ausbildung oder absolvieren ein Studium, machen sich auf den Weg zu ihrer Karriere. Zur Selbstverwirklichung einer Frau gehört eben vor allem heute auch: eine Karriere, einen Beruf finden, der erfüllt, der Geld bringt. Lassen wir davon ab, dass immer noch Unterschiede in der Berufswahl zu verzeichnen sind und Frauen eher auf soziale Tätigkeiten abzielen und sich häufig nicht sehr an dem späteren Gehalt orientieren. Möge doch bitte ein jeder Mensch versuchen zu werden, was er sich wünscht. Nein, schauen wir nicht auf die Art der Karriere, sondern lieber auf die Möglichkeiten diese zu verwirklichen. Habt ihr da alle die gleichen? Die spontane Antwort lautet: ja. Klar.

Was wünschen sich viele Frauen noch? Genau: ein erfüllendes soziales Leben bitteschön. Dazu gehören Freunde und – für viele – Nähe in einer Beziehung. Da geht es dann aber schon los. Zieht ein Pärchen zusammen (was ich nur empfehlen kann, denn es bereichert eine Beziehung ungemein - aber das ist nur meine persönliche Meinung), dann tun sich Gräben in den Rollen auf – nicht immer, aber noch viel zu oft. Im Jahr 2000 leisteten Frauen einer Studie der Uni Köln zufolge immer noch doppelt so viele Stunden „gewöhnlicher Hausarbeit“ (Aufräumen/Putzen, Kochen, Tisch decken/Abwaschen, Wäsche waschen, aufhängen, sortieren, bügeln, Lebensmittel einkaufen/Besorgungen) ab (nämlich ca. 33 Stunden/Woche) wie die Männer (ca. 17 Stunden).

Liebe Männer, liebe Frauen: Ist das bei euch auch so? Vielleicht gar nicht, vielleicht ein bisschen, vielleicht voll und ganz? Gut, bitte notieren.

Es klingt trivial, aber diese Tatsache ist ein Hindernis für Frauen, die gleiche Karriere hin zu legen wie Männer. 33 Stunden stehen hier 17 gegenüber. Wo kommen diese Stunden denn bitte her? Welche Freiheiten haben Männer, die Frauen dafür lassen? Mehr Schlaf, mehr Freizeit, mehr Stunden im Büro? Natürlich liegt es bei euch allen, liebe Frauen, ob dieser Zustand für euch o.k. ist oder nicht. Ich rede euch da nicht rein.

Kommen wir zu einer weiteren Sache: Die lieben Kinderlein. Sieben von acht jungen Deutschen im Alter zwischen 20 und 39 wünschten sich laut einer Studie von McKinsey im April 2006 Kinder, nur zwölf Prozent sprachen sich dagegen aus. Liebe Frau, möchtest auch du Kinder? Ein weiteres Ergebnis der McKinsey-Umfrage ist, dass jede zweite Mutter Nachteile in ihrem Beruf befürchtet, wenn sie Kinder bekommt. Und wenn eine Frau studiert hat, dann ist diese Angst noch größer und setzt sich in Handeln um: 30 Prozent der 40-45-jährigen Akademikerinnen haben keine Kinder, bei Frauen ohne Uni-Abschluss sind es nur 20 Prozent. Ja, die lieben Kinderlein lassen uns Frauen oft Sorgenvoll in unsere berufliche Zukunft blicken.

Sind sie dann da, dann steckt sich manche Frau hohe Ziele: Sie möchte eine sehr gute Mutter sein, eine tolle, verständnisvolle Ehefrau, sie möchte sich beruflich voll entfalten und Karriere machen, sie möchte die Freundschaften pflegen, die ihr viel bedeuten und Spaß am Leben haben, Freizeit, Sport... Sie erledigt quasi nebenbei ihre 33 Stunden Haushalt. Aber Moment, wie soll das gehen. Ein Tag hat ja auch nur 24 Stunden, acht davon entfallen auf Schlaf, bleiben 16, bzw. 112 pro Woche. 112 minus 33 macht 79. Eine richtige Karriere ist meistens mit viel Arbeit verbunden, 40 Stunden sind da oft wenig. Nehmen wir 40, bleiben 39 für: Kind, Freundschaften, Mann, Sport und Freizeit. Gut, während ihr euch überlegt, wie ihr das hin bekommen wollt, fange ich mal mit den Männern an, ja?

Liebe Männer, welche Rollen spielt ihr denn so?
Natürlich wollt ihr eigentlich das Gleiche, oder? Karriere, tolle Frau (der ihr ein toller Mann seid), süße Kiddies, Freizeit usw... Jetzt geht das Ganze für euch schon in der Schule nicht so toll los. Eure Noten – naja, waren schon mal besser. PolitikerInnen beschäftigen sich mittlerweile mit Jungs-Förderung. Spiegel Online titelte kürzlich mit einer Studie, der zufolge Frauen die profitableren Chefinnen seien. Fühlt ihr euch bedroht?

Nach der Schule geht’s ja trotzdem ähnlich weiter wie bei den Frauen: Ausbildung, Beziehung, Karriere, Job, Kinder... ihr habt ja mitgelesen, was ich an die Frauen schrieb. Wahrscheinlich denkt ihr, jetzt kommt die Keule, jetzt hack ich auf euch rum, wegen der Hausarbeit? Nee, ich hacke nicht auf euch rum. Ihr Männer seid doch (meistens jedenfalls) unsere Partner, nicht unsere Gegner. Natürlich wäre es schön, wenn ihr etwas mehr im Haushalt machen könntet. Aber seien wir ehrlich: ihr nehmt euch ja auch bloß, was wir mehr bräuchten: Freizeit, Freunde, Sport... Neben einer 40-Stunden-Woche muss ja irgendetwas aus der Liste zu kurz kommen. Oder? Na also. Selbst wenn wir alle 25 Stunden Haushalt pro Woche machen würden, es kommt immer noch nicht hin. Es reicht nicht für ein Buch nebenher, es reicht nicht für genügend Zeit für den Partner und die Kinder, für Sport, Freunde usw... Geht euch denn dieses Licht nicht auch auf?
Natürlich.

Aber ihr habt es schon schwer genug. Während die Frauen selbstbewusst nach den oben genannten Dingen streben, um sich selbst zu verwirklichen, wisst ihr oft nicht so richtig, was ihr mit euch anfangen sollt. Gefangen in alten Rollen, in alten Normen und Werten steht ihr hilflos da, wenn es darum geht, auf die vielen, vielen Forderungen von uns Frauen einerseits zu reagieren und andererseits herauszufinden, was euch als Männer eigentlich ausmacht (Eckhart Nuissl: Männerbildung in: Tippelt, Rudolf (Hrsg.): Handbuch der Erwachsenenbildung/Weiterbildung. ). Weich sein, oder hart? Mehr Zeit für das Kind, oder 60-Stunden-Woche im Büro abreißen? Wir merken alle – Frauen und Männer – bald, dass dies alles eine Frage des Geldes ist. Was können wir uns leisten? Hans-Joachim Lenz (Link unten) wendet ein, dass die „Emanzipation des Mannes“, die bedeutet, dem Berufsleben weniger und dem „Innenleben“, also dem Haus, der Familie usw. mehr Zeit und Energie zu widmen, vor allem aus finanziellen Gründen schwierig ist.

"Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem wir nicht mehr mit dem 200-PS-Auto angeben, sondern mit drei Stunden Muße am Tag." Matthias Horx, Zukunftsforscher.

Der Kampf, Mann gegen Frau gegen Mann, ich sage: Er ist gekämpft und hat uns kein Stückchen weiter gebracht, weswegen ich Alice Schwarzers Behauptungen widerspreche. Die alte Parole der Frauenbewegung, dass Männer Frauen überall unterdrückten, sie kann nicht mehr erklären, warum auch Männer sich so schlecht in ihrer Rolle fühlen, warum wir alle – egal welchen Geschlechts – ausgebrannt, frustriert und orientierungslos geworden sind. Wenn man unbedingt ein neues Feind-Schema aufmachen will: Dann schauen wir besser mal, welchen überproportionalen Stellenwert die Erwerbsarbeit in unseren Leben einnimmt. Ist dieser Stellenwert gerechtfertigt? Ist die Lösung für uns Frauen, die wir uns in den Vergangenen 50 Jahren vom Haus weg in die Berufswelt bewegt haben, dass wir es genauso machen, wie die Männer und 40 – 60 Stunden in der Woche arbeiten?

Ich möchte die Antworten auf die Fragen, die ich für mich schon teilweise beantwortet habe, hier nicht vorweg nehmen. Denkt einfach mal nach und fragt euch, was ihr und wir alle tun könnten.

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Kommentare

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    Ja genau, wie Du schon sagtest, fragt eigentlich irgendjemand danach, was Männer denn von Frauen verlangen oder sich wünschten? Juckt kein Schwein. Männer hecheln immer den völlig diffusen, widersprüchlichen und unreflektierten Ansprüchen der Frauen hinterher. Warum eigentlich? Liegt wahrscheinlich am Rollenverständnis, denn die Biene umschwirrt die Blume, nicht umgekehrt.
    Achso, und Frauen wollen natürlich auch nicht zuviel. Sie wollen alles. Wie sagt man so schön, wollen tu ich auch viel! Genderforschung sollte man abschaffen, völlig fürn Arsch, das schafft kein zwischengeschlechtliches Verständnis, es verhindert es.

    05.10.2008, 21:11 von tolletoene
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    Liebe Kadinsky,
    netter Artikel, aber leider vollkommen an der Realität vorbei.
    Es fängt schon damit an, was Frauen angeblich wollten und könnten.
    Bessere Noten? Stimmt, aber doch nur wegen der permanenten Diskriminierung von Jungs auf der Schule! Macht Frauen deshalb keinesfalls fähiger!
    Frauen wollen heute "selbstverständlich" Karriere machen??? Wo hast du das denn aufgeschnappt???
    Fakt ist, dass selbst bei Umfragen unter Studienanfängerinnen der Karrierewunsch kaum bei einem Drittel liegt und das sind immerhin die, welche zumindest die theoretischen Voraussetzungen für eine Karriere hätten. Aber klar, wer Germanistik studiert hat eben keinen Karrierewunsch, und solche vertiefte Hobbys ist nun mal der Standard bei Frauen. Das Übrige Drittel mit Karrierewunsch quetscht sich in genau 3 Fächer: BWL, Jura, Medizin. Die sind derartig überlaufen, dass man schon zu den Top 10% gehören muss, um auch nur eine Anstellung zu bekommen. Und bei den Medizinnerinnen gab es gerade eine interessante Studie in Irland. 70% der Mediziner sind weiblich, aber mehr als die Hälfte der Medizinerinnen arbeitet nur halbtags und kaum eine Medizinerin übernimmt die unangenehmen Schichten. De facto bleibt die gesamte Arbeit, insbesondere die Drecksarbeit, wieder einmal an den 30% Männern hängen in diesem Beruf. Aber sich dann hinterher darüber beklagen, dass Frauen weniger verdienen würden...

    Und dann der Witz mit der Hausarbeit!
    In der Studie wurden ausschließlich die Arbeiten aufgenommen, welche traditionell von den Frauen im Haushalt erledigt werden. Aber was ist mit den übrigen? Gartenarbeit, Steuer- und Behördenkram, Reparaturen, Renovierungen,...???? Also der klassisch männlich Part um den sich die Frauen drücken.
    Desweiteren ist ein höherer Anteil an Hausarbeit statistisch gesehen auch nicht verwunderlich, wenn 1/3 der Frauen überhaupt nicht arbeitet und ein weiteres Drittel lediglich Teilzeit.
    Das Frauenministerium hat eine Studie gemacht, welche darlegt, dass Hausfrauen pro Tag durchschnittlich 5 Stunden arbeiten. Ihr Mann leistet zusätzlich noch einmal 2 Stunden pro Tag, aber außerdem arbeitet er noch 10 Stunden/d um das Geld zu verdienen und ist 2h/d noch am Pendeln.
    Ich weiß, Hausfrauen haben ein verdammt hartes Los!

    Tja, und dein Fazit?
    Frauen sollten nicht danach streben selber mal eine Familie ernähren zu können. Das überlassen sie weiterhin lieber den Männern, welche so dumm sind 7 Jahre früher ins Gras zu beißen, nur damit Madam zuhause die Füße hochlegen kann.

    18.07.2008, 12:26 von TST
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    Ja Kaddinsky,
    da hast du mal was losgelassen!
    Find ich ganz nett; als Sohn von´ nem Hausmann (dipl.agr.) und einer seit 1986 in Vollzeit als Alleinverdienerin (dipl.bibl.) Beschäftigten kann ich dir aber nicht zustimmen.
    Ich finde die "Rahmenbedingungen" blöd; die sind aber auch so gewollt!
    Wählt mich und es gibt:
    Krippen-, Kindergarten-, Schul- und Ausbildungsplatzgarantien.Für alle Deutschen, auch für die türkischen, kurdischen, irakischen, polnischen, russischen...so haben wir in null-komma-nix Bevölkerungswachstum 2%.
    Desweiteren ein großes Angebot an Ganztagsschulen; jedem sein Grundbetrag (zehn- bis hunderttausend €)!
    Die Idee dahinter ist, das jmd. der sich pflegt, schnell die Schule durch hat und zusieht was seine Aufgabe sein könnte dementsprechend viel davon übrig hat bzw. das Geld gar nicht braucht!
    Was du über "die Freiheit, die sich DER Mann raus nimmt" geschrieben hast: DIE FRAUEN lassen das mit sich machen !!!
    Nur wegen den ´68ern muß doch bzgl. der von dir angesprochenen Themen nichts anders bzw. dauerhaft geändet worden sein!
    Ich spreche hier nicht für alle Männer, aber für das 3000€/netto/monat Einkommen einer Frau bleibe ich gerne sofort zu Hause bei den Kindern; allerdings könnte auch ein 5000€/net/mon Einkommen "mich nicht ewig an den Herd fesseln"..; mh: ein 10000€/net/mon vielleicht ;-P
    ->[PolitikerInnen beschäftigen sich mittlerweile mit Jungs-Förderung...]HA, HA, HA, HHAAAAhahahahahhhhhahaaaa; hhaaa, darf ich aufhören zu lachen ?!
    ..und solange die Frauen nicht wie bei PapaAntePortas mit einem "wie wär´s den mit deinem Reich; im KELLER!" kommen... ist für die Zukunft doch noch alles drin!
    Grüzzi, hb-Bensen.



    @LudwigMartin: Das Sozialstaatsprinzip ist Fortschritt!!!
    @chessige: stimmt; weniger Geld für Polizisten, am besten weniger Polizisten: Davon kommt dann sowas wie in Indonesien; mitten in der Hauptstadt Jakarta, wo die "Bürgerwehr" Geld haben will, damit dein Auto im Stau stehend, nicht "plötzlich" Kratzer bekommt !

    ***********************************************************
    ->[ Jeder hat sein Leben ganz zu leben! ]<-
    Zitat von : Rudi D.
    Kommentar von (nutzippers): an den Kommentaren zu deinem Artikel ersehe ich, dass Geschlechter(rollen)fragen nicht über- und durchdacht werden! Sie werden nach dem Prinzip 1. "Wo ist der Feind?" und 2. "I´m not agressive; I´m DOMINATING!!!" gelöst! Schade eigentlich! Die Menschheit ist doch eigentlich so etwas schönes! ;-(
    ***********************************************************

    11.02.2008, 22:04 von nutzippers
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      @nutzippers Wen soll das interessieren ???

      14.02.2008, 21:16 von Marty76
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    "Die alte Parole der Frauenbewegung, dass Männer Frauen überall unterdrückten, sie kann nicht mehr erklären, warum auch Männer sich so schlecht in ihrer Rolle fühlen, warum wir alle – egal welchen Geschlechts – ausgebrannt, frustriert und orientierungslos geworden sind. "

    Wieso? Ich seh da überhaupt keinen Widerspruch. Das ist eben die Faulheit, passive Unterdrückung durch unterlassene Hilfeleistung, die von der natürlich unverschuldeten DNS herrührt. Der durchschnittliche Mann ist eben einfach zielorientierter und -nicht negativ gemeint- egoistischer als die Frau.

    Zu viel Erwerbsarbeit ist doch, genau wie ein Burn-out, ein ganz anderes Thema, das hat nichts mit dem 2:1-Verhältnis der Hausarbeitsverteilung zu tun.

    1 Denn: Frauen verdienen durchschnittlich sogar weniger, haben folglich noch weniger Zeit übrig, wenn sie aufs gleiche Gehalt kommen wollen wie die Männer.

    2 Und: Es gibt viel mehr alleinerziehende Mütter als alleinerziehende Väter, die von ihrem Elternpartner (oder so, ihr wisst schon) keinen Unterhalt für die Kinder bekommen, denn die Zahlung ist (soweit ich weiß) nicht Pflicht oder, die Unterlassung wird kaum bestraft.

    Ich find den Standpunkt zu lau und zu vorsichtig.

    Natürlich ist die Gefahr groß: Wenn man jemanden, z.B. Männer, irgendeiner Sache beschuldigt, die in seinen/ihren Augen entweder kein Anklagegrund ist oder er/sie "überhaupt nichts getan" hat (>Hausarbeit, Unterhalt: Unterlassung ist auch scheiße!), dann wird man, als Hexe verurteilt, auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

    Aber beschönigen und Rücksicht nehmen, typisch Frau, das bringt einfach nichts.

    11.02.2008, 19:26 von Pipifuchs
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      @Pipifuchs meinst du denn, es wäre besser, wenn die Männer, die keinen Unterhalt zahlen, in Deutschland genauso gestraft würden wie zB in den USA? Also mit Gefängnis? Wenn zum Beispiel 17jährige Väter (oder auch Väter Mitte 20 oder gleich welchen Alters), die einfach kein Geld haben. in den Knast kommen, weil sie nicht zahlen? Damit ist doch auch niemanden geholfen...

      12.02.2008, 16:15 von Ni.Wayan
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    Ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen, vielleicht habt ihr das auch schon durch, aber: 33h 17h = 50h Hausarbeit pro Woche. 50h/7 = 7,14 h
    Sorry aber in welchem Haushalt sind denn bitten 7 Stunden Hausarbeit am Tag (!!!) nötig.
    Wo hast du diese Zahlen her? Das kann ich mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen.
    Ansonsten joa interessanter Text, aber irgenwie kommt mir das alles so vor, als hätte ich das schon 10 Mal gelesen..

    10.02.2008, 12:43 von avocado
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      @avocado Zahlen: Studie der Uni Köln, Link unter dem Artikel.
      Realität: auch bei mir um einiges anders! das muss ich zugeben. Aber man muss mit dem statistischen Datenmaterial arbeiten, das es gibt, sonst meckern wieder alle, man verallgemeinere von sich auf andere... aber mit täglichem Kochen, Einkaufen, Spülmaschine ein- und ausräumen, Wäsche waschen und wegräumen - bli bla blubb - ich schätze 3 Stunden täglich dürftens sein ;)

      11.02.2008, 17:09 von Kaddinsky
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    Diese Politik ist Arbeitsmarktpolitik und stiehlt den Eltern die Zeit für ihre Kinder.
    Guter Text Kadda :-)

    08.02.2008, 14:43 von freddie
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      @[Benutzer gelöscht] Ja alles supi tupi, wie es unter Freunden halt so üblich ist !
      Eine Hand wäscht die andere, oder gegenseitige Selbstbeweiräucherung würde ich das nennen !

      06.02.2008, 19:58 von Marty76
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    Es gibt keine Gewinne, ohne zu zahlen, ohne Verzicht. Und schon gar nicht „Alles“. Was immer das auch sein möge – Alles?! Glückseeligkeit für immer? Natürlich für beide – total ausgewogen? Utopia der beschwerdefreien Rollenharmonie? Ganz bestimmt.

    Ja richtig, der Tag hat nur 24 Stunden abzüglich ausreichend Schlaf, als eine gern unterschätze aber zentrale Voraussetzung stabiler Verfassung, um sich über wichtig und unwichtige, über PRIORITÄTEN vorausschauend und passend zu entscheiden. Der Rest ist im Grunde Neigung. Pflicht und Gewichtung aus Neigung für Beruf, Freizeit, Freunde- und Partnerwahl im Rahmen einer Freiheit, die grundsätzlich immer größer sein will, als sie augenblicklich ist. Egal zu welchem Zeitpunkt, egal ob sie je überhaupt tatsächlich erkannt, ausgeschöpft und verantwortet ist.

    Der Sinn dieser Elendsdebatten ist doch, dass es an einem (sowieso aussichtslosen) Ende dessen, überhaupt keinen Konsens mehr über Verhaltensunterscheidung und Abgrenzung der Geschlechter gibt. Ein Streben, das in der vollkommenen Verunsicherung und Beliebigkeit von einst ergänzenden Rollen mündet, möge denen als erste belohnt werden, die sich auf kurz oder lang vielmehr in den Wahnsinn als zu mehr Lebensqualität labern damit. Alle diskutieren, erwägen, zweifeln und rätseln endlos, was typisch für ihn oder sie wäre, nun typisch sein sollte, aus biologischen und kulturellen Gründen zwar vorstellbar- aber zuende gedacht schlicht absurd ist, über schwachsinnig verallgemeinertes IST und SOLL ohnehin bereits nahezu entgrenzter und offener Möglichkeiten von persönlicher Partnerschafts- und Lebensgestaltung.

    06.02.2008, 00:16 von schauby
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      @schauby Immer dann, wenn du keine Zitate bringst, werden deine Sätze unübersichtlich lang...

      Aber entwirrt fehlt der Aussage, früher sei alles mit klaren Rollen besser gewesen und heute alles unsicher dummerweise die Grundlage. Oder dient deine Ansicht neuerdings als Sachargument per se?

      06.02.2008, 09:45 von Ghandi
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      @Ghandi @ ghandi

      Entwirr du mal lieber die eierlose Grundlage deiner notorischen Arschkriecherei überall. So lang du hier schon unterwegs bist, bleibt selten einer der üblichen Verdächtigen und Artikel von deiner unappetitlichen Schleimspur verschont. Oder ist die neuerdings dein Sachargument per se?


      Wir alle wissen, wie schon mehrfach an solchem Thema besprochen, dass auch heute noch zahlreich Frauen – und zwar im krassen Gegensatz zu Männern – nach wie vor die Wahl haben. Die Wahl, entweder der Existenz eines Luxusgeschöpfs, das sich trotz qualifizierter Ausbildung, Abitur und Studium für ein Dasein als erwerbsschwache oder vollkommen erwerbslose Hausmuschi entscheidet, die den Mann das Geld ranschaffen läßt und ihm dafür in bestimmten Abständen ihre Vagina zur Verfügung stellt – oder aber: der Lebensform des Mannes. [Quelle: Esther Vilar „Der dressierte Mann“]
      Dieser Sorte kommen so unterwürfige Würstchen vom Kaliber Handlanger und Votzenknecht selbstverständlich sehr gelegen, aber gesunde Verhältnisse oder Nachkommen sucht man dort vergebens.



      Der Lernprozess und (Geschlechter)kampf um Privilegien ist so alt wie die Menschheit. Und er wird nie wirklich aufhören, ob nun im Privaten oder Gesellschaftlichen - Schon deshalb, weil Mann oder Frau nur in sehr glücklichen Ausnahmefällen einen Entwurf von Ausgeglichenheit und Fairness in exakt derselben (zufriedenstellenden) Weise teilen und tatsächlich auch so praktizieren wie das Gegenüber.

      Zwei untilgbare Instinkte sind immer vornan bei dem allermeisten Gezeter und Gestreite: Eigene Bequemlichkeit und Vorteilssicherung … zu Lasten des andern. Unter, wie so oft, fadenscheinigen Absichten oder Vorwänden. Selbstbeschiss is da an der Tagesordnung.
      Wer zusammen soweit ist, zu begreifen, wie im Einzelfall Frau und Mann sich gegenseitig nicht nur einiges ersparen, sondern verdammt viel bereichern können, hat dem überwiegenden Rest eine Menge voraus.

      07.02.2008, 18:02 von schauby
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      @schauby also Marty - äh schauby - was willst du? wieso reagierst du unglaublich aggro? wenn ich mir den letzten Absatz deines Kommentars anschaue, dann frage ich mich, wo denn nun der krasse Unterschied zu mir - oder eben Ghandi - sein soll. Mein Eindruck ist, dass DU es bist, der den Geschlechterkampf aufmacht (und nicht zum ersten Mal, wenn ich mich andere Artikeldiskussionen zu diesem Thema erinnere). Mir scheint, als würde bei diesem Thema irgend ein Reiz für dich sein, der Panik auslöst und dich zum Angriff übergehen lässt. Bleib mal locker, alter!

      07.02.2008, 19:15 von Kaddinsky
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      @Kaddinsky Also Frau Thea Dorn, äh Rönicke, ähnlich wie ich oder almondeye es weiter oben schon sagten: Dieser Heißluftaktionismus und die endlosen Litaneien, was Frau so angeblich will und Mann so unbedingt sollte – ohne Verlaub: Bullshit echt! Wer will , wer braucht das?
      Setzt doch die Steine für eure persönliche Paar- und Lebensgestaltung wie’s euch beliebt, jedem unbenommen und wunderbar, aber dieser projizierte Überanspruch, über die verschiedensten Entwürfe jedes Einzelnen, einer höchst komplexen und kunterbunten Gesellschaft da draußen hinweg, ist so scheinheilig wie überflüssig.

      07.02.2008, 20:16 von schauby
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      @schauby Ja Schauby hat recht !
      Außerdem was soll diese Doofe Gleichmacherei? Frauen sollen Frauen, und Männer Männer sein !
      Das man sich die haushaltsarbeit, und das Kinderaufziehen teilt ist doch klar, aber jeder so wie er es kann, ein Kleinkind gehört eben zur Mutter, Vater kann es auch nicht stillen !
      Ja ich weis, Kinder von modernen Frauen werden auch ncht mehr gestillt, dafür sind sie dann ihr leben lang gesundheitlich angeschlagen...
      Und ich finde Frauen die sich wie Männer geben echt abstoßend, tiefe Stimmen, breitbeiniges und raumgreifendes Gehen, und kurze haare...
      Ebenso zuwieder sind mir diese tuntigen Susen, die femininer auftreten als ihr Emanzen !
      Toll in Zukunft werden wir alle gleich aussehen, und die Mädchen werden die besseren Kerle sein, echt super !!!

      07.02.2008, 20:31 von Marty76
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      @Marty76 also Schnuffi, ich hab mein Kind neun Monate gestillt und dieser Kommentar ist einfach nur Beweis, dass du einfach NULL verstanden hast und auch nicht verstehen WILLST. Mein Gott: der Artikel dreht sich im KERN darum, dass der alte Kampf, Männer gegen Frauen usw... sinnlos ist und auch das was schauby meinte, dass es um gleichwürdige persönliche Entscheidungen geht, wer wieviel Haushalt usw. übernimmt... aber gut. Macht einfach weiter. Ihr scheint es nötig zu haben, um euch einfach mal wieder an jemandem reiben zu können. Diese Reibungsfläche biete ich doch gern :)

      07.02.2008, 23:31 von Kaddinsky
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      @Kaddinsky Es ist kein "Alter Kampf" die Welt war solange in Ordung bis Frauen wie Alice Schwarzer kamen !
      Ok, das ist jetzt wirklich ein anderes Thema, aber ich denke schon das die 20-Jährigen 1967 mehr Würde hatten als die 20 Jährigen von2007, diese "Porno ist doch so geil und toll, und je nuttiger umso besser Mädchen" von Heute !
      Ja du hast recht wir brauchen keinen Kampf der Geschlechter, keine Emanzen, nur Vernunft und Würde aber die beiden Letzteren scheint es immer weniger zu geben !

      08.02.2008, 00:51 von Marty76
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      @Marty76
      Wäre nur schön gewesen, wenn einige den Unterschied zwischen Schwarzer und Kaddinsky bemerkt hätten. Es wurde nicht umsonst im Text direkt angesprochen.

      Und 1967 gab es sicher wirklich noch mehr zu korrigieren als heute. Und ansonsten verweise ich auf RedSonja: Die Gleichmacherei-Forderung schadet der wirklichen rechtlichen Gleichberechtigung. Nur, daß das Thema des Textes wirklich dieses Mal sehr anders gelagert war, aber wer nicht lesen will...

      08.02.2008, 02:30 von LudwigMartin
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      @LudwigMartin Mag sein, das 1967 so manches im Argen war, ich denke da an die beruflichen Möglichkeiten von Frauen...
      Andererseits frage ich mich ob es heute unterm Strich viel besser steht , man hat den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben !
      Wir haben eine Geburtenrate die unter aller Sau ist, und Kinder haben meist nicht die Gebildeten, sondern die Unterschicht ( von löblichen Ausnahmen abgesehen !).
      Ach ja, da wäre noch die rezente "Pornokultur", eine Erniedrigung zum F..objeckt finden viele Mädchen von Heute in Ordnung...
      Super Die Emanzipation hat es echt "geschafft" ich würde sagen, die zeiten sind schlechter denn je und wer dies abstreitet, der lügt !

      08.02.2008, 10:01 von Marty76
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      @[Benutzer gelöscht] Ich würde jetzt nciht sagen, dass alle Frauen sich per se so fühlen, und oich würde auch bestreiten, dass das in den 60ern anders war, aber es ist tatsächlich so, dass frauen in den Meedien zB meist als Sexualobjekt auftreten,,,
      dass das etwas mit der Emanzipation zu tun hat, halkt ich aber für Humbug... Frauen waren auch vorher schon Sexualobjekte und anderes

      und die niedrigere Geburtenrate hat nich per se etwas mit Emanzipation zu tun, sondern mit Globalisierung und "Industrialisierung" etc pp mit der die Emanzipation auch einher geht...
      eine Frau die arbeitet, arbeiten muss, kann und will vielleicht keine Kinder bekommen

      und was so schlimm an Kindern aus "Unterschicktfamilien" sein soll weiß ich auch nciht, wenn der Staat es mal gebacken bekommen würde egscheite LehrerInnen und ein gescheites SChulsystem zu errichten, hätten vielleicht auch die eine Chance

      08.02.2008, 12:34 von Butah
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      @Butah Eigentlich wollte ich mich raus halten "Butah" scheint aber ein Mensch mit Vernunft zu sein, deshalb verdient er Anwort !
      1, Ich habe nie behauptet die "Vernuttung" der Frauen, oder besser einiger Frauen ist ne Folge der Emanzipation, aber diese Tendenzen, Pornogesellschaft.. stehen im Krassen Gegensatz zu Emanzipation.
      In diesem Punkte gebe ich Alic mit ihrer "Noporn" aktion zu 100% recht !
      2, Ja es stimmt, die Geburtenrate ist ein komplexes Problem, aber nicht zuletzt Fauen wie Alice S. haben massiv, ond öffentlich zum "Gebärstreik" aufgerufen, was nicht ohne Folgen blieb !
      In diesem Punkte sollten wir uns alle Frankreich zum Vorbild nehmen !
      3, Gegen unterschichtskinder habe ich nicht, aber sowas wie ne Elite bring die Unterschicht kaum hervor, was unserem Land dann irgendwann fehlt !
      An der Uni wirst du kaum Arbeiterkinder treffen, die Kinder aus Emigrantenfamilien schaffen meist nichtmals den Hauptschulabschluss, die Folgen davon sind ja bekannt !
      Hier hat sicher auch unser Statt große Fehler gemacht, z.B. Studiengebühren, mangelnde Unterstützung von Emigrantenkindern...
      Ich frage mich nur, wieso Kariere und Kinder in Frankreich das Normalste der Welt ist, und bei uns nicht gehen soll ???

      08.02.2008, 14:46 von Marty76
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      @Marty76 Das ist eine berechtigte Frage, die ich Dir aber leider auch nicht beantworten kann.

      Ob A. Schwarzers Aufruf zum »Gebärstreik« dafür gesorgt hat, das die Geburtenrate sinkt, halte ich für gewagt gedacht...

      Sie sinkt deswegen, weil hier, wie ganz richtig erkannt, Kinder und Beruf nicht vernünftig zu vereinbaren sind.

      Solange Müttern, die ihre Kinder einer Ganztagsbetreuung anvertrauen, als Rabenmütter diffamiert werden, die ihre Kinder wegparken, wird sich daran auch nichts ändern.

      Ich kriege einen Kotzreiz, wenn Kinder argumentativ instrumentalisiert werden und anderen Lebenskonzepten um die Ohren gehauen werden...

      »An der Uni wirst du kaum Arbeiterkinder treffen«
      Traurig traurig eigentlich...

      10.02.2008, 15:12 von sailor
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