Christian_Flierl 30.11.-0001, 00:00 Uhr 21 1
NEON täglich

Eure Meinung?

Muss man wirklich zu den US-Kongresswahlen, dem Türkei-Bericht und Kevin Federline eine Meinung haben?

Die Demokraten haben also in der vergangenen Wahlnacht das Repräsentantenhaus zurückerobert, und damit ihren Gegnern einen „Denkzettel“ verpasst. Dies sei ein „Debakel für Bush und die Republikaner“, die US-Regierung stehe vor einer entscheidenden Wende. Heute wird außerdem der Fortschrittsbericht zu den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei vorgestellt, die EU-Kommission kommt darin offenbar zu keinem – für die Türkei – guten Ergebnis. Und Britney Spears hat ihren Gatten Kevin Federline vor die Tür gesetzt.

Alles wichtige Nachrichten und zu jeder sollte man doch gefälligst eine Meinung haben, oder?

Denn das braucht man doch; oder umgekehrt: Wer keine Meinung zu einem aktuellen, wichtigen Thema hat, mit dem stimmt doch irgendwas nicht, im Zweifel ist er doof. Aber: was genau bedeutet denn die Wahl für die Politik in den USA, wie funktioniert denn eigentlich der Kongress, der Senat, das Repräsentantenhaus? Und wer kann denn wirklich behaupten, eine fundierte Meinung oder gar ein Urteil darüber abgeben zu können, wie die EU-Kommission mit der Türkei umgehen soll? Und wer zum Geier ist Kevin Federline?

Auf der anderen Seite kann es natürlich keine Lösung sein, Dinge von denen man keine Ahnung hat, grundsätzlich zu ignorieren. Denn schon der Versuch, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, um sich eine Meinung zu bilden ist natürlich sinnvoll (Britney Spears einmal ausgenommen). Trotzdem, reicht das schon?

Wie seht ihr das, habt ihr auch das Gefühl, zu allem eine Meinung haben zu müssen? Was denkt ihr, sind Diskussionen auf der Basis von Halbwissen völlig in Ordnung, man redet ja nur drüber, oder nervt euch das?

1

Diesen Text mochten auch

21 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    Meinung hat ja nicht zwangsläufig was mit Wissen oder Halbwissen zu tun . . .
    Natürlich hat es gewisse Vorteile, wenn man sich erst etwas Wissen verschafft bevor man seine Meinung vehement vertritt.
    Letztlich bringt eine auf Halbwissen basierende Diskussion für alle mehr, als den Fingerzeig nach oben und danach die Hände achselzuckend in den Schoß legen.

    Schlimm ist es nur, wenn (medien-)öffentlich noch nicht einmal Halbwissen als das Faktum schlechthin propagiert wird.
    Was heißen soll: Stammtisch-Diskussion ja, aber bitte keine Stammtischparolen als Leitidee aufgreifen . . .

    Außerdem kommt es ja auch immer auf die Diskussionsteilnehmer an, also zu welchem Zweck sie zusamme gekommen sind.

    25.11.2006, 21:58 von Klabautermann
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Diskussionen mit Halbwissen sind schon ok. Wenn man sich selbst nicht extrem ernst nicht (es einem klar ist dass man selbst nur über Halbwissen verfügt)und verbissen auf der eigenen Meinung verharrt. Über alles weiss ich nicht Bescheid, aber eine Art Grundwissen über das was aktuell in der Welt geschieht ist mir doch wichtig. Schlimm finde ich dieses Scheuklappendenken. Jemand hat einen Artikel über eine bestimmtes Thema gelesen und ist felsenfest der Meinung, das dies die einzig wahre These sei. Naja, ist doch echt nicht schwer im Netz auf, sz, faz, tagesschau, amnesty, ..., zu gehen und zu vergleichen. Und der Rest ist Unterhaltung. Ich könnte jetzt noch mehr über dieses Thema schreiben, aber darüber hatte ich schon ewig lange Diskussionen mit Freunden...

    09.11.2006, 11:51 von zabou
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    Eine Meinung vielleicht nicht, aber eine Schublade in der man es abläd.

    08.11.2006, 22:58 von uschi_fisch
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich mag es persönlich einfach nich, mich zu etwas zu äußern, oder spezieller, mit jemandem über etwas zu diskutieren, über das ich nur Halbwissen habe. Dann kommt mir mein Standpunkt einfach nich fundiert vor und ich kann ihn deshalb auch nicht konsequent vertreten. Aber mit jemandem darüber zu reden, denn ich finde es besteht ein Unterschied zwischen "disuktieren" und "darüber reden", finde ich ok, wenn das Thema einen interessiert, kann man somit mehr darüber erfahren und einen anderen Blickwinkel gezeigt bekommen.
    Und wieso sollte es nicht ok sein, über ein Thema keine Meinung haben zu wollen? Das finde ich vollkommen in Ordnung. Ich mag es nur nicht, wenn Leute wilde Diskusionen führen, die eigentlich keine Ahnung haben wovon sie da reden. Das kommt mir dann häufig so vor, als würde sie sich einfach selbst zu gerne reden hören....

    08.11.2006, 22:34 von audire
    • 0

      @audire du bringst die sache auf den punkt, ich seh das genauso. nichts ist schlimmer, als leute, die sich lauthals über ein thema echauffieren und man schon nach drei sätzen merkt, dass ihre "fakten" auf stammtischgelaber "fundieren".
      und bevor ich jemanden zu unrecht beschuldige oder falsche gerüchte nachplapper, halt ich lieber meine klappe :)

      09.11.2006, 11:45 von girasole
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Wenn Menschen bei einer Diskussion dabei sind, die von der Sache an sich keinen Plan haben, kann es geschehen, dass durch ihre nicht durch Informationen vernebelte Sicht das Ganze auch interessante Anregungen und neue Sichtweisen erlangt.

    08.11.2006, 22:07 von ElleMcG
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Boulevardinformation, bspw. Die Bildzeitung, und ihre (führend umsatzstarke) Auflage im Land, ist der beste und bekannte Beweis dafür, dass ein großer Teil Leute sich lieber mit wässrigen dafür aber viel mundgerechteren Schein- und Halb- und Murkswahrheiten die Rübe stopfen und verkleistern, als sich umständlich und aufwendig mit fundierten Wirklichkeiten zu befassen… ergo lieber DARAUS eine sogenannte Haltung und Meinung zu haben, als gar keine, ohne eine zögerliche.

    Das rührt wahrscheinlich aus der Erkenntnis, dass jemand der viel redet, aber nicht unbedingt ebensoviel sagt, oder nur den Mund bewegt, immer noch eher Aufmerksamkeit und Bewegung genieren kann, als jemand der aus lauter Tiefgrund und Zweifeln über die wirkliche Fundiertheit und mögliche Überzeugungskraft seiner Informationen, wenig bis überhaupt nichts mehr sagt, zu sagen hat.. bzw. redet…


    Kurzum, ich denke mit ein bißchen Gespür ist schon herauszufinden, aus welchen Gründen sich jemand mit einem Thema beschäftigt (oder nicht), oder ob er nur in Gesellschfat gern den Mund bewegt..

    08.11.2006, 18:24 von schauby
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    sobald man von einem wichtigen geschehen absolut keine ahnung - und somit auch keine (eigene) meinung - hat, sollte man sich zumindest im groben informieren. ob man sich dann erlauben kann, eine meinung zu haben, ist eine andere frage. ich gebe zu, keine detaillierten kenntnisse über das pro und contra des EU - beitritts zu haben, und habe deswegen schon aus prinzip keine meinung. menschen mit halbwissen sollten den informierten das reden überlassen oder nachfragen.

    08.11.2006, 16:35 von schmorlen
    • Kommentar schreiben
Seite: 1 2 3

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare