Naohiro 07.03.2007, 00:03 Uhr 5 2

Es geschieht jeden Tag

Es ist ein Tag wie jeder andere in Somalia, alles geht seinen gewohnten Gang. Zumindest für die meisten der somalischen Einwohner.

Ein paar Sonnenstrahlen brechen durch die Blätter eines großen Baumes, unter dem Mona stumm im Schatten neben einer Bahre kniet und wartet. Es ist absolut still hier, nur der Wind ist gelegentlich zu hören. Neben Mona zentriert sich einer der Sonnenstrahlen an der Spitze einer ca. 8 cm langen, grünen Glasscherbe die mit einem Lederband an einem Ende umwickelt ist. Neben der Scherbe liegt ein altes, rostiges Messer, dessen Klinge stumpf wirkt, eine abgenutzte Rasierklinge, ein paar Akaziendornen und eine Rolle Bindfaden.

Auf einmal wird die Stille, die in der Luft liegt, durchbrochen. Es sind Schreie eines Mädchens. Schreie der Angst und der Gewissheit, dass etwas schlimmes passieren wird. Mona, die eben noch kniete, erhebt sich und wendet ihren Blick in Richtung der Schreie.

Das Mädchen ist sieben Jahre alt und wird von drei Frauen und einem Mann in Richtung der Bahre gezerrt. Es werden keine Worte gewechselt, jeder der Anwesenden weiß, was zu tun ist - auch das Mädchen. Es versucht sich mit Tritten und mit Zappeln zu wehren, wird aber schnell müde, da es nicht den Hauch einer Chance gegen die vier Erwachsenen hat.

Sie wird auf die Bahre gelegt. Weiterhin Schweigen. Auch das Mädchen ist still geworden, lediglich ein leises Wimmern ist zu hören. In den Tränen aus ihren Augen spiegelt sich der wolkenlose, blaue Himmel wieder. Sie spürt, wie jemand ihr Kleid bis zum Bauchnabel hochzieht und es dort mit einer Hand festhält und mit der anderen ihr rechtes Bein umklammert. Zwei Hände an ihrem rechten und zwei an ihrem linken Arm. Dann bemerkt sie eine Hand an ihrer Unterwäsche. Jemand zieht ihr den Slip über die Knie. Kurz darauf wandern diese Hände zu ihrem linken Bein und umklammern es.

Das wimmern wird lauter. Es wird zu einer erneuten Flut aus Tränen. Bevor sie laut schreien kann stopft ihr eine der Frauen einen Knebel in den Mund. Der Druck auf Arme und Beine wird stärker. Sie kann sich nicht mehr bewegen.
Als sie den Kopf ein wenig anhebt sieht sie, wie das Licht an der Spitze der Glasscherbe zu ihrem Unterleib wandert. Sie will schreien, doch der Knebel sitzt zu fest.

Ein stechender Schmerz, der sich immer weiter in ihrem Unterleib ausbreitet folgt. Es wird auf einmal sehr warm zwischen ihren Beinen. Mona legt die nun blutige Glasscherbe auf Seite und tupft mit einem verschmutzten Tuch das Blut an der Vagina des Mädchens ab und legt es wieder beiseite. Wieder nimmt sie die Glasscherbe, die nun auch noch mit Sand verklebt ist in die Rechte und setzt zu einem erneuten Schnitt an.

Mit einer geübten Bewegung entfernt sie erst die linke, dann in einem neuen Ansatz die rechte der äußeren Schamlippen des Mädchens. Das Blut strömt nun immer stärker aus der Wunde und das Mädchen verkrampft immer mehr unter den Qualen.

Erneut presst Mona das schmutzige Tuch an den Unterleib des wehrlosen Mädchens. Sie zieht das Tuch weg und greift mit einer schnellen Bewegung nach einem kleinen Beutel. Sie öffnet ihn und streut den Inhalt auf den Unterleib des Mädchens. Es ist Asche - zum Verringern der Blutung.

Sie legt nun die Scherbe auf die Seite und greift vorsichtig nach der Rasierklinge. Mit einigen geübten Schnitten entfernt sie nun auch noch die kleineren inneren Schamlippen und die Klitoris. Bei jeder Berührung muss das Mädchen stärkere Schmerzen ertragen. Es fließen immer mehr Tränen und immer mehr Blut.
Wieder das Tuch, wieder die Asche.

Als die Blutung einigermaßen gestillt ist, näht Mona mit Hilfe der Akaziendornen und des Bindfandens die Wunde zusammen. Lediglich ein kleines Loch von der Größe eines Streichholzes lässt sie hierbei offen.

Als der Eingriff beendet ist, erheben sich die vier anderen Erwachsenen und gehen stumm nach Hause. Das Mädchen kann nur noch zittern. Mona entfernt den Knebel. Kein Laut. Sie weiß wie das Mädchen jetzt fühlt - genauso, wie sie selbst sich vor 32 Jahren fühlte, als sie sich wehrlos der „pharaonischen Beschneidung“ hingeben musste.

Und sie weiß auch, dass die richtigen Schmerzen erst noch kommen werden, sollte das Mädchen nicht an einer Infektion oder an den Blutungen sterben. Sie weiß von den Schmerzen beim Urinieren und bei der Menstruation. Sie weiß von den Schmerzen, wenn der Ehemann mit einem Messer die vernarbte Wunde wieder aufschneidet um Sex mit ihr zu haben. Und sie kennt die Schmerzen bei der Geburt, wenn das vernarbte Gewebe noch weiter aufgeschnitten werden muss da es sich nicht mehr dehnen kann - nur um anschließend wieder zugenäht zu werden.

Sie weiß, wie sich ihre Tochter auf der Bahre fühlt...


Jedes Jahr werden ca. zwei Millionen Mädchen (ab Säuglingsalter bis zur Pubertät) auf diese oder ähnliche Art verstümmelt. Die pharaonische Beschneidung ist hierbei die grausamste Methode. Der Eingriff wird in den meisten Fällen unter unhygienischen Bedingungen und mit barbarischen Werkzeugen vorgenommen. Etwa 10% der Mädchen sterben direkt bei dem Eingriff, ca. 25% an den Folgen...."Wichtige Links zu diesem Text"
Das sagt Wikipedia dazu...

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5 Antworten

Kommentare

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    Mann, harte kost, ich musste fast weinen wo ich das gelesen habe.

    Ich habe davon gewusst, aber es ist mir bis jetzt noch nie so nahe gegangen.

    17.04.2007, 18:23 von Viktor
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