erleuchtung
...
seit dem beginn jener schleichenden eintrübung,
einer rätselhaften vergrauung,
vielleicht tatsächlich der welt,
sicher aber ihrer wahrnehmung,
hielt sie gelegentlich fröstelnd inne,
lauschend,
leise fragend,
ihren betrachtungen sehr schüchterne,
beinahe schon furchtsame berührungen
zugesellend,
all ihre sinne
mehr und mehr
kundschafter in der fremde.
zaghaft glitten ihre blicke
über gesichter,
ihre fingerkuppen heimlich
über die zipfel fremder kleidung,
ihre gedanken,
flatternd,
entglitten
ihr.
das grau verwuchs sich zu schwarzwust,
nagte mit fauligen zähnen
das licht aus ihren augen
und die hoffnung aus ihrem herzen,
schenkte ihr aber auch,
dank seiner bald gänzlich reinen finsternis,
ein letztes aufbegehren aus mut und zorn.
sie stahl einen scheinwerfer,
wanderte ruhelos,
hartnäckig,
trotzig,
leuchtete tapfer in alle winkel der welt,
bis ihre hände zitterten
und die füße schmerzten.
"nicht hier", flüsterte sie,
"nicht hier, es ist nicht hier.",
während die menschen,
peinlich berührt,
die verrückte mit dem scheinwerfer fort wünschten,
einfach fort,
in ein namenloses, erlösendes
grau.
Tags: Robert, Suydam





Kommentare
jau. so. toll dein text, ach wie schön er ist, ich schmelze dahin.
07.01.2013, 18:06 von Sultanineman muss es ihr zeigen.
07.01.2013, 15:15 von zehnmomente