Die Verwahrung
Wenn sich die bissige Flüssigkeit langsam und zäh meinen Kehle hinunterschiebt, vergesse ich für einen Augenblick, dass du nicht hier bist.
Du hast mir die Wörter in die Handfläche gelegt,
sie zu einer Faust verschlossen
und bist einfach verschwunden.
Ich stehe noch immer an derselben Stelle,
stecke mir die Satzfetzen in den Mund, würge sie runter
und versuche zu verdauen.
Aber sie legen sich quer in meinen Magen
und zerfetzen meine Haut
und springen zurück vor meine Füße
Ich habe dir mein Herz in die Handfläche gelegt,
sie zu einer Faust verschlossen
und habe gewartet.
Du hast dir über die Hälfte genommen
und bist einfach verschwunden.
Ich stehe noch immer an derselben Stelle,
stecke mir das Übrig gebliebene in den Mund, würge es runter
und versuche zu verdauen.
Aber das Echo der Schläge verhallt im Leeren
und zerfetzt meine Haut
und springt zurück vor meine Füße.
Der Asphalt spiegelt die Wörter
und spiegelt das Echo
und spiegelt die Schritte, die du gingst
als du gingst.
Der Hall lässt meinen Kopf zerplatzen und die Reste
von mir
springen zurück vor meine Füße.
Ich sammel sie auf und gebe sie ab zur Verwahrung
bis zu besseren Tagen.
Du saßt mir im Nacken und hast dort ein Nest gebaut.
Nun sitzt du mir im Nacken und brichst mein Genick.
Du brichst mein Herz,
mit deinen Händen
Klopfst mit deinen Fingern Beulen hinein,
wie du in die Tasten eines Klaviers haust.
Und die Stimme gräbt ein Loch hinein
Und füllt es mit Liebe, von der du sprichst, als wüsstest du, wo sie bei mir zu finden ist.
Ich habe Schmerz gefunden.






Kommentare
Schöner Rhythmus, gefällt mir gut.
22.05.2011, 23:31 von Millalana