Die Uni brennt!
Die Uni Wien ist besetzt, tausende Studenten demonstrieren für bessere Studienbedingungen und ich frage mich, welchen Standpunkt ich selbst habe.
Seit knapp einer Woche besetzen Studenten das Audimax der Uni Wien und versuchen auf die Missstände an österreichischen Universitäten aufmerksam zu machen. Ein normaler Unibetrieb ist meiner Erfahrung nach kaum möglich, die Besetzer sind zäh und werden in nächster Zeit nicht von ihrem Standpunkt (im wahrsten Sinne des Wortes) und ihren Forderungen nach Ausfinanzierung der Universitäten abrücken.
Als Studentin an der Hauptuni, also dem primär besetzten Gebäude der Universität, bin ich direkt eingebunden in die Proteste. Zwei Lager haben sich mittlerweile unter den Studenten gebildet: Die "Krawallmacher", wie die protestierenden Studenten von qualitativ wenig hochwertigen, sogenannten "Tageszeitungen" betitelt werden und die dezidierten Gegner der Protestaktionen, welche unter dem Motto "Studieren statt blockieren" zur Gegeninitiative aufrufen.
Dass es an der Zeit ist, Stellung zu beziehen, wurde mir schlagartig bewusst, als sich jedes unverbindliche Gespräch vor Lehrveranstaltungsbeginn binnen weniger Minuten in eine hitzige, sozialpolitische Diskussion wandelte. Unpolitisch zu sein, das musste ich, wie einst schon Thomas Mann, erkennen, das gibt es nicht.
Eines muss von Beginn an klar festgestellt werden: Die Situation an der Uni Wien zur Zeit ist untragbar.
Zu viele Studenten, zu wenig Studienplätze, zu wenig Räumlichkeiten, vom technischen Equipment gar nicht zu sprechen. Das sind alles Probleme, mit denen Studenten und Lehrende besonders der wenig(er) prestigeträchtigen und daher kaum beachteten Studienrichtungen der Geisteswissenschaften schon seit Jahren zu kämpfen haben. Mit der (teilweisen) Abschaffung der Studiengebühren und der Einführung des Bachelor-Systems hat sich das Problem weiter verschärft.
Als regelmäßiger Besucher unseres Neuen Institutsgebäudes entlockt mir der Auszug aus dem Staatsgrundgesetz an der Wand nur mehr ein müdes Lächeln: "Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei."
Ich solidarisiere mich mit allen Studenten, die in Wien um bessere und faire Studienbedingungen kämpfen. Es ist höchste Zeit, etwas zu tun. Doch was mich trotz allem zum Skeptiker werden lässt, ist das Fehlen von klaren Forderungen und konkreten Vorschlägen seitens der protestierenden Studenten. Der Zugang zum Studium müsse frei von Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren sein, gleichzeitig fordert man eine qualitativ hochwertige Ausbildung, ganz zu schweigen von ausreichenden Räumlichkeiten für alle Studierenden.
Forderungen, die meines Erachtens so nicht realisierbar sein werden. Kein Wunder also, dass Herr Johannes Hahn sich mit der Situation überfordert sieht und sich zu flapsigen und unangebrachten Kommentaren a là "Eine Unibesetzung gehört zu einem Studentenleben nunmal dazu." hinreißen lässt.
Wiens Studenten werden gehört.
Soweit mein positives Fazit. Die Besetzung des Audimax scheint zumindest diesen Zweck erfüllt zu haben, denn die Studentenproteste gehen nicht nur österreichweit durch die Presse. Eine Lösung des Problems wird nur durch einen Dialog zustande kommen und erfahrungsgemäß auch nur dann wenn beide Seiten bereit sind, Kompromisse einzugehen. Nachzudenken wäre (meiner bescheidenen Meinung nach) über eine Wiedereinführung der Studiengebühren, ihre sinnvolle (!) Nutzung und die Überarbeitung des Studienbeihilfesystems."Wichtige Links zu diesem Text"
Live-Stream aus dem Audimax Wien
News zum aktuellen Geschehen
Tags: Studium






Kommentare
ich für meinen teil wüsste gerne, wie genau die staatsausgaben in sachen bildung und im vergleich zu anderen faktoren wie militär etc nun wirklich aussehen. klar wird da auf beiden seiten gerne schöngeredet, aber wird nun wirklich so wenig geld ausgegeben wie behauptet wird? sind die ausgaben (kürzlich gelesen), prozentual am BIP; wirklich gekürzt worden? runtergebrochen: ist wirklich geld da bzw kann beschafft werden oder ist der rahmen einfach ausgeschöpft?
15.11.2009, 21:12 von LuaJuinwenns einfach nicht geht, bringen auch sture forderungen nix, vllt müssen dann wirklich gebühren her. aber warum wird heutzutage das militär aufgestockt (kürzlich gelesen)? warum gibt man dafür noch zusätzlich geld aus, für die bildung aber nicht?
andere sache wäre, und ich bin selbst quasi ein Teil davon, die sache mit den NC-flüchtlingen mal anzugehen. ich fände es völlig gerechtfertigt vom österreichischen staat sich bei deutschland zu beschweren, da es eigentlich echt nicht sein kann, dass unzählige leute aus einem land in ein viel kleineres "einfallen" weil sie zuhause nicht studieren können. die frage ist, ob nicht auch in deutschland was gemacht gehört zumal der NC echt nichts über fachliche Kompetenzen aussagt im vergleich zu fachbezogenen Aufnahmetests z.B.. österreich kann nichts für den deutschen NC, muss aber stark dran tragen. und das ist sicher ein beträchtlicher beitrag zu dem problem des studienplatzmangels.
ab sofort gibt es eine E-Mail-Liste fuer alle TeilnehmerInnen und Solidarisierenden der Uni Besetzung Wien:
10.11.2009, 14:39 von martinmaierEinfach E-Mail an uni_besetzung_wien@yahoogroups.com senden (UNMODERIERT fuer alle frei zugaenglich)
Teilnahme (Empfangen der Beitraege) auf der Seite http://groups.yahoo.com/group/uni_besetzung_wien einfach und formlos mit E-Mail-Adresse (gibt es bei yahoo.com und web.de etc.etc.)
lg an alle Solidarisierenden!
Meine beste Freundin ist mitten drin, quasi an vorderster Front...
31.10.2009, 17:31 von b.merker.inIch finds total klasse, dass sich endlich mal überhaupt was tut und es noch Studenten gibt, die sich mit untragbaren Verhältnissen nicht abfinden!
Zum Thema utopische bzw unrealistische Forderungen kann ich nur eines sagen: Man muss immer mehr verlangen, damit man der gegenseite noch Zugeständnisse machen kann, ohne dass man selbst unzufrieden aus den Verhandlungen raus kommt.
Was mir allerdings Sorgen macht: Ich habe jetzt schon mehrmals Begriffe gelesen wie "Obrigkeit" und "Polizeistaat"...erinnert mir fast zu sehr an Rudi Dutschke etc... (Soviel dann auch zum Thema Sozialistenvorwurf, sorry...)
@[Benutzer gelöscht] Ich halte es für falsch, dass alles gnadenlos dem Wettbewerbsprinzip unterworfen werden soll.
30.10.2009, 10:24 von CyroWenn ich den Gedanken mal weiterführe, dann müsste das Prinzip auch für den Rest der Schulen gelten, nicht nur für Hochschulen. Soll heissen, die Kinder sollten ihre Schule selber finanzieren oder eben außen vor sein. Oder ein äquivalent zu Bafög bekommen wenn sie die Schule besuchen wollen, das sie dann selbstverständlich nach Schulende zurückzahlen müssen. Die Umsetzung dieser Idee würde bedeuten: Entweder eine Haufen Schulden nach der Schule haben um anschließend bei einer Zeitarbeitsfirma so wenig zu verdienen, dass es zum Leben nicht reicht und mit Sozialhilfe, aeh, Hartz IV, bezuschusst werden muss, oder gleich zum überschuldeten Sozialfall werden. Oder eben das mit der Schule gleich sein lassen und zum Sozialfall werden, der von Lesen und Schreiben, von Mathe, von Sprachen (und ganz zu schweigen von Allgemeinbildung in diversen anderen Gebieten) keine Ahnung hat.
Ist doch alles ganz wirtschaftlich gedacht, der Staat bekommt das Geld wieder, diejenigen, die Starken, leistungsfähigen kommen durch, und der Rest interessiert eh niemanden.
Ach ja, und angesichts der vielen FDP-Wähler kenne ich dann das Konzept zur Rettung des Schulwesens: Schule wird privatisiert, und der Markt regelt sich von ganz alleine. Dann gibt es teure und vielleicht nicht ganz so teure Schulen, und die Eltern, die sich nicht mal die billigeren Schulen leisten können sind Rabeneltern, weil sie ihren Kindern noch nicht mal Bildung erlauben, auch wenn die 4 Minijobs gleichzeitig machen und noch Zuschüsse vom Staat zur Sicherung des Existenzminimums bekommen. Selbstverständlich müssen solche Eltern bestraft werden, als erstes mit der Streichung finanzieller Leistungen seitens des Staates.
Na ja, und so weiter ... mir scheint, Menschen sollen nur noch als billiges, aber effizientes bzw. leistungsoptimiertes, mit wenig Rechten versehenes Material sein, und kein Deut mehr. Ach ja, jetzt warte ich eigentlich nur noch auf die Kirchen, die alles andere, was man so braucht im Leben, nach dem Tod versprechen. Die nehmen gegen entsprechendes Entgelt dann die Platzreservierung im Jenseits vor.
Ok, vielleicht etwas versöhnlicher gesagt:
Es gibt Bereiche, bei denen mit die Gleichbehandlung und Versorgung aller Bürger wichtig ist. Das gilt für Bildung, das gilt aber auch für ganz profane Dinge wie die flächendeckende Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder beispielsweise auch mit der Post. Privatisiert man diese Bereiche, ist eine flächendeckende Versorgung (in D nach Ablauf der Frist, für die diese flächendeckende Versorgung gewährleistet ist) eben nicht mehr gewährleistet ... denn dann geht es nach Wirtschaftlichkeit.
Nein ich will keinen Sozialismus, aber ich will eine _soziale_ Marktwirtschaft und einen Staat, der den Namen Volksvertretung verdient. Das hat in D schon mal über Jahrzehnte funktioniert.
Aber zurück zu den in Österreich streikenden Studenten ... da wurde in einem Kommentar marodes Bauwerk genannt ... aehm, geht’s noch ? Sind wir hier in Europa oder in einem sog. Dritte-Welt-Land, wo das Geld zur Gebäudeinstandhaltung nicht da ist ?
Ich weiss nicht warum man so etwas hinnehmen muss.
Im Grunde ist mir danach, jetzt auf den Startseitenartikel mit dem kaputten Kühlschrank zu verweisen. „Als der Kühlschrank explodierte“. Niemand kommt in dem Artikel auf die Idee da als Warnung den Hinweis „defekt“ dranzuschreiben ... der nächste steckt den Stecker rein und bekommt eine gewischt. Niemand kommt auf die Idee mehr als die aktuell benötigten Sicherungen zu kaufen, und beim nächsten Knall stehen alle im Dunkeln. Völlig abwegig scheint der Gedanke zu sein das Teil zu reparieren oder zu ersetzen. Statt dessen sind sich alle einig dass man gottgegeben mit einem einzigen Kühlschrank leben muss.
In Bezug auf die Uni: Niemand hält es für nötig, die Gebäude instand zuhalten. Und bis heute hat niemand die Idee, zu protestieren. Jeder hofft, dass ihm der Putz nicht auf den Kopf fällt. Nach mir die Sintflut, Hauptsache durch. Egal wie mies die Umstände sind. Alles was zählt ist Leistung und Wirtschaftlichkeit. Andere Alternativen werden noch nicht mal in Erwägung gezogen. Wozu auch, Missstände sind (in den Augen einiger) wohl gottgegeben und man hat sie hinzunehmen. Oder gleich einen ausgeklügelten Plan zur Finanzierung des ganzen Staates auf den Tisch zu legen Natürlich nur mit der Macht ihn auch durchzusetzen, alle anderen haben zu verstummen.
Ups ... aeh ... ist das die aktuelle Vorstellung von Demokratie ?
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich darüber ebenso lachen wie beim Artikel mit dem Kühlschrank.
Ich bin zwar schon seit langer Zeit kein Student mehr, aber manche Sachen sind immer noch geeignet meinen Blutdruck etwas in die Höhe schießen zu lassen.
Aber gut ... auch ich neige mittlerweile zur Resignation, doch manchmal ... nun, ich würde auf jeden Fall bei den Protesten mitmarschieren.
"Eine Unibesetzung gehört zu einem Studentenleben nunmal dazu."
29.10.2009, 17:41 von Kocmonabtdas ist nicht "flapsig und unangebracht", sondern schlicht[sic!] weise.
denn 90% der protestierenden würden nicht protestieren, wenn die restlichen 10% sie nicht vor die relativ einfache wahl stellen würden, ein bisschen unverbindliche action zu haben oder zur pullunderfraktion zu gehören, die keine weiber abkriegt.
sie sind einfach egoistische nutzenabwäger: ein bisschen spaß sollte man auch mal haben als student - und der eine "tootal süße typ" aus der und der vorlesung ist auch dabei. und ein bisschen im schneidersitz auf dem boden rumsitzen gehört auch dazu - wozu hat man schließlich diese hippen chucks gekauft. und die eigenen eltern erzählen ja auch immer von damals und wie das immer war in den "goldenen zeiten" - da will man auch mal was erleben. und alles noch für einen auf den ersten blick korrekten zweck...
johannes hahn hat dieses wissen also vielen studenten voraus, aber er sollte es sinnvoller einsetzen: sobald die 90% spaßfraktion woanders einen höheren individuellen nutzen erkennen, wenden sie sich ab. dies gilt es in der konfliktsituation auszunutzen, um die beharrenden 10% zu schwächen und schließlich zu isolieren.
langer atem ist zum beispiel eine eigenschaft, für die die 90% nicht berühmt sind. viele probleme kann man deswegen naturgemäß aussitzen....
@Kocmonabt sie sind einfach egoistische nutzenabwäger: ein bisschen spaß sollte man auch mal haben als student - und der eine "tootal süße typ" aus der und der vorlesung ist auch dabei. und ein bisschen im schneidersitz auf dem boden rumsitzen gehört auch dazu - wozu hat man schließlich diese hippen chucks gekauft. und die eigenen eltern erzählen ja auch immer von damals und wie das immer war in den "goldenen zeiten" - da will man auch mal was erleben. und alles noch für einen auf den ersten blick korrekten zweck...
30.10.2009, 16:51 von maihoernchenSchwarz-weiß ist die Welt immer noch am schönsten, stimmts?
@maihoernchen die ganzen "apple"-nerds sind auch vergessen worden. wenn man sich das leisten kann, dann kann man auch gebühren zahlen, harharhar!
31.10.2009, 14:27 von lavishZur Erläuterung sollte man ev. erwähnen, dass hier in Ö bis in die 90er der Zugang zu den Unis tatsächlich kostenlos war. Das hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass sich die Studenten lange mit Missständen abgefunden haben. Danach hat eine viel gescholtene rechts-konservative Regierung Studiengebühren eingeführt. Die haben allerdings nicht zu einer merklichen Verbesserung der Situation geführt, was den Unmut weiter vergrößert hat. Und im Zuge der Einsetzung unserer letzten Regierung wurden diese Gebühren wieder abgeschafft, und damit den Universitäten de facto Geld gestrichen. Das hat wiederum dazu geführt, dass die Unis weniger Geld zur Verfügung haben, und sich wesentlich mehr (dem Vernehmen nach innerhalb eines Semesters 20% mehr) Leute (auch aus Deutschland) für ein Studium in Ö entschieden haben.
29.10.2009, 15:43 von zewasoftisSoviel zur Vergangenheit und jetzt zu meiner "bescheidenen" Meinung. Ich denke, dass in einer westlichen Industrienation, die langfristig gesehen als Produktionsstandort obsolet wird, keine Investition wichtiger sein kann als die in Bildung. Wir sollten deshalb aufhören, uns Gedanken darüber zu machen, wie wir den Zugang zu den Unis einschränken können, und wie wir Deutsche davon abhalten auf unseren Unis zu studieren. Ich finde, dass es eine der vordringlichsten Aufgaben des Staates (ob D oder Ö) ist, die Bedingungen dafür zu schaffen, der Bevölkerung ein höheres Bildungsniveau zu ermöglichen. Denn dadurch wird ein westeuropäischer ehemaliger Industriestaat letztenliche zum Forschungs- und Entwicklungsstandort, was langfristig wesentlich mehr Arbeitsplätze sichert, als ein paar Mrd. an Opel oder die AUA zu überweisen. Und wenn die gewählten Volksvertreter zu kurzsichtig sind, um das zu erkennen, dann halte ich einen solchen Protest nicht nur für angebracht, sondern für unverzichtbar. Und auch wenn ich schon lange nicht mehr studiere, bin ich trotzdem mit den Demonstranten solidarisch (mögen die Forderungen noch so unglücklich definiert sein).
@zewasoftis Die österreichischen Politiker sind sehenden Auges in diese Zustände marschiert - weil sie dafür gewählt wurden. Seit 1994 ist in Österreich bekannt, daß die alte Regelung, mit der zwischen Landeskindern und Ausländern unterschieden wurde, nicht mit EU-Recht vereinbar war. Seit 1995 - also seit Mitte der 90er :) - ist Österreich EU-Mitglied. Bis 2005 hat man nichts an den Zuständen geändert, bis ein EuGh-Urteil eine Änderung erzwungen hat. Prompt wurde man von deutschen Nullchecker-Studenten überschwemmt, die für ZVS-Fächer in Deutschland zu schlecht waren. Jetzt wundert man sich in Österreich über die Raumverknappung ...
30.10.2009, 20:05 von Romeo_Flausch79Die Gegenmaßnahme - ZVS Verfahren oder Studiengebühren - war den Politikern zu unpopulär, da sie eine Abstrafung durch die verwöhnte Studentenschaft befürchteten. Jetzt - nach der versäumten Strukturanpassung - hat man den Salat.
Ich denke, wer keine natrürlichen Ressourcen besitzt, sollte in seine Bildung investieren. Aber nicht als Staat, sondern als Privatmann.
@[Benutzer gelöscht] Ich halte es nicht für "Radikalliberalismus" in die eigene Bildung oder die der Kinder zu investieren. Das Bürgertum macht das seit Jahrhunderten und zählt nicht umsonst zu den Leistungsträgern der Gesellschaft.
31.10.2009, 20:38 von Romeo_Flausch79@[Benutzer gelöscht] Sorry, aber von Tocotronic hast du offensichtlich keine Ahnung, da du den Kapitulationsbegriff total falsch interpretierst.
29.10.2009, 16:59 von Catcher_in_the_Rye@Catcher_in_the_Rye hey, super! kleine universitäre songtext-exegese! das wäre geeignet für den fachbereich "sozialhedonismus". ist zwar nur magister, aber wat solls.
29.10.2009, 17:46 von lavish@[Benutzer gelöscht] Kapitulation bedeutet gerade bestimmten Leistungsansprüchen (etwa der Universität oder im weitesten Sinne der Leistungsgesellschaft) gerade nicht entsprechen zu wollen. Es geht darum dem ständigen Imperativ des Erfolgs im Bereich des Nützlichen, des Machbaren, des Realistischen etwas entgegen zu setzten.
29.10.2009, 23:50 von Catcher_in_the_Rye"Wo überall schnöder Pragmatismus regiert, wird Passivität zur letzten Widerstandsgeste".
Außerde, kann man aus der politischen Position von Tocotronic schließen, dass sie bestimmt nichts gegen die Besetzung einer Uni haben.
Nunja...um gehört zu werden, muss man sicherlich erstmal Rabatz schlagen. Nicht zu knapp. Wenn man dann aber zugehört wird, dann sollte man auch was zu sagen haben..und ggf. auch selber zuhören. Ganz ohne Zweifel.
29.10.2009, 14:55 von derHerrMitDemPixelWas Forderungen angeht : Was "realistisch" ist, wird in solchen Fällen ja sehr gerne von den Leuten (aka Regierung) definiert, gegen die sich der Protest schlussendlich richtet :). Wenn ich deren Grenzen als die Meinen akzeptiere...ja...dann brauch ich halt auch gar nicht protestieren.
Bildung, Forschung, Kultur ist die Investition eines Landes in sich selbst...heute mehr noch als früher...
da ist immer Luft nach oben. In der Regel wohl auch immer eine gewaltige Menge.
Als ich angefangen habe in Salzburg zu studieren, ist mir an einem der ersten Tage ein großes Stück Putze von der Decke in einem Hörsaal vor die Füße gefallen. Der Institutsvorstand hat geschmunzelt und gemeint: Daran müssen Sie sich gewöhnen. Und ich hatte gerade 380 Euro Studiengebühren bezahlt! Um auf einer Baustelle zu studieren! Aber die Studenten waren lethargisch und komatös, Proteste gab es kaum. Wir haben viel zu viel hingenommen und viel zu lang gewartet.
29.10.2009, 14:30 von MarikiIn gewisser Weise sind Proteste immer chaotisch. Auch die Studenten haben keinen Masterplan, wie das Unisystem perfekt funktionieren könnte. Aber immerhin machen sie endlich darauf aufmerksam, dass es SO nicht geht.
@Mariki Hahaha. Es heißt natürlich auch in Österreich Putz, nicht Putze.
29.10.2009, 14:31 von Mariki