Riif-Sa 30.11.-0001, 00:00 Uhr 4 1

Die ultimative urbane Legende

Keine Lust, viele kleine moderne Sagen durchzulesen, die alle total langweilig sind? Dann kommt hier für euch die ultimative urban Legend!

Der Freundin einer Freundin eines Arbeitskollegen meiner Tante ist vor zwei Wochen etwas Merkwürdiges passiert. Sie wollte mit ihrem Mann und ihrer Mutter Urlaub in Frankreich machen. Die Abfahrt verlief noch ohne Probleme, sie hatten sich vorgenommen, nicht durchzufahren, sondern unterwegs in einem Motel Halt zu machen. Die ersten Kilometer führten sie über die Landstraße und dort passierte schon etwas Komisches, denn als sie einen Wald durchquerten, lag plötzlich etwas auf der Straße, dass wie ein menschlicher Körper aussah. Der Mann hielt an und stieg aus um nachzusehen, doch als er bemerkte, dass es sich nur um eine Schaufensterpuppe handelte, rannte er zurück zum Auto, stieg schnell wieder ein und schlug die Tür zu. Der Mutter, die inzwischen auf dem Rücksitz eingeschlafen war, fielen im gleichen Augenblick eine Handvoll Finger in den Schoß.

Auf diesen Schreck hielten die beiden in der nächsten Stadt an und wollten erst mal einen Happen Essen. Die Frau bestellte sich in einem Fast-Food-Laden einen Hamburger, doch als sie hinein biss, spürte sie plötzlich etwas Hartes zwischen den Zähnen. Sie spuckte es in eine Serviette und was soll ich sagen, es war der Zahn einer Ratte! Der Mann hingegen holte sich einen Döner und wunderte sich über den komischen Geschmack. Er schickte den Döner in… äh… ein Labor und dort konnte man in der Soße Spuren vom Sperma des Ladenbesitzers finden. Die Dönerbude musste daraufhin schließen, genau so wie der Fast-Food-Laden.

Als die drei nach langer Suche endlich ein Hotel gefunden und die Nacht dort verbracht hatten, fehlte am nächsten Morgen die alte Mutter. Als das Ehepaar ihr Zimmer betrat, stellten sie fest, dass die alte Dame über Nacht gestorben war. Nachdem die erste Trauer überwunden war, überlegten die beiden, wie man die alte Dame nach Hause bringen könnte, ohne die nervigen Formalitäten eines Todesfalles, die den Urlaub ganz gewiss unterbrochen hätten. Man entschloss sich nach langem Überlegen, die Mutter in den großen Perserteppich des Hotelzimmers einzurollen um sie so ganz unauffällig mitnehmen zu können. Gesagt, getan. Als sie die Mutter im Teppich hinausgetragen und auf dem Dachgepäckträger festgeschnallt hatten, gingen sie zurück in ihre Zimmer, um eilig zu packen und die Segel zu streichen. Doch als sie zum Auto zurückkamen, hatten bereits ein paar Langfinger den teuren Teppich vom Dach des Autos gestohlen.

Nun konnten die beiden ihren Urlaub ungestört fortsetzen und schon bald passierten sie die deutsch-französische Grenze. Erstaunlicherweise erreichen sie ohne besondere Zwischenfälle das von ihnen gebuchte Hotel. Nachdem sie eingecheckt und ihr Zimmer bezogen hatten, wollte der Mann, der von der langen Fahrt müde war, sich gleich hinlegen. Die Frau war jedoch noch nicht müde und setzte sich an die Hotelbar, um noch ein paar All-Inclusive-Cocktails zu schlürfen. Es dauerte nicht lange, da sprach sie ein junger und attraktiver Franzose an. Der Junge schmeichelte dem Ego der Frau sehr und durch den Alkohol ging sie auf seine Flirts ein. Wenige Stunden später vergnügten sich die beiden auf dem Zimmer des Jungen. Bevor er ging, überreichte er ihr ein Paket mit Geschenkband und bat sie, es erst zu öffnen, wenn sie wieder zuhause sei. Die Frau versprach es ihm.

Am nächsten Tag ging das Ehepaar in der Pariser Innenstadt einkaufen. Die Shoppingtour dauerte den ganzen Vormittag. In einer Herrenboutique etwas abseits der City fand der Mann einen schönen Anzug und wollte ihn in einer Umkleidekabine anprobieren. Nachdem er die Kabine betrat, blieb er dort nach Meinung seiner Frau viel zu lange. Nach 20 Minuten versuchte sie ihn anzusprechen, doch keine Reaktion. Vorsichtig öffnete sie die Kabine und musste feststellen, dass ihr Mann verschwunden war. Sie suchte den ganzen Laden nach ihm ab, die Verkäuferinnen und auch der Besitzer konnten ihr nicht weiterhelfen. Auch die Polizei konnte nichts tun, versprach aber, intensiv nach dem Mann zu suchen. Ohne Ergebnis, traurig und verzweifelt kehrte sie in ihr Hotel zurück. Obwohl sie nicht hungrig war, ging sie ans Abendbuffet und nahm sich ein wenig Salat, doch nachdem unter den Brotscheiben eine tote Kakerlake fand, war ihr auch der Appetit vergangen.

Am nächsten Morgen wurde sie von der Polizei geweckt, die mit einer guten und einer schlechten Nachricht kam. Die gute: Man hätte ihren Mann gefunden. Die schlechte: Man hätte ihn mit einer Narbe auf dem Bauch aufgefunden und ins Krankenhaus eingeliefert. Dort hätten die Ärzte dann festgestellt, dass man ihm eine seiner Nieren entfernt hatte, die jetzt wohl Teil des internationalen Organhandels sei. Obgleich die Freude, seine Frau wiederzusehen, sehr groß war, schlug der Mann vor, die Heimreise anzutreten, denn der Urlaub wäre für ihn nun gelaufen. Die Frau stimmte zu. Als sie jedoch gegen Mittag ihr Hotelzimmer betraten, lag dort eine Karte des Hotels, in der man sehr bedauere, was dem Mann passiert sei. Man wolle jedoch, dass das eigene Land nun für immer mit schlechten Erinnerungen behaftet sei und man biete dem Ehepaar als „Entschuldigung für das rüde Verhalten der eigenen Landsleute (und für die Kakerlake im Essen)“ einen ausgiebigen Entspannungsabend mit Sauna, Massagen und Beauty-Pflege auf Kosten des Hauses an. Die beiden waren sehr erfreut über dieses Angebot und nahmen es an. Mehrere Stunden lang ließen sie es sich richtig gut gehen.

Als beide am Abend völlig entspannt den Wellness-Bereich verließen, dachten sie schon darüber nach, den Urlaub doch nicht abzubrechen, doch als sie ihr Zimmer betraten, traf sie der Schlag. Es war komplett leergeräumt. Brieftasche, Kleidung, Handys, Schmuck – alles war gestohlen wurden. Voller Wut verließen beide noch am gleichen Abend das Hotel und traten den Heimweg an.

Es war gegen Mitternacht, die beiden hatten sich wieder einigermaßen beruhigt, da ging ihnen mitten auf einer einsamen und verlassenen Landstraße der Sprit aus. Man wusste erst nicht, was zu tun sei, doch dann erinnerte sich der Mann, dass die beiden vor vielleicht zwei Meilen an einer Tankstelle vorbeigefahren waren. Der Mann beschloss, mit einem Kanister zurückzugehen. Seiner Frau sagte er, sie solle im Wagen warten und die Türen von innen verschließen. Nach kurzer Zeit hörte die Frau merkwürdige Klopfgeräusche auf dem Autodach, die aber bald wieder verstummten. Die Frau schaute nach draußen, doch es war dunkel und sie konnte nichts erkennen. Da sie leicht nervös wurde, beschloss sie, das Radio aufzudrehen. Nach ein paar Minuten Musik meldete ein Sprecher, dass ein psychopatischer Serienmörder aus der örtlichen geschlossenen Anstalt geflohen war. Die Frau wurde dadurch noch unruhiger und es dauerte nicht lange, da kehrten die Klopfgeräusche wieder zurück. Die Zeit verging quälend lange, doch plötzlich sah sie Scheinwerfer auf sich zukommen. Sie erkannte ein Polizeiauto. Sie stieg aus und lief auf die Polizisten zu, die ihre Waffen gezogen hatten und in ihre Richtung zielten. „Kommen sie auf uns zu und drehen sie sich auf keinen Fall um!“ rief ihr einer der Polizisten zu, doch da hörte sie das laute Klopfen erneut. Die Neugier war zu groß, sie drehte sich um und sah, wie der Killer auf ihrem Auto saß und immer wieder mit dem abgetrennten Kopf ihres Gatten gegen das Autodach schlug…

Nach diesem Schock beschloss die Frau, in Ermangelung eines Ehemannes, nunmehr alleine nach Hause zu fahren. Sie war schon fast zu Hause, als sie in der Dunkelheit am Straßenrand die geisterhafte Gestalt eines Jugendlichen sah, der mahnend mit seinem Finger auf die nächste Kurve zeigte. Da sie jedoch eilig nach Hause wollte, raste sie viel zu schnell in besagte Kurve, kam von der Straße ab und krachte gegen einen Baum.

Sie erwachte mit ein paar Kratzern im Krankenhaus. Die Schwestern erzählten ihr von dem jungen Mann, der einst mit dem Moped viel zu schnell in eben jene Kurve fuhr, sein Leben verlor und seitdem als Geist die Autofahrer vor der Gefährlichkeit dieser Kurve warnen würde. Außerdem fragten sie die Frau, woher diese dicke rote Beule an ihrem Kinn käme, die offensichtlich nichts mit dem Unfall zu tun hatte. Die Frau wusste es nicht, dachte sich aber nichts dabei und wurde noch am selben Tag entlassen. Zuhause angekommen betrachtete sie die Beule vor dem Spiegel. Sie war zwischenzeitlich noch größer geworden. Als sie unachtsam mit dem Fingernagel an der Beule kratzte, riss sie auf und heraus kamen viele winzige kleine Spinnen, Fliegenmaden und kleine Käfer.

Die Frau war sehr geschockt und traurig, doch dann erinnerte sie sich an das Paket, dass ihr der schöne junge Franzose nach ihrer gemeinsamen Liebesnacht geschenkt hatte. Sie fand es in ihrer Handtasche und entfernte voller Vorfreude das Geschenkband. Als sie es geöffnet hatte, fand sie darin eine tote Ratte und einen Zettel mit der Aufschrift „Willkommen im AIDS-Club!“.

Von diesem Schock ergraute das Haar der Frau augenblicklich. Das ist wirklich passiert.

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4 Antworten

Kommentare

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    ich finde den Text gut und stellenweise musste ich ziemlich lachen !

    Er schickte den Döner in… äh… ein Labor und dort konnte man in der Soße Spuren vom Sperma des Ladenbesitzers finden. Die Dönerbude musste daraufhin schließen, genau so wie der Fast-Food-Laden. -
    schön dass das dem Vater meiner freundin wirklich passiert ist :D

    30.03.2010, 18:47 von Janinalisa
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    hahaha, genau ist wirklich passiert...

    kann mich an sowas total erfreuen!
    Kennst du auch die Geschichte, die ner Bekannten der Schwester des Arbeitskollegen meines Exfreundes passiert ist?
    Sie hat in der Disko n Typ abgeschleppt und mit nachhause genommen, n one night stand. am nächsten tag hat sei überall ausschlag gekriegt, der sich als Leichenflecken rausgestellt hat. Die Polizei hat dann rausgefunden, dass der typ ne leiche in seiner wohnung hatte...ist echt passiert!

    31.10.2009, 18:18 von b.merker.in
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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    Äh ja, ein Kommentar...
    Also, da sind ein paar Fehler drin die würd ich überarbeiten (z.Bsp. Man wolle jedoch, dass das eigene Land nun für immer mit schlechten Erinnerungen behaftet sei) die Idee find ich ganz lustig aber irgendwie hatte ich das Gefühl dass du dir zu wenig Zeit für den Text genommen hast. Er wirkt noch recht skizzenhaft...
    Aber wie gesagt im Prinzip okay...

    05.10.2009, 00:51 von Kayah
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