Hannah_Pilarczyk 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 0

Die tun was

Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen ringen die Industriestaaten um ein neues Abkommen zum Ausstoß von Treibhausgasen. Doch wie kann CO2 tat sächlich eingespart werden? Wir stellen die 33 wichtigsten GRÜNEN DEUTSCHEN und ihre Ideen vor.

Sie sind die wichtigsten Menschen des Landes, wenn es um das wichtigste Thema unserer Erde geht: die drohende Klimakatastrophe. Trotzdem kennt kaum jemand die Gesichter der Deutschen, die jenseits der großen Politik mit ihrer alltäglichen Arbeit gegen die Erderwärmung ankämpfen. Wir haben eine Liste von 33 Menschen zusammen gestellt, die mit konkreten Ideen und Projekten versuchen, unseren Planeten zu retten. Klimaschützer, die mit Blogs, Büchern oder Forschungsprojekten aufklären und Druck auf die Politik ausüben. Entwickler, die an klimafreundlichen Autos, Windkrafträdern auf dem offenen Meer oder recyclingfähigen Häusern arbeiten. Schüler, die Klimaschutztage organisieren, oder Lehrer, die das Unterrichtsfach »Umwelt und Energie« an ihrer Schule dauerhaft eingeführt haben. Dem alten Ökoklischee vom zotteligen Strickpulliträger in breit getretenen Birkenstock- Sandalen entspricht die neue Umweltelite überhaupt nicht mehr. Stattdessen: freundliche Experten, die praktisch denken, an konkreten Zielen arbeiten und lieber per Facebook zum spontanen Konsummob aufrufen, eine Öko-Modemesse initiieren oder Stromwechselpartys organisieren, als sich mit großer Geste an Gleise zu ketten.

Ole Seidenberg, 26: Mit dem Laptop auf dem Schoß und der Videokamera in der Hand die Welt retten - Ole Seidenberg zeigt, wie das geht. Mit viel Zeit und Auf wand verfolgt er die deutsche Delegation bei den UN-Verhandlungen in Bonn, Bangkok und beim Klima gipfel in Kopenhagen - was er selbst dann »Verhandlungsführer tracken« nennt. Technologisch ist Blogger Seidenberg weit vorne, aber eigentlich macht er etwas Althergebrachtes: öffentlichen Druck auf die Politik herstellen.

Alexander Voigt, 43: Vor zehn Jahren schob Alexander Voigt noch Nachtschichten im Krankenhaus, weil er als Physiker und Gründer einer Photo voltaikfirma nicht genug verdiente. Heute ist seine Firma Solon einer der weltgrößten Hersteller von Solarzellen. Zur Zeit arbeitet Voigt vor allem für Younicos, sein nächstes Unternehmen. Dort werden Premiumprodukte für erneuer bare Ener gie gebaut: zum Beispiel ein autarkes Netz, das eine ganze Azoren insel mit hundert Prozent sauber em Strom versorgen kann.

Philipp Gloeckler, 25: »Boykotte sind mir zu linksradikal «, sagte Philipp Gloeckler, als er im Juni den ersten deutschen Carrotmob organisierte. Der Mob dreht das Prinzip von Boykotten um: Per Internet werden Verbraucher aufgerufen, ein Geschäft, das bereit ist, etwas zu ändern, mit einer Kaufattacke zu belohnen. Im Juni machte ein »Spätkauf« in Berlin in drei Stunden 2000 Euro Umsatz, so viel, wie sonst in drei Tagen. Davon investierte der Laden 700 Euro in Energiesparlampen, Wärmeschutzfolien und ein Ökostrom abo - zehn Tonnen CO2 werden so von nun an jedes Jahr gespart.

Ulla Gahn, 35: Kuchen backen, Partys schmeißen, Klima schützen: Ulla Gahn organisiert ehrenamtlich Ökostrom-Wechselpartys. Erst lud sie wechselwillige Freunde und alternative Stromanbieter zum Austausch (und im besten Fall soforti gen Vertragsabschluss) zu sich nach Hause ein, dann weitete sie das Konzept aus. Heute zieht die Tontechnikerin mit den Partys ehrenamtlich durchs ganze Land.

Michael Braungart, 51: Ob Turnschuhe von Nike oder Fernseher von Philips: Michael Braungart hat sie grüner gemacht. Der Hamburger Chemiker berät multinationale Konzerne, wie sie ökologisch produzieren können: mit Fabriken, deren Abwasser so sauber ist wie Trinkwasser und deren Produkte keine toxischen Stoffe enthalten. Sein Cradle-tocradle- Konzept beschreibt ewige Rohstoffkreisläufe und gilt als das Manifest der Green Economy.

Marika Fiedler, 24: Die Biologiestudentin Marika Fiedler bringt sechs junge Klimaschützer unter anderem aus Mauretanien, Indonesien und dem Inselstaat Kiribati im Pazifik nach Kopenhagen zum Klimagipfel. Damit nicht nur die reichen Industriestaaten gehört werden. Das Bundesumweltministerium stellt die Mittel bereit, Ehrenamtliche der BUNDjugend organisieren den Rest. Marika hat kapiert, wie einfach Politik ist: Man muss klar formulieren, was man will, logisch argumentieren und Unterstützer finden. Dann lassen sich Dinge verändern.

Ursula Sladek, 63: Fünf Kinder, und dann der Super- GAU von Tschernobyl: Für Ursula Sladek und ihren Mann Michael war spätestens 1987 klar, dass es mit Atomstrom nicht weitergehen kann. Das Ehepaar gründete den alternativen Anbieter Elektrizitätswerke Schönau (EWS), der 1997, nach vielen Jahren des Widerstands durch ansässige Versorger, endlich das lokale Stromnetz übernahm. Mittlerweile verkaufen die EWS Ökostrom an mehr als 80 000 Kunden in ganz Deutschland und gehören zu den einzigen vier garantiert Atom- und Fossile-Brennstoffe-freien Anbietern.

Andreas Frerkes, 35: Was die zehnten Klassen so machen, die Physiklehrer Andreas Frerkes seit drei Jahren in seinem selbst erfundenen Wahlpflichtfach »Energie und Umwelt« unterrichtet? Sie ermitteln zum Beispiel den Energieverbrauch beim Wasserkochen mit unterschiedlichen Topfgrößen und Herdplatten. Klingt simpel, macht das Thema für die Schüler aber auch ganz simpel greifbar. Außerdem kümmert sich der Umweltkurs darum, dass in der ganzen Schule Strom und Heizenergie gespart werden. So wurde das Steinhagener Gymnasium Energiesparmeister 2009.

Christoph Bals, 49: Germanwatch ist eine der einflussreichsten deutschen NGOs für globale Gerechtigkeit - weil Christoph Bals als politischer Geschäftsführer einen klaren Sinn für Strategie hat. So arbeitete er mit anderen NGOs schon im Sommer eine komplette Vorabversion des Vertrags von Kopenhagen aus - inklusive Milliardenhilfe für Entwicklungsländer. Außerdem berät Bals die Regierung sowie kleine und große deutsche Industrieunternehmen und freut sich sogar, wenn die dann die Ökoerfolge als ihre eigenen Ideen verkaufen.

Nick Reimer, 43, und Toralf Staud, 37: Immer Neues von der Klimafront unter die Leute bringen- das ist die Mission von Toralf Staud und Nick Reimer. Die Berliner Journalisten schrieben 2007 das Buch »Wir Klimaretter «, mit dem sie zeigten, wie Deutschland die Treibhausgasemissionen bis 2020 halbieren kann, ohne auf Autos und warme Wohnungen im Winter zu verzichten. Mit dem Schreiben haben sie dann einfach nicht mehr aufgehört, und so wurde aus dem Blog zum Buch das preisgekrönte Nachrichtenportal wir-klimaretter.de.


Thomas Willemeit, 41, Lars Krückeberg, 42, und Wolfram Putz, 41: Ihr Freund Brad Pitt trieb das Berliner Architekturbüro Graft an, eine ökologische Modellsiedlung für den verwüsteten Lower Ninth Ward in New Orleans zu entwerfen. Sie stellten ein Dreamteam von Planern, Projektentwicklungs und Finanzierungsexperten auf und schafften, was keiner US-Behörde zuvor gelang: die Planung günstiger Häuser, die nach Cradle-to-cradle- Prinzipien recyclingfähig sind und dazu noch gut aussehen und Stromrechnungen von weniger als fünf Dollar pro Monat produzieren.

Diana Vogtel, 28: Ihr Ziel ist die Zahl 350 - denn 350 ppm (auf deutsch: »Teile von einer Million«) ist das Höchstmaß an CO2, das die Atmosphäre tragen kann. Leider liegt der CO2-Anteil bereits weit darüber. Mit der Verbreitung der internationalen Kampagne 350.org in Deutschland will Diana Vogtel verschiedenste Protestideen unter die Leute bringen. Sie organisiert große Aktionstage und erklärt im Netz, wie auch jeder sonst in nur fünf Schritten eine Klimaschutzdemo starten kann.

Matthias Corbach, 33: Das dicke Geschäft mit schmutziger Energie machen vier große Stromkonzerne in Deutschland. Der Politologe Matthias Corbach zeigte in seiner Diplomarbeit, wie Eon, EnBW und die anderen Ener gieversorger es mit eiskaltem Lobbying geschafft haben, auch noch beim CO2-Emissions handel Milliardenprofite zu machen. Corbach wertete interne Protokolle der Bundesregierung aus und zeigte, wie sehr die Firmen politische Entscheidungen beeinflussten.

MIA.:»Ich habe angefangen, ich hab jetzt Ökostrom«, sang Mie ze, 30, von MIA. schon 2004, lange bevor Al Gore den Kampf gegen den Klimawandel cool machte. Später trat MIA. bei Gores Live- Earth-Konzert in Hamburg auf. Außerdem unterstützt sie auch die Jugendorganisation »Solar Generation«.

Claudia Langer, 43: Eine echte Lohas: Claudia Langer gründete 2007 die Internetcommunity utopia.de, auf der sich Webaktivisten, Banker mit Slow-Food-Leidenschaft, wälderpflanzende Nerds und auch noch ein paar Latzhosenökos treffen. Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich so online über ein ökokorrektes Leben informiert.

Burghard Flieger, 57: Wer bei Monopoly aufpasst, weiß: Stadtwerke kaufen lohnt sich. Weil der Energiekonzern Eon seine Tochter Thüga verkauft, schlagen Freiburger Bürger zu. Mit Burghard Flieger als Sprecher gründen sie die Genossenschaft »Energie in Bürgerhand«, in der jeder für 500 Euro Miteigentümer von neunzig Stadtwerken mit fünf Millionen Kunden werden kann. Die Gründer wollen selbst bestimmen, welcher Strom wie produziert wird. Wer keine 500 Euro hat, kann sich auch mit Freunden zusammentun.

Wolfgang Feist, 55: Vielleicht lag es an dem bürokratisch klingenden Kürzel PHPP (Passivhaus Projektierungspaket), dass ein Bauphysikprofessor ohne größere Widerstände die Ökohausrevolution starten konnte: 1991 baute Wolfgang Feist in Darmstadt das erste Passivhaus Deutschlands. Durch die Bauweise brauchen Häuser dieses Standards rund achtzig Prozent weniger Heizenergie als konventionelle Bauten. Mittlerweile stehen in Europa mehr als 6000 Passivhäuser.

Fiona Tokple, 19: Den Parteien mögen die Nachwuchstalente fehlen - dem Klimaschutz jedenfalls nicht: Als eine von sechzehn deutschen International Climate Champions (ICC) ist Fiona Tokple im internationalen Netzwerk junger Klimaschützer aktiv. An ihrer Schule, dem Leverkusener Lise-Meitner-Gymnasium, hat die Abiturientin zu dem den »Climate Day« eingeführt: eine Multimedia-Infoveranstaltung, bei der ihre Mitschüler alles Nötige zum Klimaschutz erfahren.

Eckhard Fangmeier, 50:Mit jeder Menge Gülle und dem Einsatz der Dorfgemeinde hat das niedersächsische Jühnde eine Premiere geschafft: Es ist das erste Bioenergiedorf, das seine Energie zu hundert Prozent aus nachwachsenden, heimischen Rohstoffen gewinnt. Mittlerwei le ist Jühnde Vorbild für Bioenergiedörfer weit über Europa hinaus. Was sich im Dorf an Wissen über alternative Energien gesammelt hat, gibt Eckard Fangmeier, Sprecher der Genossenschaft, auch im »Centrum Neue Energien«, Jühndes Bildungsinitiative, weiter.

Volker Angres, 52: Er ist das Umweltgewissen des ZDF: Mit seiner Sendung »ZDF.umwelt« sorgt Redaktionsleiter und Moderator Volker Angres seit 2001 dafür, dass Nachhaltigkeit einen festen Sende platz bei den Öffentlich-Rechtlichen hat - wenn auch bislang nur sonntagnachmittags. Mit seiner Meinung zur deutschen Klimapolitik hält Angres sich aber auch außerhalb des Fernsehens nicht zurück: Deshalb ist er zum Beispiel Mitglied des Nationalkomitees für die UN-Dekade »Bildung für nachhaltige Entwicklung«.

Arne Timm, 43, und Gordian Gasch, 46:Alle Autofahrer sind Umweltschweine. Wirklich alle? Im Moment noch: Ja. Gordian Gasch und Arne Timm wollen das ändern. Der Medienmanager und der Fahrzeugbaumeister haben mit dem »Nomo« ein Elektroauto entwickelt, dessen Batterien sich mit einem eigenen Solarpanel aufladen lassen. Dieses Prinzip lässt die Betriebskosten gegen Null gehen. Nomo läuft aber nicht nur klimafreundlich, auch bei der Produktion fällt durch Materialien wie Hanffasern kaum CO2 an. Ab 2011 soll der erste Prototyp gebaut werden.

Georg Winter, 68: Die Bibel kam 1987 noch einmal heraus, allerdings in Grün: In diesem Jahr veröffent lichte Georg Winter, Unternehmer, »Das umweltbewusste Unternehmen«. Seitdem gilt es als Standardwerk für grüne Unternehmensführung. Der von Winter mit gegründete »Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management« (BAUM) ist mittlerweile die größte Umweltinitiative der Wirtschaft in Europa.

Jürgen Schmidt, 46: Recyclingbüromaterial, klimaneutrale Kataloge und umweltschonende Auslieferung: Das Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit startete in Franken schon 1989. Damals gründete Jürgen Schmidt den Bürobedarfshersteller Memo und führte das operative Geschäft 2007 schließlich in die Klimaneutralität. Im selben Jahr wurde Schmidt auch als Ökomanager des Jahres ausgezeichnet.

Thomas Jorberg, 52: Der Begriff »Good Bank« ist neu, die GLS überhaupt nicht. Seit mehr als 35 Jahren wirtschaftet die Gemeinschaftsbank Leihen und Schenken (GLS) nachhaltig - und verdient trotzdem Geld dabei. Die Bank, deren Chef Thomas Jorberg ist, wurde schon mehrfach für ihre Transparenz und die Unternehmenskultur ausgezeichnet. In der Krise zahlte sich die ökologisch-soziale Ausrichtung (unter anderem: kein Geld für die Rüstungs- oder Atomindustrie) noch mehr aus: Bilanzsumme, Kundenzahl und Umfang der Einlagen stiegen 2008 stark an.

Hans Joachim Schellnhuber, 59:2007 war der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Chefberater der Bundeskanzlerin für Klimaschutz, seitdem kennt Schellnhuber auch das politische Mächtespiel aus nächster Nähe. Mitspielen kann er auch: Er sorgt mit der Organisation von Studien, Hintergrundgesprächen und Symposien von mehr als zwanzig Nobelpreisträgern dafür, dass Klimawandel auch in der Finanzkrise nicht von der Agenda verschwindet.

Carl-A. Fechner, 56: Deutschlands Al Gore: Weil der Dokumentarfilmer Carl-A. Fechner nicht warten wollte, bis sein nächstes Filmprojekt mühsam durch alle Förderungs instanzen gewandert war, griff er auf das Prinzip des Crowd Sourcing zurück. Als Sponsoren konnten Privatpersonen seinen Film »Energy Autonomy« - über den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien - von der Entwicklung bis zur Endproduktion finanzieren. Im März soll der Film international in die Kinos kommen, eine Fernseh- und eine DVD-Fassung sind ebenfalls in Arbeit.

Magdalena Schaffrin, 30:Dass Ökologie ein Luxus sein kann, der sich lohnt, beweist die Modedesignerin Magdalena Schaffrin. Ihre Kleider sind so schick und korrekt (sie verwendet ausschließlich Naturfasern, die strengen Kriterien ökologischer Zertifikate gerecht werden), dass sie im Berliner Kaufhaus KaDeWe angeboten werden. Und das nicht nur für eine Saison. Schaffrin wirft bewusst nicht alle sechs Monate eine neue Kollektion auf den Markt. Neben dem eigenen Label organisiert sie eine Messe für Ökomode. Ein Volltreffer: Nach der Premiere in Berlin fand der »GREENshowroom« im Herbst auch in Paris statt.

Antonella Battaglini: Battaglini ist eine Quereinsteigerin. Früher arbeitete sie als Managerin in der Pharmabranche. Heute ist sie leitende Wissenschaftlerin am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und im European Climate Forum - und gewinnt Umweltschützer, Stromkonzerne und Klimaforscher für eine gemeinsame Sache: Ein Hightech-Stromnetz für Europa. Das »SuperSmart Grid« soll Windkraft aus Nordeuropa und Sonnenenergie aus dem Mittelmeerraum ohne Verluste weiterleiten und hundert Prozent erneuerbare Energien ohne Atom und Kohle ermöglichen.

Jürgen Willand, 57: Im Volkswagen-Werk Salzgitter werden »ZuhauseKraftwerke« gebaut. Kleine Block- heizkraftwerke, betrieben mit Erdgasmotoren. 100 000 Stück wird VW allein für den Ökostromanbieter LichtBlick produzieren. LichtBlick wird diese dann bei den Kunden installieren und zu einem Kraftwerk zusammenschalten. Das ist dann so stark wie zwei Atomkraftwerke zusammen und springt ein, wenn die Windkraft nachlässt. Jürgen Willand leitet das Projekt - und demokratisiert so für VW den Strommarkt. Seit dreißig Jahren arbeitet Willand »im Auto und um das Auto«, hat Brennstoffzellenantriebe und Hybridmotoren entwickelt. Er weiß, wie man Autoherstellern den Weg in die Zukunft zeigt.

Ingo de Buhr, 43: Weil der Platz für Windkrafträder an Land langsam knapp wird, erobert der Ingenieur Ingo de Buhr mit seinen Offshorewindparks das offene Meer. Vor der Insel Borkum stehen bereits zwölf Windkrafträder - 45 Kilometer von der Küste entfernt. De Buhrs Idee, die Umsetzung übernahmen mehrere Energieriesen. Seit August bringen die Krafträder grünen Strom ins deutsche Netz. Das Pilotprojekt liefert neben der Ener gie vor allem Erfahrungswerte für den Bau zukünftiger Offshoreparks. Ingo de Buhr ist Geschäftsführer von Prokon Nord, einer Firma, die alternative Energiesysteme entwickelt.

Felix Ekardt, 37: Felix Ekardt versteht es, im Kampf gegen den Klimawandel Aufmerksamkeit zu bekommen. Ekardt forscht nicht nur zu den Themen Umwelt- und Klimaschutzrecht, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit - er schreibt auch Bücher, gibt Interviews und hält Vorträge. So viel Sachverstand in einer Person nutzt auch die Politik: Der Jurist, Philosoph, Soziologe und Professor berät mehrere EU-, Bundes- und Landesgremien.

Dietrich Brockhagen, 42: Das Motto Dietrich Brockhagens, Geschäftsführer von atmosfair.de: Auch wer trotzdem fliegt, kann etwas tun. Atmosfair fordert Fluggäste auf, genauso viel Geld zu spenden, damit die Klimagase des aktuellen Fluges an anderer Stelle wieder eingespart werden können. Das Geld investiert Atmosfair in Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern - zum Beispiel in effizientere Brennholzkocher in Nigeria.

Carla Ilten, 28, und Dagny Vedder, 30, für Uni- Solar Berlin: Kleine Gruppe, großes Projekt: Mit privaten Darlehen und einem Kredit der Umweltbank haben sich zwölf Studenten der Freien Universität Berlin ihre eigene 1000 Quadratmeter große Solaranlage auf dem Unidach gebaut. Seit Mai schickt UniSolar Sonnenstrom ins Berliner Netz und kann mit der Anlage Strom für 25 Dreipersonenhaushalte produzieren. Jetzt werden dringend neue Berliner Dächer gesucht.

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