Nahlah 07.02.2012, 20:46 Uhr 0 0

Die Tollpatschigkeit und ich gehen Hand in Hand

Die Tollpatschigkeit hat mir das Du angeboten und an Tagen wie diesen ist man dumm genug es an zu nehmen.

Die Tollpatschigkeit und Ich gehen Hand in Hand. Eine wahre Geschichte des 21. Januars 2011 von mir.

 

Die Tollpatschigkeit hat mir das Du angeboten und ich habe es angenommen. Wir kennen Sie alle und jeder hatte mal eine Begegnung mit Ihr. Der eine läuft Ihr öfters über den Weg, der andere seltener. Aber ich kenne niemanden, der noch keine Begegnung mit Ihr hatte. Die Tollpatschigkeit.

 

Heute haben wir zum ersten mal Händchen gehalten. In 5 Minuten sollte mein Bus fahren und mein Magen knurrte. 'Schieb ich mir doch flux noch eine Scheibe Brot hinein', dachte ich mir und begab mich in die Küche. Als ich mich dort orientierte und mir klar wurde, dass ich dafür ein Teller benötigen würde, öffnete ich die Schranktür des Hängeschranks.

 

Kliiiiiiiiiiiiiiiirr - die Tollpatschigkeit nahm meine Hand.

 

Zwei der fein säuberlich angeordneten Sektgläser, welche ganz oben im Schrank Ihren Platz gefunden hatten nach Ihrem letzten Ausgang zu Silvester, fanden sich in Scherben auf dem Boden wieder. Ihr Lebensgeist wurde von der Tollpatschigkeit genommen.

 

Wütend über dieses 'Missgeschick' zog ich das Kehrblech aus einem Schrank gegenüber und fing an die Beweise zu beseitigen. Immerhin hielt Sie ja meine Hand, die Tollpatschigkeit! Doch was sah ich da? Porzellanscherben zwischen dem Glas!

 

Ich stockte und mein Blick hob sich. Oha.. das Geschirr der letzten Wochen, fleißig angesammelt von meiner Mitbewohnerin und mir, thronte auf der Arbeitsfläche unter dem Hängeschrank. So begab ich mich aus der Hocke in den Stand und schaute genauer. Die Teller wurden frontal getroffen beim Suizid der Sektgläser. Sie hatten mehrfache Frakturen 'vom Hacken bis zum Nacken'. Ich versuchte verzweifelt Ihr Leben zu retten, doch das Polytrauma der Teller ließ es mir nicht zu. Die Tollpatschigkeit zog an meiner Hand und führte mich, mit den verunfallten Tellern, in Richtung Müll. Dort verendeten Sie.

 

So kehrte ich die Reste zusammen und ließ nichts an der Unfallstelle. Blieb nur noch die Tür des Hängeschranks zu schließen. Die Tür, traumatisiert durch das was Sie gesehen hatte, lehnte keuchend am Gewürzregal, welches an die Wand geschraubt war. Ich half Ihr auf und schloss Sie. Doch in diesem Moment riss mich die Tollpatschigkeit fort.

 

Kliiiiiiiiiiiiiirr - und zog den Zucker und die Süßstoffdose, welche sich im Gewürzregal befanden, mit uns hinfort.

 

Der Boden eine Larche voller Süßstoff und Zucker. Und mein Bus war seit mehreren Minuten fort.


Tags: Tollpatschigkeit, Alltagsproblemchen, Bus, Unfall, Trauma
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