thoerna 25.02.2012, 19:37 Uhr 0 0

Die Sicht aus dem Blumentopf

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Man steht morgens auf, holt verschlafen die Zeitung um sie nach dem ersten Blick in die schmerzverzerrten Gesichter der Menschen, die das Titelblatt zieren, wegzulegen.
Wir sind zu egoistisch um uns auch noch mit den Problemen anderer zu beschäftigen. Viel wichtiger ist es doch sich den Bauch vollzuschlagen, nicht zu viel denn man muss ja auf seine Figur achten.

Wenn man den Kaffee fertig geschlürft und das Croissant verschlungen hat, genießen kann man ja auch nicht mehr, kramt man die Zeitung wieder hervor.
Meistens schockieren uns die Katastrophen-Meldungen gar nicht mehr. 
Hochwasser in Asien wird mittlerweile schon langweilig und so lange man nicht selbst davon betroffen ist, haben die Leidtragenden nicht mehr als ein: „Ach nein, schon wieder. Die Amerikaner müssen echt mehr auf die Umwelt achten“, verdient.
Bürgerkrieg in „Zpklatrop“, oder so, uninteressant! Keiner weiß wo es sich befindet und überhaupt könnte man das ganze bestimmt auch friedlich lösen, oder?
Hungersnot in Afrika, abgelutscht! Jeder hat schon mindestens 5 € an die kleinen Kinder mit den aufgeblähten Bäuchen gespendet und irgendwann ist dann auch mal genug, oder nicht?
Neuerdings schmückt der grinsende Ex Diktator Kim Jong-il alle Zeitungen und darunter ein weinendes Volk. „Er war der beste Führer!“ – Diesen Satz würde man von einem unsicheren, manipulierten, verzweifeltem Nazi erwarten, aber doch nicht von einen ganzen Volk. Was ist da bloß los?
„Die Schlitzaugen spinnen doch eh alle“, wäre die meistgewählte Antwort vieler Österreicherinnen und Österreicher.
Ganz klein am Rande sind dann meistens noch die Nachrichten über ein verschüttetes Mädchen oder ein Kleinkind, das aus dem 5. Stock gefallen ist. „Gut, dass mir das nicht passiert ist“, schießt es durch die Köpfe aller.

So, genug gebildet, weiter geht es zur Arbeit, Schule, Uni oder zurück ins Bett. 
Den Tag über verbringt man meist damit, sich Wissen anzueignen, welches man sowieso wieder vergisst,Kunden zu treffen denen man wünscht im Hochwasser in Asien zu ertrinken, sich über die Vergangenheit verdrießt und vor der Zukunft bangt.

Abends, endlich zuhause ärgert man sich, dass kein 5-Gänge-Menü am Tisch steht und es immer noch so aussieht wie am Morgen. 
Mit einer Flasche Bier, Wein oder Vodka setzt man sich dann vor den Fernseher um entweder Familien die im sozialen Abgrund leben zu begutachten, Schreckensmeldungen über sich ergehen zu lassen oder einen Film zu sehen in dem es um Korruption, Vertuschung, Geld, Macht und Sex geht aber schlussendlich doch wieder alles Gut wird.
Im Bett, kurz vorm Einschlafen nimmt man sich vor, den morgigen Tag anders anzugehen, denn man sollte ja jeden Tag so Leben als wäre es der letzte.

Den meisten wäre schon geholfen sich nicht über andere zu beklagen sondern zuerst seine eigenen Fehler zu suchen und auch mal das Positive im Leben wahrzunehmen.
Mahatma Gandhi hat schon gesagt: Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.

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