Die Lilienmörderin
Wenn sich Nachbarn gern für Andere interessieren...
Ein nahezu antiquarischer Text. Damals für die Schule. Verzeiht die schlechte Rechtschreibung...
Jeden Frühling, wenn wir eine neue Lilie für zu Hause kauften, konnte es gut sein, dass es mir traurig zu mute war, denn ich wusste, dass keine dieser wunderschönen Blumen je ein vollendetes Jahr überleben würde; und meine Mutter in ihrem Wahn ließ sie den Winter in der bitterkalten Luft draußen stehen, nur damit die Nachbarn nichts über unseren dürftig bewachsenen Garten zu lästern hatten, wenn sie mal wieder alltäglich die Straße mit ihren Augen nach Neuigkeiten absuchten. Doch mir war klar, dass das nicht lange glatt gehen würde, also im dritten Jahre der Lilienzeitrechnung sprach mich Frau Schmitt von gegenüber an und meinte, dass Lilien bei diesen Temperaturen doch zu Grunde gehen müssten.
Meine Mutter hatte in ihrem Wahn, die Nachbarn vom Lästern abzuhalten, sich schon eine Ausrede ausgedacht, die jedes Familienmitglied hatte auswendig lernen müssen und in so einem Fall einzusetzen war. Also sagte ich: „Normalerweise stimmt das, doch meine Mutter versorgt die Pflanzen mit speziellen Minerallstoffpräparaten und mithilfe einer kleinen Heizung im Blumentopf überlebt die Lilie.“
Natürlich sagte ich nichts davon, dass meine Mutter die Blume, bevor sie sie auf unsere Terasse so zur Schau stellte, mithilfe eines bisschen Wassers und eines Lappen sauberwusch und sie anschließend mit einer ganzen Dose Haarspray besprühte, um der Lilie etwas Halt zu geben.
In der Hoffnung die Lügerei sei vorüber, wollte ich mich wieder verabschieden, doch Frau Schmitt hakte noch mal nach: „Na so etwas! Davon habe ich ja noch nie etwas gehört! Woher hat deine Mutter denn diese Präparate?“ Ausgerechnet jetzt hatte Frau Schmitt den Schwachpunkt des „perfekten Plans“ meiner Mutter gefunden, aber mir war klar, dass ich super schnell antworten musste, sonst würde ich unglaubwürdig klingen, also erfand ich, dass sie irgendwo aus Japan stammen würden, aber noch nicht in Geschäften zu kaufen sein, da sie noch in der Entwicklungsphase sein und meine Mutter sie nur durch Zufall bekommen habe.
Damit war das Gespräch zu Ende, aber anscheinend fanden unsere Nachbarn meine Ausrede nicht glaubwürdig und kamen dann auf einmal bei uns vorbei, um angeblich meine Mutter nach dem genauen Herkuftsort der Präparate zu fragen; mir war sofort klar, dass sie nach Unstimmigkeiten zwischen meiner und der Aussage meiner Mutter suchen wollten. Also sagte ich, dass meine Mutter nicht zu Hause sei; das war das Letzte, was wir in dem Jahr von ihnen hörten, aber sie beobachteten uns ständig und im nächsten Frühling folgten sie uns in den Gartenmarkt, in dem wir noch ein mal eine Lilie kaufen wollten und deckten auf, dass wir jedes Jahr eine neue Lilie kauften und es nicht, wie wir immer behauptet hatten, nur eine Lilie über die ganzen Jahre war, auch fanden sie heraus, dass unsere Lilien im Winter gar nicht mehr lebten, sondern nur wegen dem vielen Haarspray so gut aussahen.
Wir waren aufgeflogen und seitdem lästern unsere Nachbarn wie noch nie über meine Mutter, die von da an als „Lilienmörderin“ bekannt ist. Dass meine Mutter dies nicht auf sich sitzen lassen würde, war allen klar, sie vergiftet seitdem die Gartenböden unserer Nachbarn mit Chemikalien damit diese nicht zu viel zu Lachen haben.






Kommentare
uiii
28.02.2010, 12:12 von RedSonjaden hättest noch gut weiterschreiben können.
nette ansätze..
@RedSonja Tja aber ganz sooo euphorisch bin ich dann auch nicht über Hausaufgaben ;) Ist auch schon 4 Jahre alt, da ist das zu verkraften ; P
28.02.2010, 12:15 von enegra