Die Kunst des Nicht - Tuns
Warum nicht ohne Innehalten im Schnee? Was bewerkstelligt es, dass etwas nicht getan wird? Zeitgeist ist in dieser Frage zu erkennen.
- Was, wäre sonst noch Widerstand gegen die Beschleunigte Welt, wenn das Nicht-Tun nicht an Bedeutung gewinnen würde?
Das Nicht-Tun ist eine Erinnerung an die Überflüssigkeit - ein Aufruf die Globalisierung nur eingeschränkt zu nutzen um sich selbst zu schützen.
Was, wenn es keine Wellenbrecher gäbe?
Die Entschleunigungsdebatte gibt es zwar schon länger, aber wer tut es denn?
Wer hat Mut zum Nicht-Tun,
keine Angst vor der Leere?
Wer ist unbegrenzt offen gegenüber dem Jetzt?
Und wer hält sich nicht dran?
Das wäre dann das Nicht-Tun in der doppelten Verneinung.
Es gibt zunächst viele Wege der Entschleunigung zu entkommen. Eine ist das Gesellschaftssuchen.
- Die Ablenkung und das Hineinstürzen in die Welten anderer um im Fluss zu bleiben.
Selbstentfremdung wäre eine Folge. Im Idealfall auch die fruchtbare Zusammenkunft mit Gleichgesinnten. Doch eines ist klar, das Hirn muss arbeiten: Daten müssen verarbeitet werden und das Bedeutet Arbeit.
Doch selbst wenn der Fluss gelingt, ist es nun sinnvoll im Fluss zu bleiben oder besser Wellenbrecher?
Eine Andere Möglichkeit, der Entschleunigung zu entkommen ist Aktionismus. Egal ob allein, oder zu mehrt, Hauptsache ist Tun: Kunst, Sport, Kultur, Geld ausgeben, Natur, alles in einem: sich beschäftigen.
Andere, die dagegen nicht aus dem Haus wollen stopfen sich mit anderen Reizüberflutungen voll: Fernsehen, Bücher, Zeitung, Radio, Telefon, PC... doch das alles ist nichts als Flucht. Flucht vor dem Nicht-Tun – der reinen Existenz, die keine Bestätigung braucht.
Die nächste Variante des Entkommens, und das ist eine der Gefährlichsten: das Gedankenkarussell.
Diese Variante imitiert nach außen hin Ruhe, Gelassenheit, Friede. Doch innerlich dreht sich alles im Kreis, das Gegenteil ist also der Fall: es ist eine Absage an das Nicht Tun.
Bei Krankheit sind Wege der Rekonvaleszenz zu entkommen zum Beispiel das Tabletten Schlucken. Das zögert die Stille, die Ruhe, den Moment des Innehaltens, des Winters, der Schneebedeckten Landschaft hinaus.
Meist gibt es zwei Varianten des Tuns: das konsumieren, der Input und das Produzieren, der Output. Die Verarbeitung sitzt dazwischen.
Also im Fluss oder Wellenbrecher? Oder ist es möglich im Fluss zu sein und Nicht zu tun zugleich?
Erstes Argument dafür: ja, wenn Körper und Geist um Einklang sind. Dann besteht nicht die Not zu Tun. Ausgeglichenheit könnte das sein. Doch zentriert könnte es ja auch wieder nicht genannt werden, denn das würde ja den Fluss ausschließen und eine innere Geschlossenheit simulieren und der Fluss verbindet sich ja.
Doch der Fluss ist ja auch kein aktives tun. Es ist ein getan werden. Etwas wird mit einem getan. Wäre das dann also das Ideal: intuitiv, unüberlegt sich treiben lassen? Bestimmte Regeln und Gesetzmäßigkeiten hat der Mensch schon gelernt, doch wie kann er sich sicher sein, dass es ausreicht um ihn Nicht ins Verderben zu stürzen.
Vielleicht ist das die Sache, die auch Vertrauen heißt. Und ist Vertrauen Nicht Tun? Beim Vertrauen verlässt man sich ja eher auf andere, dass etwas getan wird. Und somit stützt dies das eigene Nicht Tun. Es ist also förderlich für das Nicht Tun, wenn man die Gewissheit hat, dass andere Tun.
Ohne Tun könnten wir aber ja auch nicht Leben. Deswegen also verhindert die Aktion das nicht-Tun: keiner will sterben. Und der Mensch ist ein Mängelwesen.
Trotzdem ist der Spielraum groß und der Mensch tut durchaus überflüssige Dinge, die für die Evolution nicht notwendig wären. Vielleicht auch nicht und das alles bekommt in der Zukunft noch seinen spezifischen Sinn.
Und deswegen frage ich mich: welche Kräfte wirken um das Tun zu verhindern? Und ich kenne sie nicht, doch sie müssen stark sein.
Wenn doch ein Tun stattfindet. Dann nicht aktiv hervorgeschworen. Keine schwierigen Geburten, überlegte Taten. Nur folgendermaßen kann derartiges stattfinden: intuitive Dinge, meditativen Aktivitäten, die unbewusst, automatisch gemacht werden. Wenn man sich mit diesen Dingen mit anderen verbindet, dann entginge man der Isolation, dem Individualismus, und dem Aktionismus ohne Abgrenzung. Doch das geht nur wenn sich die Parteien auf die Situation einlassen. Da gäbe es nur eine Aufgabe: Formationen wer, wann, was mit wem?
Da wäre dann wieder Vertrauen wichtig.
Im nächsten Kapitel wäre der Existenzialismus mit dem Zen-Buddhismus zu vergleichen. Oder man möge sich einfach wieder freispinnen.
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Rege Gedanken geschehen im Kopf
geschrieben
ohne Tun.
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