Die Diktatoren-Generation
Gedanken zu heute und morgen
Willkommen im Freitags-Abends-Wespennest. Supermarkt. Ein Ort der Freude und Lust am Randalieren. Artig reihe ich mich in die saubere Wartelinie vor der Kasse. Artig sind hier aber nur die Erwachsenen. Ein fetter Knirps quetscht sich an mir vorbei und drängt ans Eisfach.
„Mama, ich will das Infinetii Magnum!!!“ Er brüllt das mit der Freundlichkeit eines Kriegszeit-Blockwarts. „Warum stellen die eigentlich nicht das Obstfach direkt vor die Kasse“, frage ich mich. Eine Frau mit roten Flecken und Ist-mir-unangenehm-Blick im Gesicht japst dem Knirps hinterher, und fischt das besagte Magnum aus dem Kühlfach. Ich staune, hätte ich für diesen Ton allenfalls eine Magnum-Ohrfeige erhalten. Dem Körperumfang des Knirpses nach zu urteilen scheint die Erfolgsquote mit diesem Ton jedoch recht hoch zu sein. Die Mutter reiht sich brav hinter mir ein. Während ich meine Einkäufe nach dem Bezahlen einpacke, werde ich Zeuge eines halbherzigen Versuchs der Frau, doch noch so etwas wie Autorität zu zeigen. Meiner Meinung ist die auch bitter nötig, da sich der Mini-Boss noch ein Snickers greift, nachdem die Mutter bereits gezahlt hat. „Nein, das geht jetzt nicht, Finn, leg das wieder zurück.“ Besagter Finn bleibt von diesem Gezwitscher unbeeindruckt und steckt sich das Snickers in die Hosentasche. Gut, das wäre in meinem Fall mindestens eine Woche Hausarrest gewesen, für mich die drakonischste aller Strafen. Statt etwas zu sagen, verdoppeln sich die roten Flecken im Gesicht der Frau und sie schaut hilflos zum Kassierer. Der hat jedoch ebenso wenig Verständnis wie ich und weist die Frau daraufhin, dass der Junge das zurücklegen oder die Dame zahlen müsse. Unbeholfen versucht sie, ihrem Sohn das Snickers abzunehmen. Der grinst. Der grinst tatsächlich. Und rennt weg. Blöderweise in Richtung Ausgang, samt unbezahltem Snickers. Zwei Wochen Hausarrest, wenn ich mich das getraut hätte. Die Mutter drückt dem Kassierer Geld in die Hand und hechelt ihrem Sohn hinterher.
Auf dem Parkplatz höre ich, wie sie vom Flöten zu gequältem Quängeln übergegangen ist: „Finn, wie oft habe ich dir gesagt, dass du dir nicht einfach etwas aus dem Regal nehmen kannst?“ „Wie oft?“ denke ich? Erfolgsquote der Mutter in diesem Fall also gleich Null.
Erinnert mich an den Nachmittag bei meinen Eltern. Freunde kamen mit der vierjährigen Mia zu Besuch. Die rannte allerdings nicht weg, sondern randalierte. Weil ihre Mutter sie ängstlich bat, mir nicht ständig ins Ohr zu schreien. Es endete damit, dass die völlig überforderten Eltern noch vor dem Abendessen fluchtartig das Haus verließen und eine tobende Mia hinter sich herzogen.
Je länger ich diese Entwicklung betrachte, desto mehr frage ich mich, wo das hinführen soll? Dass Kinder grundlegende Regeln missachten und die Eltern nicht in der Lage sind, „Nein“ zu sagen? Oder sind Finn und Mia ein Ausnahmefall, ein damals-Zappelphilipp-heute-ADHS-Kind? Eher nicht. Ich nehme diese Krankheit ernst und betrachte sie keinesfalls als Modeerscheinung. Ich halte es jedoch für bedenklich und gar gefährlich, sie inflationär für das Versagen der Eltern zu missbrauchen.
Die autoritären Erziehungsmethoden der 50er und 60er Jahre sind traumatisierend und obendrein nicht zielführend. Generell gibt es wohl kein Richtig oder Falsch, wenn es um Kindeserziehung geht. Sicherlich benötigen Kinder aber Regeln. Allein schon um ihrer selbst Willen. Welchen Sinn hat es, dass wir beständig darüber sprechen, eine bessere Welt für unsre Kinder zu schaffen, wenn diese unsre Welt nicht zu schätzen wissen? Wenn Eltern sich an ihre Kinder anpassen und Kinder ihre Eltern herumkommandieren?
Eltern züchten eine Generation kleiner Diktatoren heran, die irgendwann zu großen Diktatoren werden. Diktatoren, die im Leben nicht zurechtkommen, weil sie nie ein „Nein“ gehört haben. Diktatoren, die sich die Köpfe einschlagen werden, weil sie das „Nein“ des anderen Diktators nicht ertragen. Und diese Generation wird uns führen. Hallelujah.







Kommentare
Mann muss Kinder einfach auch mal schreien lassen, so, dass sie Ignoranz im rechten Moment erfahren. man könnte dann von einem Effekt negativen Konditionierens sprechen: "Ich schreie, keiner hört mir zu also hat es keinen Zweck". Wenn aber auf jede laute, übertriebene Reaktion mit Entsprechung des Wunsches reagiert wird, setzt sich die positive Konditionierung fort und wir haben den Salat!
24.08.2012, 13:36 von srsly_improvableSeltsame Logik...
24.08.2012, 15:24 von sailorDer menschliche Ansatz ist da nicht so verkehrt.Die Theorien der Klassischen Konditionierung nach Pawlow sind auch für Menschen weiterentwickelt worden. Siehe Skinner dazu oder auch die Psychologie um die Prinzipien des Lernens am Modell.
24.08.2012, 19:59 von srsly_improvableDas der Mensch auch nur'n Tier ist... geschenkt...
26.08.2012, 11:16 von sailordass viele ihre Hunde vermenschlichen, und somit sind auch diese dann größtenteils unerzogen sind.
DAS finde ich seltsam. Was soll'n das werden. Ein Plädoyer dafür, Kinder wie Hunde zu erziehen? Na, schönen Dank auch...
Das ist darauf bezogen, dass Lernprozesse von Tieren und kleinen Kindern ähnlich ablaufen. Wie gesagt, lesen. Kann ich nur empfehlen.
26.08.2012, 13:23 von srsly_improvableLernen heisst, Strukturen erkennen.
27.08.2012, 09:57 von sailorDas eine hat mit dem anderen jetzt nichts wirklich zu tun oder?
27.08.2012, 20:05 von srsly_improvableWas jetzt? Tiere und Kinder? Oder Lernerfolg und Erkenntnisgewinnn?
28.08.2012, 09:57 von sailorDer Satz mit den Strukturen stammt von einer Diplom-Pädagogin. Ich unterstelle, daß sie trotz deutscher Bildungspolitik weiß, wovon sie redet... Zumal sie ein eher helleres Köpfchen ist...
Konditionierung und das Erkennen von Strukturen. Man kann das eine vor das andere stellen und kann sagen, dass durch positive oder negative Konditionierung das Erkennen von Strukturen initiiert oder erweitert wird. Das heißt also nicht, dass es nur das eine oder das andere gibt. Natürlich lernt man die Strukturen des Alltags auch durch nicht-intendierte Beobachtungen oder Modellernen etc. Die theoretischen Richtungen sind da, wie so oft, mannigfaltig.
28.08.2012, 10:36 von srsly_improvableMich würde die Fraue mal interesseiren. Ein Name und ihre theoretische Verortung wäre da hilfreich.
Weiter gehe ich davon aus, dass der letzte Satz nicht diffamierend in meine Richtung gemeint war. Das würde die Aussagekraft deiner Diskussionsposition stark schmälern.
Derzeit führen uns die Kinder aus den 60ern. Ich sehe einige Egomanen, aber keine Diktatoren. Die Allüren schleifen sich ab, bis sie wirklich was zu melden kriegen. Ohne Konsens zu lernen, wird niemand Chefentscheider. Der letzte Absatz ist zu heiß gekocht.
24.08.2012, 11:34 von KokomikoDa magst Du recht haben. Aber Alleinherrscher werden es sicher auch nicht. Und die 70er und 80er und 90er Kinder ebenso wenig. Der kleine Finn wird schon seine Grenzen lernen. Wenn auch nicht von seiner Mutter.
24.08.2012, 15:54 von KokomikoOch, die 60er mischen aber schon ganz gut mit ...
26.08.2012, 14:59 von B.tinaTja, dazu das Gegenbeispiel einer konsequenten Mutter, selbst erlebt:
24.08.2012, 10:05 von Katze.Ein kleines Mädchen beginnt im Supermarkt - kurz vor der Kasse - zu brüllen, weil sie eben KEINEN Schokoriegel bekommt. Die Mutter bittet das Mädchen, mit dem Geschrei aufzuhören. Das Mädchen brüllt noch lauter. Darauffolgende Konsequenz der Mutter: sie lässt den Einkaufswagen stehen, gibt sogar der Kassiererin Bescheid, dass sie gleich zum Bezahlen kommt und verkündet dann laut in Richtung des Mädchens, "dann wartest Du jetzt eben im Auto, bis ich bezahlt habe, da kannst Du brüllen" - geht raus, packt die Kleine ins Auto, geht in den Laden zurück, bezahlt, geht mit den Einkäufen zum Auto. Soweit so gut.
In der Zwischenzeit - und das waren vielleicht, wenn überhaupt, fünf Minuten! - hat eine andere Dame die Polizei gerufen, weil die "Rabenmutter ihr Kind allein im Auto zurücklgelassen hat".
So. Wie macht man's nun richtig...
Und was hat die Polizei gesagt?
24.08.2012, 10:14 von sailorHm, is natürlich die Frage, wie die andere Dame drauf war... offenbar auch kein Grenz-Aufzeig-Fan ;)
Na, schlussendlich war das übertriebene Wichtigtuerei der Alten und das ganze war kurz und schmerzlos abgewickelt und die beiden Beamt(inn)en schnell wieder weg, weil die Kassiererin dann auch als "Zeugin" aufgetreten ist.
24.08.2012, 10:26 von Katze.Aber unter'm Strich geht's denk ich auch darum, dass die Mutter die "Angeklagte" war, die "vor allen Leuten" von der Polizei aufgegabelt wurde und sich rechtfertigen musste (die Leute und Gaffer, die aus den umliegenden Geschäften flossen, kannten ja die Story nicht). Ich denke, dass es sicher alles andere als angenehm ist, wenn man auf'm Parkplatz steht und vom Polizeiauto eingeparkt ist und sämtliche Leute gaffen und zerreissen sich die Mäuler. Klar, sollte man vielleicht drüber stehen. Aber das kann sicher nicht jeder und da überlegt man sich als die Mama vielleicht beim nächsten Mal auch, ob man dem Gör nicht einfach den scheiß Schokoriegel kauft...
Ja da hast du wohl recht, hab ich selbst auch schon so in direktem Umfeld erlebt.
Ich bin ja ein erklärter Freund von Nichteinmischungsprinzipien.
24.08.2012, 10:35 von sailorSolange sich alle an meine Regeln halten...
^^
Ich finde diese: »Dann kommste ins Auto bis Du dich beruhigt hast« Aktionen, die mir von Bruder und Schwägerin nicht unbekannt sind, durchaus unter gewissen Umständen grenzwertig. Aber das hängt glaube ich eher von der 'Gesamtherzlichkeit' der Eltern ab, als von der Einzelaktion...
24.08.2012, 11:29 von sailorIch meine auch, dass es situationsabhängig ist.
24.08.2012, 11:46 von Katze.Es macht schon einen Unterscheid, ob das Gör den ganzen einkauf über im Auto hocken bleiben muss oder so wie hier für die verbleibende Dauer des Einkaufs, die ja nicht mehr allzulange war.
Zumal angedrohte Konsequenzen ja nur dann Sinn machen, wenn sie zeitnah auch durchführbar sind.
Und das ist ja in diesem Fall so
Es bringt meiner Meinung nach nichts, Konsequenzen anzudrohen, deren "Härte" sich das Kind gar nicht bewusst ist und die auch nicht gleich angewandt werden.
Beispiel, mein Freund: seine Tochter war nachmittags ungezogen und die "Konsequenz" war: "dann musst Du abends schon um sieben ins Bett statt um acht!"
Erstens weiß das die Kleine um sieben nicht mehr, dass sie "eher ins Bett muss", weil sie um 14:00 Uhr unartig war, zweitens kann sie die Uhr noch nicht lesen und weiß somit sowieso nicht, dass die Strafe anwendung findet (was dann übrigens zu allem Überfluss nicht mal der Fall war...)
Drittens gibt es so oder so Terz, egal, ob sie um sieben oder um acht geht.
Eine völlig sinnlose Androhung einer Strafe also.
Konsequenzen müssen anwendbar sein und Sinn machen, ohne die Kinder in Überhärte zu bestrafen.
Sicherlich eine Gratwanderung für Eltern - und weil ich selbst keine Kinder habe, das aber im 14-tägigen Rhythmus am eigenen Leib mit der Tochter meines Freundes erfahre, bin ich da gerne etwas vorsichtig in meinen Äuerßungen "das ist zu hart, das ist zu übertrieben" oder auch "das Kind hat totale Narrenfreiheit, das Kind kennt keine Regeln". Vieles kann man als Außenstehender auch nicht richtig beurteilen.
In welcher Stadt geht das denn so ab? Ich fahr regelmässig auch in einer Buslinie mit Schulkindern und hab so was noch nie erlebt.
24.08.2012, 10:18 von Heiko_BielinskiZumindest ich will es gar nicht wissen. Als Schüler der 5. Klasse musste ich in die ca. 4 km entfernte Ortschaft mit dem völlig überfüllten Bus mitfahren, zumindest die ersten paar Wochen .. ein prägendes Erlebnis. Auch wenn meine besorgte Mutter Angst hatte mich mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu lassen, weil etwas passieren könnte ... schon als 5t-klässler konnte ich sie überzeugen, dass mir auf dem Fahrrad weit weniger passieren wird als in dem Bus. Zum Glück, so hatte ich auf dem Schulweg wenigstens meine Ruhe.
24.08.2012, 10:23 von CyroGerade den Schulbus fand ich auch immer krass. Danke für das Wörtchen "Sequenz", passt! :)
24.08.2012, 10:24 von MissUschiIch glaube nicht, dass das städtespezifisch ist ... erfahrungsgemäß gibt es unter den Schülern immer eine Gruppe die für Chaos sorgt ... von harmloses „Streichen“ bis hin zu Raub und physische Gewalt, aber auch, ganz nach Lust und Laune der ‚lieben Kleinen’, und Psychoterror bzw. Mobbing. Die Frage ist nur, wie man sich als Kind dagegen wehren kann, vor allem wenn man noch zu blöd, äh, naiv ist um seine Mitmenschen einschätzen zu können. Beispiel: „Cyro, komm mal her“. Ich gehe zu den Typen hin. „Ja ?“ Er tritt mir mit aller Kraft gegen das Schienbein. Der unerwartete Schmerz lässt mir die Tränen in die Augen schießen, aber der Typ krümmt sich mittlerweile vor Lachen, und auch die umherstehenden Kinder finden das total witzig. Anderen unerwartet und grundlos Schmerz zufügen ist unterhaltsam und macht Spaß. Eine Erkenntnis, die man so als ca. 10jähriger von anderen 10jährigen gelehrt bekommt. Ich weiss, es gibt Eltern, die nun sagen würden „Na und .. dann lernt der eben dass man sich verteidigen muss, so ist das Leben eben, er muss den Anderen fertig machen, ich will schließlich keinen Versager als Kind haben“.
24.08.2012, 10:45 von CyroAber gut, wie schon gesagt, ich bin froh dass meine Eltern zustimmten mich mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu lassen, in meiner gesamten Schullaufbahn bin ich nicht wieder mit dem Bus gefahren.
ich hab Ähnliches erlebt... (also ist mein Phänomen tatsächlich kein Generationen-Ding, nur evtl etwas vermehrt heute)
Jo, es mag heute schlimmer sein. Mir graust es, wenn ich daran zurückdenke was meine Nichte mal so erzählte. Doch wenn ich nun sage:
24.08.2012, 11:29 von Cyro‚Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.’
... dann mag diese aktuelle Erkenntnis hat nicht mehr so aktuell sein, sie ist ein Zitat und stammt von Sokrates und ist über 2400 Jahre alt.
Das macht es jetzt ja auch nicht besser, aber diese Rudelbildung, die Bewunderung, die sich der lauteste, brutalste und skrupelloseste erwirbt, da scheint schon immer so gewesen zu sein. Andererseits können Lehrer und sogar Mitschüler auch etwas dagegen unternehmen. Mit viel Glück, Initiative eines Elternteils und einem Teil brauchbarer Lehrer nahm das Ganze dann einen guten Verlauf. Die Zutat meinerseits war: Nicht auffallen, die die gute Noten schreiben ziehen sich den Neid und Hass der Anführer zu, aber sonst können die mich mal. Und es funktionierte.
Vor einigen Jahren traf ich eine damalige Mitschülerin wieder, die gar nicht über die Schulzeit damals sprechen wollte und diese Zeit als „absoluten Horror“ bezeichnete. Doch so schlimm habe ich sie nun auch nicht mehr in Erinnerung, aus den Schlägereinen vor Unterrichtsbeginn konnte ich mich heraushalten und man ließ mich auch fast immer in Ruhe. Bei den Lehrern, die sich einigermaßen durchsetzen konnten, lernte ich (rückblickend) auch was. Und in der 7. oder 8. Klasse, wo die Lehrer fast völlig ignoriert wurden und uns aus den Lehrbüchern abschreiben lassen mussten, falls sie nicht nur 5en und 6en vergeben wollten, habe ich zumindest Skat gelernt. Auch eine Art von Matheunterricht :-)
Nein, ganz so schlimm war das Ganze denn doch nicht. Und der alte Sokrates ist und bleibt mit seinem Spruch immer aktuell, solange es Menschen gibt.
allerdings. die kinders können nichts dafür, dass sie schreckliche eltern haben.
24.08.2012, 01:30 von JohnnyBravo@johnnyBravo: genau so seh ichs auch ;)
24.08.2012, 01:43 von MissUschija darum ginge mir auch eigentlich. dinge, die fürs spätere leben elementar sind. Steckdose, überfahren werden oder klauen is halt nicht so gut für einen selbst :D
DAS: http://z0r.de/3248 ist die beste Erziehung!
24.08.2012, 01:14 von JohnnyBravoWarum wollen denn hier so viele die Kernaussage nicht begreifen und hängen sich viel zu sehr an diesem Supermarkt-Ding auf, welches bloß als simples Beispiel dienen soll?
Bist du high?
23.08.2012, 23:04 von FrauKopfWas hat das mit provokant sein zu tun?
Der Kern mag ersichtlich sein, wurde aber für mich falsch angegangen.
Wer sich im Endeffekt an der Supermarktnummer aufhängt, ist die Autorin und das ist mir zu wenig und eine falsche Betrachtungsweise.
Ach und das Diktatorengleichnis empfinde ICH auch als nicht gerade angebracht.
Meinungen über Meinungen. Zum Glück bin ich high. ;)
23.08.2012, 23:06 von ToraDer eine is high, der andere provokant ;)
23.08.2012, 23:08 von FrauKopfSiehst du, nun gibst du es doch zu.
23.08.2012, 23:10 von ToraIch glaube, Tora hat ein Problem die richtigen Worte zu finden.
Hab ich nicht. ;) Ich hab es überdacht (und das sollte manch einer mit seinen Kommentaren auch tun) und die Supermarktsituation relativiert, erklärt, warum ich sie gewählt habe.
Ich mag Überheblichkeit angesichts einer Situation, der die Protagonisten anscheinend evtl. nicht gewachsen sind...
24.08.2012, 10:42 von sailorIch mag Überheblichkeit NICHT...
24.08.2012, 10:43 von sailorVERDAMMICH... Edit for Präsidentin...
Ja, ich hätte auch gerne editiert und geschroben, dass die Autorin ihre Aussage relativiert hat. Das, was Du in Deinem Kommentar schreibst, finde ich ja richtig. Kommt eben nur in dem Text bei mir ganz anders an.
24.08.2012, 14:28 von B.tinaDu bringst es auf den Punkt!
23.08.2012, 19:59 von ToraUnd das wäre welcher?
23.08.2012, 20:06 von FrauKopfDie Überschrift. Die beschriebene Supermarkt-Szene finde ich auch eher unpassend, da die Mutter scheinbar vor dem Jungen schon auf den Kopf gefallen ist. Aber der Botschaft zum Ende hin, stimme ich zu. Antiautoritäre oder einfach nur "moderne" Erziehung hat, meiner Meinung nach, keine Zukunft bzw. eine schreckliche.
23.08.2012, 21:17 von ToraWeils schlicht und ergreifend nicht stimmt. Es gibt ne ganze Menge Eltern, die sich über Erziehung Gedanken machen. Und was ist bitte schön „moderne Erziehung“? Was hier angeprangert wird ist keine Erziehung.
Na autoritäre, kannst doch lesen. Klar machen sich viele Gedanken darum - aber wenn diese Methode das Ergebnis vieler Eltern sein soll, herzlichen Glückwunsch zur folgenden Generation!
23.08.2012, 23:05 von ToraDenkste nicht, dass jede Erziehungsform *hust* ihre Tücken hat?
23.08.2012, 23:07 von FrauKopfUnd wer ist man, über andere zu urteilen?
Und vor allem, das anhand einer simplen Alltagsbeobachtung festzumachen.
Nee.
Denk ich, ja. Jedoch manche mehr, einige weniger.
Autoritäre Erziehung = moderne Erziehung?
Argh, ich meinte natürlich ANTIautoritär!!
Falls Du mit moderner Erziehung antiautoritäre Erziehung meinst, dann möchte ich nur kurz bemerken, dass die gar nicht so modern ist und auch nicht zu vergleichen mit keiner Erziehung. Ist nicht mein Ding ... Hab ich ja auch lang und breit geschrieben, welche Erziehung ich für richtig halte, aber bevor man mit Schlagworten um sich wirft, sollte man vielleicht kurz mal nachschlagen, was die bedeuten ...
23.08.2012, 23:22 von B.tinaJetzt hat wieder einer dieser Kämpfer hier etwas neues zum Aufhängen gefunden:
Nein und doch.
23.08.2012, 23:36 von B.tinaHerrje, du bist auch so eine von der Sorte "Keiner hat euch lieb".
23.08.2012, 23:45 von FrauKopfda empfinde ich solche Aussagen wie du sie tätigst als demaskierender.
Diskussionslust ist also gleich Kampf und zu wenig Heitideiti?
Oh man.
War antiautoritäre Erziehung eigentlich die Laissez-faire-Erziehung? Irgenwann hab ich mal irgendwie sowas in der Art in der Berufsschule gelernt - kann aber auch sein, dass ich 2 der 3 Erziehungsstile, die wie damals lernten, grad durcheinanderwürfele...
23.08.2012, 23:54 von topfbluemchen@topfblümchen
Ich bin zwar kein Fachmann, aber vom reinen Wortsinn sind für mich die Vorstellungen "Laissez-faire" als auch "Kind als Partner" praktisch antiautoritär. Das Anti- bezeichnet für mich zudem die Verwurzelung in einer Gegenreaktion auf eben das Autoritäre.
Wobei ich DAS Autoritäre, welches das Antiautoritäre angreift, für historisch weitgehend überholt halte. Es dominiert höchstens in fortschrittsfernen Milieus und es fehlt vollkommen die autoritäre Gesellschaft (eines Kaiserreiches z.B.), die eine autoritäre Erziehung zu stützen vermöchte.
Deswegen sind für mich beide Begriffe (die Autorität zum Thema haben) überholt. Laissez-Faire bedeutet für mich: einfach machen lassen. Und "Partner" bedeutet: alles ist Verhandlungssache. - Dahinter stehen Weltbilder.
Laissez-faire stößt in der Konsequenz unweigerlich an seine Grenzen, denn es regelt nicht den Konfliktfall und endet in der Ergebenheit vor dem Stärkeren.
Allein das Verhandlungsmodell hat - gesellschaftlich gesehen - Charme. Ich bin aber der Ansicht, daß Verhandlungen erst auf der Grundlage absolvierter Entwicklungsstufen möglich sind. Diese können ergo nicht durch Verhandlungen erreicht werden.
Wodurch dann? Das ist die Frage von Erziehungswissenschaft (oder sollte es sein).
Ich meine, durch die bewußte Entscheidung für bestimmte Grundwerte und die konsequente und kompromißlose Weitergabe dieser Werte an den Nachwuchs. Wobei 'kompromißlos' ein halbrichtiges Wort ist, da die Grundlage für Kompromisse in dieser Phase noch lange nicht geschaffen ist.
24.08.2012, 02:12 von LudwigMartinAha ja, mein Arbeitsalltag, schön beschrieben. Daher kommentiere ich auch später erst weiter, komme nämlich gerade aus der selbigen ...
23.08.2012, 18:55 von SultanineDa der Artikel jetzt aus welchem Grund auch immer auf der Startseite gelandet ist, möchte ich mich gerne noch einmal allgemein dazu äußern:
Die Kommentatoren, die sagen, von einer einzigen Situaton im Supermarkt ließe sich nicht auf eine ganze Generation schließen, haben völlig recht. Ich möchte in diesem Zusammenhang erwähnen, dass es nicht die erste Situation dieser Art war, sondern lediglich der Anstoß, ein paar Zeilen darüber zu verfassen. Dennoch lassen sich natürlich nicht alle Eltern samt Kinder über einen Kamm scheren.
Ich weiß aus direktem Umfeld, wie schwierig es ist, mit einem kleinen Kind konsequent umzugehen. Nichtsdestotrotz sehe ich dort auch, wie konsequent gegen beschriebene Verhaltensweisen vorgegangen wird (zum Wohl des Kindes meiner Meinung nach).
Ich bin selbst keine Mutter, habe aber sehr regelmäßigen Kontakt zu einem Kind und vorallem zu dessen Mutter. Manche finden es hier anmaßend, dass ich es trotzdem wage, mir ein Urteil zu bilden (ein Urteil bilden bedeuted nicht verurteilen!). Ich denke, jeder hat seine Ansichten und befindet Dinge als richtig oder falsch, auch ohne sie erlebt zu haben. Bestes Beispiel hierfür ist wohl die Politik.
Ich bin nicht kinderfeindlich und heiße totalautoritäre Erziehungsweisen frühere Jahrzehnte nicht für gut. Gerade letzteres war mir wichtig, zu erwähnen, weshalb ich darauf in meinem Text hinweise. Trotzdem gibt es für den ein oder anderen hier offenbar nur schwarz oder weiß, was Erziehung betrifft, weshalb ich in eine "doitsche" Ecke gedrängt werde.
Um die angedachte Kernaussage meines Artikels noch einmal zusammenzufassen: Kinder brauchen Grenzen. Und diese Grenzen, habe ich zumindest so erlebt, zeigen viele Eltern heute nicht mehr auf. (Dieses Phenomen gabs wohl in jeder Generation, aber ich hatte den Eindruck, dass in den letzten Jahren zunimmt). Dass es sogar Bücher darüber gibt, wusste ich gar nicht. Vielleicht werde ich aber mal eins lesen.
Ich hätte diese rege Diskussion gar nicht erwartet und finde sie gut. Allerdings wollte ich hier niemanden persönlich angreifen und finde es daher schade, wenn man sich gegenseitig beleidigt.
Das dazu und viel Spaß beim Diskutieren. :)
23.08.2012, 17:24 von MissUschiSchlimm, dass man dir hier das Gefühl gibt, dich über deinen Text hinaus, erklären zu müssen. Als könnten die Leser nicht selbst nachdenken und reflektieren.
24.08.2012, 08:42 von ToraJa, sehr wohl! Wie man etwas hinterfragt ist jedoch das Entscheidende. Vieles ist hier echt zum totlachen ätzend. Wirkt so Wut-erfüllt und persönlich angreifend!
24.08.2012, 12:06 von Tora