Tobias_Zick 04.02.2013, 14:49 Uhr 163 10

Dicke Luft

Früher war Rauchen cool. Jetzt ist es plötzlich uncool. Wie hat die Nichtraucher-Lobby das hingekriegt?

Text: Tobias Zick


»Rauchen macht dumm, es macht unfähig zum Denken und Dichten, es ist auch nur für Müßiggänger, für Menschen, die Langeweile haben. Die Raucher verpesten die Luft weit und breit (…). Wer ist denn imstande, in das Zimmer eines Rauchers zu treten, ohne Übelkeit zu empfinden?«

Das schrieb Goethe. Es hat ein wenig gedauert, bis diese Ansicht Mainstream wurde, heute ist sie es. Es ging zuletzt sehr schnell. Im vergangenen Jahrzehnt sank der Anteil der Raucher unter den jungen Erwachsenen in Deutschland von 44,5 auf 36,8 Prozent. Noch rasanter kam der Wandel bei den Jugendlichen, die für die Tabakindustrie mit ihrem Motto »Hook ’em young, hook ’em for life« so wichtig sind: Bei den deutschen 12- bis 17-Jährigen fiel die Raucherquote von 27,5 Prozent – dem damals zweithöchsten Wert weltweit, übertroffen nur in Grönland – auf 11,7 Prozent.

Und bei diesem verbliebenen guten Zehntel handelt es sich »vor allem um Jugendliche mit geringerer Bildung«, wie der Jugendforscher Klaus Hurrelmann sagt: »Haupt- und Förderschüler, für die anderen ist es out.« Erwachsene bekommen von Karriereexperten die dringende Empfehlung, sich nicht als Raucher zu erkennen zu geben: Sonst wird ihnen unterstellt, sie kämen mit Stress nicht zurecht.

Dabei ist das 20. Jahrhundert, das Zeitalter des Rauchens, gerade erst vorbei. Der Philosoph Jean-Paul Sartre schrieb in seinem Werk »Das Sein und das Nichts«, das 1943 erschien: »Ein Leben ohne Zigaretten ist ein bisschen weniger lebenswert.« James Dean, Marlene Dietrich, Humphrey Bogart, Audrey Hepburn: Sie alle sind ohne Zigarette kaum denkbar. Die Krimiautorin Agatha Christie sah sich genötigt, sich für ihr Nichtrauchen zu entschuldigen: Sie habe es oft versucht, aber ihr gelinge nicht, es zu mögen. Die Feministinnen erhoben die Zigarette zur »Fackel der Freiheit«. Und die Raucherecke in der Schule war das Zentrum der Coolness.

Als könnte sie selbst nicht recht glauben, wie schnell sich der Wind gedreht hat, schwärmt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von einer »historischen Zeitenwende«. Vom Marlboro-Cowboy zum Nikotinjunkie, vom Individualisten zum Marketingopfer, vom Duft der großen weiten Welt zum Hartz-IV-Mief. Aber wie konnte das gelingen – gegen eine Lobby, die zu den mächtigsten der Welt gehört, und obendrein in so kurzer Zeit?

Wenn es so etwas wie eine Zentrale des globalen Kampfes gegen die Macht der Tabakindustrie gibt, dann in Genf, im Büro von Armando Peruga, dem Leiter der »Tobacco Free Initiative« der Weltgesundheitsorganisation WHO. »Weltweit betrachtet, können wir zwar noch nicht von einem starken Rückgang des Tabakkonsums sprechen«, sagt Peruga, »aber es gelingt uns zunehmend, die Botschaft zu verbreiten: Tabakkonsum ist nicht mehr korrekt, er ist schädlich. Wir beginnen, jenes Trugbild zu zerschlagen, das die Industrie über Jahrzehnte aufgebaut hat: dass Tabak unmittelbar mit den schönen Dingen des Lebens verknüpft sei, mit Sportlichkeit, Abenteuer, Männlichkeit, gesellschaftlichem Status.«

Nach Perugas Ansicht steht der Imageverfall vor allem auf zwei Säulen: immer entschlossenere Einschränkungen von Tabakmarketing – und Rauchverbote in Innenräumen. »Wenn sich die Botschaft verbreitet, dass Nichtrauchen der Normalzustand ist, verbunden mit Werbeverboten, dann entsteht in der Summe der Eindruck: Rauchen ist nicht cool.«

Dass ihn die Geschwindigkeit des Wandels selbst beeindruckt, kann Peruga nicht ganz verhehlen. Erst im Februar 2005 trat die »WHO Framework Convention on Tobacco Control« in Kraft, ein weltweites Abkommen, mit dem sich 168 Mitgliedsstaaten der WHO gemeinsam dazu verpflichteten, beim Nichtraucherschutz zusammenzuarbeiten – inspiriert von Mammutprozessen in den USA, in denen die Tabakindustrie zu milliardenschweren Schadenersatzzahlungen verurteilt worden waren. Den Weg bereitet für die globale Nichtraucherschutzinitiative hatte auch die University of California in San Francisco: Anfang 1999 stellte sie mehr als 2000 Seiten interner Dokumente der Tabakindustrie online, die belegten, wie die Konzerne verdeckte Lobbyarbeit betrieben, die Gefahren des Rauchens verharmlosten, Wissenschaftler und Journalisten korrumpiert hatten. Die Glaubwürdigkeit der Branche – wenn es die denn jemals gab – war ramponiert.

Kurz bevor das WHO-Abkommen in Kraft trat, hatte Irland als erstes Land der Welt das Rauchen in öffentlichen Innenräumen verboten. »Und heute, acht Jahre später«, sagt Peruga, »haben wir weltweit schon 31 Länder. Irland war ein mächtiges Signal.«

Es war ein Mann namens Micheál Martin, irischer Gesundheitsminister, der in seinem Land den Kampf gegen die Tabaklobby aufnahm, um ein nationales Rauchverbot an Arbeitsplätzen durchzusetzen – und damit auch in Restaurants, Bars und Pubs. Die Widerstände waren gewaltig. Der Gastwirte-Lobbyverband IHIA machte sich mit der Zigarettenindustrie gemein und prognostizierte, ein echtes Rauchverbot in der Gastronomie würde 65 000 Arbeitsplätze vernichten. Ein Lobbyist verglich Barpersonal, das sich für ein Rauchverbot am Arbeitsplatz einsetzte, mit »Truthähnen, die für Weihnachten stimmen«.

Es nutzte nichts, Micheál Martin ließ sich nicht beirren. In öffentlichen Reden gemahnte er an die irischen Kinder: »Entweder geben wir ihnen die saubere Luft, auf die sie ein Recht haben, oder wir zwingen sie, die fünfzig krebserregenden Substanzen und krank machenden Chemikalien in Tabakrauch einzuatmen.«

Am 29. März 2004 trat das Gesetz in Kraft – und die Lobbywarnungen vor einem Arbeitsplatzschwund in der Gastronomie erwiesen sich als nichtig. Irlands Pubkultur prosperiert weiter, auch wenn die Aschenbecher draußen vor der Tür stehen. Nach einem kurzen Zwischentief stiegen die Einnahmen sogar, weil nun immer mehr Familien gemeinsam in Pubs gehen. Und auch die Warnung, wegen des Rauchverbots in Kneipen würde im Gegenzug mehr zu Hause geraucht – in Gegenwart wehrloser Kinder –, wurde schnell widerlegt: Die Zahl der Raucherhaushalte sank laut einer staatlichen Studie von 58 auf 50 Prozent.

Norwegen folgte im Juni 2004 mit einem ähnlichen Verbot, Italien Anfang 2005, Großbritannien 2007. Und Deutschland?

Deutschland hatte auch in diesem Punkt ein Problem mit Adolf Hitler. Für Hitler waren Zigaretten die »Rache des roten Mannes« dafür, dass der »weiße Mann« ihn mit Alkohol zugrunde gerichtet habe. Die Nazis sahen im Rauchen eine Gefährdung des »Volkskörpers«, der Wehrfähigkeit, Fruchtbarkeit und Reinheit aller Deutschen. In der Erforschung von Tabakgefahren waren Wissenschaftler des Dritten Reiches führend.

In der Nachkriegszeit galt Rauchen folglich als antifaschistisch, antiautoritär, rebellisch – und war damit Konsens unter den politisch Korrekten. 1995 zog der Tabakkonzern Philip Morris unverblümt die Nazikarte und veröffentlichte Anzeigen, die Straßenkarten europäischer Hauptstädte zeigten; jeweils ein kleines Areal nahe dem historischen jüdischen Viertel war darin abgegrenzt und mit dem Schriftzug »Raucherzone« versehen. Dazu Überschriften wie: »Wo werden sie den Schlußstrich ziehen?« (Berlin) oder »Wollen wir ein neues Ghetto schaffen?« (Rom).

Und erst im März 2012 beschimpfte der ZDF-Journalist Wolfgang Herles den jungen Initiator des Volksbegehrens für das bayerische Rauchverbot, Sebastian Frankenberger, in einer Fernsehtalkshow als »wild gewordenen Jungfaschisten« – was dieser per Unterlassungserklärung zurückwies. Die Anti-Rauch-Aktivisten schlagen also recht spaßbefreit zurück. Zuletzt kassierte der ZDF-Fernsehrat eine Beschwerde , weil in den Sendungen »Stuckrad Late Night« und »Roche & Böhnermann« geraucht werden darf.

Die erste entscheidende Person, die das Rauchen in Deutschland uncooler machen wollte, war eine Medizinerin namens Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Schon früh war sie mit den Gesundheitsrisiken des Rauchens hautnah konfrontiert, ihr Vater war an Lungenkrebs gestorben, ihr erster OP-Einsatz als Ärztin war ein Raucherbein. Die Nichtrauchergesetze in anderen Ländern nahm sie zum Anlass, den deutschen Gesetzgeber mit Zahlen zu alarmieren: 3300 Tote jährlich, allein an den Folgen des Passivrauchens; 130 000 tote Raucher, verendet an Herz- und Hirninfarkten, an Krebs. »Die Diskussion ist nicht von der Politik ausgegangen«, sagt sie, »sondern von der Wissenschaft.«

Die zweite entscheidende Person war der Mann, der den Funken von der Wissenschaft in die Politik trug: Lothar Binding, ein SPD-Abgeordneter aus Heidelberg. Im Frühjahr 2006 folgte er als einziger Politiker der Einladung zu einem Infogespräch im Büro von Pötschke-Langer, las in den folgenden Tagen das Dossier, das sie ihm in die Hand gedrückt hatte, die Zahlen ließen ihn nicht mehr los: 8,5 Millionen Nichtraucher, die allein am Arbeitsplatz Tabakrauch ausgesetzt sind, einem Gemisch aus tausenden Substanzen, davon Dutzende nachweislich krebserregend. Im Mai 2006 initiierte Binding im Bundestag einen Gruppenantrag mehrerer Abgeordneter, einen »Entwurf eines Gesetzes für rauchfreie öffentliche Einrichtungen und Arbeitsplätze«. Nach und nach war es ihm gelungen, insgesamt 143 Parlamentarier als Mitunterzeichner zu gewinnen. Viele SPD-Genossen wiederum, darunter der Arbeitsminister Franz Müntefering (Zigarilloraucher) und der Fraktionschef Peter Struck (Pfeifenraucher), wollten nichts davon wissen. Es war der Startschuss für das politische Theater, das bis heute aufgeführt wird: die Verwässerung von Gesetzentwürfen bis an den Rand der Wirkungslosigkeit, die Einführung von Rauchverboten auf Länderebene und ihre Außerkraftsetzung durch zahllose Ausnahmen; Klagen, Bürgerbegehren, juristische Spitzfindigkeiten um die Frage, ob das Servieren hausgemachter Buletten eine Eckkneipe zur Speisegaststätte macht, im Unterschied zu Klopsen aus der Packung. Und für eine Welle des Lobbyismus gegen die Anstifter der Nichtraucherpolitik. »Offene Briefe« an die Krebsforscherin Pötschke-Langer etwa.

Die wichtigsten Meilensteine, sagt sie, seien dann zwei Urteile des Bundesverfassungsgerichts gewesen: Am 30. Juli 2008 verkündete es, dass der »Schutz vor Gesundheitsgefährdungen durch Passivrauchen als Gemeinwohlbelang« anzuerkennen sei. Damit gelten auch strikte Rauchverbote in Gaststätten als rechtens und verhältnismäßig. Im August 2010 wies das höchste deutsche Gericht zudem eine Verfassungsklage gegen das bayerische Nichtraucherschutzgesetz ab, das allerstrengste in Deutschland, das der viel beschimpfte Sebastian Frankenberger per Volksentscheid durchgefochten hatte.

Doch Verbote allein machen noch keinen Imagewandel, schon gar nicht, wenn sie so lückenhaft sind wie in Deutschland. Reiner Hanewinkel, Leiter des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung, beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die Darstellung in Kino und Fernsehen das Image des Rauchens in der Gesellschaft prägt. In einer großen Studie stellte er 2006 fest, dass in deutschen Filmen doppelt so viel geraucht wird wie im internationalen Durchschnitt. »Tausend Erklärungen kommen nicht dagegen an, wenn falsche Rollenmodelle assoziieren, Rauchen sei cool«, erklärt Hanewinkel. Ein Aktionsbündnis, in dem Hanewinkel und Pötschke-Langer gemeinsam agieren, zeichnete daher die ARD-Serie »In aller Freundschaft« im Dezember 2011 mit dem »Rauchfrei-Siegel« aus, weil die Serie konsequent auf rauchende Darsteller verzichtete.

Zudem hat Hanewinkel das europaweite Projekt »Be smart – don’t start« mitgestaltet, das als ausschlaggebend für den Imagewandel des Rauchens vor allem unter Jugendlichen in Deutschland gilt. Im Rahmen des Projekts, das inzwischen seit fünfzehn Jahren läuft und allein in Deutschland 250 000 Schüler pro Jahr erreicht, lernt man in einem Quiz etwa, wie viel Geld Sylvester Stallone von der Zigarettenindustrie dafür bekommen hat, dass er in fünf Filmen raucht (Antwort: 500 000 Dollar).

Und wie sieht die Tabakindustrie den Imageverfall der Zigarette? Raphael Dörr, Sprecher von Philip Morris Deutschland, »begrüßt« die sinkenden Raucherquoten unter Jugendlichen: »Wir wollen nicht, dass Kinder und Jugendliche rauchen. Deshalb richten wir uns ausschließlich an erwachsene Raucher.« Doch wird es nicht auch da immer schwieriger, Zigaretten per Marketing und Werbung mit einem positiven Image zu belegen? Der Cowboydarsteller aus der ursprünglichen Marlboro-Kampagne ist tot; 1992 an Lungenkrebs gestorben. Jetzt wirbt der Hersteller Philip Morris mit dem Slogan »Don’t be a Maybe« und jungen Stadtmenschen. Trotzdem, die Werbebotschaft bleibt die gleiche: »Nach wie vor stehen Abenteuer und Freiheit im Fokus«, erklärt Raphael Dörr. »Auch ein Cowboy würde klare Entscheidungen treffen und niemals ›vielleicht‹ sagen.«

Der Siegeszug des Nichtraucherschutzes ist in Deutschland noch nicht ganz sicher. Laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums funktionieren die Rauchverbote in den untersuchten Großstädten nur in München einigermaßen konsequent, im Rest Deutschlands dagegen bestimmen Ausnahmen oder schlichte Verstöße das Gesamtbild.

Für Armando Peruga von der WHO passt das ins Bild: »Wenn man sich die Karte von Europa anschaut, sieht man ein recht kurioses Muster: Der Norden und der Süden sind ziemlich weit fortgeschritten, was Nichtraucherschutz angeht. In der Mitte dagegen ballen sich Länder, die eher hinterhertrotten. Tschechien, Holland, Österreich – und natürlich Deutschland. Wenn man Deutschland mit den fortschrittlichsten Ländern der Welt vergleicht, hat es noch viel zu tun.«

Die im Sinne des Nichtraucherschutzes fortschrittlichsten Länder der Welt: Das sind demnach etwa Norwegen, wo seit 2009 das offene Zurschaustellen von Zigarettenschachteln im Laden verboten ist; man bekommt sie weiterhin, aber nur, wenn man ausdrücklich danach fragt. Und Australien, wo der Anteil der Raucher ohnehin schon wesentlich niedriger liegt als in Deutschland. Die australische Regierung hat kürzlich das »Plain -Packaging« durchgesetzt: Ab Dezember 2012 muss auf jeder Zigarettenschachtel ein großes Foto – eine Detailaufnahme von Mundkrebsgeschwüren, lungenkranken Kindern, abgestorbenen Zehen – prangen, der jeweilige Markenname in kleiner Schrift darunter. Abgesehen davon darf keinerlei Variation in Gestaltung, Schriftgröße, Farbe irgendwelche noch so unterschwelligen Marketingbotschaften transportieren. Natürlich laufen die Konzerne dagegen Sturm. Philipp Morris hat über seinen asiatischen Unternehmenszweig Klage eingereicht und beruft sich auf ein Investitionsabkommen zwischen Hongkong und Australien aus den Neunzigerjahren, das durch das »Plain Packaging«-Gebot verletzt werde. Auch die EU-Kommission hat für die kommenden Monate eine neue Tabakrichtlinie angekündigt; möglicherweise ebenfalls mit »Plain Packaging«-Gebot.

Armando Perugas Hauptsorge aber gilt nicht möglichen Gerichtsprozessen, sondern einem anderen Schachzug der Konzerne: »Während die Tabakindustrie an vielen Fronten auf dem Rückzug ist, nimmt sie zur selben Zeit neue Ziele ins Visier – vor allem Frauen, junge Leute und Menschen in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen in Afrika und Asien.« In China etwa rauchen derzeit rund fünfzig Prozent der Männer, aber nicht mal zwei Prozent der Frauen. Ein gewaltiges Potenzial. »Eigentlich ist es eine ganz simple Rechnung«, sagt Peruga: »Die Industrie braucht ständig neue Konsumenten – allein schon um jene Hälfte der jetzigen zu ersetzen, die an tabakbedingten Krankheiten vorzeitig sterben.«

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163 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Rauchen hat was.
    Ja, ich bin eine von denen, die wohl auf dem James Dean-Abbild hängen geblieben ist.

    Dennoch isses zum Kotzen.
    Macht krank, hässlich, süchtig und krank.

    Ich habs reduziert und bin davon überzeugt es irgendwann ganz und gar lassen zu können.

    11.02.2013, 16:09 von FrauKopf
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  • 1

    Ist es nicht eher so, dass "cool" gewissermaßen "out" und FIT "in" ist? So wie das "Laissez Faire" der "Goldenen Zwanziger" auch mal IN waren, bis die allroundpenible Heilsarmee kam.

    11.02.2013, 15:39 von Boahmaschine
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  • 2

    Lieber Autor, bist du zufällig mit Thomas Helmer verwandt? ;-)

    05.02.2013, 20:14 von topfbluemchen
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    Ich find rauchen immer noch cool!

    05.02.2013, 17:51 von smillalotte
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  • 2

    Raucher-/Nichtraucher-Bashing vom Feinsten ... soo vorhersehbar.


    Für mich ist die Sache ganz einfach:
    - Nikotin ist eine Droge die körperlich und psychisch abhängig macht ... der Grad der Abhängigkeit spielt für mich keine Rolle
    - Tabak enthält zig gesundheitsgefährdende Stoffe
    - Ein wirksamer Schutz vor Passivrauchen ist zumindest in geschlossenen Räumen und unmittelbarer Nähe von Rauchern nicht gegeben

    Das ist keine "Meinung" ... das sind Fakten.

    Diese Fakten rechtfertigen IMHO ein striktes Verbot von Tabak in jeglicher Form. Traut sich aber keiner ran weil alle schön mitverdienen (Die "Aufhör-Industrie" übrigens auch ...)

    Meine Meinung: Rauchen stinkt und macht krank ... den Raucher selbst und seine Mitmenschen. Ich finds eklig und würds sofort verbieten ... wenn ich Köööönig von Deutsch-land wääär ...

    Amen

    PS: Ich habe 15 Jahre geraucht und vor 7 Jahren aufgehört.

    05.02.2013, 14:16 von FinalMan
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      Ex-Raucher sind ja angeblich eh die schlimmsten ...

      05.02.2013, 21:13 von Tanea
    • 1

      Soso ... die schlimmsten WAS ... ? Nichtraucher? Babykiller? Gärtner?


      Den Spruch finde ich ja echt am allerschlechtesten ... wer den bringt dem fällt nix Besseres mehr ein.

      Traurig ...


      06.02.2013, 13:09 von FinalMan
    • 1

      ich nehme an, sie wollte mit "schlimmsten" die militantesten sagen.

      06.02.2013, 13:43 von PinkerPunkt
    • 0

      Jo ... theoretisch ist mir das schon klar.


      Aber ich finde solche Pauschalaussagen einfach scheisse. Als würde ich rumlaufen und jedem mit erhobenem Zeigefinger die Kippe aus dem Mund reißen.

      Ich kann pauschal sagen dass Raucher ungesund leben oder Nazis Arschlöcher sind ... aber einfach mal die Exraucher grundsätzlich als militante Besserwisser hinzustellen geht echt gar nicht. Ich sag ja auch nicht dass alle Raucher rücksichtslose Egomanen sind.

      Ich denke mal dass GERADE Ex-Raucher die differenziertesten Beiträge liefern KÖNNEN ... wir wissen wenigstens wovon wir reden (was den Nichtrauchern ja gerne mal abgesprochen wird).

      Ich VERMUTE dass viele Raucher neidisch sind auf vermeintlich "erfolgreiche" Ex-Raucher ... da wird dann eben mal schnell ein Stereotyp herbeifantasiert.

      Was ich gerade in diesen Diskussionen vermisse sind angemessene Differenzierungen ... aber sowas kann man wohl selbst von diesem Forum nicht verlangen.

      BTW: Am Interessantesten finde ich allerdings die Frage wie diese Diskussion beim Thema Alkoholkonsum ausfallen würde. Das wär auch mal einen Artikel wert: Ist Saufen uncool? Sind die Ex-Aklis die "Schlimmsten" ... ;-)

      06.02.2013, 15:56 von FinalMan
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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      Och ... damit kann ich leben ...

      06.02.2013, 22:35 von FinalMan
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      Die Gegner der Elche
      warn früher selber welche.

      11.02.2013, 16:10 von schauby
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  • 3

    "Erwachsene bekommen von Karriereexperten die dringende Empfehlung, sich
    nicht als Raucher zu erkennen zu geben: Sonst wird ihnen unterstellt,
    sie kämen mit Stress nicht zurecht."

    Lustig, in dem Maße, in dem von Politik und Interressenverbänden gewisse Verhaltensweisen, Eigenschaften und Angewohnheiten problematisiert und teilweise pathologisiert werden, nehmen psychische Erkrankungen und ganz besonders die Verschreibung von Psychopharmaka exorbitant zu.

    Da wird ein enormer Druck auf den Einzelnen aufgebaut, indem ihm die ganze Zeit seine angebliche Unzulänglichkeit vor Augen geführt wird - du rauchst, also bist du nicht stress-resistent und charakterlich schwach, du isst gerne zu viel und ungesund, also bist du zu fett und unattraktiv und öfter krank - und mit einem vermeintlichen Ideal verglichen, dass in erster Linie von den Krankenkassen und den Arbeitgebern gewünscht wird.

    Da aber nicht jeder - aus welchen Gründen auch immer - diesem Ideal entsprechen kann, zerreiben sich viele zwischen sozial erwünschtem Sein und Wirklichkeit.

    Anstatt zu stigmatisieren und die Menschen wie unmündige Kinder zu behandeln, denen auf den "rechten Weg" geholfen werden muss, sollte unser Bildungssystem mal lieber darauf setzen, frei denkende und handelnde Menschen hervor zu bringen, die die Folgen ihres Handelns selbst reflektieren können. Und zur Freiheit gehört eben auch dazu, sich für Dinge zu entscheiden, die einem vielleicht auch schaden. Das nennt sich Leben.

    Ansonsten hat man eben Teens, die jetzt zwar weniger rauchen (weil man damit ja nicht weiterkommt im Leben), dafür aber die Wochenenden durhcsaufen (irgendwie muss der Stress ja abgebaut werden) oder Pillen verschrieben bekommen, weil sie ja irgendwie nicht richtig funktionieren...

    05.02.2013, 13:48 von holo...
    • 0

      Letztem Abschnitt kann ich nur zustimmen. Wir sind 3 rauchende Angestellte, 1 nichtrauchende Angestellte. Die Nichtrauchende ist in einem Jahr rund 4 Monate im Krankenschein (Depressionen, Kopfweh, Unwohlsein).

      Gerade auch wieder. Mehr Stress für uns. Macht aber nix. Ich rauche insofern lieber, als mit so einer Krankheit geplagt zu sein. Wäre sie Depri wenn sie nicht rauchen würde?

      Keine Ahnung. Auf jedenfall hilft es uns allen tatsächlich, alle 2 Stunden mal an die frische Luft zu hüpfen, Kippe an und kurzes Gespräch über Tagesthemen, Sozialleben, Arbeit zu haben. Es reisst einem vom PC weg und man hat die 4 Minuten Ablenkung.

      Klar ist das nicht das Nonplusultra. Klar ist Rauchen tödlich. Klar höre auch ich demnächst damit auf (weil die Dinger echt zu teuer werden, auch in Luxemburg), aber bis dahin rauch ich gerne und umweltfreundlich (tragbarer Aschenbecher aus Japan), und auch nur da wo's sonst keinen (hoffentlich) stört.

      05.02.2013, 14:12 von LeyluraLegbreaker
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      Mit Verlaub, aber das ist doch Polemik. Wenn jemand die Vorgabe gibt, dass Nichtrauchen, Nichttrinken, gesund Essen und Bewegung förderlich für einen optimalen Stressabbau sind, dann doch nicht, um eine optimierte Idealperson zu züchten, sondern um Erkenntnisse der Wissenschaft, die teilweise jahrzehntealt sind, gegen entsprechende Lobbyverbände (Tabak-, Unterhaltungs- und Ernährungsindustrie) durchzuboxen. Die 'Erkenntnis', dass jemand durch falsche Rollenbilder unter Stress gestellt wird und nur ein wenig Rauchen müsste, damit er seinen Stress bewältige, ist falsch.

      Möglicherweise gibt es ein paar Menschen, bei denen Stressbewältigung wirklich durch Rauchen gegeben ist. Allerdings müssen das anatomische Wunderwerke sein. Rauchen ist Stress für den Körper. Vielleicht ist das Ritual Stressbewältigung, aber wenn man es ohne Zigarette durchführen würde, wäre es nachweisbar effektiver.

      Und das laber ich nicht so daher. Ich habe auch jahrelang geraucht und kenne die Wirkung auf den Körper. Ich habe viele Freunde, die immer wieder aufhören zu rauchen und bestätigen, dass man rauchfrei auch stressfreier lebt. Nur verfallen einige von ihnen immer wieder dem Trugschluß, dass sie entspannen würden, wenn sie rauchen - es ist auch eine reale Entspannung aber nur auf die künstlich erzeugte nikotinbasierte Verspannung zurückzuführen.

      Einen ähnlichen Vorgang hat man auch beim Alkohol.

      'Und zur Freiheit gehört eben auch dazu, sich für Dinge zu entscheiden, die einem vielleicht auch schaden. Das nennt sich Leben.'

      Beim Rauchen redet keiner darüber, dass man sich nicht schaden dürfte - außer wenn sich diese Typen dann mit ihrer kaputten Lunge schleppen und um Kohle betteln - sondern weil man anderen Leuten damit das Leben vermiest, weil man abstinenten Ex-Rauchern das Aufhören schwer macht, weil man auch (früher) andere Menschen in ihrer Gesundheit beeinträchtigt hat, weil man Kindern ein Vorbild ist, das zum Rauchen verführt.

      Ich habe nie verstanden - auch nicht als Raucher - wie man das Rauchen _ernsthaft_ und unabhängig von der Propaganda der Tabakindustrie als eine Freiheit empfinden kann. Es macht unfrei: finanziell, sozial, im Verhalten und in der körperlichen Verfassung.

      05.02.2013, 14:49 von quatzat
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      Nein, die Stressbewältigung wird nicht durch das Rauchen vermindert, sondern durch die Pause die entsteht, wenn man zum Rauchen vor die Tür geht.

      1) frische Luft

      2) Licht

      3) Kommunikation

      4) stehen, bewegung

      Das alleine reicht schon um sich weniger "gestresst" zu fühlen. Ob man jetzt raucht oder nicht ist nebensache. Einige Nichtraucher kommen jetzt mit vor die Tür weil sie das genau so sehen. Vor allem in einem Job mit ständigem Zeitdruck ist das sehr hilfreich.

      05.02.2013, 14:56 von LeyluraLegbreaker
    • 0

      Äh, das schrieb ich doch.

      05.02.2013, 14:58 von quatzat
    • 0

      Ich hab mich ja auch nur auf einen der vielen Abschnitte bezogen, wurde von Arbeit abgelenkt beim Lesen. Alles gut dann ^^

      05.02.2013, 15:03 von LeyluraLegbreaker
    • 0

      Ich hab doch was ganz anderes geschrieben (wobei das Thema Rauchen vielleicht ein etwas weniger geeigneter Aufhänger war, geb ich zu)

      Ja, es ging um Stress durch aufoktroyierte Selbstoptimierung - aber, wo um Himmels willen liest du den heraus, dass ich Rauchen als Lösung für diesen Stress empfehlen würde? :)

      Auch ansonsten: ja zu den meisten deiner Ausführungen, aber wieso soll ich mich angesprochen fühlen? Ich selbst muss ja nicht einmal Raucher sein, um gewisse Tendenzen nicht allzu pralle zu finden.

      Nichts gegen Gesundheits-Aufklärung (gerade bei jungen Menschen), aber in manchen Bereichen überschreitet das langsam die Grenzen zum Gesinnungsterror

      05.02.2013, 19:59 von holo...
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  • 3

    Ich halte die kritische Betrachtung und dem kritischen Blick nachfolgende – nicht vorweggreifende – Diskussion eines kultursoziologischen wie gesellschaftlichen Phänomens, das so gesundheitsschädlich ist wie das (starke und abhängigkeitsbedingte) Rauchen, für sinnvoll und begrüßenswert.
    Als nicht weniger sinnvoll und begrüßenswert erachte ich solche Maßnahmen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Rauchens auf Raucher wie Nichtraucher zu minimieren, nach Möglichkeit zu eliminieren.

    Was ich, wie im Übrigen bei allen frontendezidiert geführten Auseinandersetzungen, für unsinnstiftend und kontraproduktiv halte, ist die Übertragung bzw. Verlagerung einer themenbestimmten und sachlichen Diskussion in eine emotionsgeladene, schuldzuweisende Debatte, in deren Verlauf es bald nicht mehr um ein gemeinschaftliches Interesse an einer Schadensvermeidung oder –Eindämmung geht, sondern um die Definition von Täter- und Opferschaften.
    Solche Herangehensweisen sind sogar destruktiv und treiben nur unnötig den Blutdruck in die Höhe; wenigstens bei den Verfechtern und Streithähnen – an anderer Stelle ist ein hochemotionaler Zugang zu kontroversen Themen ja sogar gewünscht, weil Polarisierung, Polemik und populistischer Ansatz so herrlich vom Wesentlichen ablenken und Uneinigkeit herbeiführen. Eine Uraltmethode, Menschen vom eigentlichen Problem abzulenken, indem man Zwietracht sät, also (in) Lager spaltet und den eigentlichen Kriegsgegenstand aus dem Spiel nimmt. Aufgebrachte Gegner spielen auch gern und wunderbar ohne Ball – oftmals sogar, ohne den Verlust überhaupt zu merken.

    Es geht in diesen gesundheitsorientierten Diskussionen doch primär um den weitestgehenden Schutz von Menschen vor Schaden, nicht um den Schutz von Nichtrauchern vor Rauchern oder – neuerdings und verständlicherweise – auch umgekehrt.
    Wenn der Angriffspunkt nicht mehr im zu fokussierenden Streitgegenstand liegt, überwiegt die Konfliktorientiertheit über kurz oder lang jedwede vernünftige Einigung bzw. Übereinkunft.

    Raucherhatz ist also kontraproduktiv.
    Die Kriminalisierung von tabakabhängigen Menschen liegt nichtsdestotrotz im Interesse der tatsächlichen Machtinstitutionen. Cui bono? Wer profitiert von der Verlagerung des echten Konflikts auf Straßenschauplätze?
    Den Finanzministerien geht es um möglichst hohe Steuereinnahmen zur Deckung des Staatshaushaltes. Die drastischen Erhöhungen der Tabaksteuer in den letzten Jahren ist als Argument gegen das Rauchen sicherlich hochtauglich, als Argument für das Aufgeben des Rauchens bei tabakabhängigen Menschen zu vernachlässigen.
    Es leistet aber etwas anderes: es schult und stärkt das Täterbewusstsein der Raucher, was dazu führt, dass aus der Tabaksteuer eine Art Gewissenssteuer wird. Er zahlt nicht (für) seine Sucht, er bezahlt für seine Schuld am Gemeinwohl.
    Raucherhatz ist daher ein probates, sogar hocheffizientes Mittel zur Verschleierung des eigentlichen Schadens und zur Vermeidung jedweden Rechtfertigungsdrucks bei zukünftigen Steuererhöhungen auf Tabakwaren.
    Ist eine Gruppe von Menschen erst einmal stigmatisiert und in gewissem Maße sogar kriminalisiert, etabliert sich im Bewusstsein der Allgemeinheit der Gedanke, man ließe diese Gruppe ja zurecht Strafe zahlen. Tabaksteuern sind aber keine Strafgebühren. Genauso wenig wie die rauchende Bevölkerung einem dummen, gewissenlosen und sogar gemein(gut)schädlichen Menschenschlag angehört.

    „Wen soll ich zuerst erschießen, Herr Major, den Juden, den Nazi, den Hartzer oder den Carnivoren?“
    „Keine Ahnung. Wer von denen raucht?“

    05.02.2013, 13:47 von JackBlack
    • 0

      Und das will nun ein emotionsloser, unvoreingenommener Beitrag sein? Wir vergleichen den Raucher mit nem Ghettoopfer und den Nichtraucher mit seinem - wahllos desorientierten - Schlächter?

      Nee. Da hätteste dir den ganzen Rechtfertigungsmüll oben drüber sparen können.

      05.02.2013, 14:56 von quatzat
    • 0

      Ein wenig apologetische Überspitzung, insbesondere dann, wenn sie der unterhaltenden, humorvollen Veranschaulichung dient, sollte gestattet sein, findest du nicht?

      Indes: Nicht ich habe den Raucher zum Ghettoopfer und den Nichtraucher zum "wahllos desorientierten" Schlächter erklärt - das warst du.
      So wollte ich mich nicht verstanden wissen. Möglicherweise hat der als humoristische Spitze gedachte Schluss das vermittelt. Sollte er nicht, im Gegenteil:

      Was den sachlichen Teil des Beitrages betrifft, habe ich sogar großen Wert darauf gelegt, möglichst unbegrifflich zu argumentieren, getreu dem ja im Beitrag durchgehend vertretenen Motto:
      Was vorgeworfen wird, liegt immer nur im Weg.

      05.02.2013, 15:33 von JackBlack
    • 0

      Du hast im sachlichen Teil nicht zur Sache argumentiert, sondern nur deine Argumentation gegen die 'Raucherhatz' vorbereitet.

      Alleine das Wort!

      Nichtraucher sind das ganze 20. Jahrhundert und mehr drangsaliert, diskriminiert und geschädigt worden. Und du schreibst 'Raucherhatz', weil die Raucher nun nicht mehr überall rauchen dürfen.

      Zur eigentlichen Frage - ob es nun gerechtfertig ist, das Rauchen so einzuschränken - verlierst du keine Wort (soweit ich das noch im Kopf habe).

      05.02.2013, 15:38 von quatzat
    • 1

      Es ging mir im gesamten Beitrag nicht darum, eine (anti-)propagandistische Haltung einzunehmen und/oder damit Wirkung zu erzielen.
      Mein höchstpersönliches Anliegen galt dem Versuch einer Gemütsbeschwichtigung, denn ich bin, wie im Beitrag explizit betont, der Überzeugung, das Lagerbildung zu Frontenverhärtung führt, die Konflikte generiert, die die eigentliche Problemlösung erschweren bis unmöglich machen.

      Den Begriff "Raucherhatz" finde ich weitaus weniger polemisierend als du, aber er ist natürlich streitbar, weil er in sich unsachlich ist.
      Jedenfalls sollte er weder zur "Nichtraucherschelte" dienen noch als Aufhänger gebraucht werden, die unsachliche Propaganda, der ein Tabakwaren konsumierender Mensch in der EU ausgesetzt wird, zu bagatellisieren oder gar zu leugnen.
      Dennoch: das sind alles Nebenschauplätze.

      Ich glaube nicht, dass man in der allgemeinen Diskussion gänzlich ohne Betroffenheitsrhetorik auskommen kann, halte den Versuch jedoch für erstrebenswert. Stichwort Versachlichung. Da würde ich gerne ansetzen.

      Die Freiheit eines jeden Menschen endet genau dort, wo die Freiheit eines anderen beginnt.
      Es ist nicht zu leugnen, dass der Aufenthalt in stark verrauchten öffentlichen Gebäuden eine gesundheitliche Gefährdung und oft sogar darüber hinausgehende Beeinträchtigung des Selbstbestimmungsrechts darstellen kann.
      Ich habe bestes Verständnis dafür, wenn nicht rauchende Menschen sich in einem solchen Umfeld unwohl fühlen. Ohne bagatellisieren zu wollen, möchte ich aber in Zweifel ziehen, dass sich ein Großteil der Nichtraucher zu Zeiten des Rauchliberalismus Drangsal und Diskriminierung ausgesetzt gefühlt hat.
      Als die öffentliche Meinungsmache das Thema "Gesundheitsgefährdung durch Rauchen in geschlossenen öffentlichen Gebäuden" noch nicht in den Konfliktstatus gehoben hatte, kamen die wenigsten Leute auf die Idee, über gesetzliche Reglementierung und Rauchverbote überhaupt nachzudenken.

      Das heißt nicht, dass die Idee schlecht ist. Und ich will auch nicht zum Ausdruck bringen, dass das Gequalme in Restaurants, Kneipen, Clubs in Ordnung gewesen ist, nur weil es hingenommen wurde. Ich weise lediglich darauf hin, dass kein öffentlicher Aufschrei der Empörung laut auf einen nicht zu tolerierenden Missstand hingewiesen hat, bevor das Thema zum Medienspielball gemacht wurde. Ich gehe also - und auch aufgrund persönlicher Erfahrungen - davon aus, dass ein Großteil der Nichtraucher die Belästigung an erwähnten Orten für zumutbar gehalten hat.

      Hier kann ich tatsächlich nur meinen höchstpersönlichen Eindruck wiedergeben, aber ich bin, als jemand, der oft und gern Restaurants und  Kneipen besucht und besuchte, kein einziges Mal Zeuge einer Situation geworden, in der jemand am Zigarettenqualm Anstoß genommen hätte.

      Ich bin gegen ein generelles Rauchverbot in Restaurants, Kneipen und Clubs. aus verschiedenen Gründen. Ich halte die überstaatliche Reglementierung privat unterhaltener Etablissements für übergriffig und teilweise sogar grundgesetzverstoßend. Jedem Wirt sollte freigestellt sein, wem er sein Lokal in welcher Weise zugänglich macht. Es ist mehr als fraglich, ob gerade in diesem Punkt ein Gesetz zum Schutze freier Marktwirtschaft nicht höherrangig bewertet werden muss als eines zum Schutz der Nichtraucher.

      Mit Verlaub, denn an dieser Stelle kotzt mich die Doppelmoral extrem sauer an:
      "Gesetz zum Schutz der Nichtraucher." Wenn der Begriff allein nicht schon polemisierend und irreführend ist!
      Es geht hier in Wirklichkeit um ein Gesetz zum Schutz der Lobbyisten, um eine öffentliche Debatte, die unter dem Deckmantel des Gesundheitsschutzes ausgetragen wird. Perfidie ist das.

      Ein Gesetz, das beispielsweise eine Mindestanzahl von Nichtraucherlokalen fordert, wäre im Sinne des gesundheitlichen Aspekts doch absolut ausreichend.
      Eines zum Schutz des Rechts auf freie Meinungsbildung wäre in Zeiten von massenmedial inszenierter Massenhysterie sogar grundgesetzwürdig. Gegen das Mediendiktat aufzubegehren, unsere Mündigkeit zu verteidigen - das wäre mal ein paar auszeichnungswürdige Artikel wert.

      Abschließend sei gesagt, dass ein Gesetz, dass nun explizit Raucher vor die Türen der Lokale verbannt, in mindestens ebensolchem Maße diskriminierend ist, wie ein Beharren auf absolute Rauchfreiheit allerorts.

      05.02.2013, 18:05 von JackBlack
    • 0

      boa... redest du im wahren Leben auch immer so geschwollen daher? das klingt ja wie ein Liguistik-Aufsatz...

      06.02.2013, 10:55 von Schmalzstulle
    • 1

      Im wahren Leben rede ich gar nicht.

      Kehlkopfkrebs.

      06.02.2013, 11:07 von JackBlack
    • 0

      ich muss sagen, dass ich dir in keinem einzigen Punkt zustimme.
      Es ist sicher nicht Lobbyistenarbeit (welche Lobby solld enn das sein?), Menschen vor giftigen Ausstößen zu schützen, in Lokalen nun vor allem auch die Belegschaft. Es ist hingegen wesentlich gesetzeswidriger Giftstoffe zu verkaufen die nicht nur den eigenen Körper sondern auch die Gesundheit der Menschen in der Umgebung schädigt. Dass die Tabakindustrie seit vielen Jahren Menschenleben unter dem Deckmantel der "freien Marktwirschaft" aufs Spiel setzt ist kein Geheimnis. Dass die Pharmaindustreie nicht besser ist, steht garnicht zur Debatte, aber die haben ja eher ein Interesse daran, dass Menschen krank werden, als dass sie es nicht werden. Raucher haben ein schlechteres Immunsystem, sollte also in deren Interesse sein.
      Als Raucher, der in einem Land lebt wo nirgends geraucht werden darf ausser im Freien, kann ich versichern: es fühlt sich hier niemand diskriminiert. Und die Lokale riechen besser und es brennt nicht in den Augen. In Restaurants fand ich es schon immer abscheulich, dass man rauchen durfte, schließlich essen ja nicht alle gleichzeitig.
      Zum Thema grundgestzwidrig (ein wenig sehr freier Umgang mit dem Wort, wie ich finde): Das Grundgesetz mus sauch mit der Zeit angepasst werden. Vor 70 Jahren wusste man noch nicht, dass 50% aller Raucher an den Folgen sterben. Damals war rauchen noch etwas sehr angesehenes. es muss ja auch nicht "vor die Tür" sein. Es gibt ja die Option auf einen Garten oder Balkon.

      06.02.2013, 11:45 von Schmalzstulle
    • 1

      Manchmal bin ich froh, die rote Pille geschluckt zu haben.

      Und mit dem Rauchen sehen die das hier auch viel lockerer.

      06.02.2013, 12:06 von JackBlack
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  • 1

    Ich hab zum Glück nie angefangen zu rauchen. Das Geld, das man dabei monatlich zum Fenster hinauswirft, kann man sinnvoller anlegen.

    05.02.2013, 13:12 von mirror87
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  • 1

    Meine Eltern haben beide geraucht, und als ich anfing, hörten sie auf. In 6 Jahren habe ich das "Aufhöralter" meiner Eltern erreicht. Ob ich es dann wohl schaffen werde?

    05.02.2013, 12:49 von LeyluraLegbreaker
    • 0

      Mutter hat aufgehört (ich hab noch 4 Jahre) Vater nicht. Vater erlitt letztes Jahr einen Infarkt.

      05.02.2013, 13:16 von Schmalzstulle
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  • 4

    also, insgesamt gefällt mir der Text. Dass Goethe sich aber herausnahm Raucher zu verurteilen wo er doch selbst Alkoholiker war... Kehr ma vor deinem eigenen Tor, Wolfgang.

    05.02.2013, 12:34 von Schmalzstulle
    • 0

      Alkohol ist ein gutes Stichwort. Da halt ich es mal analog zu Hagen Rether. Wie viele Raucher haben nach einer Überdosis Zigaretten jemanden tot gefahren, ihre Familie verprügelt oder sind aufgrund ihrer Sucht schon mit Mitte zwanzig ein Sozialfall geworden?

      05.02.2013, 13:00 von MisterGambit
    • 1

      Ès sagt doch niemand, dass Rauchen eine gefährliche Droge sei. ledgilich DASS es eine Droge ist und halt auch so behandelt werden sollte. Und auch, dass Drogen nehmen nicht mehr so cool ist wie es mal war. Seblstzerstörung a la Cobain war mal cool aber Liebe zum Leben ist inzwischen eben cooler.

      05.02.2013, 13:06 von Schmalzstulle
    • 1

      sollte die regierung vorgeben, was cool ist?
      möchte ich von irgendwelchen kampagnen in die "richtige" richtung genudget werden?

      bei dieser ganzen diskussion geht es für mich nicht mehr darum, was gesund bzw. ungesund ist (mal ganz davon abgesehen, dass man bloß nicht meinen müsste, raucherfeindliche studien würden nicht in ähnlichem maße manipuliert wie raucherfreundliche. außerdem sind die menschen, die heute an lungenkrebs erkranken, in zeiten aufgewachsen, in denen raucher sein hieß, dass man quasi 24/7 von zigarettenqualm umgeben war, was heute ja zurecht kaum möglich ist) sooondern, inwiefern das den staat, in dem ich zufälligerweise lebe, etwas angeht.
      nochmal: nichtraucherschutz: indirekt ja, durch klar rauchfreie zonen, aber rauchervorsichselbstschutz: nein, danke.

      05.02.2013, 17:42 von .Elendstouristin.
    • 0

      dem Staat ist das doch latte ob du rauchst oder nicht. Zahlste halt Steuern die Nichtraucher nicht zahlen - gut für den Staat.

      05.02.2013, 18:14 von Schmalzstulle
    • 0

      und allein schon die Wortwal "raucherfeindlich, raucherfreundlich".
      Du hast ne Drogensucht. Punkt. Steh dazu.

      06.02.2013, 10:57 von Schmalzstulle
    • 0

      Entschuldige, immer wenn ich mir 'nen Schuss gesetzt habe, werde ich etwas paranoid.

      06.02.2013, 22:17 von .Elendstouristin.
    • 0

      also nochmal als Zusammenfassung: Der Staat _kann_ gar nicht vorgeben was cool ist. Das funktioniert nicht. Aber er kann reglementieren was legal ist und was nicht. So zum Beispiel Rauchen in Zügen, Kinos, Kirchen, Büroräumen. Dem Raucher muss eben klar sein, dass das etwas gefährliches ist. Von dir denke ich, dass du das weißt, aber das ist eben auch nicht selbstverständlich. Vor nicht so langer Zeit hiess es noch rauchen sei nicht schädlich (gibt da den berühmten Meineid der Tabakindustrie). Inzwischen weiß man dass es extrem schädlich ist und unter den Top 10 der Suchtmittel rangiert. Das sollte öffentlich bekannt sein, dazu benötigt man eben solche Kampagnen, die in die richtige Richtung "nudgen". Und ich schließe mich bei "Drogensüchtig" mit ein.

      07.02.2013, 09:36 von Schmalzstulle
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