ethix 04.09.2010, 01:41 Uhr 17 2

Der Faschist als Gutmensch

Zum Thema Sarrazin und der Gesprächskultur in Deutschland.

Bezüglich dieser kleinen Auseinandersetzung ist irrelevant, wer Sarrazin ist, wie er sich benimmt, was er glaubt oder schreibt. Warum irrelevant? In einer Demokratie gelten für alle Bürger dieselben Rechte; dieses Prinzip nennen wir das verfassungsmäßige Recht der "Gleichheit" (vor dem Gesetz). Wem dies gänzlich neu ist, der lese entweder das GG § 3 oder mache sich bei Wikipedia schlau.
Auch wenn es manchmal derart anmutet, dass manche "gleicher seien als andere", hat jeder, auch bzw. vor allem Sarrazin, das Recht auf freie Meinungsäußerung (solange er keine Witze über Muslime oder die katholische Kirche macht). Hinsichtlich dieses Rechts ist es absolut irrelevant, ob Sarrazin Christ, Muslim, Buddhist, SPD-Mitglied oder CDU-Anhänger, Arbeitsloser, Vorstandsvorsitzender oder überhaupt irgendwer ist: Er darf -wie jeder andere freie Mensch auch- seine Meinung äußern, auch wenn sich deren Inhalt noch so leicht widerlegen lässt. Man muss sich dieser Tage schämen, wie die sogenannte Öffentlichkeit die demokratischen Prinzipien, auf denen unser Rechtsstaat fußt, außer Kraft zu setzen versucht, bzw. sie in ihrem Wahn mit Füßen tritt.
Nehmen wir an, Nazi Müller ist Physiker und findet heraus, wie das Universum entstanden ist. Wir nehmen zudem an, dass sein Forschungsergebnis stichhaltig ist und von allen skeptischen Kollegen weltweit geprüft und für richtig gehalten wird, also nach allen nur möglichen Bewertungsmaßstäben für korrekt erklärt wird. Würde und vor allem: sollte man an den Forschungsergebnissen Müllers zweifeln, nur weil er Nazi ist? All diesen schrecklichen Gutmenschen, die wirklich nichts besseres und sinnvolleres in ihrem Leben zu tun haben, als Meinungen, die nicht die ihren sind oder ihnen gefährlich erscheinen, unter so absurden Anschuldigen und inhaltslosen Argumentationen (Beispiel_1: Prämisse 1: Mann A ist Nazi. Prämisse 2: Hitler war Nazi. Konklusion: Mann A ist Hitler. Beispiel_2: Prämisse 1: Was ein Nazi sagt, ist immer falsch. Prämisse 2: Ich beschuldige Mann B, Nazi zu sein. Prämisse 3: Eine Beschuldigung reicht dafür aus, dass Mann B in der Tat Nazi ist. Konklusion: Mann B sagt nicht die Wahrheit) abzutun und andere Menschen mundtot zu machen, möchte ich Folgendes widmen:

Wer anderen Menschen aufgrund ihrer Meinung oder ihres Glaubens (und sei es der absurdeste Irrglauben, wie bspw. an einen Schöpfergott) Grundrechte entziehen will oder gar versucht, dessen Freiheiten zu vernichten, handelt nicht nur wie ein Faschist, er ist ein Faschist und lässt sich in eine ungemein lange Reihe von Verbrechern und menschenverachtenden Organisationen einreihen. Er ist ein Mensch, der im selbstgerechten Schafspelz der grenzenlosen "Toleranz" und des vernunftresistenten Wahrheitsanspruches mit illegitimen Mitteln versucht, seine Sicht der Dinge anderen aufzuzwingen. Jeder Nazi, Linke oder andere Extremist hat das Recht, seine Meinung öffentlich zu vertreten und sei sie nach objektiven (d.h. in Hinblick auf die aktuellsten Ergebnisse der [Natur-]Wissenschaften) Maßstäben noch so falsch; das zeichnet unsere Gesellschaft vor anderen tyrannischen und antidemokratischen Systemen aus. Dem modernen Pluralismus kann nur gerecht werden, wer ihm erlaubt, sich zu artikulieren. Wer dies bestreitet, ist kein freiheitsliebender Mensch, kein Demokrat und kein Humanist; er ist vielmehr ein Heuchler, Tyrann und Faschist, auch wenn er sich größte Mühe gibt, als Gutmensch zu erscheinen.

Nehmen wir erneut das Beispiel Sarrazin: In der Presse reagiert man auf diesen Vorwurf entsetzt. "Was denn? Der Herr Sarrazin darf seine Meinung doch vertreten! Er darf sich nur nicht wundern, wenn er dafür die Konsequenzen zu ziehen hat". Gut. Aber was meint der Kommentator? Natürlich konnte sich ein Jude im dritten Reich öffentlich zu seinem Glauben bekennen. Er musste allerdings damit rechnen, auf der Stelle erschossen zu werden. Wer so argumentiert, dies für Meinungsfreiheit hält und gleichzeitig die heilige Inquisition auf Sarrazin ansetzt, ist ein widerwärtiger Heuchler, will er uns doch zu verstehen geben: Im Grunde darf jeder seine Meinung äußern, aber wenn er dies täte, dann doch bitte im Geheimen. Sarrazin aus seinem Amt zu entlassen, nur weil er einige hirnverbrannte Gedanken und bewiesenermaßen falsche Schlussfolgerungen aus aktuellen Forschungsergebnissen gezogen hat, ist nicht nur eine Frechheit, es ist eine Beleidigung demokratischer Prinzipien.

Sätze wie "Sarrazin ist eine Person öffentlichen Interesses, daher gelten für ihn andere Regeln" sind der perverse Versuch, Menschen verschiedener Positionen und Ansichten mit verschiedenen Rechten auszustatten. Denn Herr Sarrazin wird nicht etwa deswegen entlassen, weil er seine Arbeit nicht beherrscht, was eine Entlassung noch rechtfertigen würde, sondern weil er eine Meinung hat, die anderen Menschen nicht gefällt und sich diese nicht die Mühe machen, ihn sachlich zu widerlegen, sondern stattdessen mit den gleichen populistischen Äußerungen (die sie Sarrazin vorwerfen), widerwärtiger Polemik und gänzlich unsachlichen "Argumenten" versuchen, diesen mundtot zu machen.

Diese Tage sollten uns eines lehren: Dass die Prinzipien der Freiheit an jedem einzelnen Tag verteidigt werden müssen. Dass diese Prinzipien der Freiheit für alle gelten, unabhängig ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, Konfession oder politischen Ansicht. Und dass eine dumme, selbstgerechte Masse immer versuchen wird, das abseits stehende Individuum zu unterdrücken.
Wer heute Nazis zum Schweigen bringen will, verbietet morgen kommunistisches Gedankengut und verfolgt eine Woche später Atheisten oder jedweden anderen Freidenker/Andersdenkenden.

"Ihre Meinung ist mir zwar widerlich, aber ich werde mich dafür totschlagen lassen, daß sie sie aussprechen dürfen."

(Version 1, Links zu diesem Thema folgen)

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17 Antworten

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      @[Benutzer gelöscht] Lieber lag, die Gedanken über den §130 dienten lediglich dazu zu zeigen, was man alles zulasssen müsste, würde man die Meinungsfreiheit so konsequent beachten, wie es er Artikel fordert. In letzter Konsequenz müsste dann auch die Holocaustleugnung bzw. Relativierung (hier das Beispiel, weil das in Deutschland wohl extremst denkbare) unter die freie Meiningsäußerung fallen, was dann eben auch mit der von mir zitierten Textpassage zu begründen wäre.

      07.09.2010, 11:11 von ...niemand...
  • 0

    @ niemand:
    Zuerst einmal: Manche deiner Passagen sind, entweder absichtlich oder fahrlässig, teils respektlos und beleidigend, teils infame Unterstellung. Höflichkeit kostet nichts, wie wäre es also im Folgenden mit ein wenig Mühe diesbezüglich oder ist das zuviel verlangt, von Frechheiten abzusehen?

    Zum Thema:
    1. Ich habe bereits darauf hingewiesen: Es geht mir primär nicht um die Person Sarrazins oder dessen Thesen (bzw. die umfangreiche Diskussion der aktuellsten Befunde der Genetik). Wenn man den Text aufmerksam lesen sollte, dürfte einem dies auffallen. Ich habe beispielsweise darauf verwiesen, wie manche versuchen, andere mit an den Haaren herbeigezogenen Hitler-Vergleichen zu verunglimpfen oder sie in die rechte Ecke zu manövrieren.
    Leider scheinst auch du zu diesen Menschen zu gehören, denn wenn ich Passagen wie

    Insgesamt erinnert Deine gesamte Diktion fatal an Argumentationslinien , wie sie in der "neuen Rechten" gepflegt wird.
    lese, dann bin ich nicht nur erstens reichlich angepisst, sondern zweitens enttäuscht, dass das Niveau erneut auf diese Weise absackt. Ich möchte mir im Übrigen mit aller gebotenen Höflichkeit weitere Diffamierungsversuche dieser Art verbitten, da sie so unberechtigt wie gegenstandlos sind. Aber vielleicht kommen wir nach all diesem "der ist doch nazi" "jener argumentiert doch wie goebbels" etc. endlich wieder zum Thema zurück: Ich habe auch nirgendwo Linke als Faschisten beschimpft (ich wundere mich wirklich, woher Leute wie du solche Anschuldigen immer hervorzaubern, Belege bitte, keine leeren Behauptungen), sondern lediglich darauf hingewiesen, dass in diesem Land in verschiedenen Diskursen Menschen mundtot gemacht werden (oder es zumindest versucht wird), indem man Hitler-Allegorien aufbauscht. Niemand hat hier je bezweifelt, dass der überwiegende Teil von Sarrazins Behauptungen und Interpretationen falsch sind - man kann sie anhand von wissenschaftlichen Studien und Forschungsergebnissen leicht und schnell widerlegen. Es geht vielmehr darum, dass Sarrazin grundsätzlich das Recht hat, falsche Thesen in den Raum zu stellen und dass es unsere Aufgabe ist, ihn sachlich zu widerlegen und nicht mit grenzdebilen und diffamierenden Nazi-"Argumenten" zu kontern.

    Für Textabschnitte wie Ja, ja. So gesehen hätte ein Text wie Deiner auch das Zeug zum Publikumsliebling auf pi-news (auch ein Beweis, dass wir keine Moslems brauchen, um zu verblöden) oder so. solltest du dich m.E. schämen.

    Zum Inhaltlichen zurück:
    Also da kann man ja streiten, ob Sarrazin mit einigen Schlussfolgerungen in seinem Buch nicht auch demokratische Prinzipien beleidigt hat und werfe mal "Die Würde de Menschen ist unantastbar" in die Runde.
    Ja, darüber kann und sollte man streiten. Hast du das Buch gelesen? Ich habe das nicht und habe es auch nicht vor, weil ich mich für derartigen Blödsinn nicht die Zeit nehme. Erneut: Es geht mir nicht um die Person Sarrazin oder dessen Thesen. Folgende Hypothese für jene, die Schwierigkeiten haben: Angenommen der Hase Schiller möchte im Deutschland (der Hasen) etwas über andere Hasen sagen. Nun, er ist kein Experte, erzählt also viel Blödsinn und andere Hasen fühlen sich teils beleidigt und ungerecht behandelt, andere hingegen reagieren auf seine Ausführungen mit "heiliger Raserei" und setzen Hebel in Bewegung, dass er Aussage X im Deutschland (der Hasen) nicht sagen darf, bzw. Konsequenzen zu tragen hat. Meiner Meinung nach soll Hase Schiller soviel Bullshit erzählen wie er will, weil er ein Recht auf Bullshit hat. Vielmehr gebietet er damit anderen Hasen, seine Meinung zu widerlegen und Tatsachen anzuführen, die die Meinung des Hasen Schillers als genau diesen Bullshit entlarven. Dabei sollten sie nicht dieses dämliche und unheimlich bequeme Hitler-Argument anführen, sondern sachlich und respektvoll, d.h. vorbildlich bleiben.

    Wenn 18% in Deutschland eine Sarrazin-Partei wählen würden, zeigt dies (_meiner Meinung nach_) nur, wieviele Menschen nicht aufgeklärt sind und sich deshalb verleiten lassen, den nächstbesten Müll zu glauben. Diese Menschen klärt man allerdings nicht auf, indem man sie allesamt Nazis schimpft, sondern ihnen die aktuellen Forschungen zeigt und logisch argumentiert, warum das, was Sarrazin sagt, nicht der Wahrheit entspricht.

    Gut ist nur, dass durch Sarrazin das ganze Thema wirklich mal so erhitzt wurde, dass es nun nicht so einfach von der politischen Agenda gestrichen werden kann, und dass er gezeigt hat, wieviel dummes Gedankengut hier tatsächlich schlummert, bzw. dass es immer noch genügend doofe Deutsche gibt, die jemandem zujubeln, weil er Ihnen einen vermeintlich Schuldigen für vermeintlich verkorkstes Leben präsentiert. Und da würde ich zudem zustimmen, auch wenn dieses Gerede von "doofen Deutschen" ..nunja.. überflüssig ist.

    06.09.2010, 17:27 von ethix
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      @ethix "Wenn 18% in Deutschland eine Sarrazin-Partei wählen würden, zeigt dies (_meiner Meinung nach_) nur, wieviele Menschen nicht aufgeklärt sind und sich deshalb verleiten lassen, den nächstbesten Müll zu glauben. Diese Menschen klärt man allerdings nicht auf, indem man sie allesamt Nazis schimpft, sondern ihnen die aktuellen Forschungen zeigt und logisch argumentiert, warum das, was Sarrazin sagt, nicht der Wahrheit entspricht. "

      Meiner Erfahrung nach, ist Deine Ansicht äußerst naiv. Es ist zwar ehrbar daran zu glauben, dass man Menschen, in diesem Fall jene 18%, die angeblich bereit wären, eine Sarrazin-Partei zu wählen, durch entsprechende Aufklärung davon abhalten könne, "den nächstbesten Müll zu glauben", aber es geht an der Realität vorbei.
      Das Gerede von "doofen Deutschen" ist dabei auch keinesfalls überflüssig, denn ebenso wie es ein Fakt ist, dass wir ein Integrationsproblem haben, ist es Fakt, dass wir ein allgemeines Bildungsproblem haben. Es gibt einfach genügend Menschen, auch Deutsche, die haben so wenig Intellekt und Bildung, dass es weh tut. Und unter denen sind genügend, die lieber glauben, als wissen und dir ihr einfaches Weltbild auch nicht durch "Aufklärung" zerstört haben möchten, weil es sie schlicht überfordert.

      Wenn Dir mein Ton schon zu scharf ist, dann möchte ich Dich daran erinnern, dass mir hier nicht bei Volker Panzer vorm künstlichen Kamin sitzen, sondern bei NEON sind. Frechheiten gegenüber Deiner Person sehe ich ebenso nicht, es geht um Deinen Text.

      Wenn Du meinen Hinweis auf die "Neue Rechte" als Niveauabsacker bezeichnest und mangelnde Höflichkeit beklagst und dich persönlich angepisst fühlst, dann magst Du das ja subjektiv alles so empfinden, aber es ändert nichts an dem Fakt, dass sich Deine Einlassungen zum Thema Gutmenschen Meinungsfreiheit ganz ähnlich auf Internetseiten zu finden sind, die auch als Sprachrohr der "neuen Rechten" gelten. Es ist auch keine Diffamierung, weil es schlicht Fakt ist. Damit wollte ich nicht zum Ausdruck bringen, dass Du selbst "rechts" oder gar rechtsextrem seist, sondern nur aufzeigen, in welchem Fahrwasser Du Dich bewegst.
      Und glaube mir, ob es Dir gefällt oder nicht, Dein Artikel wäre in entsprechenden Foren ein Publikumsliebling.

      Nun noch zu Deinem Hasen-Besipiel. Sehr schön, sehr theoretisch. Was mich an Deinem Artikel insgesamt aufgeregt hat, ist diese theoretische Ebene, alles sehr schön akademisch, perfekt für einen Vortrag im Proseminar Politikwissenschaften Grundkurs II "Was muss eine Demokratie aushalten können".
      Nur leider, leider hält nicht jeder schöne Gedanke in Gänze der Realität stand und bekommt nun einmal leichte Flecken. Und wenn Du mich fragst, hat die Meinungsfreiheit das konkrete Beispiel Sarrazin schon eine ganze Weile ausgehalten, und er hat sie gut strapaziert. Schon bei den "Kopftuchmädchen" gereichte sie ihm zum Schutz, auch als er zum ersten Mal öffentlich seine Thesen zur vererbbaren Dummheit in Bezugnahme auf Muslime kund tat, wurde noch allzu viel Erregung mit allerlei Anstrengung vermieden, nur ein leichtes Rauschen ging durch den Blätterwald. Jetzt hats eben ein gewaltiges Gewitter gegeben, was Sarrazin auch wirklich nicht überrascht haben dürfte. Ihn deshalb zum Helden der Meinungsfreiheit zu erklären, oder an seinem Beispiel eine Debatte über antidemokratische Tendenzen zu führen, ist nun wirklich zuviel der Ehre für den Mann.

      07.09.2010, 11:54 von ...niemand...
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    @ niemand:

    Zuerst einmal: Manche deiner Passagen sind, entweder absichtlich oder fahrlässig, teils respektlos und beleidigend, teils infame Unterstellung. Höflichkeit kostet nichts, wie wäre es also im Folgenden mit ein wenig Mühe diesbezüglich oder ist das zuviel verlangt von Frechheiten abzusehen?

    Zum Thema:
    1. Ich habe bereits darauf hingewiesen: Es geht mir primär nicht um die Person Sarrazins oder dessen Thesen (bzw. die umfangreiche Diskussion der aktuellsten Befunde der Genetik). Wenn man den Text aufmerksam lesen sollte, dürfte einem dies auffallen. Ich habe beispielsweise darauf verwiesen, wie manche versuchen, andere mit an den Haaren herbeigezogenen Hitler-Vergleichen zu verunglimpfen oder sie in die rechte Ecke zu manövrieren.
    Leider scheinst auch du zu diesen Menschen zu gehören, denn wenn ich Passagen wie Insgesamt erinnert Deine gesamte Diktion fatal an Argumentationslinien , wie sie in der "neuen Rechten" gepflegt wird. lese, dann bin ich nicht nur erstens reichlich angepisst, sondern zweitens enttäuscht, dass das Niveau erneut auf diese Weise absackt. Ich möchte mir im Übrigen mit aller gebotenen Höflichkeit weitere Diffamierungsversuche dieser Art verbitten, da sie so unberechtigt wie gegenstandlos sind. Aber vielleicht kommen wir nach all diesem "der ist doch nazi" "jener argumentiert doch wie goebbels" etc. endlich wieder zum Thema zurück: Ich habe auch nirgendwo Linke als Faschisten beschimpft (ich wundere mich wirklich, woher Leute wie du solche Anschuldigen immer hervorzaubern, Belege bitte, keine leeren Behauptungen), sondern lediglich darauf hingewiesen, dass in diesem Land in verschiedenen Diskursen Menschen mundtot gemacht werden (oder es zumindest versucht wird), indem man Hitler-Allegorien aufbauscht. Niemand hat hier je bezweifelt, dass der überwiegende Teil von Sarrazins Behauptungen und Interpretationen falsch sind - man kann sie anhand von wissenschaftlichen Studien und Forschungsergebnissen leicht und schnell widerlegen. Es geht vielmehr darum, dass Sarrazin grundsätzlich das Recht hat, falsche Thesen in den Raum zu stellen und dass es unsere Aufgabe ist, ihn sachlich zu widerlegen und nicht mit grenzdebilen und diffamierenden Nazi-"Argumenten" zu kontern.

    Für Textabschnitte wie Ja, ja. So gesehen hätte ein Text wie Deiner auch das Zeug zum Publikumsliebling auf pi-news (auch ein Beweis, dass wir keine Moslems brauchen, um zu verblöden) oder so. solltest du dich m.E. schämen.

    Zum Inhaltlichen zurück:
    Also da kann man ja streiten, ob Sarrazin mit einigen Schlussfolgerungen in seinem Buch nicht auch demokratische Prinzipien beleidigt hat und werfe mal "Die Würde de Menschen ist unantastbar" in die Runde.
    Ja, darüber kann und sollte man streiten. Hast du das Buch gelesen? Ich habe das nicht und habe es auch nicht vor, weil ich mich für derartigen Blödsinn nicht die Zeit nehme. Erneut: Es geht mir nicht um die Person Sarrazin oder dessen Thesen. Folgende Hypothese für jene, die Schwierigkeiten haben: Angenommen der Hase Schiller möchte im Deutschland (der Hasen) etwas über andere Hasen sagen. Nun, er ist kein Experte, erzählt also viel Blödsinn und andere Hasen fühlen sich teils beleidigt und ungerecht behandelt, andere hingegen reagieren auf seine Ausführungen mit "heiliger Raserei" und setzen Hebel in Bewegung, dass er Aussage X im Deutschland (der Hasen) nicht sagen darf, bzw. Konsequenzen zu tragen hat. Meiner Meinung nach soll Hase Schiller soviel Bullshit erzählen wie er will, weil er ein Recht auf Bullshit hat. Vielmehr gebietet er damit anderen Hasen, seine Meinung zu widerlegen und Tatsachen anzuführen, die die Meinung des Hasen Schillers als genau diesen Bullshit entlarven. Dabei sollten sie nicht dieses dämliche und unheimlich bequeme Hitler-Argument anführen, sondern sachlich und respektvoll, d.h. vorbildlich bleiben.

    Wenn 18% in Deutschland eine Sarrazin-Partei wählen würden, zeigt dies (_meiner Meinung nach_) nur, wieviele Menschen nicht aufgeklärt sind und sich deshalb verleiten lassen, den nächstbesten Müll zu glauben. Diese Menschen klärt man allerdings nicht auf, indem man sie allesamt Nazis schimpft, sondern ihnen die aktuellen Forschungen zeigt und logisch argumentiert, warum das, was Sarrazin sagt, nicht der Wahrheit entspricht.

    Gut ist nur, dass durch Sarrazin das ganze Thema wirklich mal so erhitzt wurde, dass es nun nicht so einfach von der politischen Agenda gestrichen werden kann, und dass er gezeigt hat, wieviel dummes Gedankengut hier tatsächlich schlummert, bzw. dass es immer noch genügend doofe Deutsche gibt, die jemandem zujubeln, weil er Ihnen einen vermeintlich Schuldigen für vermeintlich verkorkstes Leben präsentiert. Und da würde ich zudem zustimmen, auch wenn dieses Gerede von "doofen Deutschen" ..nunja.. überflüssig ist.

    06.09.2010, 17:23 von ethix
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    @ niemand:

    Zuerst einmal: Manche deiner Passagen sind, entweder absichtlich oder fahrlässig, teils respektlos und beleidigend, teils infame Unterstellung. Höflichkeit kostet nichts, wie wäre es also im Folgenden mit ein wenig Mühe diesbezüglich oder ist das zuviel verlangt von Frechheiten abzusehen?

    Zum Thema:
    1. Ich habe bereits darauf hingewiesen: Es geht mir primär nicht um die Person Sarrazins oder dessen Thesen (bzw. die umfangreiche Diskussion der aktuellsten Befunde der Genetik). Wenn man den Text aufmerksam lesen sollte, dürfte einem dies auffallen. Ich habe beispielsweise darauf verwiesen, wie manche versuchen, andere mit an den Haaren herbeigezogenen Hitler-Vergleichen zu verunglimpfen oder sie in die rechte Ecke zu manövrieren.
    Leider scheinst auch du zu diesen Menschen zu gehören, denn wenn ich Passagen wie Insgesamt erinnert Deine gesamte Diktion fatal an Argumentationslinien , wie sie in der "neuen Rechten" gepflegt wird. lese, dann bin ich nicht nur erstens reichlich angepisst, sondern zweitens enttäuscht, dass das Niveau erneut auf diese Weise absackt. Ich möchte mir im Übrigen mit aller gebotenen Höflichkeit weitere Diffamierungsversuche dieser Art verbitten, da sie so unberechtigt wie gegenstandlos sind. Aber vielleicht kommen wir nach all diesem "der ist doch nazi" "jener argumentiert doch wie goebbels" etc. endlich wieder zum Thema zurück: Ich habe auch nirgendwo Linke als Faschisten beschimpft (ich wundere mich wirklich, woher Leute wie du solche Anschuldigen immer hervorzaubern, Belege bitte, keine leeren Behauptungen), sondern lediglich darauf hingewiesen, dass in diesem Land in verschiedenen Diskursen Menschen mundtot gemacht werden (oder es zumindest versucht wird), indem man Hitler-Allegorien aufbauscht. Niemand hat hier je bezweifelt, dass der überwiegende Teil von Sarrazins Behauptungen und Interpretationen falsch sind - man kann sie anhand von wissenschaftlichen Studien und Forschungsergebnissen leicht und schnell widerlegen. Es geht vielmehr darum, dass Sarrazin grundsätzlich das Recht hat, falsche Thesen in den Raum zu stellen und dass es unsere Aufgabe ist, ihn sachlich zu widerlegen und nicht mit grenzdebilen und diffamierenden Nazi-"Argumenten" zu kontern.

    Für Textabschnitte wie Ja, ja. So gesehen hätte ein Text wie Deiner auch das Zeug zum Publikumsliebling auf pi-news (auch ein Beweis, dass wir keine Moslems brauchen, um zu verblöden) oder so. solltest du dich m.E. schämen.

    Zum Inhaltlichen zurück:
    Also da kann man ja streiten, ob Sarrazin mit einigen Schlussfolgerungen in seinem Buch nicht auch demokratische Prinzipien beleidigt hat und werfe mal "Die Würde de Menschen ist unantastbar" in die Runde.
    Ja, darüber kann und sollte man streiten. Hast du das Buch gelesen? Ich habe das nicht und habe es auch nicht vor, weil ich mich für derartigen Blödsinn nicht die Zeit nehme. Erneut: Es geht mir nicht um die Person Sarrazin oder dessen Thesen. Folgende Hypothese für jene, die Schwierigkeiten haben: Angenommen der Hase Schiller möchte im Deutschland (der Hasen) etwas über andere Hasen sagen. Nun, er ist kein Experte, erzählt also viel Blödsinn und andere Hasen fühlen sich teils beleidigt und ungerecht behandelt, andere hingegen reagieren auf seine Ausführungen mit "heiliger Raserei" und setzen Hebel in Bewegung, dass er Aussage X im Deutschland (der Hasen) nicht sagen darf, bzw. Konsequenzen zu tragen hat. Meiner Meinung nach soll Hase Schiller soviel Bullshit erzählen wie er will, weil er ein Recht auf Bullshit hat. Vielmehr gebietet er damit anderen Hasen, seine Meinung zu widerlegen und Tatsachen anzuführen, die die Meinung des Hasen Schillers als genau diesen Bullshit entlarven. Dabei sollten sie nicht dieses dämliche und unheimlich bequeme Hitler-Argument anführen, sondern sachlich und respektvoll, d.h. vorbildlich bleiben.

    Wenn 18% in Deutschland eine Sarrazin-Partei wählen würden, zeigt dies (_meiner Meinung nach_) nur, wieviele Menschen nicht aufgeklärt sind und sich deshalb verleiten lassen, den nächstbesten Müll zu glauben. Diese Menschen klärt man allerdings nicht auf, indem man sie allesamt Nazis schimpft, sondern ihnen die aktuellen Forschungen zeigt und logisch argumentiert, warum das, was Sarrazin sagt, nicht der Wahrheit entspricht.

    Gut ist nur, dass durch Sarrazin das ganze Thema wirklich mal so erhitzt wurde, dass es nun nicht so einfach von der politischen Agenda gestrichen werden kann, und dass er gezeigt hat, wieviel dummes Gedankengut hier tatsächlich schlummert, bzw. dass es immer noch genügend doofe Deutsche gibt, die jemandem zujubeln, weil er Ihnen einen vermeintlich Schuldigen für vermeintlich verkorkstes Leben präsentiert. Und da würde ich zudem zustimmen, auch wenn dieses Gerede von "doofen Deutschen" ..nunja.. überflüssig ist.

    06.09.2010, 17:16 von ethix
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    @ lavish:

    Viele gehen auf Sarrazin und dessen Thesen ein, was mir ein wenig zu weit geht; ich erwähnte es bereits. Es zeigt sich hier erneut, dass dieser Diskurs von der Frage, wie aktuell eine Diskussion geführt wird (und werden sollte) mehr zu der Frage tendiert, was man sagen darf und in welcher Form dies zu geschehen hat.
    Ich stimme dir bis zu den letzten Absätzen übrigens zu, möchte aber erneut darauf hinweisen, dass sich solche Kommentare wie "Weist den Irren ein", so witzig sie auch gemeint sind, irgendwann gegen einen selbst richten können.

    "Der Irre, der sich für ein Rührei hält, ist nur deshalb abzulehnen, weil er sich in der Minderheit befindet". - Das ist eins der Probleme.

    06.09.2010, 16:45 von ethix
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    Da die Kommentarfunktion bei mir nicht ordnungsgemäß funktioniert, hier die jeweiligen antworten zu den beantwortungswürdigen absätzen.

    @ mister gambit:
    Zuerst möchte ich dir dieselbe Frage stellen. Anbei lege ich nahe, einfach ein wenig freundlicher zu sein. Beispiel: Warum bist du nicht auf die Rhetorik Sarrazins eingegangen? - Nun dazu: Es geht mir nicht um Sarrazin oder seine Rhetorik, es geht mir allgemein darum, dass irgendeiner, sei er nun Irrer oder nicht, seine Meinung äußern dürfen sollte. Viele hier Anwesenden streiten über Sarrazin selbst und dessen Thesen - das war NIE Gegenstand meines Textes und jegliche Mutmaßungen diesbezüglich, wie ich dazu stehe, sind infame Unterstellungen und beweisen nur wieder überdeutlich die Art und Weise der Diskussionsführung, die ich oben kritisiere. Noch einmal für alle anderen auch: Es geht mir _nicht_ um Sarrazin, sondern um eine irgendeine Person des öffentlichen Interesses und ihr Recht, ihre Meinung vertreten zu dürfen. Sarrazin bot sich an, weil sich zur Zeit viele an dieser Person aufhängen.
    Zum Restaurantbeispiel: Ich denke, es ist nicht wirklich adäquat. Zugegeben, dass das Restaurant und das soziale Leben als solches gewissen Restriktionen unterliegen, aber fraglich ist dann, welche Restriktionen dies sind. Im Transfer würde dies bedeuten, dass irgendwer irgendwann einmal festgelegt hat, wie und in welcher Form man sich äußern darf und wie nicht. Im Karikaturenstreit zeigte sich, dass man gewisse Dinge (angeblich) so oder anders nicht tun darf, weil dies anderen Interessengruppen nicht gefällt. Während die Regeln im Restaurant relativ eindeutig sind und ihr Übertreten keine derart negativen Reaktionen auslösen, sieht es bei der Art und Weise wie ein Diskurs geführt wird, leider ganz anders aus, was wir an ...niemand...erkennen, der anscheinend auch nichts besseres zu tun hat, als seine an sich korrekte Meinung polemisch zu unterfüttern und zu versuchen, mich in die rechte Ecke abzuschieben. Aber dazu woanders. Erneut noch einmal: Es geht mir nicht um Sarrazin an sich und vor allem auch nicht um seine Thesen - sondern um die Art und Weise, wie ein Diskurs geführt wird. Man kann über die Rhetorik streiten, aber diesbezüglich hätte ich gern einen Katalog dessen, was man wie sagen darf und was nicht (und das wäre wieder der interessante Punkt)

    06.09.2010, 16:21 von ethix
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    es ist ja nicht so, dass der herr sarrazin etwas wirklich neues erzählt hat (mit ausnahme der eigenartigen kentnisse über das sog. "juden-gen" vielleicht, die er ja nun als "black-out" wieder zurück genommen hat).
    was mich an dieser kiste - unter anderem - wahnsinnig aufregt ist die tatsache, dass es immer um schuldige geht. wer ist schuld an der verblödung der deutschen, schuld, schuld, schuld. da wird der ball dann mal hier hin gekickt und wer ihn nicht haben will, kickt ihn mehr oder weniger gut überlegt in die andere ecke usw.
    woran liegt es, dass ausländerInnen nicht integriert sind? warum sprechen viele auch nach zwanzig jahren aufenthalt kein deutsch? wie kann es sein, dass junge frauen auf offener straße von ihren brüdern abgeschlachtet werden, weil sie ihr leben nach ihren vorstellungen leben wollen usw. usf.?
    all diese probleme, all diese fragen kursieren seit jahrzehnten in diesem land. und die frage nach schuldigen führt nicht zu einer lösung. sie führt höchstens dazu, dass man menschen aus einem bestimmten kulturkreis oder einer bestimmten religionszugehörigkeit auf genau das eindampft und dann glaubt, man könne ihnen deshalb die menschenrechte entziehen.
    dass 18% der deutschen (ich kann mir gut vorstellen, dass es noch viel mehr sind) zu der ansicht gelangen, die wahl einer "sarrazzin"-partei wäre die rettung dieses landes, spricht doch bände - einer muss die kohlen aus dem feuer holen. und warum soolte das nicht der tun, der am lautestens brüllt und dem "schmarotzertum" entgegenwirken will? ungeachtet der tatsache, dass sarrazzin lange genug bequem qua parteizugehörigkeit durch die landschaft gesegelt ist...

    06.09.2010, 11:18 von lavish
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    Ach noch was. Die Meinungsfreihit, die von Dir hier postuliert wird ist ja im grunde mit der Formel "Freiheit ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden" zusammenzufassen. Da hat die Luxemburg was in die Welt gesetzt. Denn in seiner Absolutheit wird der Satz zum Totschlagargument.

    Wenn alles erlaubt sein soll, dann muss auch der Paragraph 130StGb gestrichen werden, der die Holocaustleugnung unter Strafe stellt, denn jemandem den Mund zu verbieten " nur weil er einige hirnverbrannte Gedanken und bewiesenermaßen falsche Schlussfolgerungen aus (aktuellen) Forschungsergebnissen gezogen hat, ist nicht nur eine Frechheit, es ist eine Beleidigung demokratischer Prinzipien."

    06.09.2010, 10:11 von ...niemand...
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    Viel zu hoch gehängt. Der einzige Fehler der gemacht wurde, war Wulffs indirekte Aufforderung an die Bundesbank (knick-knack) und Merkels betonter Dank für die unabhängige Entscheidung der Bundesbank. Das hätte man eleganter lösen können. Wenn etwa Herr Trichet sagt, das er Sarrazins Äußerungen für abstoßend und eine Zusammenarbeit mit Menschen, die solche Meinungen vertreten für schwierig hält, dann lässt hier schon erkennen, da Sarrazin seinem Amt und der Bundesbank geschadet hat, woraus sich ja wohl auch so Gründe für ein Entlassungs-Antrag hätten ableiten lassen. So macht man ihn noch zum Helden der Meinungsfreiheit, das ist schlicht grotesk.

    Hätte Sarrazin sich den kompletten Genetik-Mist, von dem er offenbar null versteht oder ziemlich viel falsch versteht einfach gelassen, hätte man ihm kaum an den Karren pinkeln können, aber dann wäre sein Buch ja nicht so schön provokativ gewesen. Wer sich ohne Not auf so dünnes Eis begibt, sich wiederholt auf Quellen (ich meine jetzt zu seinen Gen-Thesen bezgl. Intelligenz) bezieht, die entweder längst widerlegt wurden oder aber, von Forschern stammen, denen eine Nähe zur Eugenik nachgewiesen wurde, der darf sich nicht wundern, wenn er links und rechts was an die Ohren bekommt.

    Sarrazin hat mindestens fahrlässig gehandelt, als er das Bild in die Welt gesetzt hat, dass Nordafrikaner, Türken und Araber (also Moslems) durch ihre Geburtenfreude Deutschland verdummen würden. Das ist, lieber Autor, nichts anderes als die Mär vom Juden, der den "gesunden Volkskörper" zersetzt. Und wo kommt das her? Rate mal (nur mal so am Rande: Ich habe gestern "Schwiegertochter gesucht!" auf RTL gesehen....ich weiß gar nicht, was da noch irgendwer in unserer Gesellschaft verdummen soll, und es war kein einziger Moslem in der Nähe).


    Zu Deinen ganzen Einlassungen zum Thema Gutmensch. Die Überschrift finde ich schon mal lustig, denn immerhin waren es ja die nazis höchstselbst, die den Begriff des "guten Menschen" des "gutmeinenden Menschen" und schließlich zusammengezogen als "Gutmensch" nutzten und ihn negativ konnotierten, um ihre Kritiker lächerlich zu machen. Das sollte man sich mal überlegen. Heute ist der "Gutmensch" die Nazikeule des angeblich so aufgeklärten neuen Konservativen, die, ebenso wie die Nazikeule selbst, viel zu oft und zu hysterisch geschwungen wird.

    Insgesamt erinnert Deine gesamte Diktion fatal an Argumentationslinien, wie sie in der "neuen Rechten" gepflegt wird. Dort wird auch immer wieder hergeleitet, dass die Linken die wahren Faschisten wären, denn schließlich wären die Nazis ja auch Sozialisten gewesen. Beweiskette abgeschlossen. Ja, ja. So gesehen hätte ein Text wie Deiner auch das Zeug zum Publikumsliebling auf pi-news (auch ein Beweis, dass wir keine Moslems brauchen, um zu verblöden) oder so.

    "Sarrazin aus seinem Amt zu entlassen, nur weil er einige hirnverbrannte Gedanken und bewiesenermaßen falsche Schlussfolgerungen aus aktuellen Forschungsergebnissen gezogen hat, ist nicht nur eine Frechheit, es ist eine Beleidigung demokratischer Prinzipien."

    Also da kann man ja streiten, ob Sarrazin mit einigen Schlussfolgerungen in seinem Buch nicht auch demokratische Prinzipien beleidigt hat und werfe mal "Die Würde de Menschen ist unantastbar" in die Runde.

    "Dass diese Prinzipien der Freiheit für alle gelten, unabhängig ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, Konfession oder politischen Ansicht. Und dass eine dumme, selbstgerechte Masse immer versuchen wird, das abseits stehende Individuum zu unterdrücken. "

    Komisch, ich muss dabei an Sarrazin und die 18%, die ihn angeblich wählen würden denken.

    Gut ist nur, dass durch Sarrazin das ganze Thema wirklich mal so erhitzt wurde, dass es nun nicht so einfach von der politischen Agenda gestrichen werden kann, und dass er gezeigt hat, wieviel dummes Gedankengut hier tatsächlich schlummert, bzw. dass es immer noch genügend doofe Deutsche gibt, die jemandem zujubeln, weil er Ihnen einen vermeintlich Schuldigen für vermeintlich verkorkstes Leben präsentiert.

    06.09.2010, 09:04 von ...niemand...
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    Zitat von dir: "jeder der sagt das an den ausagen von herr sarazin nicht´s dran ist sollte vieleicht erst mal ein solches stadt teile in berlin oder hamburg auf such´n ...."

    Ach so das heisst also wenn ich sehe, dass es in einem Viertel viele Auländer gibt, ich mich schwer verständigen kann, dann WEIß ich das Juden genetisch ausmachbar sind und das Hartz 4 Menschen von zumutbaren täglichen 3€ leben sollten; dass das so stimmt. Das die Aussage, das der zukünftige Durchschnittsdeutsche IQ-Punkte verliert weil der von geburt an dümmere nicht unseren Breiten entsprechende Mensch wissenschaftlich bewiesen dümmer ( intellektuell minderwertiger) ist, und nun existenziell kaum übersehbar immer mehr zahlenmässig zur deutschen Bevökerung dazu gehört, ergo die "deutsche Intelligenz" verwässert.

    Ich denke du wirst aus folgendem Grund so unkonkret kommentiert haben.

    Nämlich wegen Sarrazins Aussage zu seiner Angst.
    DIe Angst vor der Veränderung vor Überfremdung.

    Das ist deine Angst und die Angst vieler.


    Wenn es "aber" nur die Verständigungsproblematik ist und keine angelegte Xenophobie/Xenojektion, dann muss sich das gesamte Volk für dafür verantworten.

    Denn es wurde von den von ihm gewählten Regierungen zu wenig getan zu wenig Geld ausgegeben um die hier angekommenen Menschen genug zu-deutsch-alphabetieseren

    Oder schieben wir es mal auf die menschliche vom deutschen gelöste Eigenheit der Trägheit.

    Wer Heterogenität ablehnt oder "Multikulti" als Schimpfwort benutzt der hat das Wesen unserer Welt nicht verstanden

    ps Warum schreibstn aufsuchen mit Apostroph?



    06.09.2010, 04:04 von Heartwriting
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