Stefania2703 04.04.2011, 13:08 Uhr 4 0

Dear-John-Letter

Genug ist genug...

Hallo,

ich schreibe dir diesen Brief, weil ich mich nicht ausdrücken kann, sobald ich vor dir stehe und ich auch denke, dass du mir sowieso nicht zuhören wirst.

Anfangs war ich mit dir sehr glücklich. Wir hatten eine schöne Zeit. Bei dir fühlte ich mich sehr wohl – bei dir konnte ich zu mir kommen und mir klar werden, was ich vom Leben will.

Kurz danach fing unsere heile Welt an, in Stücke zu zerfallen. Ich stellte fest, dass ich mich nicht auf dich verlassen konnte, was mein Vertrauen in dich komplett zerstörte. Du hast mich so ungeheuer oft sitzen lassen, auch an kalten Tagen im tiefsten Schnee, im stärksten Regen. Ich fing an, an deiner Glaubhaftigkeit zu zweifeln. Deine dummen Ausreden machten die Sache auch nicht besser. Dir hätte klar sein sollen, dass ich dahinter komme. Die Tatsache, dass du mich für so naiv hältst, ließ meinen Respekt zu dir komplett verschwinden. Mittlerweile empfinde ich für dich nichts mehr als Verachtung. Das Schlimmste war die Dreistigkeit, mit der du Dinge festlegtest und vor mir erwartetest, dass ich diese ohne Widerstand hinnehme.
Sobald jemand deinen Namen erwähnt, werde ich aggressiv und könnte bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag in Hass-Tiraden über dich verfallen.

Seit einiger Zeit verzichte ich nun schon auf dich und ich muss sagen – ich fühle mich befreit. Kein beklemmendes Gefühl mehr in meiner Brust wenn ich an dich denke, ich fühle mich wieder wohl und kann endlich wieder selbst über meine Zeit bestimmen. Es ist einfach wundervoll. Und trotz allem bist du wieder in mein Leben getreten – wenn auch nur zeitweise. Deine Anwesenheit hat mich so sehr um den Schlaf gebracht, dass ich dich endlich aus meinem Leben streichen will.

Als du letzte Nacht wieder in meiner Nähe warst und solche lauten Geräusche von dir gegeben hast wusste ich endgültig:
Es ist besser, wenn wir getrennte Wege gehen. Du und ich, wir passen einfach nicht zusammen. Ich brauche jemanden, auf den ich mich verlassen kann, jemanden der da ist, wenn ich ihn brauche. Lange genug habe ich es mit dir im Guten versucht und mir Mühe gegeben, mich von deinen guten Eigenschaften zu überzeugen. Aber es geht einfach nicht mehr.

Ab sofort sollen sich unsere Wege nie mehr kreuzen, leb du dein Leben, ich lebe meins. Ich werde dir keine Träne nachheulen, auch wenn die Erinnerungen an dich immer ein Teil meines Lebens bleiben werden!

Liebe Bahn, vielen Dank, dass ihr meinen Schlaf letzte Nacht mit Warnsignalen in jeder Stunde ein klein wenig unterbrochen habt. Vielleicht verlegt ihr eure Reparaturarbeiten auf den Tag, damit eure Ausreden von „Arbeiten am Bahngleis“ wenigstens ein kleines bisschen der Realität entsprechen.

Als Kunden habt ihr mich jedenfalls von nun an verloren.

Eure
Stefania2703

4 Antworten

Kommentare

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    Oha...
    Damit hatte ich ja nu gar nich jerechnet.

    04.04.2011, 15:12 von Jingeling89
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    Ich stellte fest, dass ich mich nicht auf dich verlassen konnte, was mein Vertrauen in dich komplett zerstörte. Du hast mich so ungeheuer oft sitzen lassen, auch an kalten Tagen im tiefsten Schnee, im stärksten Regen.

    hahahahahaha beste Stelle!

    04.04.2011, 14:50 von Daner
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    Hihi ... wieder mal ein Text zu einem Thema, das mich auch beschäftigt. Nun ja, vieleicht gibt es meinerseits ja auch mal so einen Artikel oder dann auch einen Kurzroman, aber noch kann ich mich aus dieser Beziehung nicht trennen, die Abrechnung muss warten.

    04.04.2011, 13:44 von Cyro
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