Das Grab
Es kann unendlich schwierig sein, einen Nachlass zu regeln, wenn jemand im Ausland verstirbt. Und Hilfe gibt es kaum
Der Friedhof Zografou liegt herausgehoben aus dem Moloch Athen auf einem Hügel, mitten in der Stadt, aber doch weit weg von dem unaufhörlichen Geknatter der Motoren dieser rastlosen Stadt. In langen Reihen teilen die Zypressen die zahllosen Marmorgräber in Alleen voller Marmor, Kreuzen und Trauer. Susan Waade liegt in Reihe 99, ihr Grab hat die kunstvoll ins Kreuz gemeißelte Nummer 12223. Ein kleines Foto, das Alter 27, weil man in Griechenland das laufende Lebensjahr benennt und nicht das abgeschlossene - sie wäre erst am 30. Juli 27 geworden, mehr als einen Monat nach ihrem Tod. Und das wahrscheinliche Todesdatum, den 25. Juni 2007, eingraviert auf die Bestellung des ehemaligen Lebensgefährten von Susan Waade hin - eine Tatsache, die Susans Mutter rasend macht, denn woher soll der Mann das Datum gewusst haben, das erst später durch die Ermittlungen der Polizei als wahrscheinliches Todesdatum benannt werden konnte? Selbst auf der Standesamtlichen Sterbeurkunde, die im Dezember 2007 ausgestellt wurde, steht als Todesdatum noch "3 - 4 Tage vor der Leichenschau" - und die war am 2. Juli, der angenommene Todeszeitpunkt mithin am 28. oder 29. Juni. Deutet das später als wohl richtig erkannte Datum auf dem Kreuz deshalb möglicherweise auf Täterwissen hin?
Susan Waade wurde hier am 3. Juli 2007 beerdigt, morgens um 9.30 Uhr, Stunden bevor auch nur die Benachrichtigung der deutschen Botschaft an die Bundespolizei ging, man möge die Angehörigen verständigen - die selbstverständlich das Recht haben, über eine Bestattung oder Überführung des Leichnams zu entscheiden. Bis Marion Waade vom Tod ihrer Tochter erfährt und von ihrem Recht Gebrauch macht, eine Überführung zu verlangen, ist Susan Waades Leiche schon den ganzen Tag unter der Erde. Es ist der erste große, schmerzhafte Fehler im Umgang mit den Angehörigen. Und er hat bis heute Bestand.
Die Waades wollten, dass Susan exhumiert und nach Deutschland überführt wird, aber das ist nicht so einfach. Vor allem, als sie auch noch verlangten, dass die Leiche erneut obduziert wird, weil sie den Eindruck gewonnen hatten, es werde gar nicht oder nur schlampig ermittelt, was ihrer Tochter zugestoßen war. Aber das kann nur der Oberstaatsanwalt entscheiden, und der dachte gar nicht daran, wegen eines nach Aktenlage eindeutigen Selbstmordes so einen Aufwand zu betreiben. Und als vor wenigen Wochen die Grabbelegung turnusgemäß nach drei Jahren enden sollte, hatte sich die Interessenlage der Waades geändert: Wenn die Leiche Griechenland erst einmal verlassen hat, so steht zu befürchten, würde der Fall für immer geschlossen werden. Also drohte Marion Waade für den Fall, dass die angekündigte Grabräumung tatsächlich stattfinden sollte, den griechischen Behörden so ziemlich alles an, was man unterhalb eines Atomkrieges überhaupt androhen kann. Zumindest für ein halbes Jahr ist der Grabplatz nun weiter gesichert.
Das ist nur ein winziger Bruchteil dessen, womit Angehörige zu kämpfen haben, deren Kinder im Ausland ums Leben kommen - besonders wenn als Todesursache Suizid angegeben wird und Opferorganisationen wie der Weiße Ring deshalb nicht helfen. Die Kosten für Anwälte in zwei Ländern, für Übersetzungen, Reisen und gegebenenfalls die Überführung explodieren. Und das ist manchmal noch das kleinere Problem: Seelischen Beistand müssen sich Angehörige im Prinzip selbst organisieren, und das Verständnis dafür, wie sehr ein Trauerfall das Leben derer drumherum aus der Bahn werfen kann, ist gering.
Es war lange niemand mehr am Grab 12223 auf dem Friedhof Zografou in Athen, hinter den Universitäten, auch jener, an der Susan Waade Deutsche Literatur studierte. Zwischen den Kieseln, die es bedecken, wächst, wie in einem ironischen Kommentar, auch in der drückenden Hitze des Sommers das Gras. Wie lange, bis endlich zum letzten Mal im Fall Susan Waade gegraben werden kann, weiß niemand.





Kommentare
Ja auch ich bin neu.
29.07.2010, 21:02 von fineflav0urIch bin über Facebook zu der Reportage gekommen.
Ich habe jeden Bericht gelesen und mir alle Kommentar durchgelesen.
Was diese Reportage hier zur Sensation macht, ist die Tatsache, wie die Menschen sich hier äußern. Nicht der Verfasser und auch nicht die Redakteure von Neon machen diese Reportage zu einer sensationsgeladenen.
Über die fachlichen Aspekte und die Sachlichkeit des Inhalts kann ich wenig sagen, da ich nicht vom Fach bin.
Aber was ich absolut nicht verstehen kann und unbedingt loswerden will, ist die Tatsache, wieso hier über ein Profilbild hergezogen wird.
Was in Gottes Namen ist hier denn los. Einerseits die Fachlichkeit der Reportage anzweifeln aber selbst sich auf ein Niveau herabsetzen, welches zu dem Thema unpassend und zugleich intolerant ist.
@fineflav0ur "Aber was ich absolut nicht verstehen kann und unbedingt loswerden will, ist die Tatsache, wieso hier über ein Profilbild hergezogen wird."
31.07.2010, 01:15 von JackBlackWie AnnaEcke das schon richtiggestellt hat:
Es wurde nicht über ein Profilbild hergezogen, sondern lediglich angemekt, dass ein Profilbild unklug gewählt wurde.
Michalis hat sein Profilbild mittlerweile gewechselt.
Man darf nicht unterschätzen, in welchem Maße ein solches Bild den Auftritt eines Schreibers beeinflusst.
@JackBlack Hm,
31.07.2010, 03:53 von Matsumotodas ist ja schon sein drittes Profilbild. Als erstes hatte er ja dieses hier:
http://tinyurl.com/pantelouris
treffender könnte es nicht passen...
@Matsumoto Das ist lustig, stimmt nur nicht. Ich hatte hier zum ausprobieren ja einige Fotos, aber nie das. Das war nur mal in meinem privaten Twitterfeed. Aber wo du schon so viel Freude daran hast, nach Fotos von mir zu googeln, wie wäre es denn hiermit? Das bin ich auch: http://tinyurl.com/23l5urz
31.07.2010, 06:53 von michalis_pantelourisKeine Angst, es gibt jede Menge peinliche Sachen über mich, wenn dir das Spaß macht.
@michalis_pantelouris peinlich -- Was ist peinlich?
01.08.2010, 11:53 von Sanny1980Für uns ist schon lange nichts mehr peinlich, es ist immer soviel peinlich, wie andere Menschen es als peinlich sehen oder hinstellen.
Herr Pantelouris, mir gefällt dieses Bild und hat auch das Bild vorher gefallen. Ich urteile immer nur, wenn ich einen Menschen persönlich kenne, da lasse ich mich überhaupt nicht von Bildern leiten.
@Sanny1980 "Ich urteile immer nur, wenn ich einen Menschen persönlich kenne, da lasse ich mich überhaupt nicht von Bildern leiten."
04.08.2010, 23:49 von JackBlackEine löbliche Einstellung.
Vorverurtylungen sind stumpfe Instrumente.
Wie ich schon sagte, ich kenn mich in eurem Bereich nicht gut genug aus, ich hab nur meine unprofessionnelle Meinung zum Thema geäussert.
29.07.2010, 09:47 von LeyluraLegbreakerTrotzdem viel Erfolg gewünscht, und wenn auch diesmal das Thema meinen(!) (nicht allgemein betrachten) Geschmack nicht trifft, andere Themen werden es sicherlich weiterhin tun, sonst würd ich a) die Neon nicht regelmässig kaufen oder b) hier gar nicht mehr reinschauen.
@LeyluraLegbreaker Und, damit das gesagt ist: Danke für deine Meinung. Denn es geht natürlich überhaupt nicht um professionelle oder unprofessionelle Meinungen. Es wäre schlimm, wenn Journalismus nur für Journalisten gemacht würde. Leider ist das aber oft so. Und ich hatte mir eigentlich hier genau das Gegenteil gewünscht. Dass das nicht jedermanns Geschmack und Interesse trifft, ist klar und ich glaube, damit hat auch niemand ein echtes Problem, man muss ja nichts lesen, was man nicht lesen will. Die Frage ist, ob es mir gelingt, das ordentlich und ohne Sensationsgeilheit oder unangemessen reißerische Berichterstattung zu tun. Und da danke ich für Meinungen und Kritik.
29.07.2010, 13:03 von michalis_pantelourisIch lasse mich von NEON nicht ZWINGEN, etwas zu lesen was mir Unbehagen verursacht. So einfach ist das.
28.07.2010, 20:29 von Jackie_GreyNeon ist hartnäckig mit dieser ihrer Live-Story-Idee.
Geradezu besessen...
Ich weiss nicht...einerseits find ich es auf makabere Art und Weise interessant zu sehen wie Athen mit der Leiche verfahren ist.
28.07.2010, 16:18 von LeyluraLegbreakerAndererseits will ich das ganze drumherum nicht unbedingt wissen. Der Artikel hätte für mich interessanter gewirkt wenn man es auf der Problematik der Verständigung und Bearbeitung des Falles belassen hätte, ohne zu sehr auf die betroffene Personen und deren persöhnlichen Hintergründen/Mordursachen etc zurückzukommen.
Ich bin kein Journalist, und kann daher auch gar nicht diesen Text beurteilen, aber das was ich bisjetzt gelesen habe klingt zu sehr nach Drama um relevant oder interessant zu sein.
Tut mir leid für die betroffene Familie (auf eine distanzierte Weise) aber die Schlammschlacht die sich anbahnt werde ich eher nicht lesen.
Pornos für Blinde fand ich super im letztem Heft, ohne Ironie jetzt. Cooles Thema, interessant geschrieben, sachlich.
@LeyluraLegbreaker die Grenze zwischen gutem- und schlechtem journalismus verläuft, für mich zumindest, nicht zwischen "emotional" und "sachlich". ich bin ganz und gar anderer Meinung als "LeyluraLegbreake", die hier schreibt:
28.07.2010, 17:10 von Timm_Klotzek"…klingt zu sehr nach Drama um relevant oder interessant zu sein."
Ich will ihr das aber nicht ausreden.
natürlich überrascht uns in der redaktion die unerbittliche härte, mit der die mehrzahl der wenigen kommentatoren hier (kommentatoren nicht zu verwechseln mit lesenden usern) gegen michalis anschreiben, sein profil-bild, gelegentliche rechtschreibfehler gar.
viele kollegen und freunde, die sonst nicht auf neon.de unterwegs sind, dieser tage aber doch, sprechen uns auf diese stimmung hier im forum an, weil es sie irritiert, wie hier miteinander umgegangen wird. aber auch das ist teil des live-reportage-experiments und spannend zu beobachten. beste grüße aus der neon-redaktion, timm
28.07.2010, 10:58 von cycoMein 1. und letzter Beitrag hier!
@Wesentlich
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Neon gleicht immer mehr einer Bravo für Erwachsene. Und so gestaltet sich auch der Umgang mit dieser "unbequemen" Reportage. Viel zu sehr aus dem echten, oft schmerzhaftem, Leben gegriffen.
Die meisten SchreiberInnen rücken sich im Cafe wohl auch den Stuhl so zurecht, dass bei sie ihrem Latte Macchiato nicht den Anblick eines vollgepissten Penners ertragen müssen. Stört ja das (heile) Bild.
Und das alles mit diesem moralischen Mercedes-Benz im Kopf. Vor allem die Vorwürfe von RTL-Doku-Journalismus sind sehr kurz gedacht. Der einzige Unterschied zur einer mehrseitigen Reportage im z.B. STERN zum gleichen Thema ist, dass die Arbeit und Quellen transparent gemacht werden.
Wäre die Reportage als konventioneller Artikel in NEON-Print erschienen hätte die Mehrheit wahrscheinlich geschrieben: Super Artikel, einfühlsam geschrieben, gut recherchiert etc.
Ich werde die Reportage interessiert weiterverfolgen.
Kommtarlos, ab jetzt!
@cyco Stellen wir doch einfach mal ganz sachlich und nüchtern fest:
28.07.2010, 14:24 von JackBlackDie Live-Reportage findet bei einer Mehrzahl der Neon-User wenig Anklang.
Wirft man einen Blick auf die Kommentarstränge unter den Artikeln, die die Reportage ankündigen und Idee und Durchführung erläutern, stellt man schnell fest, dass die meisten User sich nicht nur sehr skeptisch, sondern auch überaus kritisch mit dem Experiment Live-Reportage auseinandergesetzt haben.
Es wird größtentyls sehr sachlich und fundiert dargelegt, weshalb ein großer Tyl der Neon-User weder dem Thema noch der Art und Weise des Journalismus etwas abgewinnen kann.
Solche "Einführungsartikel" führen zwangsläufig dazu , dass streckenweise hitzig debattiert wird und es zeichnete sich sehr schnell ab, dass Herr Pantelouris es nach der strengen Kritik schwer haben würde, zu überzeugen.
Die Messlatte hing hoch.
Nun sind die ersten Artikel der Live-Reportage online und stoßen auf geringes Interesse.
Herr P. scheint hochmotiviert und bemüht, seine Berichterstattung seriös, unverkrampft und faktenbetont wirken zu lassen und von seiner journalistischen Kompetenz zu überzeugen.
Ohne nennenswerten Erfolg, wie dieser von den Usern unempfohlene Text zweifelsohne dokumentiert.
Es wird trotz allem abzuwarten sein, ob das Experiment Live-Reportage auf ganzer Linie scheitert oder ob es nach Startschwierigkeiten doch noch angenommen wird.
Feststehen tut aber in jedem Fall, dass die Neon-User über Top oder Flopp entscheiden.
Es riecht schwer nach Schiebung, wenn sich nun frisch angemeldete User exemplarisch zu Wort melden und sich dabei - bewusst oder unbewusst - aus der Trickkiste der manipulativen Psychologie bedienen:
1.) Der Vorwurf der grundsätzlichen Intoleranz appelliert an das moralische Gewissen und die soziale Integrität der Kritiker.
Es wird suggeriert, als offener und aufgeschlossener Mensch habe man sich gefälligst auch in aller Offenheit mit der Reportage auseinanderzusetzen.
2.) Der Vorwurf des absackenden Niveaus.
Den Kritikern wird vorgeworfen, die unbequeme, journalistisch anspuchsvolle Reportage nicht als solche zu erkennen, weil sich sein Niveau und sein Anspruch auf Bravo-Ebene befinden.
Das ist besonders hinterfotzig vor dem Hintergrund, dass es sich eigentlich anders herum verhält.
3.) Der Vorwurf von Gefühlskälte und Mitleidslosigkeit.
Dem Kritiker wird unterstellt, sozial verroht zu sein und sich allein deshalb nicht mit einer Reportage, die menschliches Leid zum Inhalt hat, beschäftigen zu wollen.
Zum Schluss wird noch einmal betont, wie überaus toll und begrüßenswert es ist, wenn ein Journalist transparent arbeitet, seine Quellen belegt und in Form von Bildmaterial zugänglich macht.
Das geschieht selbstverständlich nur der Versachlichung und zur Meinungsbildung auf Faktengrundlage.
Die Leser/Zuschauer sind mit dem Reporter auf par, sie erleben nur geringfügig zeitversetzt, was er erlebt, hört, sieht, versteht und ermittelt.
Diese Form des digitalen, interaktiven Journalismus ist und bleibt bei aller Streitbarkeit seiner Qualität und Seriosität vor allem eines: Unterhaltungsjournalismus.
Meiner Ansicht nach hätten sich Herr Pantelouris und die Redaktion einen großen Gefallen damit getan, den unterhaltenden Wert der Reportage nicht unter dem Deckmäntelchen des hochobjektiven Vermittlungsjournalismus verkaufen zu wollen.
Ich für meinen Tyl fühle mich mittlerweile mit jedem Versuch, dieser Reportage auf die Beine zu helfen, ein bisschen mehr verarscht.
@JackBlack Vielen Dank, ich bin ehrlich beeindruckt von der Zeit, dem Einsatz und der Sachlichkeit des Kommentars. Ich hoffe, das kommt so ironiefrei rüber, wie es gemeint ist. Ehrlich: danke. Aber ich verstehe die Abgrenzung nicht: Wieso ist das Unterhaltungsjournalismus?
28.07.2010, 15:28 von michalis_pantelouris@michalis_pantelouris "Wieso ist das Unterhaltungsjournalismus?"
28.07.2010, 17:22 von JackBlackWeil er in erster Linie über die unterhaltsame, unterhaltende Aufbereitung seiner Inhalte funktioniert.
Das ist bei dieser Reportage insofern problematisch, als dass du ein Thema zum Inhalt machst, das so hochsensibel, so persönlich anmutet, so viel Feingespür, Takt und Behutsamkeit erfordert, letzten Endes aber nicht ohne sensationelle Aufbereitung auskommen kann, bei allem und bestem Willen zur Nüchternheit und Einfühlsamkeit nicht.
Meiner Meinung nach schließen sich sensitive und sensationelle Berichterstattung spätestens dann nahezu aus, wenn ein Thema behandelt wird, das Leid en detail offenbaren, aufbereiten, vorführen muss, wenn es der Absicht dienen soll, Aufklärungsarbeit zu leisten.
Du bist im Grunde gezwungen, nicht nur deine eigene Nase, sondern auch die deiner Leser immer wieder in die Scheiße zu drücken, um es mal ganz plastisch zu sagen.
Dabei musst du in höchstem Maße dezent vorgehen, ohne beschönigend oder gar verschleiernd zu sein, musst Rücksicht nehmen auf und Verantwortung tragen für das, was du dir selbst, den Lesern und in erster Linie auch der Familie Waade zumuten kannst.
Musst nicht nur den Erwartungen deiner Leser entsprechen (oder eben nicht entsprechen ;-)), sondern gerade auch denen, die die Waades in dich setzen.
Ich glaube, dass einer Familie, die zwischen Verzweiflung und Hoffnung lebt, gar nicht in vollem Umfang klar sein kann, mit welcher Aufgabe sie dich betraut hat.
Du suchst meiner bescheidenen Ansicht nach einer Wahrheit, die es nicht gibt, nicht geben kann.
Zum einen, weil du nur noch sehr bedingt Fakten recherchieren kannst, die zur Aufklärung des Todes von Susan Waade beitragen könnten.
Zum anderen - und das scheint mir erheblicher -, weil eine so lückenlose Aufklärung, wie Familie Waade sie für ihr Seelenheil bräuchte, grundsätzlich nicht zu leisten ist.
@JackBlack Entschuldige, das soll nicht blöd klingen, aber ich verstehe das immer noch nicht. Unterhaltungsjournalismus, "weil er über die unterhaltsame, unterhaltende Aufbereitung seiner Inhalte funktioniert?" Könntest du mir einen Text oder eine Stelle nennen, die du damit meinst? Ich habe den Eindruck, das könnte man genau so über alle journalistischen Inhalte sagen, oder nicht? Ist dann alles außer reinen Nachrichten Unterhaltungsjournalismus? Oder, anders, dürfen Inhalte nicht unterhaltend aufbereitet sein?
28.07.2010, 18:45 von michalis_pantelouris@michalis_pantelouris "Oder, anders, dürfen Inhalte nicht unterhaltend aufbereitet sein?"
29.07.2010, 17:17 von JackBlackNatürlich dürfen sie das.
Die Frage, die im Kontext bedeutsam ist, ist aber vielmehr die, welche Inhalte unterhaltsam aufbereitet werden dürfen.
Diese Frage zu beantworten ist schwer bis unmöglich.
Ich habe gestern Abend stundenlang mit einem Freund zu erörtern versucht, was Unterhaltungsjournalismus darf und was nicht.
Irgendwann fiel mir die Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" ein, der Vorreiter aller ähnlichen Formate in der deutschen und österreichischen Fernsehgeschichte.
Für diejenigen, denen die Sendung unbekannt ist:
Sie diente zur Aufklärung von ungeklärten Straftaten und wandte sich direkt an den Zuschauer, war also eines der ersten interaktiven Formate dieser Art.
In der Sendung wurden zuhauf die Geschichten ungelöster Morde nachgestellt, auf unterhaltende, spannungsgeladene, tylweise sogar gruselige Art und Weise.
Es war gerade die Tatsache, dass es sich um echte Fälle handelte, die den Erfolg der Sendung über viele Jahrzehnte sicherstellte.
Kaum jemand hätte wohl gebannt vor dem Fernseher gesessen, wenn er sich nicht dem Thrill hätte hingeben können, dass die gezeigten Fälle echt waren, dass sie so oder so ähnlich in seiner unmittelbaren Nachbarschaft hätten stattfinden können.
Noch gewichtiger die Tatsache, dass die Möglichkeit bestand, etwas zur Aufklärung der Fälle beitragen zu können.
Wikipedia klärt auf:
"Das Format stieß von Anfang an, vermehrt in den ersten beiden Jahrzehnten seiner Ausstrahlung, auf kritische Stimmen in Teilen von Presse und Öffentlichkeit, die der Fernsehserie unter anderem „Menschenjagd“, Förderung des Denunziantentums, Diskriminierung von Minderheiten, Schüren von Ängsten und Instrumentalisierung von Verbrechen zu Unterhaltungszwecken vorwarfen. Fürsprecher der Sendung verwiesen dagegen auf die strenge Sachlichkeit der Fahndungsbeiträge und die ständige engste Zusammenarbeit mit den ermittelnden Behörden."
Als sich das Format schließlich etabliert hatte, nicht zuletzt aufgrund guter Aufklärungsraten, verstummten die Kritiker.
Das unterhaltsame, mit der Neugierde der Zuschauer spielende Konzept war gesellschaftsfähig geworden.
Der Zweck heiligt die Mittel.
Ich habe gestern lange darüber nachgedacht, inwieweit zwischen "Aktenzeichen XY" und der Live-Reportage eine Vergleichbarkeit gegeben ist - und wo genau der Unterschied liegt, den ich zu vermitteln versuchte.
Ich habe eine Nacht drüber geschlafen.
Heute Morgen sah ich dann, dass "Das Grab" auf der Startseite als meistgelesener Artikel aufgeführt wird.
Woraus ich keinesfalls offenkundiges, insgeheimes Interesse an der Reportage ableiten möchte, sondern lediglich schließen kann, dass zumindest eines an der Diskussion des Fürs und Widers besteht.
Und einmal mehr habe ich mir die Frage gestellt, weshalb die Reportage von der großen Mehrheit abgelehnt wird.
Ist es in erster Linie die Tatsache, dass man Schnüffel- und Sensationsjournalismus auf Neon.de nicht haben will, dass man Niveauverflachung fürchtet und dieser Einhalt gebieten will?
Oder ist es am Ende einfach die Lust, im Kollektiv gegen etwas zu sein?
Viele meiner persönlichen Gründe, gegen die Reportage zu sein, habe ich gestern bereits dargelegt.
Heute fällt mir, im Zusammenhang mit der Frage, was die Reportage vom Grundkonzept her von "XY" unterscheidet und unter welchen Umständen der Zweck die Mittel heiligt, folgende Frage ein:
Was sind eigentlich deine Mittel, die zur Aufklärung des Mordes an Susan Waade dienen könnten?
Du bist Journalist, kein polizeilicher Ermittler.
Du kannst Einblick nehmen in ein Stück tragische Familiengeschichte, du kannst die Dinge tun, die auch Familie Waade schon seit Jahren tut.
Was glaubst du mehr tun zu können?
Meiner Ansicht nach sind dir die Mittel, die tatsächlich Licht in einen Justizfall bringen könnten, mitnichten gegeben.
Ein "Vielleicht-entdecke-ich-oder-entdecken-die-Leser-etwas-das-den-Behörden-entgangen-oder-entfallen-ist" lasse ich nicht gelten.
Denn das wäre ein so naives und weltfremdes Ansinnen, dass ich dir raten würde, deinen Beruf aufzugeben und stattdessen Romanautor zu werden.
Wenn ich die Mittel schon nicht sehe, hinterfrage ich Sinn und Zweck deiner Reportage einmal mehr - und der Gedanke, der mir Bauchschmerzen bereitet, erhebt sich mir in voller Klarheit:
Geht es am Ende nicht wirklich bloß darum, die Geschichte eines Mordes medienwirksam auszuschlachten, aufzuwärmen und einer geneigten Leserschaft zu Unterhaltungszwecken zu präsentieren?
Schicksal zum Mitfiebern, zum Staunen und zum Weinen, zum Ablenken von alltäglichen Nichtig-und Wichtigkeiten oder vom Wahnwitz des aktuellen Weltgeschehens?
Ich habe nichts gegen Boulevard-, gegen Unterhaltungsjournalismus, auch nichts gegen eine sinnvolle Verquickung von Nachrichten und Unterhaltung, aber ich glaube nicht, dass Neon.de die geeignete Plattform dafür ist.
@JackBlack Lieber (oder ist es liebe? Ich kenn mich doch hier nicht aus!) JackBlack, danke für die ausführliche Erläuterung, das macht mich platt. Aber auch deshalb: Ich habe nie auch nur eine Sekunde behauptet, ich würde irgendetwas aufklären wollen. Ich habe gesagt und sage das noch, dass ich eine Geschichte erzählen will. Und gleichzeitig aufzeigen, wie ich zu der Geschichte komme, die ich erzähle. Ich verstehe die Aufregung, wenn das anders verstanden wurde, und ich bin sicher auch daran schuld, wenn das anders verstanden wurde. Aber ich habe tatsächlich von Ferne (ich kenne diese Community nicht, wie du merkst), dass da bei einigen, auch bei dir, ein Beißreflex gegriffen hat, bevor alle geguckt haben, was ich hier wirklich mache. Ich zitiere einmal die allererste Geschichte: "Das ist die Geschichte, die wir erzählen wollen: die Geschichte der Menschen, die sich diese Frage stellen, die mit dieser Frage leben müssen, manche von ihnen Tag und Nacht.
29.07.2010, 23:55 von michalis_pantelourisWir haben dazu eine neue Form gewählt, weil sie sich geradezu aufdrängt: Ich werde nach Griechenland fahren und versuchen, mit so vielen Menschen zu sprechen wie möglich, die etwas Sinnvolles zu Susan, ihrem Leben und ihrem Sterben zu sagen haben. Ich werde Akten wälzen und die Orte besuchen, die für diesen Fall wichtig sind - eben das tun, was ein Reporter tut. Aber anders als sonst werde ich nicht nur berichten, sondern möglichst alles, was ich finde, hier zugänglich machen: die Gespräche, die Akten, die Bilder und alles, was ich möglicherweise finde - oder auch nicht." Das hat, wie du bemerkst, mit AZ XY überhaupt nichts zu tun. Insofern diskutieren wir hier nicht das, was stattfindet, sondern etwas, von dem einige wenige Leute gedacht haben, dass es stattfindet. Ich möchte das niemandem verbieten, alles gehört diskutiert. Und ich möchte auch nicht sagen, dass ich daran unbeteiligt bin, wahrscheinlich habe ich es falsch erklärt. Es ist im Übrigen für mich überhaupt nicht ersichtlich, wie du darauf kommst, dass die Reportage, die hier tatsächlich stattfindet, "von der großen Mehrheit abgelehnt wird", wie du schreibst. Wahr ist, dass sie von der großen Mehrheit der 20 oder so lautesten hier kommentierenden abgelehnt wird. Das sieht nicht nur auf anderen Plattformen schon anders aus, sondern es kommen bei mir sehr viel mehr zustimmende Mails und Nachrichten an, als hier negative Kommentare abgegeben werden. Ich habe ganz persönlich den Eindruck, dass der Umgangston hier in der Kommentarspalte sehr viele Leute davon abgeschreckt hat, neutral oder gar positiv zu kommentieren, und damit macht ihr euch hier selbst etwas kaputt. Und ich habe immer noch kein Argument gehört, warum das, was ich mache, Schnüffel- und Unterhaltungsjournalismus sein soll. Es ist einfach Journalismus wie jeder andere auch – nur eben offener. Das bedeutet nicht, dass irgendjemand das, was ich mache, mögen muss. Aber eine Auseinandersetzung über das, was tatsächlich stattfindet, wäre mir natürlich lieber als eine über ein eingebildetes Schreckgespenst, das es nie gegeben hat.
@michalis_pantelouris Lieber Michalis,
30.07.2010, 15:46 von JackBlackwenn ich mir die Kommentare unter dem Artikel ansehe, mit dem du erstmals dein Projekt vorstellst, zeigt sich mir ein anderes Bild als dir.
Ich sehe nicht einige wenige User, bei denen vorschnell der Beißreflex greift und die ablehnen, was sie nicht kennen, sondern bin nachhaltig beeindruckt davon, mit welcher Geschlossenheit und vor allem Entschlossenheit ein Großtyl der Kommentatoren scharfe Kritik an deinem Vorhaben äußert.
Ich bin nun überhaupt kein Typ, der sich von Emotionen, Meinungen und Kollektivströmungen mitreißen lässt, eher jemand, der kritisch bleibt, der Sachverhalte und eigene Vorbehalte sorgfältig prüft, bevor er sie äußert.
Wenn ich auch mal sehr wortgewaltig schimpfen kann, sofern mich ein Sachverhalt sehr aufwühlt, sehr betroffen macht.
Ich war strikt gegen deine Reportage und ich bin es auch immer noch.
Auch schüttele ich immer noch den Kopf über die Art und Weise, wie das Projekt seitens der Redaktion und von dir vorgestellt wurde.
Nicht leise, behutsam und professionell, sondern reißerisch, wenig Respekt vor der eigentlichen Sache zeigend, wenig sensibel.
Das allein hat mich sehr misstrauisch gemacht.
Die Ankündigung auf der Startseite, die so Bild-haft an eine Todesanzeige erinnerte, die scheußlich plakativ war, die allein hat mir den Puls in die Höhe getrieben.
Ich fand sie geschmacklos, unangebracht.
Und ich fand es unangebracht und wenig nachvollziehbar, auf welche Weise du dich für dein Projekt stark machtest.
Du hast nicht ruhig und distanziert deine Beweggründe erklärt, sondern wirktest aufgedreht wie ein Kind, das sich aufs Spielen freut.
Damit hast du dich den Kritikern quasi auf dem Silbertablett präsentiert.
Ich betrachte mich als einen Menschen (übrigens einen weiblichen), der Neuem gegenüber extrem aufgeschlossen ist und dem kaum ein Eisen zu heiß ist.
Ich mag schwierige, unbequeme Themen und ich mag Tabus gebrochen wissen, wenn ich die Notwendigkeit dahinter sehe.
Ich unterstütze jederzeit und mit großem Engagement eine Sache, von der ich überzeugt bin und kämpfe genauso gegen eine Sache, die mich nicht überzeugt.
Deine Reportage, deine Beweggründe, die Geschichte der Waades zu erzählen, überzeugen mich nicht.
Ich nehme dir nicht einmal ab, dass du selbst restlos überzeugt bist von dem, was du da tust.
Natürlich machst du dich für deine Sache stark.
Aber in all deinen bisherigen Statements zum Thema suche ich persönlich vergebens nach Argumenten, die mich nachvollziehen ließen, weshalb du diese Reportage unbedingt machen willst.
Und bei allem denke ich mir immer wieder:
Warum musste man das Ding so groß aufziehen? So viel Wind um eine Geschichte machen, die betroffen macht, weil sie tragisch ist und doch nicht spektakulärer ist als jede andere Familiengeschichte, die sich mit einem sinnlos anmutenden Tod oder gar einem Gewaltverbrechen auseinandersetzen muss?
Zufälligerweise bin ich Mitglied einer Familie, die seit Jahrzehnten mit einem Doppelmord leben muss.
Vor gut dreißig Jahren fielen meine damals 24jährige Tante und deren 2jähriger Sohn einem Gewaltverbrechen zum Opfer.
Ein solches Verbrechen, und es war ein besonders brutales, hängt einer Familie an, auch nach dieser Zeit noch.
Es sind nicht nur die Fassungslosigkeit, die niemals total abebbt oder der Schmerz, der manchmal aus dem Nichts heraus auffrischt, die ein solches Verbrechen durchgehend präsent bleiben lassen.
Es sind vor allem die innerfamiliären Beziehungsstrukturen, die nachhaltig beeinträchtigt bleiben. Das ist wie eine lebenslange schleichende Infektion.
Vor diesem Hintergrund möchte ich einmal mehr betonen, dass du nicht nur einfach eine Geschichte erzählst.
Du machst dich zum Tyl einer Geschichte, eines laufenden Prozesses.
Die Verantwortung, die du damit übernimmst, ist eine so viel größere als die eines beliebigen Users, der hier einen sehr persönlichen, emotional bewegenden und betroffen machenden Text einstellt.
Was du als Experiment bezeichnetest, ist für die Familie Waade eine Art Rettungsboot.
Eine Hoffnung, die du vertrittst.
Eine Verantwortung, die du übernommen hast.
Und die du irgendwo auch an all deine Leser weitergibst, die deine Texte kommentieren.
Warum bleiben die Empfehlungen unter den Texten aus?
Weil kaum jemand weiß, was er empfehlen sollte. Das Projekt als solches? Deinen Mut? Dein journalistisches Können?
Im Gegensatz zu dir finde ich, dass nicht alles diskutiert gehört.
Das ist doch hier kein Mitmachprojekt, das dem Geschmack jedes Users Rechnung tragen muss.
Die Kritik an deinem ehemaligen Userbild fand ich bezeichnend, bezeichnender jedoch deine Reaktion.
Du bist nicht der nette Onkel von nebenan, der es allen Recht machen muss.
Im Gegentyl, das nimmt dir und deiner Reportage noch mehr Glaubwürdigkeit.
Eine Glaubwürdigkeit, eine Ernsthaftigkeit, die von Anfang an zu bezweifeln war.
Wenn sich jemand so in die Arena begibt, wie du es getan hast, sich in dem Maße der Kritik aussetzt, wie du es immer noch tust, wird er nicht ernstgenommen.
Dass du dein ehemaliges Userbild erst auf Anraten "serialisiert" hast, wirft einmal mehr die Frage auf, wie gedankenlos, wie unvorbereitet und arglos du in dein eigenes Projekt geschlittert bist.
Als Journalist solltest du wissen, wie empfindlich Leser auf so etwas reagieren.
Wenn du mir jetzt ernsthaft verkaufen willst, dass dich hier 20 Beißer in Schach halten und dafür sorgen, dass sich KEIN EINZIGER USER traut, deine Artikel zu empfehlen, während die hinterkulissige Resonanz positiv ist, fühle ich mich verarscht - und zwar richtig derbe.
Und als User, dem du unterstellst, von zwanzig Rädelsführern mundtot und unmündig gemacht zu werden, sogar noch mehr.
Wenn deine Reportage auf anderen Plattformen so viel mehr positiven Anklang findet, warum belässt du sie dann nicht dort?
Und welche Bedeutung misst du deinem Projekt zu, wenn du behauptest, wir machten uns durch unsere nicht enden wollende Kritik etwas kaputt?
Letztlich ist es für die Sache vollkommen unerheblich, welcher Name ihr gegeben wird.
Schnüffeljournalismus klingt leicht abwertend, wir können uns gerne darauf einigen, Journalismus einfach Journalismus sein zu lassen.
Die Bezeichnung entscheidet weder über Qualität noch über Erfolg einer journalistischen Arbeit.
Und ein Schreckgespenst, das hier mit viel Kettengerassel Fürsprecher vertrieben hätte, hat es nie gegeben.
Falls doch, dann warst du es, meiner Meinung nach, bestenfalls selbst.
@JackBlack Liebe JackBlack, vielen Dank für diese ausführliche Erklärung. Wir werden uns am Ende wahrscheinlich einfach einig sein müssen, dass wir uns nicht einig sind, denn ich kann ja nicht mehr tun, als zu argumentieren, und diese Argumente überzeugen dich offensichtlich nicht. Das kann ich nur akzeptieren. Ich hoffe, das ist okay für dich.
30.07.2010, 19:13 von michalis_pantelouris@michalis_pantelouris Natürlich ist das okay.
30.07.2010, 23:28 von JackBlackEs geht ja um Austausch, nicht darum, jemanden von seiner Ansicht zu überzeugen.
So kritisch ich deine Reportage auch betrachte, ich respektiere selbstverständlich die Gründe, die sie dir wichtig machen.
Ich finde es trotzdem schade, dass du dich mit deiner knappen Antwort auch vor der Beantwortung meiner Fragen bzw. dem meines Erachtens nach wichtigem Aufgreifen meiner Kritikpunkte drückst.
Es gehört, wie ich schrieb, nicht alles diskutiert und ich hätte dir gern viel eher geraten, dich aus der Schusslinie rauszuhalten, um dich nicht von allen Seiten angreifbar zu machen.
Das schadet letzten Endes immer nur der eigentlichen journalistischen Arbeit, wie auch immer sie geartet ist.
Nun bist du selbst es gewesen, der einer kritischen Diskussion Tür und Tor geöffnet hat und ich muss zugeben, dass es mir ein wenig unbehaglich aufstößt, wenn du dich an dieser Stelle aus der Diskussion zurückziehst, indem du argumentierst, dass unsere Auseinandersetzung nicht zur Einigkeit führen kann.
Sie soll ja auch zu keiner Einigkeit führen, sondern lediglich dazu beitragen, ungeklärte Fragen zu beantworten und vielleicht doch noch nachvollziehbar zu machen, was bisher - und da bleibe ich bei - für das Gros der Neon-User zwielichtig geblieben ist.
Die Reaktionen der Mehrheit der Neon-User auf diesen Reportageversuch, bzw. den Versuch, was man mit dem Medium Internet anstellen kann, haben mich daran erinnert, warum ich mit meinem echten, langjährigen Neon-Profil hier verschwunden bin.
28.07.2010, 09:37 von WesentlichDie Community ist mitnichten so tolerant und offen für neues, wie sie es gerne vor sich herschiebt. Und da können die Neon-Redakteure nichts, aber auch gar nichts dafür.
Was bitte hat z. B. das Userbild mit der Qualität des Textes zu tun. Da kommt es mir echt hoch, wenn ich so was lese.
Ich fände es gut, wenn die Neon-Redaktion mal einen kleinen Sachtext veröffentlicht, was eine klassische Reportage ausmacht. Dann könnte man daran vergleichen, was hier anders gemacht wird. Was ist gut, was ist schlecht etc.
Vielleicht sollte man aber statt in den Abgründen eines realen Lebens zu forschen, einfach wieder die nächste wachsweiche Teenie-Lovestory publizieren, mit ganz wenig Zeichen, damit es auch ja nicht fordert.
@Wesentlich ich bin intolerant. dann kannst du ja wieder gehen. miep.
28.07.2010, 10:05 von MisterGambitich ärger mich am meisten, dass wir user keine fotos in unsere artikel einbauen können.
28.07.2010, 00:13 von MisterGambit@MisterGambit Das mit den Bildern war ein erster Test. Der uns jetzt aber gut gefällt. Heiko schraubt dran rum, dass es künftig für alle geht. Wenn er damit fertig ist, erklärt er in den Hausmitteilungen auf der Startseite, wie es geht.
28.07.2010, 09:49 von Oliver_Kucharski@Oliver_Kucharski kann er sich sparen, das geht ganz normal mit html. vorlage für germanisten s. google.
28.07.2010, 12:21 von __ickse@__ickse :D
28.07.2010, 15:41 von quatzatSeit html5 sogar videos.
Neonporn. Froi mich schon.
das profilfoto ist unangenehm. die ganze serie ist unangenehm. das ganze auch noch auf der startseite macht es noch unangenehmer.
27.07.2010, 17:28 von AnnaEcke@AnnaEcke So, jetzt habe ich den Versuch in Richtung eines weniger unangenehmen Profilfotos unternommen. Ehrlich gesagt: Die Frisur stimmt nicht mehr ganz.
28.07.2010, 20:52 von michalis_pantelourisReaktionen? Besser? Daran soll es wirklich nicht scheitern.
@michalis_pantelouris wieso werd ich hier nicht erwähnt, hä??? ich wurde eigens von herrn pantelouris gebeten, sein schönstes profilbild zu casten und habe die zu besehene wahl zu hoffentlich maximaler zufriedenheit aller getroffen, die sich nicht nur für das wort, sondern auch für das bild im allgemeinen und im besonderen interessieren.
28.07.2010, 21:05 von AnnaEcke;))
@AnnaEcke ich wurde eigens von herrn pantelouris "gebeten, sein schönstes profilbild zu casten und habe die zu besehene wahl zu hoffentlich maximaler zufriedenheit aller getroffen, die sich nicht nur für das wort, sondern auch für das bild im allgemeinen und im besonderen interessieren."
29.07.2010, 15:38 von JackBlackEin Schelm, wer Böses dabei denkt. ;-)
@JackBlack Wenn böse bedeuten soll: Ich habe das nur gemacht, weil es Kritik an dem Bild gab, dann ist das total richtig. Ich sehe überhaupt keinen Sinn darin, ein Profilfoto zu benutzen, das User unangenehm finden. Deshalb habe ich die härteste Kritikerin gebeten, mir zu sagen, welches Bild sie am wenigsten unangenehm findet. Ich fand, das löst das Problem am elegantesten. Und bedanke mich für die Hilfe.
29.07.2010, 17:09 von michalis_pantelouris1. scheint diese reportage so gut wie keinem zu gefallen, deshalb wird sie auch nicht diskutiert. da tut neon den artikel auf die startseite und erhofft sich etwas.. lächerlich..
27.07.2010, 17:05 von Novel2. als ich den kommentar von ponyfilm gelesen habe, ging mir das selbe durch den kopf wie quatzat, ohne das ich seinen kommentar gelesen habe. und das meine lieben leute von neon ist noch lächerlicher!