alexandra_buerger 21.01.2013, 10:29 Uhr 364 15
NEON täglich

Benedikt, es reicht!

Hat die katholische Kirche ausgedient?

Ungläubig war ich, im wahrsten Sinne des Wortes, als letzte Woche der Fall der jungen Frau bekannt wurde, die nach einer eventuellen Vergewaltigung von zwei katholischen Krankenhäusern abgewiesen wurde. Die Ärzte hatten Angst, die Pille danach verschreiben zu müssen.

Abtreibung, dazu gehört auch die Pille danach, verstößt gegen die katholischen Auflagen. Die diensthabenden Ärzte hatten Sorge, bei Verstoß gegen diese ihre Karriere zu gefährden. Dass die junge Frau bereits die Pille danach von der behandelnden Notfallärztin verschrieben bekommen hatte, die das Opfer zur Spurensicherung an die beiden Krankenhäuser überweisen wollte, machte keinen Unterschied. Die 25-jährige wurde schließlich in einem evangelischen Krankenhaus aufgenommen, wo die Spurensicherung vorgenommen wurde.

Es handle sich um ein Missverständnis, hieß es auf einer Pressekonferenz des katholischen Trägers der Krankenhäuser. Dass die junge Frau gleich zweimal mit derselben Begründung abgewiesen wurde, sei reiner Zufall.

Ich kann absolut nicht nachvollziehen, wie ein christliches Krankenhaus jemandem Notbedürftigen Hilfe verweigern kann und damit die Täter schützt. Aber das ist nicht das einzige Mal, dass die katholische Kirche in den letzten Monaten in die Negativschlagzeilen gekommen ist. Das Forschungsprojekt zum sexuellen Missbrauch innerhalb der Kirche unter Leitung des niedersächsischen Kriminologen Christian Pfeiffer ist vor zwei Wochen gescheitert. Pfeiffer hatte der Kirche Zensur und Aktenvernichtung vorgeworfen. Er sagte das Projekt sei "an den Zensur- und Kontrollwünschen der Kirche gescheitert". Die Kirche hat das zurückgewiesen. 

Im letzten Jahr rügte der Vatikan amerikanische Nonnen, wegen falscher Prioritäten: die Nonnen kümmerten sich zu viel um soziale Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung und schwiegen zu Themen wie Homo-Ehe oder Abtreibung. 

Ich persönlich habe meine Konsequenzen gezogen: Wegen unüberbrückbaren Differenzen werde ich aus der Kirche austreten. Für mich ist die katholische Kirche als Institution untragbar geworden und ich möchte sie nicht mit Steuern weiter unterstützen. 

Wie seht ihr das? Hat die (katholische) Kirche ausgedient? Oder gehört es einfach zu einer Jahrtausende alten Institution, dass sich bestimmte Positionen niemals verändern können?

15

Diesen Text mochten auch

364 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    Am Ende sind jetzt Sie mitverantwortlich für den Rücktritt. - Man stelle sich das vor!

    11.02.2013, 20:40 von Erdbeerfeld_
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Die römisch-katholische Kirche und die moderne Gesellschaft leben in Parallelwelten. Beide glauben die Lösungen zu kennen und in ihrer jeweiligen Glaubenswelt können sie die perfekt begründen. Welche dieser Welten die richtige ist, steht (noch?) nicht fest.


    Ich weiß gerade nicht, in wie weit Ärzte und Krankenhäuser für die Staatsanwaltschaft ermitteln müssen. Spurensicherung ist grundsätzlich Aufgabe der Polizei. Und das katholische Kliniken keine Abtreibungen durchführen oder die Pille danach verschreiben sollte bekannt sein. Aber eine mutmaßlich Vergewaltigte abzuweisen, deckt sich m.E. nicht mit der christlichen Nächstenliebe.


    (Ich schreibe "mutmaßlich", weil ich mich erinnere, dass in diesem Fall "K.o.-Tropen" im Spiel gewesen sein sollen. Nicht genaues weiß man nicht, daher standen weder die Vergewaltigung noch sonstige Misshandlungen fest. Aber dennoch ist es für die betroffende Frau ein schweres Los!)


    Das diese Frau abgewiesen wurde (zweimal!) war kein Verbrechen. Es war schlimmer: Es war ein Fehler! Und mal ehrlich: Wer macht keine Fehler? Ich will nicht die Kirche in Schutz nehmen, aber für ein Kirchen-Bashing ist der Fall kaum geeignet.

    23.01.2013, 14:33 von Charlie_B
    • 0

      ...es war kein Verbrechen. Es war schlimmer: Es war ein Fehler!

      Willst du diesen Satz nicht noch einmal überdenken?

      25.01.2013, 00:09 von Dalek
    • 0

      'türlich ist das geeignet. Es ging um die grichtsfeste Spurensicherung. Das ist in diesem Fall etwas, was im Krankenhaus stattfindet, da die Polizei meines wissen kein medizinisches Grundstudium hat. Inwieweit sich ein Krankenhaus mit Verweis auf hausinterne Reglements prinzipiell der Arbeit von Ermittlungsbehörden entziehen kann, könnte man ja auch mal abklopfen...

      25.01.2013, 10:33 von sailor
    • Kommentar schreiben
  • 1

    Hat ausgedient. Ist die wohl langweiligste Religion überhaupt. Shintoismus/Buddhismus ist wesentlich interessanter.

    23.01.2013, 09:02 von LeyluraLegbreaker
    • 0

      Ich tu mich schwer, beide zu den Religionen zu zählen.

      23.01.2013, 09:37 von forst
    • 0

      (Religion im Sinne von an etwas übernatürliches gebunden)

      23.01.2013, 09:38 von forst
    • 1

      Ja eben, obwohl es natürlich vor allem im Shintoismus viele Gottheiten gibt, aber das ist in etwa wie die Griechische Mythologie, viele bunte Geschichten mit Lebensweisheiten

      23.01.2013, 09:53 von LeyluraLegbreaker
    • 1

      Mehr Götter braucht das Land! :)

      23.01.2013, 10:00 von forst
    • 0

      Jenau, und das einzige was man tun muss ist manchmal zu einem Schrein gehen und sich irgendwas wünschen (Gesundheit, Erfolg...das übliche), ist doch toll dat!

      23.01.2013, 10:02 von LeyluraLegbreaker
    • 0

      Besser die Schreine noch aufs Handy laden, dann muss man nich ma mehr vor die Tür.

      23.01.2013, 10:06 von forst
    • 1

      die devotionalien für den buddhismus bekommt man bequem im gut sortierten einrichtugnshaus :-D

      23.01.2013, 10:32 von lavish
    • 0

      Und da hat der Cheffe wenigstens was auffe Rippen!

      23.01.2013, 10:54 von forst
    • 0

      und ist offenkundig stets guter dinge. das isn pluspunkt. wenn man nur den grund wüsste.

      23.01.2013, 10:56 von lavish
    • 0

      Der hat einen ständigen Höhepunkt mit dem Universum.

      23.01.2013, 11:13 von forst
    • 0

      uii!

      23.01.2013, 11:18 von lavish
    • 0

      Er ist beleuchtet... Oder wie das da heißt bei diesen Nudhisten...

      23.01.2013, 11:19 von sailor
    • 1

      Du meinst die Erwecktion?

      23.01.2013, 11:29 von forst
    • 1

      Einen Wiederaufständer?

      25.01.2013, 00:12 von Dalek
    • 0

      Am dritten Tage wieder auferstanden von den Hoden.

      25.01.2013, 00:18 von forst
    • 0

      Gesalbt mit den heilgen Sackramenten, is klar.

      25.01.2013, 00:22 von Dalek
    • 0

      Gekreuzigt, gepeinigt und gefistet von Popopirat Pilatus...

      25.01.2013, 00:24 von Dalek
    • 0

      Ich glaub, wir driften zu weit ab.

      25.01.2013, 00:26 von forst
    • 1

      Not good? Too soon?

      Ich gehe in mich ... Oohmmmmm

      25.01.2013, 00:35 von Dalek
    • 1

      Ich hab mir grade Religulous angesehen - und hab jetzt einfach keinen Respekt mehr... ich bin wirklich leicht beeinflussbar. Ich sollte nie einen Film über Kreationismus sehen dürfen. Oder wählen gehen.

      25.01.2013, 00:40 von Dalek
    • 0

      Haha. Der Film is aber auch zu gut. Too soon?

      25.01.2013, 01:28 von forst
    • 0

      Du gehst indich?

      Was findstenda?

      25.01.2013, 10:54 von sailor
    • 1

      *seufz* Alert-spam...

      25.01.2013, 11:21 von LeyluraLegbreaker
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Noch n ganz kurzer von M.Beltz:


    Wer nicht weiß, wie's weitergeht, dem hilft die Religiosität.

    22.01.2013, 17:07 von TAFKAW_reloaded
    • 0

      Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bild' ich einen Arbeitskreis...

      22.01.2013, 22:25 von sailor
    • Kommentar schreiben
  • 4

    Die Kirche und erst recht die katholische Kirche steht in meinen Augen für Zwang, Machtverhältnisse und Unterdrückung. Sie besudelt das Ansehen des christlichen Glaubens und das ist dramatisch. Schon alleine die Stellevertreter Gottes Nummer ist n Witz für sich, mal ganz von den Missbrauchsgeschichten und deren erbärmlicher Umgang damit abgesehen. Es geht da nicht um Gott oder eine Glaubensgemeinschaft, sondern um die Aufrechterhaltung antiquierter Bilder und Strukturen, um zu unterdrücken und sich selbst in Reichtum und Glorie zu suhlen. Mir wird da einfach nur schlecht. Sie ist eine Institution mit viel zu viel Einfluss.
    Leider wird Glaube und die Institution Kirche oft in einen gemeinsamen dogmatischen und sakralen Topf geworfen und hält die Menschen damit schlussendlich vom Glauben ab. Da wird die Bibel für eigene Zwecke missbraucht. Das ist ein riesen Skandal, was die Kirche da im Namen Gottes anrichtet und Menschenrechte mit Füßen tritt. Ich bin nicht katholisch, sonst wäre ich schon längst aus diesem Nuttenverein ausgetreten, aber mit hip hip hurra.

    21.01.2013, 21:32 von Sultanine
    • 0

      Ich glaube man muss dir Recht geben, dass in der Katholischen Kirche (und in anderen auch) nicht alles ganz richtig läuft. Aber dass ist nicht vermeidbar. Die Kirch darf sich nicht so schnell wandeln, es ist ja gerade ihre Aufgabe, an Werten festzuhalten, die nicht in der heutigen Zeit entstanden sind. Eine gewisse Bremse in unserer verwissenschaftlichten Denkweise ist gut.
      Ausserdem ermöglicht diese Vergangenheitsbezogene aber im Grunde doch (Bibel) richtige Denkweise eine Reflektion und ein Überdenken unseres Handelns und Denkens

      21.01.2013, 21:37 von Loo
    • 0

      Das widerspricht ja nicht einer lebendigen Kultur der Nächstenliebe (also Liebe im Sinne von barmherziger und nicht körperlicher, wies so schön umgedreht wird) oder dem Leben einer offenen Kommunikationskultur mit Transparenz und Achtung. Das finde ich sehr wichtig! Glaube darf nicht auf Zwnag und Regelmentierung beruhen, das ist zum scheitern verurteilt. Da wo Menschenrechte missachtet und verletzt werden, darf nicht der Mantel des spirituellen Schweigens drüber gelegt werden. Es erfordert einen ehrlichen und souveränen Umgang mit menschlichen Schwächen. Dat predigen die Pausenclowne ja selbst ständig, dann sollten sie das doch auch mal beherzigen. Ich habe nichts gegen Tradition oder Rituale im Gegenteil. Ich habe ein Problem damit, das da Religion als Machtinstrument missbraucht wird, Aber ist ja auch n weltweites Problem, das Problem.

      21.01.2013, 21:44 von Sultanine
    • 1

      Außerdem, welche Werte meinst du eigentlich? Und an welchen Werten wird da festgehalten, wenn man Menschen für ihre eigene Vergewaltigung oder ihre sexuelle Orientierung verurteilt? Das sind keine Werte, das sind Stigmata, die das Recht des Stärkeren markieren.
      Ich bin auch der Meinung, dass sich Kirche sehr wohl dem Zeitgeist öffnen und wandeln sollte, sonst hat sie keinen alltäglichen Eingang im Leben der Menschen. Glaube muss praxistauglich sein, sonst hilfts keinem.

      21.01.2013, 21:49 von Sultanine
    • 0

      MIssbrauch und Vergewaltigung ist ein Vergehen einzelner Menschen die in der Kirche tätig sind- vorsicht, nicht verwechseln

      21.01.2013, 21:56 von Loo
    • 0

      ja, und? das wird ja wohlwissentlich gedeckt und zwar vom ganzen verein.

      21.01.2013, 21:59 von Sultanine
    • 0

      welche werte.. jagut ich bin wie gesagt kein religiöser Mensch - kann dir nur ein Beispiel geben:
      Gibt ein Gleichniss, wo Jesus in ein armes dorf kommt und abendmal feiern will oder so, aber dann ist nicht genug essen da, weil keiner was hat. Und dann kommt ein kleiner junge mit 3 fischen und zwei broten und ist bereit, mit allen zu teilen. Dadurch können alle schlemmen, nach dem abendmal werden die Reste eingesammelt und es kommen 5 fisch udn was weis ich wieviel Brote zusammen.

      was ist der "Wert" in diesem Gleichnis? Dadurch dass einer bereit war zu teilen, haben alle das rausgeholt was sie davor nicht bereit waren zu teilen, am ende hatten alle genug und es war sogar noch was übrig.
      Das lässt sich auf die gesammte Menschheit übertragen: Armut ist im allgemeinen eigentlich ein luxus/geizigkeitsproblem, und keines das aus Mangel rührt.

      War ne gute predigt, die miene mutter mal im Radio gehört hat und von der sie mir erzählt hat. Die Bibel ist voll von solchen "Schätzen", und das meine ich damit. Ich denke mir oft ich sollte ab und zu mal in der BIbel lesen^^

      21.01.2013, 22:04 von Loo
    • 0

      na klar, die bibel für sich gesehen ist auch n tolles buch, da findet man so einiges wertvolles! was kirche draus macht ist das problem in meinen augen.

      21.01.2013, 22:07 von Sultanine
    • 0

      du verallgemeinerst, weil du nur die skandale und schlechten beispiele aus den Medien kennst. Wenn man in die Kirche geht läuft das glaube ich besser (kann ich jetzt aber nur mit Weihnachtsbeispielen wiederlegen)

      21.01.2013, 22:13 von Loo
    • 0

      woher weißt du denn, dass ich kein kirchgänger bin und die kirche ist im übrigen selbst der weltmeister im verallgemeinern.

      21.01.2013, 22:17 von Sultanine
    • 0

      bist du?

      21.01.2013, 22:21 von Loo
    • 0

      ja schon, unregelmäßig aber ja. meine familie war jahrelang in unserer damaligen evangelischen gemeinde aktiv, mein vater machte jugendarbeit und hauskreise, freizeiten usw. ich habe durchaus einblick in den kirchenalltag.

      22.01.2013, 11:33 von Sultanine
    • Kommentar schreiben
  • 2

    Für mich ist Kirche GmbH & Co. der größte Schmu, wo gibt. Korruption, Lügen, ach, was weiß ich...
    Ich bin nicht gläubig und deswegen aus der Kirche ausgetreten. Ich kenne Leute, die "nur in der Kirche bleiben, damit wir kirchlich heiraten können" - für mich bescheuert - ein weißes Kleid kann man auch woanders tragen und es gibt auch noch andere stilvolle und schöne Locations, muss ja nicht immer das Standesamt sein.
    Ich kenn auch Leute, die glauben. Die glauben dann aber an Gott oder Jesus, und nicht an die Kirche. Denen sei es auch vergönnt und ich finde es gut, dass sie ihren Glauben haben. Für mich hat Glauben und Kirche einfach nichts miteinander zu tun. Zum Glauben brauch ich keinen Dom, um dort zu beweisen, wie gläubig ich bin. (wenn ich es wäre).
    Und der Vorfall mit der abgewiesenen junge Frau bestärkt mich in meiner Haltung gegenüber der Institution Kirche / Katholismus.

    21.01.2013, 20:44 von topfbluemchen
    • 0

      Kirche und Glaube haben schon etgwas miteinander zu tun. in der Kirche manifestiert sich unser Glaube. Ohne die kirche gibt es nicht Glaube über eine so lange Zeitspanne hinweg.
      Aber
      In der Kirche sind auch nur Menschen. Papst priester alles fehlbare Menschen (darf das sagen, bin evangelisch). Stellt sich die Frage warum sich alle über die Kirche beschweren, aber niemand mitgestalten will. Wir sind Papst oder so, wär doch mal was.

      21.01.2013, 21:14 von Loo
    • 0

      Ja, so war es ursprünglich mal gedacht. Aber heutzutage sind das für mich zwei Paar Schuh, aus eben oben genannten Gründen. Ich hab auch nichts gegen einzelne, will auch keine einzelnen Personen verurteilen, es gibt tolle Leute unter ihnen, aber das Gesamtbild, das sprach ich an.
      Ich will nicht mitgestalten, weil ich nicht glaube.
      Ich kann nichts gestalten, was für mich nicht vorstellbar ist.
      Gott ist quasi Mathe.

      21.01.2013, 21:19 von topfbluemchen
    • 0

      es sind Keine zwei paar schuhe - Du bist nur mit dem Glauben mehr einverstanden als mit der Kirche. Gäbe es also mehr Menschen die in der Kirche mitgestalten würde, würdest du evtl auch einen zugang finden.
      (ich Kling wie der letzte fanatiker. wollte nur mal anmerken, dass ich eigentlich kaum religiös bin)

      21.01.2013, 21:28 von Loo
    • 0

      Ich glaub, ich versteh in etwa wie und was du meinst. Vielleicht mag das sein, wenn ich mehr oder überhaupt Glauben in mir trüge...

      21.01.2013, 21:30 von topfbluemchen
    • 0

      Was heißt denn glauben in dir tragen? Ich trage auch keinen Glauben in mir - halte die Kirche aber für eine unglaublich gute Institution und bin der Meinung, dass mehr Kirche in die Erziehung einfließen sollte.

      21.01.2013, 21:32 von Loo
    • 0

      wtf? kirche loslassen auf kinder? ähh, nee. und man kann sehr wohl losgelöst von kirchlichen institutionen glauben.
      kinder werden auch gute menschen wenn sie nicht von irgendeiner glaubensorganisation in irgendeine glaubensform gestopft werden. kinder hat man mit seinen überzeugungen weitestgehend in ruhe zu lassen. ich finde nämlich, dass die ein recht auf freie geistesentfaltung haben und jeder versuch von welcher seite auch immer sie auf einen bestimmten weg zu rücken, grenzt für mich an körperverletzung.

      gegen eine lose vereinigung von menschen, die über ihre überzeugung reden, hätte ich nichts. aber ich hab ein problem mit einem staatlich finanzierten sauhaufen. wer sowas haben will, kann da geld in die hand nehmen und was gründen. basierend auf freiwilligen spenden. aber ich will nicht, dass meine steuergelder vereinigungen zufließen, mit denen ich ganz und gar nicht konform gehe.
      ethik und moral, grundsätzliches humanistisches denken funktioniert sehr gut ohne kirche. gerade ohne. und ich finde, dass die kirche zu dem thema mit ihrer vergangenheit einfach das maul zu halten hat.

      22.01.2013, 08:55 von YOLK
    • 0

      Freie gedankenentfaltung gibts es nicht

      22.01.2013, 09:51 von Loo
    • 1

      natürlich gibt es immer muster, an denen man sich als kind orientiert. als erstes die eltern als vorbilder. aber wenn die freigeistiges vorleben und das kind nicht mit dogmen vollstopfen, würde ich das als "freie gedankenentfaltung" bezeichnen, soweit diese halt eben möglich ist. man orientiert sich auch als erwachsener an anderen, bzw. das eigene denken ist halt eben eine mischung aus übernommenem, hoffentlich selbst durchdachtem, abgelehntem. aber frei zu wählen aus den möglichkeiten ist für mich eben ein großer unterschied zu "das ist so, das ist die wahrheit, friss oder stirb". und gerade das sollte man kindern beibringen. das es vieles gibt, was man glauben kann, dass es aber darum geht, sich selbst gedanken zu machen, zu prüfen etc. und nicht einfach vorgekautes zu übernehmen. nur wer selber isst, wird satt. und da sehe ich die kirche nun eben nicht als garant für.

      22.01.2013, 09:58 von YOLK
    • 0

      Gedankenentfaltung darf halt nicht eindimensional sein. Horizont erweitern und so. Wichtig ist viele verschiedenartigste seiten aufzuzeigen.

      Ich bin froh, dass mir als kind da auch die evangelische Kirche nahgebracht wurde, und ich bi n der Meinung das gehört auch in die erziehung. Lindert evtl auch die gefahr sich mal in irgendwelchen sekten wieder zu finden

      22.01.2013, 10:46 von Loo
    • 0

      bei ersterem stimme ich dir zu. braucht man aber keine kirchliche institution für.
      bei zweitem nicht. ich bin der ansicht, dass man auch dafür die kirche nicht braucht. und dass die nichts mit erziehung zu tun haben sollte. nein, nein, nein. habe ich aber oben schon ausgeführt, warum.
      zu den sekten: da halte ich die evangelische kirche oder jeden anderen club für eher kontraproduktiv. eben wegen dem begrenzten horizont und festen glaubensvorgaben. und der ursprünglichen definition nach wäre die evangelische kirche ebenfalls eine sekte. und es gibt kirchliche gemeinden, die sich in nichts von einer sekte unterscheiden. und zwar der gebräuchlicheren definition nach.

      22.01.2013, 10:58 von YOLK
    • 0

      Also ich hab gute erfahrungen damit gemacht :)

      22.01.2013, 11:25 von Loo
    • 1

      das ist ja wunderbar. für dich. aber aus der persönlichen erfahrung etwas allgemeingültiges abzuleiten ist, ähm, vermessen.

      22.01.2013, 11:31 von YOLK
    • 0

      naja du leitest es ja ohne persöhnliche Erfahrung ab - wieso ist das besser?

      22.01.2013, 13:39 von Loo
    • 0

      weil ich schlau bin und du das in gottes namen jetzt gefälligst einsiehst!

      (ich bin so unglaublich müde)

      22.01.2013, 15:46 von YOLK
    • 1

      Och, Loo...
      Ist das für Dich so schwer greifbar, dass manche Menschen sehr gut ohne Glaube und Kirche durch's Leben gehen?

      Das ist ja schön für Dich, dass Du so viele gute Erfahrungen damit gemacht hast und offenbar auch einen persönlichen Nutzen daraus ziehst, muss aber doch nicht für alle anderen gelten.

      Abgesehen davon, dass ich Deiner persönlichen Logik, was Glaube und Kirche nun eigentlich ist und bedeutet, nicht so wirklich folgen kann...aber egal.

      22.01.2013, 15:48 von Pixie_Destructo
    • 0

      Gar nicht schwer greifbar - die meisten gehen ohne kirche sehr gut durchs leben. Aber jedem Menschen tut ein Perspektivenwechsel gut. Für diesen setze ich mich hier ein.

       Ich will eigentlich nur rebellieren, gegen naive antireligiösität. Bin nämlich die Reinstform aller Hipster

      22.01.2013, 15:55 von Loo
    • Kommentar schreiben
  • 0

    ein Tipp für Alexandra:

    eine der interessantesten und gar nicht mal so umfangreichen Auseinandersetzungen zum Thema Kirche, Macht und Bedeutung, ist das Kapitel "Der Großinquisitor", aus dem Dostojewski Roman "Die Brüder Karamasow".

    Das gibts auch einzeln zu haben, als Reclam-Heftchen bspw. wenn man nicht den kompletten Schinken lesen will.  

    21.01.2013, 19:32 von schauby
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Arme Frau! :(

    21.01.2013, 18:53 von NutellaKing
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      Aber die Grundsätze, die die Bibel vermittelt haben auch heute noch ihren Sinn. Nur hat der Mensch sich alles zu seinem Vorteil gelegt. Genau wie der Koran an sich soviel Friedfertigkeit und Liebe beinhaltet, aber von seinen Anhängern immer wieder so zurecht interpretiert wird, bis Kriege und all die Schandtaten damit gerechtfertigt werden können. 


      Insofern war die Kirche immer schon rückständig. Aber das Christentum als Glaubensrichtung wird immer Bestand haben und sich den Zeiten anpassen. 

      Mal als Beispiel; In der Bibel steht nichts über ein Verbot der "Pille". Logisch. Aber sie beinhaltet das Gebot, dass man nicht töten soll. Nun könnte der Papst das aber umgehen, indem er sagt, dass man mit der Pille ja nichts töten kann, was noch nicht gelebt hat. Es ist also die Interpretation der Kirche und die ist für'n Arsch. 

      21.01.2013, 19:40 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      DIe BIbel ist das Fortschrittlichste was die Kirche zu bieten hat - und ich miene das nichtmal negativ.
      EIgentlich unglaublich wie eine solche Wertesammlung in einer solchen Zeit entstehen konnte. Problem ist was wir Menschen oft daraus machen.
      Natürlich kann man nicht alles was in der BIbel steht wörtlich nehmen. Aber wir sind doch klug.
      Leute iwe wir sollten in den Kirchen aktiv werden

      21.01.2013, 21:18 von Loo
    • 0

      Wieso sollen wir denn in den Kirchen aktiv werden?"Laudato Si" singen und Geld in den Klingelbeutel für die neue Karre vom Pastor schmeissen?

      21.01.2013, 22:07 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      also in miener evangelischen Kirche geht das immer direkt an Brot für die Welt

      Aktiv werden um die gute Seite der Religion zu repräsentieren, kinder zu erziehen, usw.

      21.01.2013, 22:15 von Loo
    • 0

      achso, ja mich hat man katholisch getauft. Da sind die Pastoren immer dekadent unterwegs.

      21.01.2013, 22:18 von See_Emm_Why_Kay
  • 2

    Das unmenschliche an Kirche ist das Dogmatische. Trotz des unglaublichen technischen Fortschritts an jahrtausendealten Weltbildern festzuhalten, ist organisierte Dummheit. Systeme müssen, wenn sie überlebensfähig sein wollen, in regelmäßigen Abständen reformierte werden.

    Es gibt keine zeitlos vernünftigen und gültigen Modelle, welche für immer funktionieren. Die Gründe dafür liegen in der Tatsache, dass sich in einer Demokratie, aber auch in anderen Staatsformen, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Kräfte ständig verschieben. Es gibt keine Alternative, als gegenwärtige Regeln und Verfassungen den tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen. Gerade die Schriften der Religionen und das sture Verhaftetsein in Dogmen, geben in ihrer Rückschrittlichkeit und katastrophalen Auswirkungen anschauliche Beispiele für dringende Veränderungen.

    Kirchen bieten dem ureigensten menschlichen Bedürfnis nach unumstößlicher Gewissheit, dem Bedürfnis nach Entlastung und leichter Antwort, die trügerische weil zu billige Legitimation. Sie zwingt ihre Mitglieder Wahrheit durch einen Filter zu sehen: ihren vorgefertigten. Und kann somit nur mißraten.

    21.01.2013, 18:20 von schauby
    • 0

      'Wahrheit' ist immer gefiltert, egal wohin man guckt...

      Aber ich verstehe, was du meinst. Zumal der Begriff 'Dogma' ja auch mal eine durchaus wertfreie bis positive Bedeutung hatte...

      21.01.2013, 18:53 von sailor
    • 3

      die ehrliche Wahrhaftigkeit sich selbst gegenüber, darum gehts. Religion hat wenig mit Erkenntnis zu tun, Spiritualität hingegen ist etwas radikal individuelles, was zwar nicht zu organisieren ist, wo es aber um Wissen geht. Ein Wissen, das auf direkter Erfahrung beruht, nicht auf Theorien. Kirchenvertreter, Theologen usw. maßen sich an, diese Wahrhaftigkeit organisieren zu können, indem sie sagen "dort ist es. wir haben alles für dich vorbereitet." "Dort ist Jesus, wir wissen wo und was es ist."

      Ich kriege das kalte Kotzen von diesem projektiven Rückschrittsscheiß, es gibt nur vor Menschen zu sich selbst zu führen, in Wahrheit beschränkt es sie von vornerein.

      21.01.2013, 19:20 von schauby
    • 0

      "Es gibt keine Alternative, als gegenwärtige Regeln und Verfassungen den tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen."
      ... oh, wenn ich "keine alternative" lese, denke ich immer an das "alternativlos" der eu-obergruppenführerin merkel. dann schrillen alarmglocken die schreien: es alternativen :-.)

      ... das ist mir ein bisschen zu pauschal. die demokratie als idee und der daraus folgende gesellschaftsvertrag hat immerhin schon über tausend jahre auf dem buckel - und das lange vor der in den himmel gelobten aufklärung. ich würde da von einer gewissen kontinuität sprechen.

      21.01.2013, 19:48 von Lichtspiel
    • 0

      Der olle Albert Camus sagt ja sowas ähnliches...
      'Religion' im weitesten Sinne ist ein Ausweichen vor der Frage, die ein sich selbst zu stellen hat...

      Religion kann aber helfen, zu dieser Frage zu kommen. Und Theologen, die was auf sich halten, stehen dem auch nicht im Weg rum...

      21.01.2013, 19:57 von sailor
    • 0

      "'Religion' im weitesten Sinne ist ein Ausweichen vor der Frage, die ein sich selbst zu stellen hat..."

      ... interessant, der olle C. da würde ich ihn gerne fragen, ob beides sich ausschließen muss.

      21.01.2013, 19:59 von Lichtspiel
    • 1

      Der ist ja nu leider schon tot... Aber seiner Meinung war das ein ausweichen...

      »Camus verwirft jeden Versuch, die in eindringlichen Schilderungen
      diagnostizierte Absurditätserfahrung durch einen Sprung in
      metaphysische, religiöse oder rationalistische Versöhnungsangebote zu
      bewältigen. Einen Weg bietet nur die permanente Revolte des Menschen
      gegen die Absurdität, in der er unabhängig von jeder gesetzten
      Wertordnung seine eigentümliche Würde zu gewinnen vermag.«
      Sagt Herr Kertscher zu dem Thema... Trifft's damit auch ganz gut...

      21.01.2013, 20:03 von sailor
    • 0

      Einen Weg bietet nur die permanente Revolte des Menschen gegen die Absurdität ...

      ob der mensch allerdings damit eine eigentümliche würde zu gewinnen vermag ? ich persönlich bezweifel das fast.

      21.01.2013, 20:11 von Lichtspiel
    • 0

      Der Kampf im Spannungsfeld zwischen Individuellem und Allgemeinem (in dem Fall Gottschablonen) kippt eben leichter zum letzten, weil es bequem ist, weil Kräfte begrenzt sind und sich schonen wollen, solange es möglich ist.

      Dennoch kommt niemand um die Aufgabe der Selbstbehauptung  (nenen wir es besser Individuation) drumrum, etwas zu etablieren, das sich nicht teilen lässt. Ein Prinzip der Selbstgeburt. Die Abstufungen und Unterschiede sind freilich riesig. Je weiter jemand dabei geht, desto härter der Widerstand von außen, das Unverständnis, desto weniger gibt es Trost im Geteilten, Konventionellem, aber Unwahren. 

      21.01.2013, 20:38 von schauby
    • 0

      ... ok, jetzt weiss ich auch, was mich an den definitionen stets ein wenig stört (obwohl sie inhaltlich auf jeden fall hand und fuß haben): es geht immer um kampf, behautpung, gegnerschaft - eine art kriegszustand. mir fehlt da im sinne der weiterentwicklung etwas positives: so etwas wie liebe und harmonie:


      ... das finde ich als eine der zentralen begriffe im christlichen glauben (mal das handeln der christlichen institutionen beiseite gelassen) großartig. sie entzieht sich der ratio komplett und ist universell. es gibt viel negatives weltweit. aber liebe gibt es ebenso in jeder kultur. und es ist einer der wenigen werte, die per definiton heilsame wirkung haben. (und mittlerweile kann das auch die medizin bestätigen)

      21.01.2013, 20:55 von Lichtspiel
    • 0

      Noch Tee..?

      21.01.2013, 20:58 von sailor
    • 0

      Das geht aber auch alles ohne spirituell motivierte Organisationen die im Dogma verschütt gegangen sind.

      IMMER wenn der Organisation, dem Ziel, die höhere Macht oder dem iFöhn mehr Bedeutung beigemessen wird als dem Wohl und Wehe deines Nächsten, dann ist eine Neujustierung der Perspektive inkl. kritischer Rückfrage das eigene Handeln betreffend, fällig.

      Da KANN das Transzendente hilfreich sein, weil so schön unbelekt ist von irdischer Fehlbahrkeit, muss aber nicht.
      Sie KANN ja genauso zur unbelekten Moralkeule erklärt werden mit der die armen Seelen irdischer Fehlbarkeit in den Höllenfeuergulli gefegefeuert werden...


      21.01.2013, 21:03 von sailor
    • 0

      ... man darf nicht vergessen: kein licht ohne schatten. so ist das auch bei entsprechenden organisationen. sie haben vielleicht hervorragende motivationen, eine heilsbringende lehre, aber auch schwarze schafe. zu verstehen das beides im sinne der polarität zusammengehört, untrennbar miteinander verbunden ist, hilft ein wenig. das reine licht ist eine illusion.

      21.01.2013, 21:10 von Lichtspiel
    • 0

      Eben...

      Nix anderes sacht doch der Camus. Deswegen liegt's IMMER an JEDEM EINZELNEN... Der das für sich erstmal in die Reihe bekommen muss.

      DANN kommt erst 'alles andere'.

      21.01.2013, 21:13 von sailor
    • 0

      @Lichtspiel

      "Liebe" wird auch schnell relativ, im universellen Gefüge, weil es Leid ausschließen möchte, aber nicht kann.

      21.01.2013, 21:13 von schauby
    • 0

      @schauby

      ... nein eben nicht, liebe will gar nichts ausschließen, sondern es umfassen. du kannst leid lieben, den feind der dich maltätiert, foltert. du willst ihn damit nicht ändern. sondern du liebst ihn, weil liebe selbst die übelsten dinge umarmen kann. das ist eben das besondere an liebe. (und ich mein hier nicht die liebe a la beziehungen etc. das wäre viel zu kurz gegriffen).

      21.01.2013, 21:17 von Lichtspiel
    • 0

      Dürfen wir uns denn immer das Recht rausnehmen alles besser zu wissen nur weil wir frischer sind?

      Das unmenschliche an Kirche ist das Dogmatische. Trotz des unglaublichen
      technischen Fortschritts an jahrtausendealten Weltbildern festzuhalten,
      ist organisierte Dummheit.
      In der BIbel findest du Gleichnisse und Bilder, die du immer in die heutige Zeit übertragen kannst. Und die Werte die du daraus entnimmst willst du nicht in Frage stellen.

      Est ist ein Fehler zu denken wir wissen alles besser und müssen alles wovon man früher ausgegangen ist über den haufen werfen. Mit der Bibel haben wir einen guten Leitfaden mit dem die Menschheit auch noch mehr Jahrtausende überleben kann

      21.01.2013, 21:23 von Loo
    • 0

      okay, ich habe das Wort so aufgegriffen, weil viele mit "Liebe" meinen, wo "Liebe" sei gäbe es nichts "Negatives" mehr.
      Eben der Kinderglaube, der Menschen betört und in die Kirchen bringt, bei Liebe sei alles "schön und friedlich".

      Liebe im Sinne vom größtmöglichen (An)Erkennen der Dinge, hebt das Wohl und Weh des Einzelnen nicht auf. Das ist die Illusion.

      21.01.2013, 21:26 von schauby
    • 0

      @schauby


      (An)Erkennen der Dinge, hebt das Wohl und Weh des Einzelnen nicht auf. Das ist die Illusion. 

      Im außen hebt es das nicht auf. aber im inneren den standpunkt dazu. und das ist das entscheidende. die illusion des leids im außen löst sich durch die liebe auf - auf einer inneren ebene. und ermöglicht einen komplett anderen standpunkt auf die dinge. einen großartigen, radikalen.

      21.01.2013, 21:31 von Lichtspiel
    • 0

      @ Loo

      niemand behauptet ALLES besser zu wissen, aber die Autoren der Bibel und ihre Anhänger behaupten das, unter Berufung auf die Anmaßung es wäre "Gottes Wort". 

      21.01.2013, 21:33 von schauby
    • 0

      ... und da wäre noch die frage, welche version von welchen autoren eigentlich die wahre bibel ist. das ist nämlich überhaupt nicht eindeutig

      21.01.2013, 21:39 von Lichtspiel
    • 0

      @ Lichtspiel

      wenn dir jemand mit einem Hammer den präfrontalen Cortex aus der Stirn haut, mag der Rest unter Umständen weiterleben, aber imaginäre Standpunkte zum Leid wirst du dir nicht mehr leisten können. Es wird dich unmittelbar betreffen und einschränken, egal was eine gedankliche Konstruktion mal darüber phantasiert hat.

      21.01.2013, 21:39 von schauby
    • 0

      @schauby


      woher willst du das wissen? du gehst einfach davon aus, das der körper mit existenz gleichzusetzen ist. das ist ein standpunkt, eine sichtweise. nicht mehr, nicht weniger,

      21.01.2013, 21:43 von Lichtspiel
    • 0

      ich verstehe unter Gott hauptsächlich das gute im Menschen, wenn ich es irgendwie ausdrücken müsste.
      Ich habe nicht viel Bibel gelesen aber ich glaube das ist legitim.
      insofern macht es auch durchaus Sinn, das in der Bibel als "Gottes Wort" zu verstehen.

      21.01.2013, 21:44 von Loo
    • 0

      @ Loo is klar.
      und das vermeintliche "Schlechte" im Menschen, damit hat Gott nichts zu tun, nicht wahr? Dafür gibt dann den Teufel. den Gegengott quasi.

      herrlich. und weil genau dieses infantile Weltbild große Teile unserer sogenannten Moderne heute noch bestimmt, richten sich Menschen und die Welt "im Namen des Guten" zugrunde.

      21.01.2013, 21:55 von schauby
    • 0

      Also Mose musste die zweite Auflage der Gesetzestafel selber meißeln (und das in seinem Alter...)...

      Gott schreibt nicht...
      Glaube ich.

      21.01.2013, 21:58 von sailor
    • 0

      »und das vermeintliche "Schlechte" im Menschen, damit hat Gott nichts zu tun, nicht wahr? Dafür gibt dann den Teufel.«

      naja... Polarisierende Konzepte sind ja erstmal nix verwerfliches...

      21.01.2013, 22:01 von sailor
    • 0

      @ Lichtspiel

      ich gehe nich zwingen davon aus, dass Formen und Körper mit Existenz gleichzusetzen sei, ich finde die Bereiche des Metaphysischen höchst spannend, aber ich glaube sehr, dass DIESE bestimmte Existenz, die sich betrachten und wahrnehmen kann, als etwas, das sich in einer ganz bestimmten Zusammensetzung als solches erlebt und in keiner anderen, NICHT von Materie gelöst sein kann.

      21.01.2013, 22:06 von schauby
    • 0

      Der Mensch ist nach gottes Bild gebaut - sprich er hat das potential in sich moralisch perfekt zu sein. Ist er aber nicht. Hat sich von der Schlange zu Apfel verleiten lasse und so. und zur strafe schämt er sich sogar fürs nackig sein. und von da an gings bergab, sogar soweit, dass es mit arche n reboot geben musste.

      21.01.2013, 22:09 von Loo
    • 0

      ah der strafende Gott, der die Schlange erfindet, die verführt und den Menschen, der drauf reinfällt. ein Gott der quasi mit sich selbst spielt, weil ihm langweilig ist. klingt schlüssig.

      Ich zitiere mal Schmidt Salomon:
      „Die Lehre der Bibel behauptet, der Mensch sei notwendigerweise die Krone einer göttlichen Schöpfung ist, dabei sind wir sehr wahrscheinlich nur die Neandertaler von morgen. Wir wissen, dass in 500 Millionen Jahren keine höhere Lebensform mehr auf diesem Planeten leben wird. In 2 Milliarden Jahren ist die Erde ein reiner Wüstenplanet. Das heißt, wenn ein Gott so etwas konzipiert hat, muss man sich fragen, warum hat er das getan? Wie passt das noch zu den christlichen Überzeugungen? Die Kirche stellt sich immer hin und tut so, als wäre das Christentum von Anfang an gedacht gewesen. Homo Sapiens gibt es 200.000 Jahre. Davon sind wir 99% ohne Christentum ausgekommen, aber weil ein so beschränkter Ausschnitt aus der Wirklichkeit genommen wird, kommt den Anhängern das Christentum so unglaublich bedeutend vor. Auch unsere Spezies ist nicht so bedeutend. Hinter dem ganzen christlichen Glauben steckt ein Größenwahn unserer Spezies. Wir bilden uns ein, dass der imaginäre Schöpfer des gigantischen Universums, sich ausgerechnet in unserer, zufällig entstandenen und bald wieder aussterbenden Primatenart inkarniert hat. Das ist ein Größenwahn ersten Ranges, unvorstellbar wie man so etwas noch glauben kann.“



      21.01.2013, 22:34 von schauby
    • 0

      junge du missverstehst die bibel

      21.01.2013, 22:39 von Loo
    • 0

      auch klar, denn nur der "eine, richtige" Glaube versteht das große Alles: Gott.
      alle anderen glauben und verstehen eben falsch. so einfach, selbstreferenziell und größenwahnsinnig amüsant ist das, mit Gott auf seiner Seite. 

      21.01.2013, 22:58 von schauby
    • 0

      @ sailor

      "Polarisierende Konzepte sind ja erstmal nix verwerfliches..."

      im kleinen, eigenen nicht, auf der universellen Ebene schon, und die beansprucht Religion ja. Die Spaltung von Gott als Schöpfungsenergie aller Dinge, in "gute Schöpfung, schlechte Schöpfung", verhindert den Einheits- und Integrationsgeist, die Akzeptanz, die notwendig ist, sich selbst und alles andere, die Gesamtheit und nichts getrennt vom "Gottsinn" wahrzunehmen.   

      21.01.2013, 23:26 von schauby
    • 0

      @schauby


      ... interessanter ansatz, dass du hier die "zu betrachtende existenz" an die materie bindest. dann wäre aber auch die fähigkeit der wahrnehmung an die materie gebunden. und da bin ich mir unsicher, ob das so sein muss.

      ... es gab schon immer ansätze, die die fähigkeit der "wahrnehmung" unabhängig von der körperlichen existenz sahen. ob die ideenschau bei plato, das morphogenetische feld aus dem mehr esoterisch angehauchten bereich oder die mathematische einführung von "neuen" dimension bei burkhard heim aus dem bereich der quantenphysik. in allen fällen wird ein bereich des menschlichen "wissens" von der bindung an die materie losgelöst - vor der geburt.

      ... wenn man davon ausgeht, dass forschung und wissenschaft hier erst noch in den kinderschuhen steckt (allein schon die einsteinsche "spukhafte fernwirkung" im verhalten von elementarteilchen beim doppelspaltexperiment gibt einen ausblick, wie modellhaft und illusionär die newtonsche sicht auf die welt doch wahrscheinlich ist), sind da noch einige überraschungen zu erwarten, die unser weltbild ordentlich über den haufen zu werfen vermögen.

      22.01.2013, 07:43 von Lichtspiel
    • 0

      @loo


      ... das wäre aber auch ein etwas lahmer unmächtiger gott, wenn er nur für das gute stünde. gott bedeutet im sinne der bibel allmacht, das alpha und omega. das umfasst "gutes" wie "böses", wobei beide begriffe willkürlich und subjektiv sind.

      ... letztendlich steht der gott der bibe glaub ichl für beides. hinter gut und böse gibt es noch mehr, die einheit hinter beiden gegensätzen, das all-eins sein. das alles mit allem verbunden ist. und gott in jedem ist. das getrennt sein des individuum ist eine illusion. ich denke, das was als "himmel" im christlichen glauben bezeichnet wird, ist nichts anderes als die auflösung dieser illusion und die erkenntnis der verbundenheit von allem mit allem. salopp gesprochen die "gute" borg-werdung des menschen, um mal mit roddenberry zu sprechen :-)

      22.01.2013, 07:55 von Lichtspiel
    • Kommentar schreiben
Seite: 1 2 3 4 5 ... 6
  • Chronik einer Liebe

    Passend zur Titelgeschichte erzählen im NEON-Blog zwei weitere Paare ihre digitale Liebesgeschichte - wir zeigen ihre unbearbeiteten Nachrichten.

  • »Wir sind alle egozentrisch«

    Die 26-jährige Zosia Mamet aus der Serie »Girls« erzählt im NEON Blog, was man macht, wenn ältere Frauen in der U-Bahn über Oralsex reden möchten.

  • Die Fluchthelferin

    Einen Tag lang haben wir Deutschlands berühmteste Poetry-Slammerin Julia Engelmann begleitet. Im Blog gibt sie Tipps für einen gelungenen Auftritt.

Neu: NEON für dein iPad!

Neueste Artikel-Kommentare

NEON-Apps für iOS und Android