Alles was ich zu sagen habe
Was weißt du schon nach einem schweifenden Blick über meine in Stichworten zusammengepferchte Persönlichkeit? Ich habe schreiben gelernt. Da ist mehr.
Liebe Besucherin.
Ja ganz recht. Ich wende mich in diesem Machwerk an nur ein Geschlecht. Nicht etwa, weil ich mich nicht grundsätzlich an Männern interessiert zeigen würde, sondern weil ich der festen Überzeugung bin das die Anzahl derjenigen XY-Chromosomanten, die sich die Mühe machen diesen langen Text (der sich darüberhinaus auch noch vielmals ausschließlich mit meiner eigenen Persönlichkeit beschäftigt) zu lesen, zu vernachlässigen ist. Warum auch? Für sie gibt es hier ja anscheinend nichts zu holen. Den Frauen dagegen, hilft ein anderweitig gesteigertes Interesse über die ersten, langweiligen Absätze hinweg.
Sein wir doch ehrlich. Auch Neon.de ist nichts anderes als ein niveauvoller Kontaktschuppen. Das ist nicht abwertend gemeint. Auch der örtliche Supermarkt oder die Uni können wahre Singlebörsen sein.
Wenn ich nun schon dir, der werten Leserin dieses Textes, eine mitunter niedere Motivation unterstelle, so offenbahre ich ja gleichzeitig den Grund für das Schreiben und einstellen meines Machwerks. Ein bisschen mehr als eine erweiterte Profilseite und Aufmerksamkeitserzeuger, soll dieser Text dann doch schon sein. Komprimiert sind hier schließlich meine ureigenen Meinungen zum Thema Gesell- und Partnerschaft und wenn ich ganz bescheiden sein darf: Interessant kann das auch für Männer sein, wenn die denn jetzt noch mitlesen. Meldet euch doch ruhig mal bei mir, sodass ich meine Vorurteile widerlegen kann.
Es entsteht natürlich ein unangenehmer Nachteil für dich, da du tatsächlich gezwungen bist einen Text durchlesen zu müssen (igitt!), bevor du so etwas wie "Hey, ich sehe du hörst gerne ****! Das find' ich klasse!" schreiben kannst. Ich spüre bereits, dass ich in Zukunft weniger Zuschriften erhalten werden. Vielleicht sogar nie wieder.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeines über mich
__1.1 Musik
__1.2 Tanzen
__1.3 Fremdes
__1.4 Ideale?
__1.5 Klischees
____1.5.1. Vegetarier und andere Puristen
__1.6 Ignoranz
2. Religion
3. Das andere Geschlecht
__3.1 Was wir wollen
__3.2 Was ich will
____3.2.1 Ohrlöcher
____3.2.2 Makeup
____3.2.3 Taschen
____3.2.4 Beine und Hautfarbe
____3.2.5 Ausschnitt
____3.2.6 High Heels
__3.3 Partnerwahl und Partnerschaft
____3.3.1 Die Koalition
____3.3.2 Eifersucht
4. Rückmeldung
5. Ende
1. Allgemeines über mich
Im Wesentlichen bin ich ein Weichei. Ich kann keine Horrorfilme schauen (ich halte mir dann die Ohren zu, damit es nicht so echt wirkt) und telefoniere auch mal den lieben langen Tag. Dazu kommt, dass ich recht fix emotional werden kann, allerdings bin ich überraschenderweise heterosexuell.
1.1 Musik
Musik mit bizarren Texten gefällt mir. Mein Musikgeschmack umschließt also zum Beispiel die frühen Machwerke der Ärzte, Björk und Kettcar. Auch guten, deutschsprachigen HipHop höre ich mir gerne an. "Guter" Sprechgesang ist eben solcher, mit dem ich mich identifizieren kann und welcher intelligente Texte vorzuweisen hat. Da dicke Autos, Prostituierte und Waffen, so wie Gewalt in meinem Leben nichts zu suchen haben, müssen Bushido, Sido und diese Berliner Jungs leider aus meinen Ohren draußen bleiben.
Für mich sind Begriffe wie "Mainstream" und "Underground" absolut Neutral. Wenn sich eine Band "verkauft" hat, dann bin ich sehr glücklich für sie und mir ist es auch wirklich egal, ob ICH sie ja als ERSTES auf dem und dem kleinen Festival gesehen habe.
Ich höre eben so gerne Lieder von den Helden oder den Sportfreunden Stiller, auch wenn die in der Bravo sind und sie (Gott bewahre!) auch von jüngeren Menschen gemocht werden. Außerdem traue ich mich tatsächlich zuzugeben, dass ich ein männlicher Echt-Fan bin.
1.2 Tanzen
Du merkst schon, ich habe einen Humor, der schwer zu ertragen ist. Meine Liebe zu schlechten Witzen oder einfachsten Wortspielen ("Pestflatte haha! Pimmelschiltz haha!), hat mir schon einige unsympathien eingebracht. Oh, und ich tanze.
Ja, tanzen ist für mich ein ziemlich wichtiges Kapitel. Tanzen, das ist eine Möglichkeit sich individuell auszudrücken. Es ist einfach nicht möglich schlecht zu tanzen, aber es ist möglich gar nicht zu tanzen. Das einzige Problem ist doch, dass sich Menschen in ihren Bewegungen selbst einschränken. Selbst wenn Platz da ist, stampfen viele Mädchen wie ein wartender Jogger vor einer Fußgängerampel von dem linken auf das rechte Bein. Ein paar coole stehen noch meistens verkrampft in einer Ecke und nicken nur lässig mit dem Kopf. Wo bleibt die Umsetzung all der tollen Sprüche, die ihr euch gegenseitig in das Poesiealbum geschrieben habt? "Lebe jeden Tag, als wär’s dein letzter!", "carpe diem", "bleib wie du bist". Meiner Meinung nach müssten doch sowieso viele erst einmal sein, wie sie sind und dann so bleiben. Warum wirft niemand die Arme wild durch die Gegend, wenn ihm danach ist? Warum wackeln Frauen so komisch mit ihren Hintern hin- und her? Hat Darwin wirklich so sehr recht gehabt? Warum werde ich angetanzt, wenn gerade ein Lied kommt für das ich gerne etwas Raum hätte? Was soll ich mit dem Hintern an meinem Schritt anfangen und wie bescheuert ist das eigentlich? Spür den Takt! Denk im Text! Lebe den Moment.
1.3 Fremdes
Ich Reise. Nicht nur durch meine Fantasie, sondern auch gerne in andere Länder oder durch Deutschland. Allerdings habe ich gerade nicht so viel Lust jetzt damit anzugeben, also merke ich hier einmal an, dass ich meistens mit dem Rucksack unterwegs bin und Irland lieb gewonnen habe. Außerdem mag ich die Sprache, die ich studiere.
Es ist die einzige Fremdsprache, die ich beherrsche und ich fühle mich, so wie es auch bei vielen anderen Dingen der Fall ist, die ich nicht beherrsche, absolut nicht so als müsste ich daran etwas ändern.
1.4 Ideale?
Man kann auch ohne dabei zu lügen behaupten, dass meine Ideale nicht besonders hoch hängen. Ich diskutiere durchaus gerne über Politik und bin dazu auch in der Lage. Allerdings gehen mir so einige Themen auch mal gehörig auf den Keks. Mal abgesehen von den andauernd hungernden Kindern in Afrika, kann mir der schreckliche Krieg im Irak mal am Arsch vorbei gehen. Auch der Nahostkonflikt hat sich mehr oder minder tot geredet. Es ist wie es ist, und so wie es aussieht, bleibt es auch noch eine Weile so. Dafür werde ich es nicht müde, über unser verkorkstes Schulsystem zu reden, was aber durchaus etwas mit meiner Berufswahl zu tun haben kann.
1.5 Klischees
Bitte verzichtet darauf, mich in Kategorien wie "Öko", "Kiffer", "Alternativer", "Emo", "Indie" oder gar "Punk" einzuordnen. Falls ich da irgendwo hinpasse ist es sicherlich nicht meine Absicht. "Ich schwimme nicht gegen den Strom, ich kletter’ aus dem Fluss." Ich trinke übrigens keinen Alkohol, aber ich hab absolut nichts gegen ihn. Es wird doch am lustigsten, wenn sich alle doll besaufen, oder nicht? Dann haut rein!
Ich rauche nicht, aber bitte kifft und qualmt, so viel wie ihr möchtet so lang ich niemanden küssen muss, der es tut, kann mir auch das egal sein.
1.5.1 Vegetarier und andere Puristen
Ich habe nichts gegen Vegetarier, aber nur weil ich lange Haare habe und keine Drogen nehme, verzichte ich doch nicht auf wohlschmeckendes Fleisch und was für eine alberne Erfindung ist bitte straight edge? Ihr seid großartig Jungs, sinnloser haben Tattooläden noch nie Geld verdient. Man könnte doch einfach so keine Drogen zu sich nehmen, aber der Mensch braucht anscheinend eine Gruppe, der er sich zuordnen kann. Zuerst sorgt der Gruppenzwang dafür, dass man viele Drogen nimmt und dann, wenn man sie nicht mehr nimmt, schaut man sich hilflos um und entdeckt, Idotie sei dank straight edge.
1.6 Ignoranz
Ich möchte im Übrigen überhaupt nicht behaupten, ich könnte mich den gesellschaftlichen Werten und Normen entziehen und das hatte ich auch nie vor. Ich nehme sie wahr, und lebe mit ihnen. Ich bin eben kein Rebell und kein besonderer Mensch. Ich gehe auf Anti-Nazi-Demos. Ich lache, wenn politische Kabarettisten Witze über unsere unfähigen Politiker und das grausame oder ungerechte System "Staat" machen und tue nichts dagegen. Ich bin ein schlechter Schüler gewesen und bin jetzt ein schlechter Student. Vielleicht bin ich auch ein schlechter Mensch, aber das zu evaluieren traue ich keinem Menschen zu.
2. Religion
Ich habe viel über Gott nachgedacht. Katholische Religion war mein schriftliches Abiturfach. Allerdings schwanke ich selbst zwischen Atheismus und Agnostizismus und bin ungetauft.
Gott ist für unheimlich viele Menschen eine nicht zu unterschätzenden Quelle der Kraft. Was auf dieser Welt in dem Glauben an ein höheres Wesen bewegt wird ist beachtlich. Die Regierung der USA und al-Qaida, (wenn es nach mir geht beides religiöse Fundamentalisten und Terroristen) rechtfertigen ihre kriegerischen Handlungen mit Gott. Mit dem Nahostkonflikt zwischen den Juden und Islamisten brauche ich gar nicht erst anzufangen.
Religion hat auch ihre guten Seiten, wenn sie nicht missbraucht wird. Viele Hilfsorganisationen, die in armen Ländern die Not lindern, haben einen kirchlichen Hintergrund und auch in Deutschland hilft der Glaube überall über den tragischen Verlust von Menschen und anderen Lebenskrisen hinwegzuhelfen.
Die Kirche hat, genau wie jede andere Organisation dieser Größe, eine Linke, eine Liberale und eine Rechte. Insofern bin ich gegen eine Verallgemeinerung und wie man sieht auch kein kategorischer Gegner der Kirche.
Ich schätze, was ich sagen will ist, dass man die Bedeutung der Religion gerade Heutzutage für unser aller Leben nicht unterschätzen sollte. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, auch wenn man selbst nicht gläubig ist.
3. Das andere Geschlecht
Wenn ich schon bei der Beziehung zu Gott angelangt bin, kann ich sicherlich auch gleich etwas weiter ausholen um etwas ungleich komplizierteres und mystischeres zu beschreiben; Die Beziehung zwischen Mann und Frau.
Liest sich gut, oder? Allerdings ziemlicher Unsinn.
Ich werde mit der Tradition brechen, die bei Gesprächen zu diesem Thema vorzuherrschen scheint und dreist behaupten, dass beide Geschlechter ungefähr gleich kompliziert sind. Außerdem rechne ich damit, ungeheure Bestürzung auszulösen wenn ich weiterhin schreibe, dass "kompliziert" hier etwas hoch gegriffen wäre und durch "einfach" ersetzt werden muss.
3.1 Was wir wollen
Eigentlich wissen wir doch alle, der Populärwissenschaft, Mario Barth (und dem bisschen eigene Lebenserfahrung) sei dank, was Frauen und Männer wollen. Jeder hat seine ganz eigene Modifikation dieser grundsätzlichen Bedürfnisse, verursacht durch seine Umwelt und Erziehung. Die ganzen (Beziehungs)Probleme die wir im Umgang mit Männer oder Frauen haben mögen, reduzieren sich im Wesentlichen auf die Unfähigkeit (oder den Unwillen), anderen diese eigenen Bedürfnisse mitzuteilen.
Empathie und Verständnis spielen dabei allerdings auch eine große Rolle. Sie helfen, auch zaghaft gestreute Signale richtig zu deuten. Allerdings sollte man sich da keinen Illusionen hingeben, denn obwohl ich in einem gewissen Maße Empathie besitze, stelle ich mir sowieso wieder die alten Fragen: "Ist sie einfach so nett zu jedem, oder will sie etwas von mir?", "Ob sie mich wieder sehen will?". Immer wenn es um etwas geht, werden wir alle wieder Vorsichtig. Wider besseren Wissens.
3.2 Was ich will
Nach dieser allgemein gefassten Einführung in mein Bild von der Fortpflanzungswelt, ist es mein Anliegen etwas über meine eigenen, oberflächlichen Vorlieben loszuwerden. Ich möchte nicht den Eindruck vermitteln, ich könnte es mir leisten, wählerisch zu sein, jedoch finde ich, gehören diese Informationen genau so viel oder wenig in das Internet wie meine Lieblingsfilme- oder Songs. Frauen, die mich aufgrund meines Fotos bereits außerhalb ihres Beuteschemas eingeordnet haben oder auch Männer können diesen Teil ruhig überspringen, allerdings nicht ganz ohne etwas zu verpassen.
Grundsätzlich kann ich nur davon sprechen, welche Erfahrungen ich mit meinem eigenen Geschmack gemacht habe. Ich kann in nur wenigen Fällen wirklich erklären, warum ich bestimmte Dinge an einer Frau mag oder nicht. So bleibt es mir nur Übrig, aus Erfahrung zu sprechen. Überdies schont das Unterlassen von Rechtfertigungen meine Nerven und ich muss nicht so viel Tippen. Ich kann viele Dinge nicht leiden, für die sich Damen viel Mühe geben und zum Teil gab es auf meine Geschmacksbekundungen schon gerade zu empörte Reaktionen.
3.2.1 Ohrlöcher
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich Schmuck und besonders Ohrringe (seien es nun Stecker oder diese Hängedinger) nicht mag. Ob mein Unterbewusstsein sie eben doch mag, wie mir versichert wurde, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass mein oberflächliches, aktives Bewusstsein sie nicht leiden kann. Außerdem gibt es bei mir einen geradezu unfairen (und unbegründeten) Sympathiebonus, wenn ich keine Ohrlöcher entdecken kann.
3.2.2 Makeup
Weiterhin habe ich festgestellt, dass ich farbiges Makeup nicht mag (also alle Farben außer Hauttönen. Ausnahmen sind dezent benutzte Eyeliner und sonst alles, was ich als Mann eh nicht bemerke) eben so wie lackierte und lange Fingernägel (mal abgesehen von bereits abblätternden Nagellack, was schon wieder irgendwie niedlich ist).
3.2.3 Taschen
Geradezu schrecklich finde ich Handtaschen. Je kürzer der Trageriemen, desto schrecklicher (Achseltäschchen ahoi!). Im besten Fall Neutral nehme ich auch das übermäßige Vorhandensein von glitzernden Objekten oder der Farbe Pink auf.
3.2.4 Beine und Hautfarbe
Lasst mich mit Miniröcken und Strumpfhosen in Ruhe. Ich hatte noch nie das Privileg, die Beine einer Frau besonders sexy finden zu können. Für mich sind Beine genau so wenig sexuell erregend wie Füße (ich weiß, das gibt es auch). Wo wir gerade dabei sind, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass mir die Hautfarbe absolut egal ist. Bräune empfinde ich nicht als sexy und hat auch keinen anderen Effekt auf mich.
3.2.5 Ausschnitt
Tiefe Ausschnitte sind bestenfalls effektlos, meistens allerdings störend. Ich möchte mich gerne mit dem Gesicht eines Menschen unterhalten und einen canyonartigen Ausschnitt nicht zu beachten ist ungefähr so einfach, wie genau jetzt nicht an rosa Elefanten zu denken. Die sind im Übrigen ähnlich sexy.
3.2.6 High Heels
Ebenfalls negativ sehe ich hochhackige Schuhe. Ich kann (leider?) auch daran nichts Anregendes finden. Was gibt es eigentlich gegen bequeme Treter einzuwenden? Warum muss ein Mädchen mit diesen Fußtötern rumlaufen um sie nach der Hälfte des Abends auszuziehen weil sie so wehtun und wer will damit richtig Tanzen?
3.3 Partnerwahl und Partnerschaft
Wir, die Wissenschaftler und ich, sind uns darin einig, dass bei neuen Bekanntschaften unsere Bewertung der Oberfläche des potentiellen Partners nicht nur eine entscheidende Rolle für den ersten Eindruck spielt. Die so getroffene Entscheidung, ob unser Gegenüber Partnerschaftsmaterial ist oder nicht, beeinflusst dann auch die folgende Unterhaltung und alle andere Kontakte, die wir mit dieser Person haben mögen.
Was will ich damit sagen? Vergiss die blauäugigen Zeitschriften und Kolumnisten, die dir erzählen, es käme doch auf die inneren Werte an. Der Mensch wird knallhart eingeordnet und es bleibt unserem bewussten Ich überlassen, die getroffene Entscheidung als freien Willen hinzustellen und vielleicht ein paar Argumente für sie hinzuzuerfinden.
Die Geschöpfe die erzählen, dass sie niemanden zuerst kategorisch einordnen, sind zumeist dieselben Typen die auch den seltsamen Irrglauben verbreiten, es käme doch nicht auf die Größe an. Das Leben ist kein Ponyhof. Wirklich nicht.
Diese ganze Partnerwahlanalyse führt im Idealfall allerdings zu einem der schöneren Dinge im Leben. Zu einem Partner nämlich. Ein Lebewesen, mit dem man Freud und Leid, Freunde und notfalls auch Geld teilen kann. Wie jedoch das Zusammenleben dann auszusehen hat, wird in Pärchen teilweise heftig diskutiert. In mittlerweile guter Tradition habe ich mich dazu entschlossen, nicht genauer auf das Richtig oder Falsch der kursierenden Lebensentwürfe einzugehen. Ich werde mich darauf beschränken, dich lieben Leser, mit meiner Meinung bekannt zu machen.
Wo wir gerade dabei sind. Wer ist denn noch dabei? Bei einer durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne von ca. 20 Minuten dürften sich nach dem letzten Absatz bereits 75% der zulesenden Studenten verabschiedet haben. Ermittle ich dann, über meine vom niedrigen Selbstwertgefühl getrübten Erwartungen, die restlichen Leser in Zahlen so kann ich nur sagen: „Hallo liebe Leseratte. Schön das du da bist, jetzt sind wir unter uns.“
3.3.1 Die Koalition
Aber zurück zum Bild der idealen Partnerschaft. Eigentlich geht es ja, von meiner Person ausgehend, immer um drei Parteien in diesem Spiel. Ich, die Freundin und die Freunde.
Mrs. Right habe ich dann gefunden, wenn es nach dem Beginn der Beziehung, so wie zuvor, noch zwei Parteien gibt. Das ganze sollte etwa so aussehen: Ich und meine Freund(in/de).
Vielleicht klingt es für dich nun eher selbstverständlich. Viele jedoch haben die seltsame Angewohnheit, die Partner im Geiste völlig von ihrem Freundeskreis zu trennen. Ich dagegen wäre absolut verzückt, wenn meine großartige Freundin sich mit meinen großartigen Freunden so gut verstünde, dass sie auch in meiner Abwesenheit und so quasi unabhängig von mir etwas zusammen mit meinen Freunden unternähme. Ist das nun utopisch oder möglich?
Was ist denn der Partner anderes als eine Freundin, die mich besser als alle anderen kennt? Das ist jemand, dem es egal ist, wie ich aussehe. Ein Mensch, der mich uneingeschränkt liebt, auch wenn ich eines Tages stark zunehmen sollte (oder habt ihr Freunde, die weniger mit euch unternehmen, weil ihr mehr wiegt?). Eine Person, die mir uneingeschränkt vertraut, weil sie einfach weiß, was in meinem Leben passiert, denn ihr kann ich wirklich alles erzählen.
3.3.2 Eifersucht
Das ist im Übrigen auch der Grund, weswegen ich Eifersucht prinzipiell nicht verstehen will. Ich hatte sogar schon diverse Diskussionen mit holden, weiblichen Wesen, die der festen Meinung waren, ihr idealer Partner müsste unbedingt ein gewisses Maß an Eifersucht zeigen, damit sie sich auch wert geschätzt fühlen können.
Das klingt auf den ersten Blick (kann man sagen, es „klingt“ auf den ersten „Blick“?) durchaus nachvollziehbar. Das Männchen zeigt gegenüber anderen, potentiellen Anwärtern auf seine Partnerin ein Beschützerverhalten und stellt seinem Weibchen somit unter Beweis, dass er bereit ist, für die Erhaltung ihrer Gunst und der Beziehung seine Stärke zu Testen und seine Gesundheit zu gefährden. Viele scheinen das für eine geradezu Arterhaltende und Beziehungsnotwendige Praxis zu halten. Was könnte ich also nun dagegen haben?
Zuerst einmal ist es so, dass wir nicht mehr in der Steinzeit sind. Männer kommen nicht einfach in die Disko und entführen das wehrlose Weibchen an den Haaren ziehend auf die geräumige Rückbank ihres Golf 2. In der modernen Welt gehören eben zwei dazu, wenn es darum geht den Geschlechtsverkehr einzuleiten. Wovor habe ich also genau Angst, wenn ich argwöhnisch zu meiner Freundin rüberluchse, die sich gerade auf der Tanzfläche amüsiert? Richtig, nicht dass ein Konkurrent kommt und sie mir wegnimmt, denn wegnehmen kann man Orangen, Brieföffner und Küchengeräte aber keinen Menschen gegen seinen Willen. Nein, in dem Moment in dem ich ständig um sie herumschwänzle unterstelle ich ihr automatisch, dass sie bei dem richtigen Angebot dazu bereit ist, mich zu betrügen.
Man muss einfach realistisch betrachten, dass die Partnerwahl in unserer heutigen Welt von den Frauen monopolisiert wurde. Sie suchen sich unter den antanzenden Männchen eines aus. Deshalb sehe ich es sogar folgendermaßen:
Wenn sich so ein schleimiger Lackaffe an meine Freundin rantanzt, dann kann ich ihm erst einmal zu seinem guten Geschmack gratulieren, den wir offensichtlich gemeinsam haben. Es ist doch schön, dass meine Partnerin Anerkennung bei dem anderen Geschlecht findet. Ihm deswegen einen Vorwurf zu machen, ist absolut lächerlich. Welchen Verbrechens macht er sich schuldig, außer eben die Frau gut zu finden, die ich ebenso aufgrund ihrer Vorzüge ausgewählt habe? Außerdem gönne ich ihr die Aufmerksamkeit, die ich genau so genießen würde, wenn ich sie von einer Frau bekäme.
Wenn sie sich dann also dazu entscheidet, auf sein Angebot einzugehen, obwohl sie in einer Beziehung ist, dann muss sie sich natürlich von mir die Frage gefallen lassen, ob sie mit mir denn unzufrieden ist. Das Ganze würde mich dann eher traurig als wütend machen.
Eins ist doch sicher. Wenn meine Freundin so weit wäre, einfach mit so einem Typen mitzugehen, kann meine Gegenmaßnahme nicht die die Überwachung sein. Einmal abgesehen davon, dass sie das einengt, kann ich doch nicht immer und überall dabei sein.
Was ist Eifersucht anderes als Misstrauen? Und misstrauen gehört nicht in eine Beziehung. In einer Beziehung kann ich mit ihr darüber reden, was sie an diesem Kerl findet und meine ideale Partnerin würde es mir sagen um dann mit einem Lächeln anzufügen, dass sie aber gnädigerweise doch bei mir bleibt.
Wer hat schon die Kraft, sich immer wieder zu Beweisen. Ich will niemanden, dem ich immer zu zeigen muss, wie toll ich doch bin. Ich will ein Mädchen, das freiwillig bei mir bleibt und mich wahrscheinlich mehr zu schätzen weiß, als ich selbst.
4. Rückmeldung
Mittlerweile gibt es übrigens Rückmeldungen zu diesem Text. Positive und Negative. Ich möchte nicht sagen, in welchem Verhältnis sich diese beiden Parteien befinden, einfach damit das Feedback, welcher Natur auch immer, ernst genommen wird.
Mir wurde vorgeworfen ich halte neon.de für eine „Dating Plattform“ und würde mich im Selbstdarstellungswahn ergehen und meine Angaben über mich selbst seien zu intim.
Noch mal: Ich halte neon.de genau so für eine Möglichkeit, potentielle Partner kennen zu lernen, wie den örtlichen Supermarkt, die Kneipe um die Ecke oder eben den Hörsaal. Was meinen Selbstdarstellungswahn angeht, so veröffentliche ich hier keine Informationen, die ich nicht auch einem sympathischen Fremden auf einer Party oder an der nächsten Bushaltestelle anvertrauen würde.
Wenn ich letztendlich darunter leide mich selbst gerne in den Mittelpunkt zu stellen, so weiß ich nicht ob ein ausführlich geschriebener Artikel, gespickt mit eigenen Meinungen, wirklich dazu dienlich ist. Zumindest hoffe ich, mich niemandem aufzudrängen.
5. Ende
So. Das hier muss das Vorläufige Ende meines Textes sein. Ein übertrieben massiger Wulst an Text, den durchzulesen sich niemand herablässt. Er ist wie Plastikobst. Nimmt aus kosmetischen Gründen Raum ein und verrät gleichzeitig unschöne Dinge über den Dekorateur.
Wie auch immer. Wem einfällt, welches Thema ich hier noch behandeln könnte, der schreibe mich doch bitte an. Ansonsten ist hier Schluss. Schade eigentlich.






Kommentare
das ist doch deine arbeit zum promovieren!!!!
14.05.2012, 19:34 von zehnmomenteIn olologie? ;)
14.05.2012, 19:36 von WieSieSehnSehnSieNixps. kennste "matzenkuschi"?
14.05.2012, 19:37 von zehnmomentedu magst vogeleier????
14.05.2012, 19:37 von zehnmomenteNe kenn ich nicht. Klingt aber großartig.
14.05.2012, 19:38 von WieSieSehnSehnSieNixWas? Wie? Wo? Vogeleier?
14.05.2012, 19:38 von WieSieSehnSehnSieNixoolologie= vogeleierkunde.
14.05.2012, 19:42 von zehnmomentematzenkuschi ist so was wie pestflatte.........
Oder pimmelschiltz in der Wohnung
14.05.2012, 19:45 von WieSieSehnSehnSieNixgenau.
14.05.2012, 19:46 von zehnmomentedas wortspiel gabs früher, als die kinder klein waren, in der sauna. damit die das aushalten erlernen:))
ich musste an der einen und anderen stelle wirklich herzhaft lachen!
08.03.2012, 20:28 von wuebbipoafinde es ergötzlich, mit welcher ehrlichkeit und gleichzeitig selbstironie du dich vorstellst!
respekt! :)
Oh vielen Dank. Wie gut das ich diesen Kommentar erst 2 Monate später entdecke :D
14.05.2012, 19:37 von WieSieSehnSehnSieNixund wenn du eine gefunden hast nimmst du den text raus?
04.12.2011, 21:15 von IdamamaIch hab das eben erst gelesen.
23.12.2011, 15:05 von WieSieSehnSehnSieNixNe. Wahrscheinlich nicht :)
Warts mal ab ;-)
23.12.2011, 22:01 von Idamama:D Geile Antwort.
23.12.2011, 22:02 von WieSieSehnSehnSieNixWas soll ich denn tolles schreiben? Hätte mich halt interessiert und "wahrscheinlich" fordert ein altkluges gerede heraus
23.12.2011, 22:04 von IdamamaDer Text ist nun 3 Jahre alt. Woher willst du denn wissen, dass ich nicht schon eine Beziehung zwischendrin hatte? :)
23.12.2011, 22:06 von WieSieSehnSehnSieNixdas kann ich nicht wissen, aber wenn dann ist "wahrscheinlich nicht" sehr irreführend, oder?
23.12.2011, 22:07 von IdamamaDas stimmt. Das bin ich wohl. Ich fand es die Zeit auch nicht so wild es hier zu lassen. Warum auch?
23.12.2011, 22:10 von WieSieSehnSehnSieNixNaja, wenn ich deine Freundin in dieser Zeit gewesen wäre und wüßte das fände ICH zumindest das seltsam. Aber es mag auch Frauen geben die sich "warum nicht?" denken.
23.12.2011, 22:11 von IdamamaNaja es ist doch ein netter Text. Es heißt ja nicht das ich mit irgendjemanden was anfangen muss, nur weil der hier steht. Das liegt ja immer noch bei mir.
23.12.2011, 22:13 von WieSieSehnSehnSieNixAlso wenn meine Freundin so einen Text hätte, dann hätte ich nichts dagegen, aber ich bin da eh komisch.
komisch nicht, aber nicht so wie ich wäre
23.12.2011, 22:14 von Idamamaich bin also anders als du. na gut.stimmt. ich habe einen pimel.
23.12.2011, 22:17 von WieSieSehnSehnSieNixwahrscheinlich schon :D
23.12.2011, 22:18 von Idamamawenn auch ganz klein.
23.12.2011, 22:19 von WieSieSehnSehnSieNixein bißchen mehr info als ich haben wollte
23.12.2011, 22:21 von Idamamanaja er ist nicht so lang. dafür aber schön dünn.
23.12.2011, 22:43 von WieSieSehnSehnSieNixalso ein fleischfarbener faden? schon mal an op gedacht
23.12.2011, 22:48 von IdamamaZur Entfernung? Ich häng schon etwas an ihm.
23.12.2011, 22:49 von WieSieSehnSehnSieNixkannst auffüllen lassen. und stretchen. mit gewichten, heute geht ja alles
23.12.2011, 22:50 von IdamamaNaja. Ist alles nicht so wild. Zum Ausgleich komme ich schnell.
23.12.2011, 22:52 von WieSieSehnSehnSieNixdas ist ja auch das mindeste
23.12.2011, 22:54 von IdamamaIch bin ein Traum, ich weiß.
23.12.2011, 22:57 von WieSieSehnSehnSieNixkeine ahnung wovon andere frauen träumen
23.12.2011, 22:58 von IdamamaIch bin mir ziemlich sicher sie denken häufig an IKEA Möbel und stattliche, gut gebaute Feuerwehrmänner.
23.12.2011, 23:01 von WieSieSehnSehnSieNixdann wundere ich mich nicht warum du bei neon solche texte reinstellst
23.12.2011, 23:02 von IdamamaBillig und suggestiv. So hab ich es gern ;)
23.12.2011, 23:40 von WieSieSehnSehnSieNixUnd Profil kommt bei dir von Profilierung oder Profilneurose? Oder von beidem?
23.12.2011, 23:57 von IdamamaUh sind das zwei unterschiedliche Dinge im Internet?
24.12.2011, 00:12 von WieSieSehnSehnSieNixJetzt hast du aber lange gebraucht um zu überlegen was du tolles schreiben könntest
24.12.2011, 00:15 von IdamamaDas oder ich habe Keksteig gegessen.
24.12.2011, 00:23 von WieSieSehnSehnSieNixAber natürlich versuche ich konstant dich zu beeindrucken um dich ins Bett zu kriegen.
Au ja, deshalb bin ich auch hier. Was ein Glück dass wir das festgestellt haben, jetzt können wir uns das weitere Gerede sparen
24.12.2011, 00:26 von IdamamaAber wo bringe ich dann meine ganze Männlichkeit unter und wie soll das funktionieren?
24.12.2011, 02:14 von WieSieSehnSehnSieNixdachte da ist eh nicht viel Männlichkeit vorhanden? dann ist das doch kein thema
25.12.2011, 09:30 von IdamamaIch bin verwirrt. Entwickelt sich das Gespräch gerade positiv?
25.12.2011, 12:19 von WieSieSehnSehnSieNixwar es jemals anders?
25.12.2011, 22:07 von Idamamaich kann ganz ernsthaft sagen, dass es zwischen uns noch nie besser gelaufen ist.
26.12.2011, 03:12 von WieSieSehnSehnSieNixnur etwas schlechter- der anfang war etwas holpriger, aber jetzt gehts bergab
26.12.2011, 08:09 von IdamamaIhr beide seid süß.
08.03.2012, 20:53 von forstund du hast bestimmt beim Lesen herzlich gelacht. Oder geweint?
08.03.2012, 20:56 von IdamamaIch hab geweint vor Glück.
08.03.2012, 21:00 von WieSieSehnSehnSieNixNaja ne das war nur ein Zitat von Pur jetzt.
find ich gut, dieses obst.
21.10.2009, 01:13 von lilkoIch hab den ganzen Text aufmerksam bis zum Ende gelesen... boah, bin ich toll!
07.10.2009, 15:12 von KayahSoviel zum Selbstdarstellungswahn...
Ich könnte jetzt mit einem ebenso langen Text antworten wie du ihn geschrieben hast, aber meine Konzentrationsfähigkeit lässt heute aufgrund von Fieber und lustigen Pillen nicht mehr zu, als deinen Text zu lesen und dies zu schreiben...
So, und da ich jetzt den Faden verloren habe verabschiede ich mich mit einem lieben Gruß!
(Dies ist übrigens keine Anmache, bin was das angeht bestens versorgt, aber ich hab gern neue Freunde in anderen Städten die ich besuchen kann, vielleicht wär das ja noch ne Option)
Hey. Ich dachte ich nutze mal die neuen Neonoptionen um uralte Kommentare zu reaktivieren. Lustig was? ;)
25.12.2011, 12:21 von WieSieSehnSehnSieNixFein. Und ja, irgendwie geht " klingt auf den ersten Blick ".
12.06.2009, 14:29 von nuhnieBei genauerer Betrachtung zwar widersinnig, aber paßt.
29.03.2009, 14:13 von einsiedlerkrebsman muss keine leseratte sein um zum ende zu kommen
Oh, man, das hat spaß gemacht zu lesen.
habs grad beim frühstücken ganz gelesen.
23.09.2008, 11:36 von HerrNilssonund gemocht :)
ja doch, ich habs geschafft bis zum schluß durchzuhalten. der bezug zum leser wurde genau an den richtigen stellen gesetzt, viel wortwitz - super.
23.09.2008, 08:58 von Asheway