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RazthePutin 22.12.2012, 06:52 Uhr 0 2

"Alle mal herhören! Ich erwarte ne Menge von Euch und Ihr bekommt auch was dafür!"

Kritisch und Lustlos... Die Online Kolumne...





Die Spielzeugkiste muckt auf, ich konnte es fühlen, Sie haben angefangen Pläne zu schmieden und taktische Besprechungen durchzuführen. Die Zinnsoldaten waren auf der Suche nach dem passenden Schlachtfeld, die Legomännchen fingen an Bomberstaffeln zu bauen und die Barbiepuppen wollten subtil wie immer, Ihre Reize spielen lassen und mich in einen Hinterhalt locken...

Kasperl und der Gendarm haben sich mit Tintifax verbündet, aber wer hier den Guten und wer den bösen Bullen spielt, ist noch nicht geklärt, aber es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Sie meine Matratzenburg stürmen. Ob Sie wohl mit den versteckten Fallen rechnen werden? Den Stolperdrähten, dem Stacheldraht und den Fallgruben? Dies hier ist ein Stellungskrieg und die Stellung ist so lange zu halten, so lange Sie eben zu halten ist...

Ich kam mir vor wie ein Nazi, aber es musste getan werden. Panik, Sie kroch meinen Rücken rauf wie die ersten Wellen eines Acid Rausches, all die schrecklichen Realitäten begannen mir zu dämmern, hier war ich nun, alleine im Schützengraben. Völlig berauscht von Drogen, kein Bargeld, keine Story für die Zeitung und es lag der Duft von Wahnsinn in der Luft, aber das schreckte mich schon lange nicht mehr, mein ganzes Leben war der pure Wahnsinn, ich war des Wahnsinns fette Beute. Wenn jemand davon sprach, das der Wahnsinn Methode habe, sprach er von meinem Leben, das pure Chaos, war für mich nur gewohnte Normalität. Ich bin die Ausgeburt der Hölle, ich bin was diese Welt erschaffen hat, was diese Welt nicht anders verdient hat, aber ich habe meine eigenen Pläne. Manchmal muss ein Prediger das Buch zur Seite legen und Ihnen das Wort Gottes einprügeln...

Die Marionetten gezogen Stellung, aber was nützte Ihnen das schon, im Endeffekt ist es nur ein weiteres Spiel, welches ich mir ausgedacht habe, damit mir nicht so fad ist, damit die Zeit vergeht, pure eiskalte Kalkulation, meine Mutter sagte immer, ich solle nicht mit dem Essen spielen, zum Glück weiß Sie nichts davon, Sie ist ja eigentlich auch nur eine Spielfigur, bei der ich die Fäden zog. Als kleiner Junge spielte ich immer meine Familie gegeneinander aus, heute spiele ich ganz andere, ungezogenere Spiele, aber ich spiele hinter den Kulissen, die Puppe die ich den anderen zeige, dient nur dazu, die Stabilität aufrecht zu erhalten, Sie dient nur dazu die Kausalität nicht zu gefährden, ich will ja nicht meinen Spielplatz zerstören...

Die Frage die sich stellt ist wie die Spielzeuge wohl angreifen werden, wie immer nach Plan A, oder diesmal nach Plan B, gibt es überhaupt einen Plan B? Sind Sie den überhaupt fähig zu Adaption und Anpassungsfähigkeit? Wenn es auf einmal nicht mehr so läuft, wie Sie es gewohnt sind? Oder folgen Sie stupide und dumm, Plan A, irgendwann muss der ja auch wieder funktionieren. Gibt es nach Aktion und Reaktion auch so etwas wie ein logisches Handeln, ein logisches Denken? Vielleicht ein Interagieren? Ein gegenseitiges Miteinander? Eine veränderte Wahrnehmung der Situation? Oder sind Sie wie der Vater Roboter, den ich mir gebastelt habe, der immer wieder wiederholt: "Das ist so, das war so und das wird immer so sein?" Vielleicht kommen Sie ja auch zu dem Schluss, ich sei ja gar nicht böse, ich will ja nur spielen...

Vielleicht sollte ich Ihnen langsam mal die Spielregeln erklären. Das ist wie mit einem Serientäter, der will im Endeffekt erwischt werden, damit er sein Werk präsentieren kann, damit seine Trophäen bewundert werden. Manche Ereignisse sind so gravierend, so weltbewegend, so unvergesslich, das Sie auf irgendeine Weise wieder ihren Weg in die Realität finden. Das ist das Schöne daran, wenn man mit Sabotage rechnen kann, kann man mit Sabotage rechnen. Ich habe einmal versucht es jemanden zu erklären, meine Worte lauteten in etwa: "Nur weil ich höre, was ich sage, kann ich noch lange nicht davon ausgehen, das du verstehst was ich meine"...



"Mein Großvater erzählte mir immer gern eine Geschichte über Stäbchen: Konfuzius hat mal geträumt er sei zu Besuch bei den Verdammten in der Hölle. Er war sehr überrascht als er sah dass die Hölle ein wunderschöner Bankettsaal war. Die Verdammten saßen an einer riesigen Tafel, die sich unter den exquisitesten Speisen bog die er jemals gesehen hatte. Sie durften essen was sie wollten, aber sie mussten Stäbchen benutzen und diese Stäbchen waren 2 m lang. Die Verdammten waren am Verhungern. Verzweifelt starrten sie auf die unberührten Speisen die vor ihnen standen, und sie wussten dass auch die Ewigkeit nicht reichen würde, um dieses Problem zu lösen. Es ging einfach nicht. Und dann durfte Konfuzius auch den Himmel besuchen. Und der Himmel war genau der gleiche Bankettsaal, voll mit exquisiten Speisen. Die Leute um die Tafel waren wohlgenährt und glücklich. Dabei galt auch für sie dieselbe Regel: alle Speisen dürfen nur mit Stäbchen gegessen werden die 2 m lang sind. Nur im Himmel füttern sie sich gegenseitig."


Tags: Kritisch und Lustlos..., Critical and dull..., Die Online Kolumne, The Online-Column, Kolumne, Column
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