robert_suydam 04.09.2012, 21:03 Uhr 23 9

ahab

...






du schreibst auf die straße:

atab - all touris are bastards.

sollte es ein witz sein,
wäre es ein schlechter,
wie alle, die man auf kosten anderer macht.

und ist es dein ernst,
dann bist  du wirklich arm dran,
denn offenkundig hast du noch nie
die wunderbare wärme der gastfreundschaft verspürt,

wenn fremde dich in ihr haus einladen,
einfach nur, weil sie wissen wollen
wer du bist und woher du kommst,

wenn jemand seinen laden abschließt,
dich an der hand nimmt und dir den weg zeigt,
obwohl er dich im leben noch nie vorher gesehen hat
und ihr euch nur mit bröckchenenglisch und handzeichen
verständigen könnt,

wenn in einem land,
regiert von willkürverliebten spitzbuben,
der polizist dich nicht verhaftet, wie er es müßte,
weil dir dieser zettel und jener stempel fehlen,
sondern dir die hand schüttelt
und lachend eine gute reise wünscht,

oder wenn einfach nur jemand fragt,
ob er dir helfen kann,
weil du dir den kopf kratzt vor einem seltsamen automaten.

nichts davon kennst du,
nichts davon könntest du verschenken.

aber
acap - all cops are bastards
remixen,
vermutlich findest du auch das sehr witzig.

armes ding.

versuch mal
ahab - all haters are bastards
zu schreiben.
das könnte vielleicht sogar stimmen,
trotz verallgemeinerung,
wer weiß.

und es ist obendrein der name eines mannes,
der wäre auch besser dran gewesen,
hätte er seinen blinden zorn erkannt.

aber das sagt dir vermutlich nichts.
 




Tags: Robert, Suydam
9

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23 Antworten

Kommentare

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  • 1

    'aber das sagt dir vermutlich nichts.'

    Ein Täxt gegen haten endet mit haten?

    Oder soll das ein großer Witz sein?

    06.09.2012, 15:08 von quatzat
    • 0

      es ist eigentlich mehr eine anspielung auf den blinden zorn.
      er kann sich selbst eben nicht sehen.

      aber wenn du magst, kannst du natürlich auch eine abfällige bemerkung darin sehen.
      herr s. hat keinen einfluß auf deine perspektive.

      06.09.2012, 16:36 von robert_suydam
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  • 1

    Habe auch erst an Ahab aus dem AT gedacht, dann aber nicht mehr damit gerechnet.

    Eine Verlinkung zur Geschichte um Ahab wäre sinnvoll, damit man etwas damit anzufagen weiß.

    Mit den Tags kann ich nichts anfangen... Aber ansonsten natürlich sehr richtig, was im Text steht!

    06.09.2012, 10:35 von LudwigMartin
    • 0

      jetzt seh ichs... username

      06.09.2012, 10:39 von LudwigMartin
    • 0

      Musste erstmal den Ahab ausm AT googlen, weil ich den nicht kannte.

      Dachte auch nur von Anfang an an den Einen..

      06.09.2012, 10:53 von halbkindmf
    • 0


      Der wird wahrscheinlich auch gemeint sein... ich probe gerade im Chor den "Elias" von Mendelson, daher der schnelle Link im Kopf.

      06.09.2012, 11:32 von LudwigMartin
    • 0

      herr s. dachte tatsächlich an kapitän ahab.


      06.09.2012, 13:35 von robert_suydam
    • 1

      die art von herrn s., von sich selbst immer als fremdkörper zu reden, geht dem halbkindmf gewaltig auf die nerven, aber da herr s. gut schreiben kann, wird halbkindmf ihn trotzdem weiter lesen. wollte halbkindmf nur mal gesagt haben.

      06.09.2012, 13:39 von halbkindmf
    • 1


      Das ist wie mit den Tags... Oder Verlinkungen zu sich selbst...

      06.09.2012, 15:05 von LudwigMartin
    • 0

      Keine Ahnung, ob es moralisch gut, ist, was in dem Text steht, aber 'richtig' ist es nicht. Richtig im Sinne einer logischen Argumentationskette.

      Die Hauptaussage:

      sollte es ein witz sein,
      wäre es ein schlechter,
      wie alle, die man auf kosten anderer macht.

      stützt sich auf sich selbst. Es ist so weil es so ist. Das ist eine ziemlich schlechte Argumentation. Die eigentliche Argumentation bei der Nächstenliebe ist doch: Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Mit der Annahme, dass die meisten Menschen so ungefähr denselben Horizont haben, wenn es darum geht, was ihnen zugefügt werden soll.

      Und in diesem Zusammenhang auf Ahab zu verweisen ist vollkommen unzulänglich. Ahab war ein Mensch, der sich alles angetan hätte, um diesen Wal zu töten. Insofern ist sein Verhalten unter der oben genannten Regel eigentlich konform. Ihm war egal, ob er stirbt, ob er leidet, weil er schon gelitten hatte. Sein einziger Antrieb war der Tod des Wals. Natürlich wird der durchschnittliche Neon-User einen anderen Anspruch an sein Leben haben, aber das macht die Argumentation nicht besser.

      Selbst wenn sie in einer total hibben Form daherkommt.

      06.09.2012, 15:13 von quatzat
    • 0


      Ist nicht die wahnsinnig tiefschürfende Philosophie hier, aber ich finde die Intention richtig.

      Es ist eine Konfrontation der Gedankenlosigkeit des atab bzw. acab-Spruchs mit Werten, die dagegen stehen.

      Da ich den Verweis auf Ahab anders gedeutet habe, müßte ich diesen Teil jetzt neu bewerten. So wichtig is mir das aber nicht und ich habe Moby Dick nicht gelesen.

      Ahab im AT war ein König, der Götzen (leere Sprüche) angebetet hat und wider die Erfahrung und besseres Wissen gehandelt hat. Da könnte man schon Parallelen zur angeprangerten Geistlosigkeit ziehen.

      06.09.2012, 15:41 von LudwigMartin
    • 0

      'Werte' sind statistisch ermittelte Konstanten. Dass die bei jedem Menschen anders liegen sollte doch inzwischen bekannt sein. Deswegen gibt es so moderne Gesellschaftsbetriebssysteme wie die Demokratie, weil die in der Lage sind (sein sollten) eine Wertebasis immer wieder neu zu definieren. Wenn auch mit ein paar wenigen Grundannahmen. Die wurden aber im Grunde _willkürlich_ festgelegt. Ja, auch die Ewigkeitsregel des GGs ist aufgrund der Kriegserfahrungen festgelegt und unterlag damit einem willkürlichen Prozess.

      Außerdem kann ich den Bezug zwischen 'haten' und Geistlosigkeit beim besten willen nicht finden. Eher einen impliziten Hatismus (wer hatet ist geistlos).

      06.09.2012, 15:52 von quatzat
    • 0

      "wer hatet ist geistlos" (oder es fehlen entsprechende Erfahrungen)

      ist durchaus eine zentrale Aussage des Textes.

      Eine, die ich richtig finde, auch wenn sie nicht argumentativ vorgetragen worden ist.

      Sie so: Haten is scheiße.

      Ich so: Jo!

      So besser? ;-)

      06.09.2012, 15:56 von LudwigMartin
    • 0

      chrchrchr

      Mit dem Ghetto-Sprech kriegt man mich immer.

      06.09.2012, 15:58 von quatzat
    • 0

      @ halbkindmf
      herr s. ist ein reines kunstprodukt, eine geschichte, die geschichten erzählt, und so spricht er eben über sich und von sich.

      das gilt auch (@ LudwigMartin) für die verwendung von tags und links. das veröffentlichen von texten und bildern im internet und abseits kommerzieller wege verlangt eben spezifische werkzeuge.

      @ quazat:

       "Keine Ahnung, ob es moralisch gut, ist, was in dem Text steht, aber
      'richtig' ist es nicht. Richtig im Sinne einer logischen
      Argumentationskette."

      nichts davon lag in meiner absicht, das moralische nicht, das richtige nicht (gibt es das überhaupt?), auch die logik nicht.
      ich sah einen spruch auf der straße, stellte mir eine intention dazu vor und der wiederum wollte ich eine alternative gegenüberstellen.
      das ist alles & es ist so subjektiv wie etwas subjektiv sein kann.


      06.09.2012, 16:54 von robert_suydam
    • 1


      nichts davon lag in  - Hr. S' Absicht - , das moralische nicht, das richtige nicht (gibt es das überhaupt?), auch die logik nicht.
      Hr. S - sah einen spruch auf der straße, stellte  - sich -  eine intention dazu vor
      und der wiederum wollte  - er - eine alternative gegenüberstellen.
      das ist alles & es ist so subjektiv wie etwas subjektiv sein kann.

      Wenn schon, denn schon. ;-)

      Außerdem war das mit den Tags und Links ein Witz, der leider technisch nicht funktioniert hat. Selbstreferenzierung geht hier nur über Umwege...

      07.09.2012, 10:35 von LudwigMartin
    • 0

      sie sind ein schlaufuchs, herr LudwigMartin, mit großen augen.
      aber weißt du - es ist ein spiel, mit perspektiven, variationen, lust & laune. spielerisches verträgt es deshalb recht gut, weil es seiner natur entspricht, auch herr s. und ich sowieso.
      der totale ernst und die feier des feststehenden details hingegen machen den buchstabenteig ganz schwer und klumpig im hirn.
      aber auch das mögen ja viele menschen, wohl weil der kopf dann der wichtigste teil des körpers zu sein fühlt.
      herr s. wünscht ihnen einen guten tag, ich dir auch & die geschichte läßt einen gruß bestellen.

      p.s.
      herr s. meinte das mit den tags und links ganz ernst, sieht darin aber keine selbstreferenzierung, sondern schlicht handwerk im virtuellen raum. deshalb hat er ihren witz wohl übersehen.

      07.09.2012, 11:04 von robert_suydam
    • 0

      Für mich sind Argumente wie '_alles_ subjektiv' und 'es ist alles nur ein Spiel' für einen Text, der offensichtlich eine andere Haltung angreift _und_ dabei noch sein eigene Haltung angreift (es ist nunmal ein impliziter Hater-Text), nur schwache Versuche, sich validen Interpretationen und Kritiken zu entziehen. Jemand, der veröffentlicht, muss sich im Klaren sein, dass er Reaktionen provoziert, die er auch zum Teil zu verantworten hat. Sich dem zu entziehen ist im Grunde asoziales Verhalten.

      Grund dafür sehe ich vor allem darin, dass es so einfach geworden ist, etwas zu verfassen und zu publizieren. Aber selbst im kommerziellen Bereich, in dem es doch noch rauer zu geht, wird inzwischen so argimentiert (s. z.B. Max Herre, der sich mit unausgegorenen Polittexten einer halbdebilen Klientel bedient und bei Kritik schnell in seinem 'Subjektivschneckenhaus' verschwindet).



      07.09.2012, 11:15 von quatzat
    • 0

      "Sich dem zu entziehen ist im Grunde asoziales Verhalten."

      welchen schuh ich mir anziehe, ist ganz allein meine sache. ich kann auch barfuß gehen, wenn ich mag.

      interessant finde ich, was du alles weißt: über den text, über den autor, über das offensichtliche und die dinge, die man muß.

      wir leben in unterschiedlichen welten,
      sie und ich und herr s.

       

      07.09.2012, 14:35 von robert_suydam
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  • 1

    cpt. ahab kam mir tatsächlich als erstes in den sinn beim lesen des titels.

    die polizisten in den ländern von willkürverliebten spitzbuben kenne ich allerdings eher so, dass sie dich freundlich und zuvorkommend für eine nichttätigkeit anhalten, mit verhaftung drohen und dich erst mit einem lächeln weiter schicken, nachdem bakschisch geflossen ist.

    trotzdem guter text.

    06.09.2012, 10:25 von H-C
    • 1

      das stimmt.
      die zwangsromantisierung der fremde um jeden preis ist sicher genauso gefährlich und falsch wie das ablehnen des fremden aus prinzip.
      aber das wäre dann auch eine andere geschichte ;-)

      06.09.2012, 16:39 von robert_suydam
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  • 1

    Die Laus und die Leber, sie passen nicht zusammen.


    Trinke einen Läuseschnaps und ärgere dich nicht. Die Leber freut sich, die Laus hat ein friedliches Ende gefunden.

    04.09.2012, 21:10 von jetsam
    • 0

      prost.

      04.09.2012, 21:13 von robert_suydam
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