farlamiedler 22.08.2018, 23:11 Uhr 21 3

Abstraktland

Und so kann ich fragen und zu den Fragen fragen haben. In Abstraktland machen diese Fragen Sinn und sind geschätzt.

 Und ich selbst in einem Denkchaos ohne Geld ohne Plan ohne Ziel ohne Wunsch. Nur der Wunsch nach Frieden und Liebe für alle. Als würde ich in einem idyllischen Wörterbuch leben und die Wörter aussuchen, die selbst in der Welt der Ideen nur als Schatten sind. Will von allen, dass sie ihren klaren Weg gehen und sich ausleben und sich überwinden und dabei Gutes tun und praktisch handeln, während ich selbst in Abstraktland rumhänge und auf einem unsichtbaren aber sehr erhabenen Pferd reite. Alle Unwissenheit und halben Gedanken untermale ich mit den Worten Frieden und Liebe. Dafür habe ich eine besonders feste und bedeutungsschwangere Stimme gefunden, die selbst die guten Beobachter in Trance versetzt. Will die Welt erkunden und frei von all den Grenzen sein, will die Menschen sehen, ohne sie zu beschriften will gern die Natur würdigen und heiligen und gleichzeitig Schüttelkaffee im Kunststoffbecher trinken. Und während ich es nervig finde, wie ich meine eigenen Wertvorstellungen keinen Tag treffe, denke ich wieder an Platon, der meint so kann man nicht glücklich werden. Ich lache aber schon jeden Tag mit meinen guten Freunden. Und eigentlich denke ich dann auch nur kurz an Platon und wundere mich eher über den Begriff „Kunststoff“. Ein Stoff aus dem Kunst gemacht wird, oder ein Stoff, der aus Kunst gemacht wurde, oder künstlicher Stoff, oder Stoff um künstliche Dinge zu kreieren, oder Kunst und Stoff, auf jeden Fall Plastik. An manchen Tagen hat der Weltschmerz nur einen gewöhnlich großen Raum in mir. An anderen Tagen wird er so groß, dass mein Kopf größer zu werden scheint und mein Körper nicht annähernd genug Platz hat für so viel Lärm. Wohin mit der Trauer, wohin mit dem Mitgefühl? Warum gibt es all den Schmerz, wenn doch fast jeder sein hohes Wesen hat, dass ihn begleitet und schützt? Woher all die Wut, wenn doch eben die Liebe und der Frieden der Grundstein fast jeder philosophischen, religiösen, politischen, gesellschaftlichen Idee ist? Und so kann ich fragen und zu den Fragen fragen haben. In Abstraktland machen diese Fragen Sinn und sind geschätzt. Man kann in dem idyllischen Wörterbuch neben der Liebe und dem Frieden auch viele andere Worte finden, die sich in der bedeutungsschwangeren Stimme gut machen. Eigenverantwortung und Selbstliebe, Gemeinschaft, Solidarität, Zeit, Verständnis, Kultur, Mitgefühl. Es ist ein reiches Wörterbuch voller Wohlklang und Überzeugung. Es ist nur manchmal zu viel Wort in Abstraktland. So bleibe ich auch oft mit zu wenig Platz in meinem Körper und einem zu großen Kopf und suche nach dem kleinen Moment in dem ich ein bisschen mehr Lachen auf dieser Welt verteilen kann.

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21 Antworten

Kommentare

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  • 2

    Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

    Erich Kästner

    23.08.2018, 21:01 von Gluecksaktivistin
    • 2

      Na dann hopp hopp. ;)

      Unbekannte Quelle

      23.08.2018, 23:43 von Freyr
    • 2

      plopp plopp


      bekannte mineralquelle

      24.08.2018, 12:20 von ga
    • 1

      So lange es keine Qualle ist - ist alles gut ga :D

      24.08.2018, 15:39 von Gluecksaktivistin
    • 2

      mineralqualle gips ga nich!

      24.08.2018, 15:57 von ga
    • 1

      :XD
      EY die haben Meeresmineralien in MASSEN. Das ist quasi Superfood sealike! Und dann das jute Wasser darin, jodiert!

      24.08.2018, 18:51 von Gluecksaktivistin
    • 1

      und wer mexikan Syle mag soll gerne auf die guten Feuerquallen zurückgreifen, da spart man sich das Chili

      24.08.2018, 18:53 von Gluecksaktivistin
    • 0

      he, sagt lieber was zu meinem Text, als darüber zu reden Quallen zu essen!

      24.08.2018, 20:47 von farlamiedler
    • 3

      he, farlamiedler, wir wollen wie du ein bisschen mehr Lachen auf dieser Welt verteilen.

      außerdem habe ich mich unten bereits ebenfalls idyllischkritisch geäußert.

      25.08.2018, 11:05 von ga
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  • 4

    mit süßem biss, ihr schönen bilder,

    hat euer gift den sinn getrübt.


    vom trug berauscht,


    vom rausch betrogen,


    in bog‘ und bausch


    von euch belogen,


    will ich, dass mord an euch verübt


    der, dessen geist ist noch verwildert.“

    fu

    aus „ich und uwe“

    23.08.2018, 16:57 von ga
    • 2

      fin fang fuum :)

      24.08.2018, 12:22 von ga
    • 3

      Pssst. Der Kommentar ist undercover. Weil da was von Bungwer steht.

      24.08.2018, 14:11 von Fin_Fang_Foom
    • 2

      der werber stellt das werben ein,

      nur neon stellt hier werbung rein.

      24.08.2018, 16:02 von ga
    • 3

      Ihr freundlicher Werbeknecht, nicht zu verwechseln mit dem freundlichen Weberknecht.

      24.08.2018, 16:16 von Fin_Fang_Foom
    • 2

      dem weberknecht und werbeknecht

      ist beinah jedes mittel recht.

      25.08.2018, 11:07 von ga
    • 0

      Skrupellos! 

      25.08.2018, 11:55 von Fin_Fang_Foom
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  • 1

    "Wir wollen auf die Sachen selbst zurückgehen."
    Edmund Husserl

    23.08.2018, 13:51 von Freyr
    • 2

      tisch, hund, furz

      ga

      23.08.2018, 16:58 von ga
    • 1

      tisch?  ...

      hund? ...

      furz? ...

      Was sind das für Sachen?



      23.08.2018, 23:40 von Freyr
    • 2

      unabstraktländische

      24.08.2018, 12:19 von ga
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