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Teil 3
Zurück zur Wohnung.
Den Blaumann anziehen, den Sprengstoff und die Zünder in der Werkzeugkiste verstauen, das Werkzeug als Tarnung drüberlegen, den Rest des Werkzeuges hier lassen.
Auf zum Restaurant.
Da nehme ich den Lieferanteneingang, Heizungsmechaniker nehmen immer den Lieferanteneingang, wer möchte schon von einem schmutzigen Handwerker belästigt werden?
Und sei es nur durch seine bloße Anwesenheit?
Mein Weg führt mich durch die Großraumküche des Restaurants.
Hektische Betriebsamkeit herrscht hier, mehrere Köche, die sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmern.
Ein Kellner, er trägt eine rote Stoffjacke, weißes Hemd und eine schwarze Hose, sieht mich und spricht mich an.
Als ich ihm sage, dass die Heizung kurz davor ist Zicken zu machen, bittet er mich, kurz hier zu warten.
Er kommt zurück, den Concierge, in schwarzer Livree, mit pomadisierten Haaren und dünnem Oberlippenbart, im Schlepptau.
Der versichert mir, dass die Heizung Tip Top in Ordnung ist.
Heutzutage ist fast jedes Gerät mit einem kleinen Chip ausgestattet. Dieser Chip überwacht die Funktion des Gerätes. Sollte etwas nicht in Ordnung sein, gibt der Chip ein Signal ab.
Das Signal wird von einem Empfänger aufgefangen, der sich in der Firma befindet, die für die Wartung zuständig ist. Die Firma schickt dann umgehend, wenn es eine gute Firma ist, einen Techniker raus, der die Sache reparieren soll.
Es gibt auch Chips, die melden sich bevor etwas kaputt geht, damit man den Betrieb des Gerätes nur minimal unterbrechen muss.
All das erzähle ich dem Concierge.
Ich füge noch hinzu, dass die Heizung, wenn nichts getan wird, in einer halben Stunde ausfallen wird und dass dann die Reparatur mehrere Stunden dauern wird, anstatt jetzt nur wenige Minuten.
Das reicht. Der Concierge kann es sich nicht erlauben, die Gäste im Kalten sitzen zu lassen, der gute Ruf des Restaurants steht auf dem Spiel.
Ein Kellner führt mich zur Heizung in den Keller.
Da steht sie. Diese kleine Heizung, die es tatsächlich schafft, das ganze Gebäude zu heizen.
Alles ohne Erdöl, sondern mit Pellets aus Hanf. Wenigsten hat man gemerkt, dass Hanf zwar keinen guten Brennwert hat, aber sehr schnell nachwächst. Es ist sehr günstig.
Der Raum ist eher klein, ich schätze vier Meter im Quadrat, und außer der Heizung gibt es hier nur unverkleidete Wände.
Die Lage des Raumes ist für mich ein wenig ungünstig, aber mit genug Sprengstoff ist das egal.
Nachdem ich dem Kellner versichert habe, dass ich jetzt allein zurechtkomme und er sich jetzt wieder seiner Arbeit widmen kann, bin ich alleine.
Ab und zu wird es einem einfach gemacht, fast schon zu einfach.
Die Werkzeugkiste wird geöffnet, der Sprengstoff wird in drei handliche Pakete aufgeteilt, und jedes wird mit einem Zünder versehen.
Nachdem ich die Pakete versteckt habe, schaue ich mir mein Werk an.
Wenn jemand genau hinschaut, findet er sie.
No risk, no fun.
Außerdem, wer schaut sich schon eine Heizungsanlage genauer an, wenn er sie nicht warten will?
Ich gehe wieder nach oben, winke einen Kellner her.
Der Concierge soll kommen.
Die Versicherung, dass jetzt alles wieder in Ordnung ist und dass es keine Rechnung geben wird, nimmt der Concierge beruflich gelassen zur Kenntnis.
Er ist froh, dass ich wieder gehe.
Mein Bourbon ruft, ich fahre für heute nach Hause.
Auf mich wartet ein Traum.
Die nächsten Tage verbringe ich mit warten.
Ich sitze in einem gestohlenem Auto unweit Alex´ Restaurant, ich warte, dass Alex kommt.
Langsam wird es ein wenig zermürbend, aber ich halte durch.
Mein Durchhalten wird belohnt.
Am vierten Tag sehe ich ihn, wie er sich von einem Portier aus dem Wagen helfen lässt.
Er ist nicht allein.
Eine hübsche Blondine im Abendkleid begleitet ihn.
Das Auto wird von einem Restaurantangestellten in Kellneruniform geparkt.
Der Sender für die Zünder liegt auf dem Beifahrersitz.
Ich schalte den Sender scharf.
Wenn ich jetzt den Auslöser drücke, fliegt der ganze Laden in die Luft.
Noch nicht.
Ich starte den Wagen und roll erst langsam am Restaurant vorbei.
Durch die Fenster sehe ich, das das Restaurant voll ist.
Noch nicht.
Ich sehe ein teures Interieur, Mamorfußboden, Marmorsäulen, gedimmtes Licht, warme Farben.
Noch nicht
Ich sehe die Gäste, wie sie sich unterhalten, viele lachen, alle sehen zufrieden aus.
Selbst die Kinder.
Noch nicht
Ich sehe, wie die Kellner sich alle Mühe geben, jeden Wunsch zu erfüllen.
Noch nicht.
Ich sehe Alexander Woodbridge und seine hübsche Blondine.
Ich beschleunige den Wagen und fahre.
Jetzt.
Als das Restaurant und mit ihm Alexander Woodbridge in die Luft fliegt, schweigt mein Gewissen immer noch.
Endlich habe ich mein Stückchen Land.
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Danke an Herbstleyd für das Korrekturlesen






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