greatbritain 31.08.2005, 10:12 Uhr 15 3

Unterwegs in Sachen Deutschland

60 Jahre nach Kriegsende befinde ich mich immer wieder im Zwiespalt, wenn es darum geht mich als Deutscher zu fühlen.

Ich reise gerne ducrh die Welt - wer tut das nicht - und ich versuche gegenueber Land und Leute immer offen zu sein, versuche mit ihnen in Kontakt zu kommen und mich mit ihnen ueber alltaegliches auszutauschen. Kurzum ueber Dinge, die ueber den Reisefuehrer hinausgehen. Ich bin gerne Auslaender im Ausland und versuche daher auch mit Deutschen weniger offensiv in Konatkt zu treten, ich halte nicht unbedingt Ausschau nach Ihnen und atme nicht erleichtert auf, wenn ich Deutsche im Ausland treffe, weil ich mich dann ja wieder auf deutsch unterhalten koennte. Vielleicht ist das ein Punkt, warum es fuer mich trotz vieler Reisen immer schwer ist (und wohl bleiben wird), mich offensiv als Deutscher zu outen. Der andere und weitaus schwerwiegendere Grund ist die immer wieder auftauchende Konfrontation mit der deutschen Vergangenheit. Im zarten Alter von 17 habe ich wohl ein wahres Trauma erlitten, als ich in einem Bus in Brighton mich mit einer Russin unterhielt, es fing harmlos an mit der Frage nach den Busfahrzeiten und gipfelte in einem wuetenden Traenenausbruch, nachdem ich die Frage, ob ich mich schaeme Deutscher zu sein, verneinte und hinzufuegen wollte, dass ich aber auch keinen Stolz empfinde.

Leicht paralysiert von diesem Ereignis versuchte ich mich vorsichtiger in England zu bewegen. Als sich ein paar Tage spaeter, eine aeltere, englische Dame auf die Parkbank neben mich setzte und mir erzaehlte, dass sie gerade am Grab ihres Bruders war, der ueber Deutschalnd abgeschossen wurde, beantwortete ich meine Herkunft ein paar Minuten spaeter mit Oesterreich (das ist nicht einmal gelogen, weil ich sogar ein halber bin). Fuer uns mag das zwar dasselbe sein, fuer die meisten Menschen da draussen ist es aber ein himmelweiter Unterschied. Und haette ich mit Deutschland geantwortet, haette ich die aeltere Dame wohl nie kennengelernt, geschweige denn, sie haette mich zum Tee eingeladen. Schade eigentlich, aber ich habe mich damit arrangiert.

Inzwischen gebe ich mich immer mit gemischten Gefuehlen als Deutscher aus und wenn ich intuitiv spuere, dass eine Konfrontation droht, weiche ich auf Oesterreich und manchmal auf Frankreich aus. Oft habe ich auch das Beduerfnis meinem auslaendischen Gastgeber Deutschland, wie es heute ist, zu skizzieren. Natuerlich aergert es mich dann, dass oft die Rede davon ist, dass wir sehr grosse Problemen mit Neo-Nazis haben. Ich versuche dann meistens ein besseres Bild von Deutschland wiederzugeben.

Und dann gibt es Tage, an denen ich mich schäme Deutscher zu sein - sie sind zwar selten, aber sie kommen vor. Das letzte Mal war erst heute. Ich besuchte das juedische Museum in Sydney und als ich meinen Eintritt bezahlte, kommt die aeltere Dame mit mir ins Gespraech. Ich meine die taetowierte Numer durch ihre weisse Bluse zu erkennen. Mir wird es das erste Mal kalt. Als sie mich fragt, woher ich komme, schaffe ich es nicht zu schwindeln, ich blicke ihr in die Augen und sage Deutschland. Sie sagt nur, ich spreche deutsch. Mir wird noch kaelter.

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15 Antworten

Kommentare

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    FREMDSCHÄMEN...

    ...ist hier doch das Stichwort. Ich finde, man muss sich nicht für das, was die meisten Bewohner des ehemaligen deutschen Reiches und deren Anführer getan haben, schuldig fühlen.

    Sich damit auseinandersetzen - JA! auf jeden Fall!

    Du schämst dich doch auch nicht für den Dieb, der gerade der Oma neben Dir die Handtasche geklaut hat! Du verurteilst ihn, hasst ihn vielleicht. Aber trotzdem war es einer, der in dieser Straßenbahnstation war, genau, wie du. Deshalb bist du nicht gleich schuld. Du kannst es nur besser machen.

    Oder?

    29.08.2008, 20:59 von v-dosc
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    das ausweichen auf frankreich ist mir auch schon mal passiert...statt scham spüre ich aber eher zorn, dass es das europäische ausland nicht immer zulässt, mich ohne ein negatives gefühl zu meiner heimat bekennen zu dürfen. nicht immer, aber es kommt vor - von menschen, die oft zu jung sind, um sich "nazi-stempel" erlauben zu dürfen.

    07.03.2008, 10:17 von Klingenfeder
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    Ich versteh ja jeden, der meint man müsse seine Herkunft nich leugnen, aber ich muss sagen, ich habe beide Erfahrungen gemacht...oft die, dass man freundlich behandelt wird und das Thema gar nicht zur Sprache kommt, aber leider auch die version:aus Deutschland und schämst du dich nicht?und von daher muss ich sagen, ich geh auch vorsichtig ran, weil die zu versuchen zu überzeugen is ziemlich schwer, und meist zwecklos...von daher, kann ich das beschriebene gut nachvollziehen...

    25.10.2007, 01:26 von paranoiderandroide
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    peinlicher artikel.

    03.05.2007, 08:06 von kairaba2
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    Ich habe bis jetzt deine Meinung u. die Texte von dir immer geschätzt......

    aber warum zum Teufel schämst du dich so sehr ein Mensch zu sein, der in Deutschland geboren ist?

    Mir treibt es echt die Galle hoch, wenn ich diesen Text lese. Ich kann die Situationen hier schon nachvollziehen,....aber verstehen kann ich sie teilweise überhaupt nicht!

    Ich habe bereits auch sehr negative Erfahrungen im Ausland als Deutscher machen müssen! Ich bin ebenfalls immer offen u. freundlich und versuche anderen Nationen u. Leuten immer höflich entgegen zu treten, weil ich eben um unsere "Vergangenheit" Bescheid weiß....

    Es ist schon traurig genug, dass man sich jedes mal als "schwarzes Schaf" fühlen muss, weil man Deutscher ist.
    Auch wenn gerade DIR das nicht gefallen wird.....aber die Engländer sind ja wohl kein gutes Beispiel dafür, was die "Freundschaft" mit Deutschland anbelangt. Gerade sie sind doch die Hassfeinde Nr. 1.
    Gerade die Engländer reiten immer noch nach über 60 Jahren auf "alten Kamellen" rum und meinen immer noch uns bluten lassen zu müssen.

    Die englische Nation ist einfach komplett intolerant und absolut verbittert,.....
    Sie geben uns "jungen Deutschen" - unserer Generation absolut keine Chance! Egal in welcher Hinsicht.
    Ich habe es selber damals 1995 beim Schüleraustausch in England erlebt! Aber darauf einzugehen, würde den Rahmen hier sprengen! Es war weitaus kein Einzelfall! Die Engländer sind gegenüber uns Deutschen immer von vorneherein negativ eingestellt und können und vor allen WOLLEN nicht vergessen!

    Mein Gott! Der 2. WK ist vorbei! Man darf das Geschehene nicht vergessen, aber man sollte es verarbeiten und nicht bei jedem kleinstem Mist wieder drauf rumreiten!
    Ich sag Dir eins.....die englische Nation ist selber schuld, dass sie von uns Deutschen nicht wirklich gemocht wird, weil sie uns absolut keinen Schritt näher kommt, sondern sich mit jedem Tag weiter entfernt!

    Ähnliche Erfahrungen hab ich auch 1998 in Prag gemacht, wo man als Deutscher oft nur schräg angeschaut und blöde angemacht wird!

    Ohne irgendeine geringste Sache "verbrochen" zu haben, wollten uns tschechische Jugendliche verprügeln, nur weil wir deutsch gesprochen haben. Sicherlich ein Einzelfall, aber so zeigt es doch, dass gerade im Ausland auch in den Schulen, das Bild vom "Bösen Deutschen" noch immer präsent ist, und auch keinesfalls Änderungen vorgenommen werden, dieses Bild zu ändern.

    Genau die gleiche Situation spielt sich in den Niederlanden ab, wo Schülern ab der 1. Klasse beigebracht u. eingetrichtert wird, dass "wir Deutschen" Schweine sind....und ehemalige Kriegsverbrecher. Das allerletzte ist sowas! Und ich rede hier kein Stuss....das ist wirklich so und wird auch noch so praktiziert!

    Ich kann deine Einstellung teilweise nachvollziehen....aber dass DU dich schämst, DEUTSCHER zu sein ist einfach nur, sorry...ich möchte dich nicht persönlich angreifen,...aber ....es ist einfach nur lächerlich und ein Witz!

    Zitat:
    "...Und dann gibt es Tage, an denen ich mich schäme Deutscher zu sein...."

    Du schämst dich doch den ganzen Text lang, in jeder Situation, dass du Deutscher bist.....
    Meiner Meinung nach solltest Du etwas mehr "Eier" zeigen und nicht so negativ sein! Sei stolz auf unser Land - und was wir nach dem Krieg alles geleistet haben!

    Stehe doch einfach dazu Deutscher zu sien! Du kannst absolut nichts dafür, dass vor 60 Jahren gehörige Scheiße passiert ist!
    Wenn alle so denken würden, müssten wir noch in 20 Jahren auf den Knien rumkriechen und um "Vergebung bitten"

    Von mir bekommt heute niemand mehr eine Entschuldigung was den 2. WK anbelangt!
    Ich habe NICHTS, absolut NICHTS mit dem 2. WK am Hut und ich muss für so eine Scheiße auch nicht gerade stehen!

    Gerade die Engländer sollten mal 2 Gänge zurückschalten und nicht so eine Dicke Lippe riskieren. Zudem gibt es in jedem Land mindestens genauso viele Rechtsradikale (Parteien) wie in Deutschland - und egal wo....dort wird es meistens toleriert! - NA GANZ TOLL!

    Und was den Nationalstolz anbelangt....was ist denn mit allen Türken, Griechen, Russen, Albanern, Arabern und weiß sonst noch mit wem!

    Alle anderen Länder und Nationen sind wie Teufel komm raus STOLZ AUF IHR LAND und IHRER HERKUNFT! Sie sind absolut rechts eingestellt....und werden total agressiv, wenn man etwas gegen ihr Land sagt....gehe mal weiter östlich....da wirst du ganz andere Erfahrungen machen, was den Nationalstolz betrifft.
    Nur wir Deutschen "sind die Blöden und Deppen!"

    Mir verbietet keiner den Nationalstolz und ich behandel alle Menschen genauso, wie sie es ebenfalls gerne hätten!

    Aber für Deutschland schämen?
    Das kann sich nur jemand, der keine Größe oder keine Ahnung hat! - Respekt gegenüber anderen Ländern ist ok....aber mehr muss nicht sein. Ganz einfach!
    Diese ganze 2. Weltkriegssache geht mir mittlerweile echt auf den Sack. Gibt es nichts anderes mehr...???

    Trotzdem schöne Grüße an dich!
    Blaumond

    11.03.2007, 03:07 von Blaumond
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    Ich gebe Eiswoelfin voll recht. Auch wenn ich sagen muß das ich es schade finde, wenn andere so reagieren. Ich selbst habe in England auf einer Sprachreise erlebt, wo uns dort englische Rechte verbal und fast körperlich angegriffen haben, weil wir Deutsche sind.

    Aber mir ist das egal. Wir pflegen gute Kontakte zu Freunden in aller Welt, wir fahren regelmäßig in Nachbarnländer bzw. irgendwohin in Europa in den Urlaub und haben nie Probleme - werden teils sogar als "Einheimische auf Ehre" angenommen.

    Ehrlich tun mir die Leute leid, die immernoch so sehr darauf rum reiten. Für die Betroffenen war die Zeit schlimm, das gebe ich zu. Aber es macht es nicht besser wenn nun 2 Generationen danach man sich immernoch dafür entschuldigen muß. Mehr als 50 Jahre nach dem ganzen.

    Wenn man sich ewig für das entschuldigt was die Vorfahren getan haben, kommt man nie darüber hinweg. Die Devise heist ja nicht Vergessen sondern Verarbeiten. Und das kann man schlecht wenns immer wieder heist "Die Bösen Deutschen"!! Andere Länder hatten genauso dunkle Kapitel in ihrer Geschichte und da dreht ihnen auch nicht permanent jemand einen Strick draus.

    Auch wenn ich keinen großen Stolz habe das ich Deutscher bin, was eher daran liegt das ich schon immer irgendwo anders hin wollte, schäme ich mich nicht dafür einer zu sein. Wer nur unser dunkles Kapitel sieht, tut mir leid für seinen eingeengten Horizont und für das fehlende Verständnis dafür was alles noch hinter "Deutschland" und den "Deutschen" steht. Nur leider merkt Mensch sich viel einfacher die schlechten als die guten Dinge.

    @greatbritain = Ich kann dich verstehen, doch steh ruhig dazu Deutscher zu sein. Und wenn jemand meint, dich meiden zu müssen deshalb, hat er deine Gesellschaft nicht verdient.

    13.01.2007, 17:17 von Aikosan
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    Eigentlich wollte ich nichts dazu schreiben, weil die ewige Diskussion darüber, daß Deutsche stolz auf ihr Land sein dürfen/können, ein sprichwörtliches Faß ohne Boden ist. Und ich dem ganzen Hin und Her, Für und Wieder, gelegentlich einfach nur Leid bin.
    Ich wohnte bis vor kurzem im Dreiländereck Deutschland, Polen, Tschechien, also direkt an der Grenze zu zwei Ländern, die stark unter den Nationalsozialisten gelitten haben. Aber in all den 23 Jahren bin ich nur extrem selten jemandem begegnet, der mich aufgrund meiner Herkunft beschimpfte und mich direkt oder indirekt zwang, mich für etwas zu schämen und zu entschuldigen, für das ich persönlich nicht verantwortlich bin.
    Warum auch? Die meisten „kleinen“ Leute, die ich über die Grenze hinaus kennen gelernt habe, hatten und haben genug eigene, gegenwärtige Probleme, als sich ständig mit diesem Thema zu beschäftigen. Und dies gilt nicht nur für die jüngere Generation, die lange nach dem Krieg geboren wurde, sondern auch für die älteren Menschen, die jene schreckliche Zeit noch am eigenen Leib miterleben mußten.
    Soweit ich die Erfahrung gemacht habe, wollen gerade die Ältere - egal ob Deutsche, Polen oder Tschechien -, die es ja noch direkt betrifft, es einfach nur hinter sich lassen. Nicht vergessen, denn Vergessen bedeutet Leugnen. Und das ist das Schlimmste, was man diesbezüglich tun kann.
    Nein, nicht vergessen, sondern einfach damit in Ruhe gelassen werden. Sie haben es auf die eine, oder andere Weise verarbeitet und sich ein neues Leben aufgebaut, daß nicht permanent von den grausamen Erinnerungen an die Vergangenheit überschattet werden soll.

    Natürlich würde es mich auch packen und mir eiskalt den Rücken runterlaufen, wenn ich besagten Nummerncode auf der Haut eines anderen Menschen eintätowiert sähe. Aber ich würde mich nicht fragen, wie konnten WIR das nur tun? Viel eher würde ich mich fragen, wie kann ein Mensch überhaupt im Stande sein, so etwas Bestialischen zu ersinnen und DAS dann auch noch ausführen zu lassen? Mit der eigenen Rasse? Mit einem lebendigen, atmendem Geschöpf, das sich genau genommen nicht im geringsten von ihm unterscheidet?
    Genausowenig würde ich mich dafür entschuldigen, daß ich zufälligerweise dem selben Stückchen Erde entspringe, wie diese... Wahnsinnigen, die in meinen Augen jedwedes Recht verloren haben, als Mensch bezeichnet zu werden.
    Jene Zeit WAR furchtbar, vor allem für die Opfer. Und nichts, kein noch so riesiger Gedenkstein, keine noch so ellenlange Entschuldigung, kein noch so falsches Mitleid, kann je die klaffenden Wunden in ihnen heilen, oder ihnen die Erinnerungen nehmen. Das will ich alles nicht leugnen. Trotzdem frage ich mich unwillkürlich, warum es immer noch Menschen gibt – vor allem Menschen, die es schon lange nicht mehr DIREKT betrifft -, die damit partout nicht ihren Frieden schließen wollen und sagen können, ja diese Zeit hat es gegeben und ja sie darf niemals vergessen werden, aber deswegen sollte die heutige Generation nicht dermaßen drunter leiden.

    Und auf die Gefahr hin, daß ich als Rassist beschimpft werde, gebe ich offen zu: ich bin stolz auf meine Heimat. Ich bin stolz darauf, daß das Stückchen Erde, auf dem mein Leben begann, herausragende Künstler, Dichter, Philosophen, Erfinder und Techniker hervorgebracht hat, die uns aller Leben bis heute prägen: Schiller, Goethe, Heine, Hesse, Kasper David Friedrich, Pückler, Einstein, Plank, Luther... (die Liste ließe sich ewig lang weiter führen) Und das in Deutschland, vor allem im künstlerischen, technischen und literarischen Bereich, Bewegungen ihren Ursprung genommen haben, die dann weltweit um sich gegriffen haben ( die bekanntesten sind wohl die lutherische Reformation und die Bauhausbewegung).

    Nur leider wird das ganz gern vergessen, wenn es um unseren Stolz, den Stolz der Deutschen geht. Statt dessen wird das dunkelste Kapitel unserer Geschichte hervor gezerrt und in den Mittelpunkt gestellt, als hätte es das Land, das wir heute Deutschland nennen, vor dem Beginn des 20.Jahrhunderts nicht gegeben und die Deutschen wären erst da geboren worden.

    Wir sind viel mehr als ein Haufen hirnloser Idioten, die blind einem wahnsinnigen Führer gefolgt sind und ganz Europa ins Chaos gestürzt haben!
    Aus diesem Grund, werde ich auch weiterhin auf die Frage „woher ich komme?“ die ehrliche Antwort geben: Deutschland.
    Und jeder, der meint, mich deswegen beschimpfen und mich verbal zu Schnecke machen zu müssen, ist mir nicht die Mühe wert, mit ihm darüber zu diskutieren. Denn er hat seine feste Meinung und wird sie wohl auch nicht ändern, egal wie lange ich rede, oder wieviel ich ihm zu erklären versuche.

    Gut, meine Einstellung mag genauso blind erscheinen, wie die Vorurteile jener, die nur an die Nazis und ihre Verbrechen denken, wenn sie an Deutschland denken. Aber ich leugne weder die Machenschaften der Nazis, noch leugne ich den Holocaust oder den ganzen verfluchten Krieg. Statt dessen versuche ich darüber hinaus zu sehen und mir immer wieder vor Augen zu führen, daß Deutsche weit aus mehr können, als Krieg zu führen.

    Und meine Erfahrung im Ausland hat mir in meiner Einstellung meistens Recht gegeben. Kein Tscheche, kein Pole, kein Slowake, kein Bulgare, kein Kroate hat mich jemals schief angeguckt, wenn ich frei heraus gesagt habe „Ja sem Némka / I’m German“, anstatt mich zu ducken, mich für mein Geburtsland zuschämen und pausenlos für Verbrechen zu entschuldigen, die ich selbst nie begangen habe. Es ist ihnen oftmals sogar vollkommen egal gewesen, solange ich ihnen und sie mir als individuelle Person sympathisch waren/sind.

    13.01.2007, 16:23 von Eiswoelfin
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      @Eiswoelfin @Eiswölfin

      Super Statement!
      Stimme dir absolut zu!!!

      11.03.2007, 03:11 von Blaumond
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    Ich bin befinde mich zur Zeit in den USA, bei einer franzoesischen Familie. Mich hat noch niemals jemand auf unsere Vergangenheit angesprochen. Das einzigste, was ich hoere, sind komplimente. Wie toll die deutsche Technik waere, die besten Autos der Welt kommen aus Deutschland.
    Ich kann das, was du beschrieben hast verstehen, aber wir sollten wirklich nicht mehr dafuer verantwortlich gemacht werden. Und so leid es mir tut, das sagen zu muessen, wie waere es einfach mal das deinem Gegenueber zu sagen?! Bei der alten Frau in Australien ist das natuerlich was anderes. Aber bei jedem anderen kann ich es nicht nachvollziehen. Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ich noch nie damit konfrontiert wurde. Ich wuensche dir mehr Mut Stolz auf deine Herkunft sein zu koennen. Seine Herkunft kann man sich nicht aussuchen und genauso wenig aendern, aber sich dafuer schaemen sollte man sich niemals. Nicht wir und nicht in unserem Alter!

    26.11.2006, 07:27 von Angela_CA
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    Ich bin gerade in Frankreich und stosse auf erstaunlich wenig Vorurteile! Allerdings hab ich auch eher mit den juengeren Generationen zu tun.
    Als ich mich mit einem aelteren Franzosen unterhalten habe sagte er zu mit, dass heutzutage ein deutscher Jugendlich nicht mit einem franzoesischem oder englischem etc. zu vergleichen sei und, dass er Angst haette, dass der Nationalsozialismus zurrueck kaeme, da die Jugendlichen nicht richtig informiert sind und sich mit der Geschichte nicht auseinandersetzen.
    Er sagte das ganz nett und grundsaetzlich hat er nichts gegen Deutsch (er ist mit einer Deutschen verheiratet) doch ich hab mich sehr darueber geaergert. Ich wurde von meinen Eltern, in der Schule und auch von den Medien sehr gut informiert und denke eigendlich, dass das in den Schulen Standart ist! Man wird doch von Informationen geradezu ueberflutet oder bin ich da die Einzige?

    02.11.2006, 23:07 von Zimtstinchen
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    während meines Auslandsaufentahlts in England sind wir mit englischen mitschülern darüber ins gesrpäch gekommen, ob wir uns schämen müssten, deutsche zu sein. sie (16/17 jahre alt) konnten nicht verstehen, dass wir immer noch damit konfrontiert werden, was die nazis (die deutschen) vor 60 jahren angerichtet haben. "What did you have to do with it?" es war ihnen unbegreiflich, dass wir als jugendliche teilweise immer noch dafür "zur verantwortung" gezogen werden und uns manchmal auch selber dafür schämen. das war für mich sehr aufschlussreich zu hören...

    ich bin eigentlich gerne deutsche, nicht stolz darauf, schmen tu ich mih aber auch nicht.
    die situation "Ich meine die taetowierte Numer durch ihre weisse Bluse zu erkennen. " würde es mir allerdings auch jkalt über den rücken laufen lassen

    23.07.2006, 15:46 von system
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