CallmeFluffi 23.11.2017, 15:40 Uhr 1 1

Mein Umzug nach Berlin

Mein Umzug nach Berlin

Über die Freude über meinen Master mischte sich auch eine gehörige Portion Melancholie, war doch das Studentenleben so frei wie schön und nun war es plötzlich vorbei damit. Was mich nach Berlin zog, war mein erster richtiger Arbeitsplatz, auf den ich mich wirklich freute, waren doch jene Kollegen im Vorstellungsgespräch schon so locker drauf gewesen.




Sonder(um)zug nach Pankow

Aber in Berlin eine kleine Wohnung zu finden, das ist sogar für einen 26-jährigen jungen Mann eine echte Herausforderung. Am Ende hat's dann doch geklappt, wenngleich es jetzt noch nicht sicher ist, dass ich die Einzimmerwohnung im "Prenzlberg" länger als ein Jahr mieten kann. Auf den Umzug habe ich mich gut vorbereitet, denn viel Erfahrung habe ich damit noch nicht. Aber ich habe ganz liebe Eltern, die mich immer gern unterstützen. Meine Mutter hat endlos Kisten mit diesem ganzen mehr oder weniger wichtigen Kleinkram wie Tassen und Teller, Besteck und Kissen und so weiter gepackt. Und mein Vater hat sich sofort dazu bereit erklärt, mich und dieses ganze Geraffel mit seinem Transporter nach Berlin zu karren. Wie er eben so ist, hat er für mich noch eine Kiste mit Nägeln, Schrauben und ein paar wichtigen Werkzeugen ins Auto gelegt.
Die Fahrt von Hannover nach Berlin war total easy, wir sind prima und schnell durchgekommen, aber dann in Berlin. Es war schon 15:30 Uhr geworden und der Berliner Berufsverkehr entfaltete so richtig die dunkle Seite der Macht. Im Stau wird mein Vater immer kribbelig ohne Ende und dennoch erreichten wir unsere Zielgerade, die Metzer Straße. Da stehen schöne, alte, große Wohnhäuser und direkt vor ihnen sind viele Parkplätze ausgebreitet, aber nehmen darf man davon keinen, es sei denn, man ist dazu bereit, für den Parkscheinautomaten tief in die Tasche zu greifen, was ich dann auch tat, um in Ruhe das Auto entladen zu können.

Wir haben doch an alles gedacht, oder?

Da es mein Vater ziemlich im Kreuz hat, habe ich die Sache so organisiert, dass ungefähr gleichzeitig ein paar Freunde eintrafen, um beim Hochtragen zu helfen. Die Einraumwohnung war gar nicht so klein, handelte es sich doch um einen Altbau mit Stuck an der hohen Decke, die dem Raum angenehm Luft zum Atmen gab. Wie wir so emsig am Auspacken waren und schon das Bett zusammenschraubten, sagte mein Vater, dass er in dieser Düsternis die Anleitung einfach nicht lesen kann. Mach doch einfach Licht an, sagte ich und mein Blick schweifte lange suchend an der Zimmerdecke umher, wo einfach keine Lampe zu finden war.

Draußen fing es langsam an zu dämmern und es gab noch viel zu tun in der lichtlosen Wohnung. Zwar hatte mein Vater noch eine Hängelampe eingepackt, aber eine große Leiter hatte nicht mehr ins Auto gepasst. An die beliebte wie wackelige "Stuhl-auf-Tisch-Methode" war bei mehr als vier Meter hohen Räumen nicht zu denken. Also, was nun?
Gott sei Dank hatte ich noch meine Stehlampe mit eingepackt. So konnten wir das Zimmer ausleuchten und den Aufbau fortsetzen.
Am Abend waren wir fertig mit Aufbau und sind danach noch etwas durch den Kiez gezogen und am Helmholtzplatz in ein Bar gegangen. Berlin ick liebe dich.

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