Spaetsommerliebe 09.12.2017, 00:44 Uhr 20 0

Berlin

Überleben in der Stadt der Freiheit.

Es regnete. Fest prallten die Tropfen auf den Asphalt. Ein Regenbogen war zu sehen. Doch es war nur eine Werbetafel. Wir rannten der East Side Gallery entlang. Die Nacht war dunkel. Nur frei sein wollte ich. Dazu war ich hier in Berlin. Das Gefühl der Freiheit, das empfand ich im alt gewordenen Hipster-Quartier Prenzlauer Berg. So sein wie ich bin konnte ich fast nur hier.

Das Erwachen am Morgen im weissen Schlafzimmer mit endlos hohen Wänden. Das Licht, welches mittags durch die Fenster drang. Direkt in mein Gesicht. Ein Augenblick hatte ich, bis ich begriff dass eben schon Mittag war. Hier braucht ich kein Gewissen zu haben. Hier konnte ich eben sein wie ich immer war. Und dann immer „morgens“ in die neuseeländische Bäckerei für Pie und Kaffee. Hiddensseer Strasse. Einfach the Best. Um die Ecke auch der berüchtigte Mauerpark und das Kaffeehaus ANNA BLUME wo sie mich tatsächlich als Berliner Harzer abstempelten. „Alter ick bin ein Tourist!“. 

Herrlich war auch das Limo-Bier auf der Neukölner Dachterrasse im Klunkerkranich. Und unten warteten die Türken mit ihren Taxis. In denen lief immer türkischer House. Im Hintergrund die Tempelhofer Freiheit, aber ohne Skateboard leider nicht so geil.

Gleich um die Ecke bei Five Elephant in Kreuzberg gibt’s den Orgasmus-Cake. Cheesecakes einer anderen Liga in einem Hipsterkaffee, voller in Schwarz gekleideten, intellektuell aussehend wollenden, „Menschen“. Der neuste Trend. Ein kleiner Hund. Natürlich auch in schwarz und immer und überall mit dabei soll er sein. Im Görli ging ich anschliessend Drogen dealen. Aber nur kleine Mengen. Ach und wo wir schon dabei sind. AMAR, ein solider, wenn auch kommerzieller Inder. Doch ich weiss, irgendwo gibt es einen noch besseren Inder, ein noch besseres Kaffee. In dieser Stadt quält einen das ständige Gefühl, dass irgendwo noch was Besseres auf einen warten würde. Man verspürt den ständigen Drang. Der Drang des Lebens. 

Die wilde Renate am Ostkreuz war auch nicht schlecht hinsichtlich Elektrowelt. Aber das Gebäude bricht wohl bald in zwei und alle tanzenden Hipsters ziehen heim. Dort gibt’s auch den aus Williamsburg stammenden Wahrsager der gerne Scheisse labbert. Natürlich hab ich den bezahlt. Mitleid. 

By the way, URBAN OUTFITERS is one oft he Best in Sachen geile Jeans für Frauenbein. Und dieses schwingt man dann zu 80er im SO36 mit Atze&co. Hoho. Am Tage lässt man sich inspirieren von den ehemaligen Stasi Gebäuden in Friedrichshain. Welch klotzige Baukunst.

Und zu guter Letzt sollte man niemals das Apéro sur le balcon vergessen. Mit FRED Zigaretten und BIO Chips, weil BIO ist so günstig hier. 

Und immer wieder komm ich zurück in diese Wohnung voller Licht. Irgendwann für ne längere Sicht.

20 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Ich finde Berlin garnicht mal so geil. Manchmal isses ganz nett, je nachdem wo man ist, aber ganz sicher nicht so toll, wie viele denken.

    11.12.2017, 11:05 von chiral
    • 1

      Es ist schon bereichernd und besonders, ich mag es sehr gern. Die Stadt kann mit sehr vielem begeistern und ist so wandelbar wie keine andere deutsche Stadt. Nirgends kannst du dich so ausprobieren und verwirklichen wie in Berlin- mit der richtigen Power.

      Als Tourist kann man nicht einschätzen, wie sich das Leben dort anfühlen kann. Es ist wichtig, dass man ein sicheres, gefestigtes Netzwerk hat und seine nötigen Ruhepole findet. Nur so kann man die Fülle, den Lärm und den ständigen Wandel kompensieren.

      11.12.2017, 12:30 von Tora
    • 3

      Fast wie in Bielefeld...

      11.12.2017, 16:26 von sailor
    • 0

      "Als Tourist kann man nicht einschätzen, wie sich das Leben dort anfühlen kann"

      Aehm, meinst Du? Ich kann mir nämlich sehr, sehr viel vorstellen und bin begabt darin Dinge einschätzen zu können...^^

      12.12.2017, 10:05 von chiral
    • 1

      Ach dann haben wir ja ähnlich tolle Talente. :-D


      Ähm, ich dachte, es ist schwierig als Tourist, der nicht in einer großen Stadt lebt.. kann natürlich auch falsch liegen mit meiner Annahme.

      12.12.2017, 13:21 von Tora
    • 0

      Passt schon...^^

      12.12.2017, 13:23 von chiral
    • 0

      Kommt ihr erstmal nach Bielefeld...

      12.12.2017, 13:23 von sailor
    • 0

      auf welches Feld? ;-)

      12.12.2017, 13:26 von Tora
    • 0

      Bielefeld ist doch da, wo man zwischen der Stadt und der Autobahn so lange über Land fährt, oder?

      12.12.2017, 13:47 von chiral
    • 0

      Nee, das ist Salzwedel...
      ^^

      12.12.2017, 14:13 von sailor
    • 0

      @tora
      ;)

      12.12.2017, 14:19 von sailor
    • 0

      hehe.. naja, komischer Name.

      Wie klingt das denn?
      "Liebefeld". Wenn man ein Bett so nennt, ok.. statt Spielwiese. Ansonsten kann das ja echt alles mögliche bedeuten. Alles, worauf sich geliebt wird eben.

      12.12.2017, 14:32 von Tora
    • 0

      Naja... Das aus Bielefeld durch einen kleinen Buchstabentaus 'Liebefeld' wird, fanden anscheinend einige ganz sweet... Gibt inzwischen ein eigenes Stadtmagazin.

      12.12.2017, 14:58 von sailor
    • 0

      ach soooo. zu schnell geguckt und übersehen..

      ja, ein bisschen witziger und sweeter wird's damit schon. Trotzdem klingt es unharmonisch ;-)

      12.12.2017, 15:02 von Tora
    • 0

      Das macht nichts...

      12.12.2017, 15:03 von sailor
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  • 1

    Ein ordentlicher Klischee-Text.

    09.12.2017, 14:21 von mirror87
    • 0

      Immerhin ordentlich.

      09.12.2017, 14:27 von Fin_Fang_Foom
    • 0

      Yes yes.

      09.12.2017, 16:28 von mirror87
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  • 5

    Man verspürt den ständigen Drang. Der Drang des Lebens. 

    Irgendwann spürt man, dass er immer stärker wird, der Drang des Lebens. Daran merkst du dann, dass dir innerlich etwas fehlt, ganz schön viel vielleicht sogar.
    Die Fülle Berlins kann erdrücken.

    09.12.2017, 09:57 von Tora
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  • 0

    Jooo...

    09.12.2017, 09:19 von sailor
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