stereoG 13.10.2008, 22:25 Uhr 10 9

Verstehen Sie Spaß?

Reallife is stranger than fiction.

Mal wieder Samstag kurz nach sechs. Ich hetze durch die ganzen Scheißfamilien, die sich gegenseitig ein intaktes 0815-Leben vorgaukeln und einmal im Monat „am Samstag in die Stadt fahren“ mit der ganzen Familie, d.h. generationgolfmäßig mindestens zwei Kinder.
Mit denen wird dann schön Händchen haltend, um der Welt da draußen zu signalisieren, was für eine Bilderbuchfamilie man doch ist, die gesamte Breite des zu belaufenden Weges eingenommen und das einzig und allein, um mich, ja mich, zu nerven, weil ich um an denen vorbei zu kommen, auf den Fahrradweg ausweichen muss, was wiederum zur Folge hat, dass mich eine Fahrradfamilie, die dem einmal-im-Monat-in-die-Stadt-fahren zusätzlich die „Deutschland bewegt sich“-Komponente hinzugefügt haben und in der aktuellen Outdoor-Kollektion für Geoökologen und gleichfarbigen Fahrradhelmen, denn alles für die Sicherheit, auf dem Weg zum ethisch korrekten Veganerladen unterwegs sind, da zur Feier des Familientages auswärts diniert wird. Konsequenterweise pflaumt mich der Diplom-Geophysiker gleich mit dem Hintergedanken an, vor seinen Sprösslingen als Respektsperson dazustehen.
„Halt die Fresse! Ich hab Termine.“ kontere ich, obwohl ich sein Gestammel eh nicht gehört habe, da die Stöpsel von meinem mp3-Player noch stecken und ich die bestimmt nicht für so eine Lappalie rausnehme.
Gefühlte einhundertdreiundsechzig Hassanfälle später bin ich dann endlich am Lidl, dem Ziel meiner Jagd angekommen. Viertel sieben sagt die Uhr im Center, als ich mich durch die Massen winde, die Treppe runter, wo natürlich eine lahmarschige Rentnertruppe vor mir die Treppen herunter schleicht, die ich nicht überholen kann, weil auf der Gegenseite die Jugendgang unter lautem Getöse die Treppe hochchillt. Wieder geht mir also kostbare Zeit flöten.

„Selbst Schuld G., du kennst doch das Spiel, denn du spielst es jeden zweiten Samstag aufs Neue.“ denke ich und begebe mich auf die gedankliche Fehleranalyse. Erster Fehler: gestern zu lange und zu viel geballert. Folge: Heute erst gegen drei aufgestanden und anstatt sich gleich unter die Dusche zu schwingen, wird erstmal ins Wohnzimmer gewechselt, um am Videotext Bundesligakonferenz für Ganzarme zu erleben und zum Wachwerden eine kleine Runde zu Couchen.
Zweiter Fehler: Anstatt sich an Vorsätze zu halten, wie „In der Halbzeit gehe ich Duschen und zur 60. Minute mache ich mich auf die Socken, um den Wochenendeinkauf zu erledigen.“ wird sich zwar vom Sofa geschält, aber nur um zum Computer zu laufen und dort die üblichen Onlinesachen zu machen, aber das Bad liegt ja genau gegenüber, also stimmt zumindest die Richtung. Und so geht das weiter bis gegen 17:25 die Endergebnisse feststehen. Noch eine schnelle Fluppe auf dem Balkon geschmökt, danach duschen und gegen 6 endlich auf dem Weg zum Wochenendeinkauf.

Endlich am Ende der Treppe angekommen werden die Rentner weggerempelt, die sich genau am Eingang sammeln und vor seniler Unsicherheit nicht wissen, ob sie jetzt links oder rechts abbiegen sollen und was eigentlich das Ziel war, denn sie haben es vor lauter Konzentration auf die Aufgabe der unfallfreien Bezwingung der Treppe vergessen. In diesem Augenblick wünsche ich mir ein dunkler Jedi zu sein, der dank der Macht einen elektrischen Blizzard in die Rentnerhorde jagt und den Weg zum heutigen Endgegner ebnet.
Zwischen mir und dem erfolgreichen Abschluss meiner Einkaufstortour steht er – der Pfandflaschenannahmeautomat, doch er kämpft nicht alleine. Jedes verschissene Wochenende aufs Neue tummelt sich eine illustre Schar von Pfandjunkees vor ihm und das meist folgende kann einfach nicht real sein, da muss irgendwas dahinter stecken. Da hab ich eine Bestleistung trotz mehrfachen Torpedierens durch die allgemeine Bevölkerung hierhin gelegt und nun stehen vier Teams vor mir, die eine nicht unerhebliche Menge von Pfandflaschen mit sich führen.

Team eins besteht aus zwei Altschwuchteln, die eine hinreißende Performance abziehen, da es wohl ausgerechnet in dieser durchaus privaten Atmosphäre Gründe gab einen Beziehungsstreit von Zaun zu brechen. Warum ich das weiß? Zu allem Überfluss tritt in solchen Situationen der Klassiker ein – Batterien alle. Also ungefilterte Rezeption des Szenarios. Die Beiden streiten sich nun in einem nicht zu verstehendem Gelispel, doch schieben sie wenigstens dabei abwechselnd, wie romantisch, ihren Schloss-Alt Verbrauch der letzten Woche in das schwarze Loch. Nein! Warum hört der auf? Warum hört der Eine auf mit Reinschieben und fängt an mit der Flasche vor dem Gesicht des Anderen rumzufuchteln? Ich halluziniere, dass aus dem schwarzen Loch des Automaten ein Tentakel rausschlängelt und die Schwuchtel hineinsaugt und mir das später auf meinem Bon gutgeschrieben wird. Ah, der Keim hat aufgehört und langsam werden sie fertig, aber die echauffieren sich immer noch und verraffen es, den Bon zu ziehen und sich zu verpissen.

Auftritt Team Zwei, Pöbelrentner ungefähr 112 Jahre alt, der einen Schwächeanfall simuliert und seine Gehhilfe auf die Knöchel der Beiden brettert. Na endlich, denkt der restliche Pfandmob und fokussiert seinen Hass auf das nächste Opfer, dass abgeben will. Auch wenn der Opa eben noch ein paar amüsante Verbalinjurien in Richtung der Schwuchteln abgelassen hat, jetzt ist er fällig. Obwohl er nur zwei Bierflaschen abgeben möchte, dauert das ewig. Der zittert sich einen ab und wird immer nervöser, weil er die vernichtenden Blicke der Geier aus dem Hintergrund in seinem Nacken spürt. Zur Krönung des Ganzen, ist seine letzte Flasche keine Pfandflasche. Piep, piep. Ein offizieller Text auf dem Display des Automaten erscheint, dass dieser Flasche der Zutritt verwehrt wird, was der Opa mit grauem Star nun versucht zu entziffern. Natürlich hab ich gleich gesehen, dass das nix wird mit dem Grünen Punkt, wie sicherlich die anderen auch, aber wir kosten die Pein des Opas voll aus.
Kurz vorm Zusammenbruch entscheidet der Opa den Bon zu ziehen und kulanter Weise die Flasche Team Drei in die Hände zu drücken, welches aus drei Mitgliedern der rumänischen Pfandflaschensammelmafia besteht, die die Flasche dem Opa postum hinterherwerfen und ihn mit irgendwelchen Flüchen belegen.
Die Bonzenmutti, welche mit ihren zwei Goldkindern Team 4 bildet, meint zu ihren Kindern, dass der alte Sack hoffentlich bald abkratzt, ist ja unerhört, was sich diese Rentner einbilden zur Rushhour einkaufen zu gehen, die haben ja schließlich den ganzen Tag Zeit. Leider begehe ich den Fehler ihr anerkennend zuzunicken und die Augenbrauen in Verschwörermine hochzuziehen und ein „Jawohl!“ zu brummen. In der Zwischenzeit haben die Rumänen, Vater und Mutter nebst Sohn, der anscheinend powered by Patex ist, den ersten Sack von fünf weiteren geschafft zu entleeren. Da die Masse des Pfands aus dem Müll gezogene Bierflaschen einer Parkpennergemeinde sind, entfaltet sich ein Aroma, das sich mit den Ausdünstungen der Wartenden, dem Elektrosmog des Automaten und den umliegenden Fressbuden verbindet.
Und genau in diesem Moment entscheidet der Automat, dass er voll ist, um dem Geschehen die Krone aufzusetzen. Es entlädt sich ein mentaler Orkan voller Hass auf die Rumänen. Mit den Blicken könnte man die Alpen pulverisieren. Ist ja klar, dass die mit ihrem verdreckten Flaschen, dass Lesegerät beschmutzt haben oder den Behälter zum Überlaufen gebracht haben. Die Rumänen, sind wohl noch nicht soweit integriert, dass sie die Nonverbale Kommunikation des Automaten gekonnt ignorieren, der unter gar nicht mal so leisem Gepiepe und Stopp-Zeichen senden, eine Schaffenspause einlegt. Unter Gewaltanwendung pressen sie ihre Flaschen weiter in den Einfuhrschacht bis ihnen die Bonzenmutter ein „Sind sie dumm?“ an den Kopf wirft. Stille bis auf das Piepen.

„Das ist kein Problem. Ich kenne das. Der Automat sendet sofort ein Signal an das Personal. Die werden das Problem gleich lösen. Nur die Ruhe. So eilig haben wir es ja nicht.“ versucht ein Gutmensch auf den billigen Plätzen zu vermitteln. Na klar, du Lurch. Das verschissene Signal besteht lediglich aus einer Lampe, die ohne Ton über den Kassen blinkt und da ist natürlich trotz des totalen Einkaufs jeder Mitarbeiter erpicht, den lieben Kunden am Pfandautomat behilflich zu sein und von wegen keine Eile, du Penner, denke ich. Gleich dreiviertel Sieben. Ich hab also die Sportschau verpasst. Doch bevor mich die pure Resignation befällt, zücke ich mein Mobiltelefon und hoffe auf Anwesenheit meiner WG-AtzenInnen. Jawohl, die schmeißen gleich den Videorekorder an und ich hoffe, dass das Herthaspiel nicht das Erste war.

Nach zehn Minuten ist natürlich immer noch kein Personal aufgetaucht und die Bonzenmutti belegt nun die Rumänen, ob sie denn nicht die Güte hätten mal an der Kasse zu fragen, wann denn endlich mal Hilfe antanzt. „Hm?“ und Gesten die klarmachen, dass unsere rumänischen Freunde der deutschen Sprache nicht so mächtig sind. Bemitleidenswerten Blickes wendet sich die Bonzenmutti an meine Person. „Gehen Sie mal rein und fragen was los ist. Ich muss auf meine Kinder aufpassen.“ Verarschen kann ich mich alleine. Auf ihre Kinder aufpassen sah die letzte halbe Stunde ungefähr so aus: Sie telefoniert bis auf kurze Pöbeleinlagen mit irgendjemanden in einer nicht mehr feierlichen Lautstärke und um ihre Kinder kümmert sie sich einen Scheiß. Phasenweise waren ihre „kleinen Engel“ zehn Minuten irgendwo in dem Center unterwegs und sie zog sogar zwei falsche Kinderlein an den Ohren vom Fahrstuhl weg.

Auf dem Weg mich bei den Kassierern unbeliebt zu machen, denke ich, dass sich, wenn ich der hässlichen Kassiererin an der ersten Kasse auf die Schulter tippe, bestimmt Frank Elstner umdreht und mir „Herzlich Willkommen bei ‚Verstehen sie Spaß?’“ freudig entgegenposaunt. Es folgt eine Nahaufnahme meines sicherlich fröhlichen Gesichtes und im wieder Wegzoomen erfolgt der Cut ins Studio, wo ich zwischen dem senilen Großknecht der Samstagabendunterhaltung und Mario Barth sitze, der als Promiauftritt den Automaten spielte. „Kennste, kennste, hast dich ja anjestellt wie meine Freundin, wenn se die Batterien inna Fernbedienung wechseln will. Hahahahaha.“ haut mir der Penner auf die Schulter. In diesem Augenblick reiße ich meine Sachen vom Leib und springe nackt mit einem Sprengstoffgürtel bewaffnet in die Mitte der Spaßmacherrunde und rufe: „Hey, keine Panik. Der Sprengstoff ist nur aus Plastik.“

Natürlich ist das mit „Verstehen sie Spaß?“ Schwachsinn, denn dann wäre das Elend ja vorbei, aber nein, der Automat zickt immer noch rum und ich hab es endlich geschafft mein Anliegen vorzutragen. Es ist wohl schon jemand auf dem Weg, dass zu klären. Also gehe ich zurück zur Schlange, um mich hinter den Rumänen und der Mutti wiedereinzureihen, da hat sich doch so eine kleine dreiste F. vorgedrängelt und will mir weismachen, dass ich mich hinten einzuordnen habe. Für diese Notfälle habe ich immer ein kleines CS-Spray in Petto und zücke es: „Du willst mir also meinen Platz wegnehmen?“ Komisch, dann war es auf einmal nur ein Scherz und ich stehe wieder an bekannter Stelle.

Nach weiteren zehn Minuten in denen immer noch nichts passiert ist, schiebt mir die Mutti ihre Bälger zu und geht jetzt selbst los, den Angestellten einen Einlauf zu verpassen. „Verbrecherbande. Ich habe meine Rechte. Der Kunde ist König.“ hören wir trotz Glasfenstern und solidarisieren uns gegen die Lidl-Unterdrücker und als dann die Mutti mit einer Angestellten zurückkommt, ist der Mob kurz davor „Hoch die Internationale Solidarität!“ zu skandieren.
Die Alte verströmt überhaupt keine Lust auf Automat reinigen und beschränkt ihre einzige Handlung darauf kurz am Auffangbehälter zu rütteln und zwei Knöpfe zu drücken. Ich lege ihr nahe, dass sie lieber gleich das komplette Programm durchziehen soll, ansonsten würde der Zähne knirschende Pulk der Pfandjunkees kurzen Prozess mit ihr machen. Doch das bockt sie keinen Meter und geht erstmal in die Pause. Team Drei schafft es ohne größere Komplikationen seine Säcke zu entleeren und verschwindet mit einer sicherlich dreistelligen Zahl auf dem Bon in den Supermarkt.

Mittlerweile ist es nach sieben und die Mutti ist auch schon fertig, so dass ich endlich dran bin. Gekonnt ignoriere ich die bösen Vibes, die die hinter mir stehenden Kunden in meine Richtung projizieren. Die erste Flasche wird angenommen und dann kommt auch schon das liebreizende Signal, dass wir schon von den Rumänen kennen. Ich springe wie ein Panther zur Kasse und drohe mit gezücktem CS-Spray, dass hier gleich ein Donnerwetter losgeht, wenn der Scheißautomat nicht innerhalb der nächsten Minuten reibungslos funktioniert. Irgendwann, nach dem sich alle Wartenden mit Zynismus und Systemkritik arrangiert haben, taucht die schon vorhin gar nicht mal so motivierte Schnalle auf und macht jetzt das, was ihr schon vorher aufgetragen wurde. Es liegt Gewalt in der Luft und ein Chor aus Knurren und Knirschen begleitet jede Bewegung der Angestellten, die wahrscheinlich denkt, auf einem Lehrgang zu sein und alles in Slowmotion vollführt. Ich weiß nicht mehr wann sie fertig geworden ist, aber innerlich gebrochen, schiebe ich nach und nach meine Flaschen ein oder zumindest habe ich es vor, denn der Automat mag meine wohl nicht und akzeptiert nicht jede, die wieder ausgespuckt werden. Es klatscht eine Tüte voller Flaschen an meinem Kopf vorbei, als ich es wage eine nicht geduldete Flasche ein zweites Mal in den Schacht zu führen. „Fuck you all!“ raste ich im Christini-Style aus und greife mir den erstbesten Knecht und demoliere den Automaten mit dessen Kopf.

Drei verschissene Flaschen hat der Automat berechnet. Die restlichen Neun wollte er nicht, ich schiebe Hass und werfe sie weg, wo sie von den Rumänen, die gerade von der Kasse ihren horrenden Gewinn abgeholt haben, eingesackt werden.
Beim Einkauf versuche ich Zeit gutzumachen, um wenigstens das Topspiel in der Sportschau noch sehen zu können, was bei einer Nettozeit von einer Minute und vierundzwanzig Sekunden für die Abarbeitung meines Zettels eigentlich klappen sollte.
„Willst du mich heiraten?“, „Tor 3 oder der Umschlag?“ oder „Du musst dich entscheiden, wenn unsere Beziehung eine Zukunft haben soll: Samstag Mittagessen mit meinen Eltern oder deine dämlichen Freunde beim Herthaspiel?“. Alles harmlose Entscheidungen, denn die Wichtigste lautet, welche Kasse ist die schnellste. Manche Leute sagen, dass man eh die Falsche wählt, doch das kann ich mir nicht erlauben. Also gehe ich nach fixer Analyse der Situation zur zweiten Kasse, da vor mir nur einige Wenige ohne Körbe stehen. Ich hieve meine Waren aufs Band und es kommt wie es kommen muss.
Erst muss die Kassenrolle gewechselt werden, was nach einem anstrengenden Arbeitstag für die Kassiererin auch mal drei Minuten dauern kann, danach muss der Ökokasper, der mit Bezahlen dran ist, seine einzelne Selleriestaude auch noch mit Karte bezahlen, das Ganze inklusive Falscheinschieben der Karte und zweimaligen Vertippen der Geheimnummer, bis er merkt, dass er ja die andere Geldkarte braucht. Arg, ich starre diese Stange Pisse an in der Hoffnung, dass er auf der Stelle in eine Parallelwelt verbannt wird, wo er wie Prometheus gequält wird.

Ich rotiere in der Schlange und schiebe bewusst Streit suchend meinen Wagen ganz fies in die Fersen der vor mir stehenden Öko-WG, welche die Zeichen der Zeit aber nicht zu deuten vermag und die von mir erhoffte Kettenreaktion ausbleibt. Die eine Kuh frisst einen Kohlrabi roh und veranstaltet dabei ein widerliches Schmatzkonzert. Vor meinem inneren Auge ramme ich ihr meine Stirn auf Nasen- und Jochbein, welche in einem für mich fantastischen Sound bersten. Doch in der Realität hyperventiliere ich nur um die letzten Augenblicke dieser Tortour zu überstehen und um den Gestank zu verdrängen, der von den beiden Ökoweibern ausgeht.
Nachdem alle ihre ethisch sauberen und von glücklichen Pflanzen entnommenen Gemüsepartikel über den Scanner gerutscht sind, muss die Kohlrabikuh auch noch alles genau auf dem Kassenzettel kontrollieren bevor bezahlt wird.
„Ey, die Schalotten waren aber als Sonderangebot gekennzeichnet. Anstatt 1,99 haben Sie 2,19 boniert. Ich verlange den Marktleiter zu sprechen.“ Ich will ihr mein Sonderangebot – Skalpierung für umsonst – gerade anbieten, da fangen die Ökokühe an muhen, dass sie in diesem Laden nichts mehr kaufen und hauen einfach ab, so dass meine Rachegedanken ein abruptes Ende nehmen. Die Kassengrazie benötigt noch fünf weitere Minuten, um das Zeug zu verstauen und nach einem Storno zu krähen.
Zu Tränen gerührt, dass meine Leiden endlich dem Ende zu gehen, möchte ich ihr einen „Guten Abend“ wünschen, da steht die einfach auf und wird durch die hässliche Kassiererin ersetzt, die ich im Rahmen der Verhandlungen um den Automaten schon beleidigt hatte. Und wie Elefanten nun mal so sind, entlarvt sie mich sofort und lässt mich weiter schmoren. Nach dem Einpacken sprühe ich eine ordentliche Ladung CS-Gas in den Lidl und krakeele „Gott wird euch Schweine bestrafen“ und simuliere hysterisches Gekicher.

Ich habe unter elendigen Qualen meinen Wochenendeinkauf erledigt, also kann ich mich noch eine Runde beliebt machen und schubse ein Rentnerpärchen in die Automatenwartenschlange, der mal wieder seinen Geist aufgegeben hat. Es kanalisiert sich nun der Frust der Leute heraus und es entwickelt sich eine mittelgroße Schlägerei in der ich gelegentlich fiese Schwinger aus der zweiten Reihe lande, bis die Cops die Party sprengen und mit einer Hundestaffel und eigenem Tränengas die Pfandjunkees trennen.

Als ich schweißgebadet zu Hause ankomme, läuft eben die Tabelle und dann ist die Sportschau zu Ende. Ich blicke meine Mitbewohner an, ob Hertha als Erstes gezeigt worden ist, denn dann wäre die Aufnahme auch fürn Arsch. Nee, war das zweite Spiel, antwortet man mir, doch war das Videotape nicht zurückgespult, so dass die Aufnahme erst in den letzten zehn Sekunden startet. Ich könnte weinen. Als ich meine Taschen durchwühle, ziehe ich den Pfandbon hervor, den ich vor lauter Ärgerei nicht abgegeben habe.

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      @[Benutzer gelöscht] Nö, war Absicht.

      16.10.2008, 12:07 von stereoG
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    hmm, also ich finde die ansätze gut, aber dein stil ist zu schwach, um dass dann wirklich unterhaltsam rüberzubringen. es scheint als hättest du alles 1-1 aus deinem sprachgebrauch übernommen ohne zu berücksichtigen, dass es vielleicht besser ist, es als gelesenen text etwas zu schleifen, auch auf der erzähl-ebene.

    falls du den nochmal überarbeitest kann ich mir vorstellen, dass ich ihn dann empfehlenswert finde.

    15.10.2008, 12:24 von MisterGambit
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      @MisterGambit ja, das ist dann wohl deine Meinung. ich weiß nicht, ob bei einem Schliff, mein Ekelhasstrip noch vollens zur Geltung kommen würde. Mit genügend zeitlichen Abstand lese ich nochmal drüber und schaue, wo, wenn ich wollte, etwas ändern könnte. Ist es jetzt eher auf die verwendeten Worte bezogen oder auf die Megaschachtelsätze oder zu viele Stilmittel, die ihm Lesefluß stören?

      15.10.2008, 13:45 von stereoG
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      @stereoG es ist eher die wortwahl.

      15.10.2008, 20:15 von MisterGambit
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    Ruhig Brauner *brrr*

    Ich weiß ja nicht, wo Du wohnst (DEIN Glück, sonst wär Dein Kuchen in Gefahr...) aber DAS kannste nur in der Provinz abziehen...

    Zum Einen ist Sa. 18:15 in einer RICHTIGEN Stadt noch lange kein Grund zur Beunruhigung, weil die Läden nämlich mindestens bis 8 auf haben.

    Zum Anderen würdest Du mit DER Art und Weise z.B. in Berlin nicht alt werden. Da würde Dir schon der Geo-Papa für so'n Spruch freundlich aber bestimmt eins auf die Fresse geben. Von den Killerbrigaden der Grauen Panther mal ganz zu schweigen.

    Vielleicht solltest Du ein klein wenig an Deinem Timing arbeiten - eher aufstehen bringt schon mal viel Zeit, ruhig bleiben erhöht die Lebenserwartung ungemein.
    Und gelegentlich ist es ganz praktisch, auch mal aus dem ARSCH zu kommen - das allerdings ist nicht einfach, ich weiß... ;-)

    Als ich den Text gelesen hab, hab ich vor meinem inneren Auge Hennes Bender auf der Bühne toben sehen - passt die Beschreibung? DANN wärs lustig...

    @RedSonja - sag Bescheid, wenn du Deine Truppe los schickst, ich mach mich dann mit den Cleanern auch auf den Weg. (Dass man aber auch IMMER hinter Dir her räumen muss ... ach KIND .... *ts*)

    14.10.2008, 15:57 von akmsu74
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      @akmsu74 Jo, Provinz stimmt, wenn ich zu hause in Berlin-City unterwegs brauch ich nicht zu hetzen, da ick tausend Spätis um die Ecke habe. Und den Geopapa flex ich in Berlin ohne Grund vom Fahrrad.
      Ick pöbel nunmal gerne und bitte stelle mich nicht mit so einem Kretin wie H.B. auf eine Stufe, du bist doch nicht Chuck Norris, der Äpfel mit Birnen vergleichen kann....

      14.10.2008, 16:49 von stereoG
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      @[Benutzer gelöscht] nackt??

      wo...??

      14.10.2008, 11:16 von RedSonja
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    was dich rettet, ist deine fehleranalyse.

    sonst hätte ich dir ein annihilating-team vorbeischicken müssen.

    ein rat, komm MIR nicht in die quere.

    14.10.2008, 10:26 von RedSonja
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      @RedSonja hoho, bubba. nicht in die Quere kommen? Achso, RedSonja, war ja so nen Amazonenfilm mit Brigitte Nielsen und Arnie, da rennt wohl jemand mit Schwert rum.

      14.10.2008, 12:39 von stereoG
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      @stereoG die red queen dürstet nach blut..

      14.10.2008, 14:33 von RedSonja
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      @RedSonja uh, ich glaub, ich hör jetzt lieber auf....

      14.10.2008, 15:55 von stereoG
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    "gefühlte einhundertdreiundsechzig Hassanfälle später bin ich dann endlich am Lidl"

    =)

    und das mit dem pfandbon passiert mir immer. ich hab gelacht. aber du musst dringend ins gelassenheitscamp mein lieber!

    13.10.2008, 23:52 von Angelona
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      @Angelona ja, das ist quasi die Krönung eines mißratenen tages. gelassenheitscamp, pff, sowas kommt mir nicht ins tapedeck....

      14.10.2008, 00:29 von stereoG
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      @[Benutzer gelöscht] ja, vielleicht. aber ich hatte grade einen "kreativen output"...
      hab sogar noch zensiert, damit der nicht zu lang wird.

      13.10.2008, 23:06 von stereoG

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