unnuetzeswissen 26.06.2013, 16:27 Uhr 0 0

Toilettenpapier wurde in den USA erst 1857 erfunden. In China schon 1391.

Der Kammerdiener, der dem König den Hintern abwischen durfte, war einer der höchstrangingen Diener am Hof.

Wir können uns ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen, benutzen es jeden Tag und fluchen wenn es leer ist. Die Rede ist von Toilettenpapier. Früher benutzten die Menschen noch Tonscherben, Steine, Stroh, Sand, Wasser, getrocknete Maiskolben bzw. deren Hülle oder die bloßen Hände.

Die Chinesen, die bekanntlich schon Jahrhunderte vor unseren Ahnen auf Papier schrieben wurden sich schnell der weiteren „Fähigkeiten“ des Papieres bewusst und setzten es fortan auch als Toilettenpapier ein. Zuerst blieb es dem Kaiser vorbehalten. Ab 1391 produzierten die Chinesen pro Jahr 720 000 Blätter mit riesigen Maßen: 60 mal 90 Zentimeter. Ab diesem Zeitpunkt benutze es auch die chinesische Oberschicht. Die Ärmeren mussten sich weiterhin mit Naturrohstoffen begnügen.

Wie lief es in Europa? Die alten Römer hatten beispielsweise eine Bürste entwickelt, die aus einem Stock und einem festgebunden Schwamm bestand. Keine Sorge, bevor der Nächste sie benutzte, wurde sie in Salzwasser getränkt. Die Menschen in Europa machten im Mittelalter einen Rückschritt und benutzen kratziges Stroh oder Blätter. Wer es fand, benutze Moos. Der Adel hatte es da etwas besser und vor allem weicher. Er benutzte Schafwolle oder nasse Lappen.

Die französische Oberschicht ersetzte sie ab der Renaissance durch Spitze. Allerdings nicht zu Freude der Mägde – sie mussten die Stoffe danach waschen. Ein Beruf war allerdings noch unerfreulicher: Leibdiener, die dem Regenten den Hintern putzen mussten. Angeblich waren sie aber sehr einflussreich, weil sie dadurch das Privileg hatten, mit dem wichtigen Mann regelmäßig allein zu sein.

Ab 1700 wurden Zeitungen immer erschwinglicher und somit benutzen die Menschen sie nach dem Lesen ein zweites Mal. Eine Tradition, die sich lange hielt und erst mit den Jahren nach und nach verschwand.

Erst rund 450 Jahre nachdem die Chinesen das Toilettenpapier bereits erfunden hatten, machte es ihnen die westliche Welt nach. Dann allerdings sofort in der Edelvariante. Ab 1857 verkaufte der New Yorker Josepgh Gayetty Schachteln mit Aloe-getränktem „medizinischen Papier“. Er war auf seine Erfindung derart stolz, dass er seinen Namen auf jedes einzelne Blatt druckte.

Die Erfinder des Toilettenpapiers auf Rollen wollten dagegen erst gar nicht mit ihrem Produkt in Verbindung gebracht werden. Die Scott Paper Company brachte das Papier zunächst unter den Namen einiger ihrer Industriekunden auf dem Markt.

In Japan geht der Trend nun wieder zu papierloser Säuberung. Dort finden die Menschen gefallen an Toiletten, die den Hintern gezielt mit einem Strahl Wasser und einem Föhn reinigen.

Quelle: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/856230

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