Hab' ich nicht...
Dinge, die die Welt zwar hat, aber ich nicht brauche.
Ich habe viele Dinge einfach nicht. Nicht, weil ich sie mir nicht leisten kann, sondern weil ich sie nicht brauche.
Früher bin ich damit aufgefallen. „Wie, ihr habt keinen Fernseher?“ wurde ich ungläubig in der dritten Klasse gefragt. „Könnt ihr euch keinen leisten?“ Das war immer die erste Frage. „Was macht ihr denn dann abends zuhause?“, die Zweite.
Tja, was habe ich gemacht. Ales mögliche, aber vor allem viel gelesen. Lesen war gut. Lesen war fernsehen im Kopf.
Montags morgens in der Schule konnte ich nicht immer mitreden, es hatten ja alle etwas anderes gesehen als ich. Das war normal. Ich kannte es ja nicht anders.
Das ist vierundzwanzig Jahre her. Ich habe nie ein Fernsehgerät besessen. Ich brauche keins.
Ich sehe täglich, dass ich nichts verpasse.
Ich habe auch keine Tageszeitung. Ich kriege jeden Tag den Newsletter eines Nachrichtenmagazins. Ich finde es auch viel angnehmer, am frühen Abend in einem Café zu sitzen und dort eine Zeitung zu lesen, als an meinem Küchentisch. Im Café kann ich gleich mit meinem Nachbarn über das aktuelle Geschehen diskutieren. Zuhause kann ich das nicht. Ich lebe allein.
Ich habe auch kein Auto. Zu meinem Büro gehe ich eine viertel Stunde lang zu Fuß. Durch den Park, was ich entspannend finde. Zum Einkaufen gehe ich um die Ecke. Ich wohne mitten in der Stadt. Ein Auto brauche ich nun wirklich nicht. Dafür habe ich eine Monatskarte für den Bus, damit kann ich mir auch günstig im CarSharing-Pool ein Auto leihen, wenn ich denn mal auf eins angewiesen sein sollte. Ich fahre gerne Zug, wenn ich weite Strecken zurückzulegen habe. Dabei kann ich wieder lesen. Im Auto wäre das schwierig.
Ich habe keine Microwelle, keinen elktrischen Mixer, nur zwei Schneebesen. Ich habe genau drei Elektrogeräte in meiner Küche. Ich brauche eigentlich nur zwei. Ich habe keine Küchenschränke, keinen Kleiderschrank, sondern Regale. Gerne auf Rollen, dann kann man schneller umräumen, wenn einem der Sinn danach steht. Ich habe keinen Firlefanz und keine Spielereien. Nichts überflüssiges.
Zur Zeit überlege ich, auf was ich noch verzichten könnte. Wie es noch einfacher geht. Irgendwann kann ich nichts mehr weglassen.
In dem Augenblick weiss ich ganz genau, was ich wirklich brauche.
Was fehlt euch nicht, was alle anderen haben?
Was wollt ihr unbedingt nicht haben wollen?
Und wie kompensiert ihr das, was ihr nicht habt, aber offensichtlich alle anderen brauchen?






Kommentare
Je mehr man hat, desto fauler wird man! Ich fühle mich viel wohler seit ich mich von einigen Sachen getrennt habe.
15.05.2012, 16:55 von Red-she-devilIch hab weder Auto noch Führerschein, bin damit sehr konsequent und benutze Fuß, Fahrrad, Bahn, Bus. Immer. Mein Fernseher ist seit 5 Monaten kaputt und hab's nicht reparieren gelassen, ich seh mir "meine" Sachen im Internet an.
Ich habe kein Facebook. Wenn ich das sage, dann gucken auch immer alle blöd: „Wie? Ist doch umsonst.“
30.04.2012, 23:01 von TommheyEin Auto und einen Fernseher habe ich auch nicht. Elektrogeräte, wie Bügeleisen, Microwelle etc. steht mir über meine WG zur Verfügung...
Ich glaube, wir müssen lernen so zu leben, bei steigendem Energiebedarf einer wachsenden Weltbevölkerung und gleichzeitiger Ölverknappung. Und es ist gar nicht so schwer.
Einen Schrank bestitze ich dann allerdings doch :D
Kleiderschrank habe ich auch, inzwischen. Aber kein 'richtiger'...
01.05.2012, 10:21 von sailorFernseher meiner Freundin sei Dank, auch. Aber der geht mir schon gelegentlich auf'n Keks...
Schönheot zu mögen ist doch kein Materialismus...
13.03.2012, 12:34 von sailor:)
hihihihi - das ist ja ne waschechte tagesfrage, sailor!
03.02.2012, 16:46 von Der_Misanthropdie wär dochma was für montag!
und schon so alt. und noch so fehlerbehaftet^^
hastu ne freundin?
Ja, hab ich...
03.02.2012, 16:48 von sailorMeinst, die soll mal Korrektur lesen?
wär nett von ihr.
03.02.2012, 16:50 von Der_Misanthropmusste mal annaecke ausm keller holen. die ist da immer drin aufgegangen. hat bloß hinterher erwartet, dass man ihr einen präsentkorb schickt und jedem erzählt, dass man ohne sie nie so weit gekommen wäre.
03.02.2012, 16:54 von MisterGambitMoin Sailor!
18.01.2012, 13:45 von ChiralDann ziehen wir doch alle mal in die Stadtzentren, dann schaffen wir doch alle mal die Autos ab, dann lassen wir die Provinz doch mal Provinz sein...
Das ist ein wenig so wie ein Münchener, der mit dem Kopf schüttelt, weil man als "Nicht-Münchener" keinen Bock hat den öffentlichen Nahverkehr in Delmenhorst zu nutzen...
haben wirklich alle nur noch I-Phones und "...aber offensichtlich alle anderen brauchen?", ist das so oder denkst Du das dies so ist....?
Ich denke natürlich nur, daß das so ist.
18.01.2012, 13:49 von sailorIch sage ja nur, daß ICH dieser Meinung bin. Man kann ja auch gerne auf dem Land leben. Da würde ich auch gerne Leben. Spannend wäre, da zu Leben und TROTZDEM kein Auto zu haben.
Und bei Autofreien Innenstädt bin ich der erste der mitmacht... Aber GANZ vorne!
Autofreie Innenstädte sind der Tod des Handels. Klar, lass uns noch mehr Malls mit Tiefgaragen außerhalb der Stadt bauen und die blöden, dämlichen EInzelhändler können sehen wo sie bleiben...mal sehen, ob wir da wirklich weniger Autos duch bekommen - da bin ich sowas von dagegen...! Kannst ja mal hier wo ich wohne nachts durch die Innenstadt laufen.... da bekommt man Angst...! Die Stadtteile hingegen, wo (noch) Autoverkehr ist, gehören zu den meistbesuchten, mit den besten Einzelhandelsläden....Aber eine Plakette (wie diese Feinstaubgeschichte) auf PS-Stärken bezogen fänd ich nicht schlecht....
18.01.2012, 13:56 von ChiralDie Land/Stadt - Sache setzt natürlich vorraus, dass man da frei in der Entscheidung (und wichtiger: Im Kopf) ist, bzw sich das leisten kann....iss damit auch kein ganz so korrektes Argument, jetzt...
Die Mall vor der Stadt werden doch sowieso gebaut...
18.01.2012, 14:03 von sailorAbgesehen davon kann man ja Individualverkehr mit sinnvollen Konzepten in und durch eine Stadt leiten. Man kann auch innerstädtische Parkplätze schaffe.
Aber es wäre mir neu, daß es ein Menschenrecht ist, mit einem Auto ÜBERALL langfahren und/oder parken zu dürfen, nur weil da Platz ist.
Und wenn 'Autos in der Innenstadt' die Rettung des Einzelhandels ist, warum gibt's in der Innenstadt a) MediaMarkt und b) Fußgängenzonen.
Wieso gibt es nicht 'Autofahrerzonen'?
Weil hier alle einen schlimmen Blechkistenfetisch haben...
'Auto' ist eine so derartige Resourcenverschwendung an Rohstoffen, Raum und Lebensqualität... Da will ich garnicht weiter drüber nachdenken.
Kommt gleich nach Kreuzfahrtschiffen, die ohne mit der Wimper zu zögern mit Schweröl betrieben werden, was dann in der Presse immernoch euphemistisch als 'Diesel' bezeichnet wird...
:D
Also: Klar kann man nun viel drüber reden, ob Autos oder nicht. Klar ist auch, dass man sicher in bestimmten Städten kein Auto braucht. Ob das aber immer zutrifft und eine Stadt, die keine gute öffentlichen Nahverkehr zustande bekommen hat, sich einen Gefallen tut, diesen nun aus der Stadt zu verbanne, wage ich zu bezweifeln...
18.01.2012, 14:12 von ChiralDie Frage ist auch, was machen die Leute mit einer ganz miesen Verkehrsanbindung, die aber auf das Auto angewiesen sind (soll es ja geben) mit Familie etc... in die Stadt ziehen? Geht das überall in Deutschland? Können sich das alle gehaltstechnisch leisten?
Sicherlich ein sehr edles Ansinnen, das sich wegen ein paar Kleinigkeiten wohl nicht mal eben so umsetzen lässt...
Kreuzfahrtschiffe: Brauchen wir nicht drüber reden, als ich das erste Mal einen Vergleich-Schadstoffe zu PKW gelesen habe, habe ich die Zahl dreimal nachgelesen, weil ich dachte ich hätte es nicht kapiert...
Es ist ja nicht mein Plan, hinter dem Ortseingangsschild das Auto stehenlassen zu müssen.
18.01.2012, 14:19 von sailorAutofreie INNENstädte. Nicht autofreie STÄDTE.
Und der Ausbau eines wirklich funktionierenden ÖPNV nimmt ja in den letzten Jahren ja auch gewisse Formen an...
:)
Kluge Idee, das aufzuzählen, d.h. damit zu protzen, was man nicht hat.
14.01.2012, 18:36 von TilmannKleyeAndernorts geht mir Konsumkritik zu weit. Viele Konsumkritiker wären evtl. die ersten, die Steine schmeißen, wenn Notebooks, die taz oder Benzin für den VW-Bus nicht 24/7 zu kaufen wären.
Andererseits befasste ich mich leider noch nicht ausreichend mit den (ernstzunehmenden) Theorien politisch motivierter Konsumkritiker.
Also ich gebe für einen Konsumkritiker viel zuviel Knete aus...
14.01.2012, 20:23 von sailor:D
Hast Du einen Haus-Konsumkritiker?
14.01.2012, 20:35 von TilmannKleyeDen muss ich auch (nicht) haben.
Ich weiß was ich brauche,
13.12.2011, 10:53 von FrauKopf-Liebe
-Dach über dem Kopf
- warme Kleidung
-Bett
-PC + Internet
Es ist schöner sich damit zu befassen was man hat,als filtern zu wollen was man nicht hat oder "braucht".
Ich brauch'n Dooornkat...
13.12.2011, 11:06 von sailorGut zu wissen.
aber gelegentliches entrümpeln sorgt für frische Luft. Da muss man sich für meine Begriffe schon gelegentlich mit befassen. Und Entscheidungen treffen.
ganz klar!
13.12.2011, 11:09 von FrauKopfIch "hatte" mal mehr aber bin immer ganz froh das hinter mir zu lassen.
Ich auch...
13.12.2011, 11:24 von sailorGewisse Dinge sammeln sich aber in unbeobachteten Ecken schon wieder an...
:D