MarieDove 02.05.2012, 14:29 Uhr 25 1

Mein heisser Favorit für den Sommer

Er ist die andere Möglichkeit, am Strand und im Wasser eine gute Figur zu machen: der Monokini. Dem Liebling der Stars steht ein grosser Sommer bevor.


Er ist ein Zwitterwesen, ein modischer Hybrid: Weder zweigeteilt offen wie der Bikini, noch aus einem Stück geschlossen wie der Badeanzug. Er ist die dritte Option für den stilvollen Auftritt am Strand und in der Badi. Und seit ein paar Jahren jeden Frühling der Geheimfavorit für den kommenden Sommertrend.

Doch dieses Jahr siehts so gut aus wie noch nie für ein eigentliches Comeback des Monokinis. Modebeobachter haben ihn in den letzten Tagen in einer nie dagewesenen Häufigkeit an prominenter Anatomie gesichtet – was darauf schliessen lässt, dass das exzentrische Textil mit Beginn der Badesaison auch viele nicht berühmte Körper zieren wird. «Frauen, vergesst den Bikini!», schreibt die Online-Plattform Sodahead – «Der Bademodetrend 2012 heisst: Monokini.» Gewährsfrauen dafür sind unter anderen die Berühmtheiten Rihanna, Kim Kardashain, Sarah Hyland und Paris Hilton, die dieser Tage auf Hawaii oder an Karibikdestinationen entsprechend bekleidet von Paparazzi abgelichtet worden sind. (Lesen Sie auch: «Slip mit Landebahn»)

Im Rahmen dieses Trendphänomens erweist sich insbesondere Sängerin Rihanna als leidenschaftliche Anhängerin, als Mentorin gewissermassen, des eleganten Badekleides. Von einem Yachtausflug nach Hawaii twitterte sie selbstgeschossene Bilder an ihre 12 Millionen Followers, die sie in einem silberfarbenen Monokini zeigen, von vorne wie von hinten – mit dieser Social-Media-Promotionsbombe schaffte es der Monokini in die Trendblogs des Netzes.

Formenvielfalt, unbestrittene ästhetische Qualität

Man mag von Celebritys-Trends halten, was man will – die ästhetische Qualität des Monokinis und seine Bedeutung in der Modegeschichte sind unbestritten. Und ein Liebling der Designer ist der Monokini, auch Cut-out-Badeanzug genannt, ohnehin: wegen seiner Formenvielfalt, die mal die Hüfte, mal den Bauch, mal den Rücken, mal das Décolleté der Frau ins Blickfeld rückt.

Natürlich hat der Monikini auch Feinde, Leute, die geistig zu wenig beweglich sind, um seine Designvarianz schätzen zu können. Oder Leute, die ihm vorwerfen, eine regelmässige Bräune zu verunmöglichen, so geschehen in der Stilsektion der «NZZ am Sonntag» von diesem Wochenende (Artikel glücklicherweise nicht online abrufbar). Was soll man dazu sagen? Womöglich: Es lohnt sich nicht mit Leuten zu diskutieren, die sich der Bräunung wegen an die Sonne legen.

Erfunden wurde der Monokini Mitte der 1960er-Jahre vom Österreicher Rudi Gernreich. 1963 prognostizierte Gernreich in einem Interview mit der Modezeitschrift «Woman’s Wear Daily» kühn, dass die Amerikanerinnen in den nächsten fünf Jahren im Zuge der allgemeinen gesellschaftlichen Liberalisierung auf ihr Bikinioberteil verzichten würden, dass sich bei den Frauen der Oben-ohne-Trend durchsetzen würde. (Lesen Sie auch: «Das sexy Drunter im Retro-Stil»)

Ein gescheiterter Sozialrevolutionär

1964 präsentierte Gernreich zum ersten Mal einen Monokini, das Textil zu seiner Theorie; einen Ur-Monokini, der den Blick auf den Busen der Trägerin freigab. Die Kreation war bloss als PR-Gag gedacht, doch über Nacht erhielt Gernreich 1000 Bestellungen und gab den Monokini zur Produktion frei.

Als Topless-Stück konnte sich der Monokini nicht etablieren – ausser, wir sehen ihn vor unsrem geistigen Auge, beim Komiker Sacha Baron Cohen. Die massentaugliche moderne Variante entstand in den Siebzigern, sie bedeckt die Brüste der Frau – ironischerweise verhüllt der Monikini ja in seiner heutigen Form mit Oberteil mehr als die meisten Bikinis. Und gerade deshalb wird der gescheiterte und zurückgebundene Sozialrevolutionär von vielen Frauen auch geschätzt: weil er im Gegensatz zum Bikini das eine oder andere Problemzönchen diskret versteckt. (Lesen Sie auch: «Höschen bis zum Bauchnabel»)


Marie Dové hat Linguistik und Ethnologie studiert. Sie arbeitet als freie Webpublizistin und schreibt für die Schweizer Online-Plattform Clack.ch insbesondere über die Themen Mode, Politik und Sex.

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25 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Huch, seit wann schummelt sich die Brigitte hier rein?
    Hab ich das angeklickt??
    Bin wohl falsch hier, Sorry verlaufen

    04.05.2012, 20:02 von Igel75
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    ich bade lieber nackich

    03.05.2012, 11:24 von RedSonja
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    Also ICH mag den Monokini...

    03.05.2012, 11:12 von Dalek
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      Mein heisser Favorit für den Sommer: Monobraue.

      03.05.2012, 11:31 von forst
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  • 2

    Man... ihr habt ja alle keine Ahnung... Schublade auf, MarieDove rein, Schublade zu... Wisst ihr nicht, dass...

    Marie Dové hat Linguistik und Ethnologie studiert. Sie arbeitet als freie
    Webpublizistin und schreibt für die Schweizer Online-Plattform Clack.ch insbesondere über die Themen
    Mode, Politik und Sex.
    Also wirklich!!!

    Solange es die Rubrik MODE gibt, darf man auch über MODE Artikel posten... ABER NUR DA, bütte!
    Mir persönlich liegt ja DEPECHE MODE mehr, aber ich schweife ab...

    @MarieDove: Ich habe den Text ehrlicherweise nur quer gelesen, aber immerhin, muss halt sein, da ich sonst mein Kommentarrecht verwirke... aber SELBER HERZEN... ist echt... mir fehlen die Worte... nach meiner rein persönlichen Meinung... Nee, ich kann es nicht schreiben. Ich bin ja auch nicht die Herzkontrolleurin, hab mit den Kommata genug zu tun, aber... lass es einfach ;-)
    Und nun wandere ich zu Deinem Sexartikel... CU

    02.05.2012, 19:29 von Mrs.McH
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      Ich bin mit Depeche Mode ganz bei Dir Misses :)

      04.05.2012, 19:58 von Igel75
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      Danke! Ich sehnte mit ja so nach einem freundlichen Wort. Wer schreibt, muss doch geliebt werden - versteht ihr das denn hier???!!!!

      02.05.2012, 18:46 von MarieDove
  • 2

    Ich hatte echt vor den Text zu lesen. Ging aber nicht mehr nach dem Satz "Dem Liebling der Stars steht ein großer Sommer bevor."

    Aber er sieht schön formatiert aus.

    02.05.2012, 17:48 von WieSieSehnSehnSieNix
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    Ich finde die Dinger echt häßlich.

    02.05.2012, 17:42 von cosmokatze
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    oach, ist mein erster beitrag hier. sind das nicht sehr konvetionelle vorstellungen: dass man seinen eigenen beitrag nicht herzt. ich find das stück sehr gelungen. und weshalb keine modepostings? mode gehört zum leben wie, zum beispiel, die pubertät. nicht?

    02.05.2012, 17:11 von MarieDove
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      Weil Eigenlob nun mal stinkt, egal in welcher Form und Variante. Eigene Komments in Facebook ein *Like* geben ist genau so traurig. (Ok, das ist ein bisschen trauriger, forever alone und so...aber egal) Eigenlob ist...bleh.

      02.05.2012, 17:21 von LeyluraLegbreaker
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      Mach mal ruhig.

      Kann ja jeder halten wie er will, ich finds so langweilig wie alle 08/15 Modeblogs von 15jährigen Bravouschis aber jedem das was er mag.

      02.05.2012, 17:37 von FrauKopf
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    02.05.2012, 16:44 von B.tina
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