silvia_liebermann 22.01.2007, 14:10 Uhr 5 0

Korrekte Mode

Politisch korrekte Kleidung ist nicht unbedingt teurer, doch der Kunde muss bewusster einkaufen. Seid ihr dazu bereit?

Sicher, wir haben von so genannten Sweatshops gehört: Von stickigen Fabriken in Asien oder Lateinamerika, in denen Arbeiterinnen bis zu 16 Stunden am Tag unsere Klamotten zusammennähen. Von Frauen oder sogar Kindern, die sieben Tage die Woche für einen Hungerlohn schuften. Vielleicht haben wir im Fernsehen auch mal einen Bericht über den Aralsee gesehen, der austrocknet, weil der Anbau von Baumwolle riesige Wassermengen schluckt. Oder wir haben gelesen, wie giftig die Baumwollproduktion ist, weil dabei besonders viele Chemikalien versprüht werden.

Doch wenn wir jetzt im Frühjahr wieder vor einem beunruhigend leeren Kleiderschrank stehen, schieben wir dieses Wissen in die hintersten Windungen unseres Gehirns. Die bunten Tops und Taschen ziehen uns förmlich in die Läden und wir lassen unserer Lust auf Neues freien Lauf.

Was sollen wir auch tun? Auf Schnäppchen verzichten und nur noch teure Sachen kaufen? Bringt nicht viel, denn Markenfirmen lassen häufig unter genauso schlechten Bedingungen produzieren wie die Billigketten. Das wissen wir spätestens seit Naomi Kleins konsumkritischem Kultbuch ‚No Logo’. Nur noch fair gehandelte Leinenkleider und Batiktücher kaufen? Da streikt unser Stilgefühl.

Doch jetzt gibt es immer mehr junge Marken, die auf Trendmode mit Moral setzen. Dabei steht das Design erster Stelle, ein gutes Gewissen gibt’s obendrauf. Einige von ihnen stelle ich im Artikel „Korrekt gekleidet" in der aktuellen NEON-Ausgabe vor. Politisch korrekte Kleidung ist nicht unbedingt teurer. Allerdings muss der Kunde bewusster einkaufen. Seid ihr dazu bereit?

5 Antworten

Kommentare

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      @[Benutzer gelöscht] unproblematisch find ichs auch nicht. In keinster Weise...
      neben der erwähnten definitionsproblematik "was ist den fair" (wobei das ja schon geregelt ist,.. das transfairsiegel wird ja [wie Bio Ökosiegel] nur unter bestimmten Voraussetzungen vergeben... dennoch wird da wohl viel zu wenig informiert was es den genau bedeutet..)

      deinen letzten Punkt find ich jedoch nicht ausschlaggebend.
      Es geht ja darum von sagen wir z.B. nicht fair hergestellter (gentechnikimTierfutter enthaltender urgs) Milka Schokolade auf Transfairschokolade umzusteigen. Dadurch steigert man die Nachfrage des Transfairpartners woraufhin der evtl. irgendwann die Anzahl seiner Angestellten (denen es hoffentlich immerhin ein wenig weniger kacke geht wie ersteren) wärend der andere eben aufgrund gesunkener Nachfrage Arbeiter entlassen muss...
      Müsste sich doch im Grunde die Waage halten
      (außer natürlich für die EInzelschicksale)

      22.02.2007, 22:41 von lilibeth
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    . . . .nicht bewußter einkaufen, sondern einfach einkaufen, bei denen die es offensichtlich bereits gibt. Auf meiner Suche bin ich auf www.glore.de gestossen, deren Konzept rockt - global responsible fashion also lauter labels, die man "guten Gewissens" kaufen kann. Das kann aber eben nur ein Anfang sein, so lange die "großen" nur Pseudo-Aktionen in korrekter Bekleidung machen wird sich nichts ändern - aber der Anfang ist gemacht und der Druck wächst.
    Oliver, Berlin

    02.02.2007, 14:27 von flouroli
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      @flouroli das ist für mich bewusster einkaufen. aber auch das ist meiner ansicht nach einfach nur das kleinere Übel.
      Dennoch tausenddank für den link. kannte noch nicht alle Firmen und vorallem die Schuhe die zudem z.T. auch noch vegan zu sein scheinen habens mir angetan °freu°

      21.02.2007, 22:19 von lilibeth
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    Problem eins ist das es auch da "kein gutes Gewissen obendrauf" gibt,... es ist kein Ideal, lediglich das kleinere Übel.

    Zum anderen haben Trends die Eigenheit vergänglich zu sein,.. in diesem Fall bedauernswert.

    Nicht destotrotz ne schöne Entwicklung, die es auch wesentlich leichter mach an das ideal der politischen Korrektheit näher zu rücken.

    23.01.2007, 19:28 von lilibeth
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