Patchy 28.11.2011, 22:41 Uhr 6 5

Befriedigung

Das alltägliche Leben zwischen Mode, Selbstbefriedigung und dem Aufriss der letzten Nacht!

Unser Leben ist ausgelegt auf Bedürfnisse und Triebe. Seien die nun sexueller, animalischer oder auch materieller Natur. Und ebenso logisch ist auch unser Drang all diese zu befriedigen. Jedes Bedürfnis hat eine optimale (wenn auch nur theoretische) Befriedigung. Und weil wir oft genug nicht genau das bekommen was wir möchten, stehen wir letztendlich immer wieder vor dem gleichen Problem. Geben wir uns mit einer zweitklassigen Lösung zufrieden oder verharren wir einsam und verbittert in unserem Turmzimmer? Solange bis das weiße Ross erscheint und der reiche Prinz aus einem fernen Land um Einlass bittet.

Wohnhaft in München, der Singlestadt schlechthin, sollte sich eine Partnerwahl nur als eine Frage der Zeit erweisen, oder?

Ich stolpere durch die Clubs und Bars, immer wieder aufs Neue. Händeschütteln mit den Türstehern, Champagnerkorken fliegen mir um die Ohren, ein kurzer Flirt an der Bar. Netter Augenblick, und dann? Dann erinnert sich jeder von uns an die eine bestimmte Person. Sie geht uns weder aus dem Kopf, noch läuft sie uns über den Weg. Kosmische Fairness liegt mit Tequila unter einem Tisch.

Sprechen wir mal metaphorisch: Eine fabelhafte Lederjacke meines Lieblingslabels. Das Problem: zu teuer, zu klein, unerreichbar... Ich fühle mich zwar erregt und doch bin ich frustriert. Was mach ich nun? Wochenlang sparen? Hungern und abnehmen? Oder lass ich es sein und kaufe mich im nächsten H&M ein bis meine Karte glüht. Das mache ich jetzt auch. 1 Stunde später verlasse ich den Laden, 10 Tüten. Ich fühle mich nun befriedigt. Taxi nach Hause.

Wochen später. Ich betrete den Store meines Lieblingsdesigners. Ein feiner Geruch von neuem Leder. Ich blicke nach rechts. Lieferung. Die Lederjacke, reduziert, meine Größe. Ich denke an die Lasterladung Frustklamotten in meinem Schrank und fühle mich grauenhaft. Ich verlasse den Laden wieder und zünde mir eine Zigarette an.

Metapher beendet.

Was lernen wir nun draus? Wir befinden uns auf einer Gradwanderung zwischen Einsamkeit, wartend auf Prince Charming in Versace, und Frustbefriedigung, tägliches Frühstück mit Random-Guy 24 sponsored by H&M. Der richtige Weg ist wie immer der schwierigste. Durchhaltevermögen und Ausdauer. Lieber drei Abende alleine als einen mit dem Falschen. In diesem Sinne. Darling, ich warte,... auf dich!


Tags: Befriedigung, Partnerschaft, Geld, Singleleben
5

Diesen Text mochten auch

6 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    Eine metaphorische GraTwanderung ... was ist, wenn die Designerlederjacke zwar auf einmal passt und erschwinglich ist, jedoch im Winter nicht wärmt. Jedes einzelne Bedürfnis mag eine optimale (wenn auch nur theoretische) Befriedigung haben, aber ob man danach insgesamt zufrieden ist, sei dahingestellt. Immerhin liest es sich wie ein knallender Champagnerkorken.

    29.11.2011, 09:44 von EliasRafael
    • Kommentar schreiben
  • 0

    und genau da bin ich känguru... mir ist bewußt, dass das anscheinend die lebenwirklichkeit vieler menschen ist, mir is das ganze komplett unverständlich...

    29.11.2011, 09:42 von pocket
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Sowas kommt von sowas. ich versteh glaube ich die Metapher mit der Lederjacke nicht so ganz. Ist es überhaupt eine Metapher?

    29.11.2011, 08:56 von Tanea
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Drei Abende sind ja noch ok allein, aber wann wird es Zeit Abstriche zu machen? Lustig und Traurig zugleich, das es beim ausgehen vielen so geht und doch wenige zueinander finden- in der Stadt der Singles. Viel Geduld beim Warten und beim Widerstehen der leichten Verführung..

    28.11.2011, 23:12 von kruemailmonster
    • 0

      Übung macht den Meister. So schwer ist das gar nicht mit dem widerstehen.

      28.11.2011, 23:50 von Konfuse_Muse
    • Kommentar schreiben

Das Magazin

Die nächste Ausgabe:
14. Mai 2012

NEON-Apps für iOS und Android

Neueste Artikel-Kommentare