ElMiraSol 17.02.2017, 00:19 Uhr 12 3

Wir zwei heute Nacht

Genau dich brauche ich jetzt. Deine Leidenschaft, deine Männlichkeit, dein Begehren, deine Lust, deine Dominanz.

Energisch drückst du mich gegen die Wand. Ich seufze vor Lust und schlinge meine Arme um deinen Hals. Unsere Zungen berühren sich, ich muss mich auf die Zehenspitzen stellen, damit ich dich richtig küssen kann. Ich mag es, dass du mich um mehr als einen Kopf überragst, dass du mich mit deinem Körper an die Wand presst, dass du mir heftig den Schal und die Jacke ausziehst und mich dabei selbstbewusst anlächelst. Deine Hände suchen sich gezielt ihren Weg über meine Brüste, den Bauch und die Beine entlang. Sie sind warm und stark. Ich spüre die Gänsehaut auf meinen Armen, mir ist warm und ich höre mich laut atmen.

Vor gerade einmal ein paar Stunden haben wir uns kennengelernt. Ausser den Gastgeber der Party kannten wir beide niemanden. Brauchten wir auch gar nicht. Mit etwas Bier und Wein störte es uns bald nicht mehr, dass die Party irgendwie ziemlich spiessig daherkam. Wenigstens wir wurden je länger je lustiger. Irgendwann hatten wir uns unsere eigene kleine Party eingerichtet, in einer Ecke des Grossraumbüros, wo das Fest stattfand. Eine Weinflasche für mich, eine Bierflasche für dich im Regal neben den Aktenordnern.

Ich recke dir meinen Körper entgegen, du packst mein Bein und umschlingst meinen Oberschenkel. Deine Hände an meinem Rücken drücken mich gegen deine Brust. Du berührst meine nackte Haut unter dem T-Shirt. Ein Schauer läuft mir über den Rücken. Entschlossen ziehst du mich von der Wand weg und schiebst mich in dein Schlafzimmer.

Ab und zu wollten andere Partygäste an unserer kleinen Privatfeier teilhaben. Ein bisschen Smalltalk, gemeinsames zu-Prosten. Wie zufällig berührten sich dabei immer wieder unsere Arme, unsere Knie. Beim gemeinsamen Gruppenfoto, für das wir leider kurzzeitig unsere Fest-Ecke verlassen mussten, legte sich dein Arm um meine Schultern, ich schmiegte mich kurz an dich.

Du wirfst mich aufs Bett, ich stöhne auf ob deiner offenen Leidenschaft, deinem Verlangen nach mir. Schnell entledigst du mich meines Shirts und meiner Jeans. Deine Hände bahnen sich ihren Weg über meinen Rücken, graben sich in meinen Hintern. Ich presse mich an dich, knöpfe deine Hose auf.   

Als allgemeine Aufbruchstimmung aufkam und es darum ging, wer noch eine Bar weiterziehen möchte, war es selbstverständlich, dass wir uns zusammen den Wenigen anschlossen, die noch für einen Drink zu haben waren. Bei einem überteuerten Gin Tonic und einigermassen langweiligen losen Party-Bekanntschaften dein Knie an meinem, deine Hand in meiner. Wir sprachen kaum miteinander, wir tranken Schluck für Schluck unseren Drink und genossen beide die immer deutlicher brennende Luft zwischen uns.

Wir blicken uns in die Augen. Ich sehe deine Leidenschaft. Du drückst meine beiden Arme über meinem Kopf mit deiner einen Hand aufs Bett, während du mit der anderen zielsicher und gekonnt meinen Körper erkundest. Ich zerfliesse fast, meine Beine zittern, als du fest, aber trotzdem zart den Innenseiten meiner Schenkel entlangfährst. Ich recke mich nach dir, möchte dich umarmen, dich küssen, dich streicheln. Doch immer wieder stösst du  mich entschlossen auf die Kissen zurück, umschliesst meine Handgelenke, machst mich bewegungsunfähig, ich bin dir ergeben. Und du merkst, wie mich das anmacht. Mein Verlangen nach dir wird mit jeder Sekunde grösser, ich stöhne auf, als du dich schwer auf mich legst.

In den frühen Morgenstunden, als die Bar schloss und die Gäste sich in der Nacht verstreuten, nahmen wir uns wortlos bei der Hand. Ein erster Kuss an einem Schaufenster in der Altstadt, auf dem Nachhauseweg. Ein erster Kuss und ein erster Vorgeschmack. Ich sog deinen Geruch in mich auf, küsste dich zuerst sanft, dann leidenschaftlich zurück. Wir mussten uns nicht absprechen, brauchten keine Abmachungen, Bedürfnisse oder Missverständnisse zu klären. Nach einigen Minuten Fussmarsch in eisiger Kälte und ungeduldiger gespannter Vorfreude, schlossest du deine Wohnungstüre auf.

Während wir miteinander schlafen, sehen wir uns in die Augen. Wir lächeln uns an. Ich lasse mich fallen, bin bei dir, mit dir. Endlich darf ich meine Arme um dich schlingen, ich halte dich fest, ziehe dich an mich. Genau dich brauche ich jetzt. Deine Leidenschaft, deine Männlichkeit, dein Begehren, deine Lust, deine Dominanz. Du erfüllst mich zu hundert Prozent, ich fühle mich aufgehoben und zufrieden. Als ich dich danach frage, ob ich den Rest der Nacht in meiner eigenen Wohnung verbringen soll, schüttelst du nur den Kopf und legst deinen Arm um mich. Ich döse fast sofort weg, meinen Kopf auf deiner Brust. Ich schlafe tief und traumlos. Und wache am nächsten Morgen auf, als deine Hände sanft meine Beine streicheln...

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12 Antworten

Kommentare

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    Beschde Party: Die alle heut Nacht!

    18.02.2017, 01:21 von frl_smilla
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  • 3

    Während wir miteinander schlafen, sehen wir uns in die Augen.
     
    Ich hielt  beim Schlafen immer die Augen geschlossen. Muss heute anders sein ?? :-)

    Ich gebe dir ein Herzilein,  weil es fuer mich die erste Geschichte ist, die nicht von einem Exlover handelt, in der die "Verstossene"  ueber seine Macken klagt.
    Deine Ausfuehrungen tun gut, denn sie belegen, dass es noch funktionierende Beziehungen gibt. 

    Vielen Dank dafuer !!

    17.02.2017, 15:35 von Dr_Lapsus
    • 0

      "während wir miteinander schlafen", nicht "während wir schlafen". wär mir dann doch auch neu :-)

      17.02.2017, 17:08 von ElMiraSol
    • 0

      lass uns nicht so viel uebers schlafen schreiben.  Werde schon ganz muede :-)

      ich mag auch Pferde, denen Mann beim Reiten in die Aeuglein schauen kann..


      17.02.2017, 17:36 von Dr_Lapsus
    • 0

      meinste stuten?

      18.02.2017, 14:39 von libido
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  • 1

    ganz klar: ein traum ;-(

    17.02.2017, 08:55 von libido
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    • 0

      definitiv kein traum...

      17.02.2017, 17:09 von ElMiraSol
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    • 1

      deshalb musst ich's teilen. wenn die realität schon mal so schön ist wie im traum.

      17.02.2017, 23:56 von ElMiraSol
    • 0

      solange es nicht zum Albtraum wird....

      18.02.2017, 01:04 von Dr_Lapsus
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